Freitag, 18. November 2022

Der Petersdom in Rom - Erinnerungsort für den Heiligen Petrus

Rom: Der Petersdom im Vatikan

Der Petersdom in Rom ist DER Ort, an dem Christen an den Heiligen Petrus denken. Hier ist das Zentrum der katholischen Kirche. "Richtig" heißt die Basilika Sankt Peter im Vatikan oder auf Italienisch San Pietro in Vaticano.

Der Petersdom in Rom
Der Petersdom in Rom
Den Grundstein für den heutigen Bau hat der Papst Julius II am 18. April 1506 gelegt. Er war der Meinung, dass der etwa 1200 Jahre alte Vorgängerbau nicht angemessen und monumental genug sei, um ihm selbst als Grabmal dienen zu dürfen. Also: Weg damit und neu gebaut.

Der Bau dauerte sehr lange. Erst im Jahr 1626 war der Dom so weit fertig gestellt, dass er am 18. November geweiht werden konnte. 

An dieses Ereignis möchte ich mit diesem Beitrag erinnern.

Wirklich fertig gestellt war der Dom zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Die gewundenen Säulen des Baldachins mussten erst noch gebaut werden, auch waren die Glockentürme noch zu errichten. Der heute sehr beeindruckende Petersplatz war ebenfalls noch nicht gebaut.

Die Seite help-tourists-in-rome.com berichtet von etwa 55.000 Besuchern, die jeden Tag den Petersdom aufsuchen. Wenn Ihr mal in Rom seid, empfehle ich Euch den Besuch in den frühen Morgenstunden, vor 9 Uhr.

Bitte denkt daran, dass der Petersdom kein Eventzentrum für neugierige Touristen ist. Es ist der Erinnerungsort an den Heiligen Petrus schlechthin, der hier begraben ist. Achtet auf eine angemessene Kleidung.

Sonntag, 13. November 2022

Die Fährpreise sind in Griechenland deutlich teurer geworden. Wie ist die Aussicht für 2023?

Ende Mai habe ich über die Preissteigerungen bei den Fährpreisen berichtet. Seit dem hat es noch eine weitere Runde der Preissteigerungen gegeben. In einem Video für den Hellas Blog beleuchte ich die Situation in diesem Jahr und wage einen Blick auf das nächste Jahr.



Donnerstag, 10. November 2022

Das Forum Romanum in Rom

Das Forum Romanum - Zentrum des antiken Rom

Die Zentren des öffentlichen Lebens im antiken Rom waren die Foren. Das älteste von ihnen ist das Forum Romanum.

Das Forum Romanum
Das Forum Romanum

Es beginnt unterhalb des Kapitols und reicht bis zu der Velia genannten Höhe, auf der wir den Titusbogen und den Tempel der Venus und der Roma finden. Kurz dahinter steht das Kolosseum

Auf dem Forum befinden sich zahlreiche historisch sehr bedeutsame Gebäude - oder zumindest deren Ruinen. 

Beeindruckend finde ich die Triumphbögen und die Überreste der vielen Tempel. Der Tempel der Vestalinnen war sehr wichtig, seine Anlage erinnert mich an spätere Klöster. Die Vestalinnen lebten hier ähnlich wie heute die christlichen Nonnen. Das Gebäude der Curia Iulia ist wieder aufgebaut, hier tagte früher der römische Senat. In der Nähe steht die Rostra, dort wurden die großen Reden an das Volk gehalten. 

Die auf dem Forum befindlichen Monumente lassen sich grob ein drei Gruppen einteilen:

  • Religiöse Gebäude
  • Weltliche Bauten des römischen Staates
  • Marktplätze

Es gab keine ausdrückliche Trennung der drei Funktionen. Im Saturn-Tempel wurde der römische Staatsschatz verwahrt. Im Tempel der Vesta haben die Römer ihre Testamente hinterlegt, damit diese nach ihrem Tod nicht „verschwinden“ konnten oder „geändert“ wurden.

Nachfolgend führe ich die wichtigsten Bauten auf. Im Laufe der nächsten Monate folgen zu einzelnen davon Beiträge im Blog.


Religiöse Gebäude

Die wichtigsten religiösen Stätten im Bereich des Forum Romanum waren:

  • Concordia-Tempel
  • Dioskuren-Tempel (Tempel des Castor und Pollux)
  • Doppeltempel der Venus und der Roma
  • Janus-Tempel
  • Juturna-Quelle
  • Tempel der Vesta
  • Tempel des Antoninus Pius und der Faustina
  • Tempel des Divus Iulius (Cäsar-Tempel)
  • Tempel des Romulus
  • Tempel des Saturn
  • Tempel des Vespasian und des Titus
  • Volcanal


Weltliche Bauten

Da das Forum Romanum das politische Zentrum Roms war, finden sich hier viele Bauten mit staatlicher Funktion. Hier sprechen wir nicht nur von Orten der staatlichen Macht wie der Rostra oder der Curia Julia. Auf dem Forum gibt es auch mehrere Triumphbögen, mit denen Feldherren geehrt wurden (die dabei aber auch eine propagandistische Funktion hatten). Die wichtigsten weltlichen Bauten sind:

  • Carcer Tullianus
  • Comitium
  • Curia Iulia
  • Phokas-Säule
  • Rostra
  • Triumphbogen des Septimius Severus
  • Triumphbogen des Titus


Wirtschaftsgebäude

Die Funktion als Marktplatz hat das Forum Romanum nie verloren. Das sehen wir an Basiliken, die wir uns als große Markthallen vorstellen dürfen:

  • Basilica Aemilia
  • Basilica Iulia
  • Maxentius-Basilica

In den kommenden Monaten werde ich über einzelne dieser antiken Stätten schreiben.

Dienstag, 1. November 2022

Die Engelsburg in Rom

Rom: Die Engelsburg in der Nähe des Vatikan

Ursprünglich wurde sie als Mausoleum für Kaiser Hadrian gebaut:  Die Engelsburg.

Die Engelsburg in Rom
Die Engelsburg in Rom
Die Italiener nennen sie das Castel Sant’Angelo. Die Burg wurde noch zu Lebzeiten Hadrians begonnen und im Jahr 139 beendet. Neben Hadrian selbst wurden hier noch sechs weitere Kaiser beigesetzt.

Ab dem 10. Jahrhundert befand die Engelsburg sich im Besitz der Päpste. Mal diente sie ihnen als Zufluchtsort bei Gefahr. Mal war sie Gefängnis. Zeitweise sicher auch beides.

Heute befindet sich oben ein kleines Museum. Und vom Dach aus hat man einen wundervollen Blick über Rom.

Die Engelsburg ist auf ihre Weise wirklich einzigartig. Erbaut wurde sie als Mausoleum und Grabstätte mehrerer römischer Kaiser. Dann war sie Fluchtburg der Päpste. Heute ist sie ein verdammt beeindruckender Bau, den zu besuchen sich lohnt. Nicht umsonst ist es Teil des UNESCO Weltkulturerbes.



Samstag, 29. Oktober 2022

Der Hellas Blog ist online

Heute habe ich eine Meldung in eigener Sache. Meine griechischen Themen findest Du jetzt in einem eigenen Blog. 

hellas.blog - unter dem Motto Tzatziki und Akropolis blogge ich über Griechenland - mehr: htttps://hellas.blog
Im Juli habe ich darüber geschrieben, dass ich mit meinen griechischen Themen einen eigenen Blog starten werde.

Der ist nun online.

Du bist herzlich eingeladen, den Hellas Blog zu besuchen.

Ich habe ihn unter das Motto Tzatziki und Akropolis gestellt. Wie es dazu kam, habe ich unter dem vorstehenden Link beschrieben. 

Ich freue mich sehr über Deinen Besuch auf dem Hellas Blog.

Samstag, 15. Oktober 2022

Besucht die Burguine Mandelberg

Auf dem Weg zur Burgruine Mandelberg - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.frar.com
Auf dem Weg zur Burgruine Mandelberg
In der Nähe von Pfalzgrafenweiler (Ortsteil Bösingen) liegt eine Burgruine, die frei zugänglich ist. Falls Du mal in der Gegend bist, solltest Du die Burgruine Mandelberg besuchen.

Der Eingang zur Burg Mandelberg mit Turm - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.frar.com
Eingang
Wie kommt man hin? Du fährst durch Bösingen durch. An der Kirche biegst Du ab in Richtung der Ruine. Kurz vor dem Waldweg zur Ruine kommt ein Sportplatz. Dort lässt Du den Wagen stehen und gehst den Rest des Weges zu Fuß.

Im Prinzip geht es immer geradeaus. Nach etwa 500 Schritten taucht auf der linken Seite die Burgruine Mandelberg auf. Der Weg ist eben, so dass er auch für Menschen zu bewältigen ist, die nicht so gut zu Fuß sind. Lediglich zum Betreten der Burganlage selbst müssen einige Stufen überwunden werden.

Der Hof der Burgruine Mandelberg - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.frar.com
Der Hof der Burgruine Mandelberg
Die Burg besteht aus einem umfriedeten Burghof mit Zisterne, dem Palas und dem Turm. Die Mauerwerke außerhalb der eigentlichen Burgmauern sind Reste der Vorburg.

Die Ruine ist 1525 zerstört worden. Im Jahr 1970 hat die Gemeinde Pfalzgrafenweiler den Turm renoviert. Heute dient er als Aussichtsturm. Über eine Treppe kann man hinauf. Von hier hast Du eine wundervolle Aussicht in die Gegend.

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Haben die Maya ihre Menschenopfer geknebelt?

Bekannt ist, dass die Maya ihren Göttern Menschen geopfert haben. Auf den prächtigsten Pyramiden mussten die Unglücklichen ihr Leben lassen, zum Beispiel auf der Nohoch-Mul-Pyramide in Cobá. Aber auch Höhlen waren geeignete Orte für die rituellen Tötungen.

Ort für Menschenopfer: die Nohoch-Mul-Pyramide
Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass die Opfer möglicherweise geknebelt waren. So berichtet es der Deutschlandfunk in seinen Wissenschaftsmeldungen vom 12.10.2022 (ab 03:10).

2006 hat man in Belize eine Höhle entdeckt, in der die Knochen von 118 Menschen gefunden wurden. Schnell zeigte sich, dass diese Knochen eindeutige Spuren aufwiesen: Das waren Menschenopfer. So berichtete es 2015 die Washington Post. Diese Leute sind nicht auf einer Pyramide, sondern wahrscheinlich in dieser Höhe geopfert worden.

Auch wenn der Fund schon viele Jahre zurück liegt: Jetzt gibt es eine neue Entdeckung. Forscher haben die Zähne untersucht, weil sie sich erhofften, darüber etwas über die Ernährung dieser Menschen herausfinden zu können. Was sie fanden waren: Blaue Baumwollfasern. Bekannt ist, dass Blau bei den Ritualen der Maya eine wichtige Farbe gewesen ist.

Das Maya-Blau ist ein Pigment, dessen Nutzung für rituelle Zwecke durch die Maya ab 800 nach Christus bekannt ist. Man kennt es von Gemälden und Figuren. Aber auch Menschenopfer sind blau angemalt worden. Den Maya gelang es durch ein ganz besonderes Verfahren, den blauen Farbstoff aus dem Indigo-Pigment in einer sehr haltbaren Form herzustellen.

Die Theorie ist: Die Menschenopfer hatten über einen längeren Zeitraum blau gefärbte Knebel aus Baumwolle im Mund. Wahrscheinlich waren diese Menschen vor ihrer Opferung für längere Zeit in Gefangenschaft. Nur durch eine lange Zeit der Knebelung lässt sich erklären, dass Fasern der Baumwolle im Zahnstein der betroffenen Menschen enthalten ist.

Herausgefunden haben dies Amy M. Chan, James E. Brady und Linda Scott Cummings. Die Ergebnisse ihrer Forschung haben sie am 20. September 2022 im International Journal of Osteoarchaeology veröffentlicht. Durch einen Klick auf den Link kannst Du diese Veröffentlichung nachlesen und Dir Deine eigene Meinung bilden.

Für mich persönlich gibt es dazu nur eine Erklärung: Die Opfer mussten für eine längere Zeit vor ihrer Tötung schweigen. Ginge es nur darum, ihre Schreie zu unterdrücken, hätte eine Knebelung kurz vor und während der Opferzeremonie ausgereicht. Wenn sie aber über einen längeren Zeitraum geknebelt waren, dann ist das nur so zu erklären, dass sie auch während dieser Zeit nicht sprechen oder andere Laute von sich geben durften.

Zu dem Thema habe ich auch ein Video gemacht. Schaut es Euch gerne an:






Montag, 3. Oktober 2022

Öffentliche Kunst in Fira auf Santorin

Kunst auf einem Dach in Fira
Fira ist die Inselhauptstadt von Santorin. Man merkt das an einigen Details. Denn die Bewohner machen ihre Perle an Stellen schön, die man gar nicht vermutet. 

Es lohnt sich auf jeden Fall, den Blick mal nach rechts oder nach links zu wenden, wenn man durch die Gassen der Stadt geht.

Oder nach oben.

Da sah ich diesen Typen auf dem Dach eines Hauses sitzen. Und war begeistert.

Diesen Beitrag nutze ich, um Euch etwas Neues anzukündigen. Zu meinen griechischen Themen werde ich in Kürze einen eigenen Blog starten. Die Adresse gibt es schon: hellas.blog

Derzeit laufen noch die Vorbereitungen für den neuen Blog. Wenn er online geht, erfahrt Ihr das auch auf diesen Seiten.

Samstag, 1. Oktober 2022

Was ist ein Palas?

Ein Palas gehört zu jeder großen Burg. Was bedeutet das?

In Zusammenhang mit Burgen aus dem Mittelalter taucht immer wieder das Wort Palas auf. "Palast" kennt jeder - aber was ist ein Palas?Unter einem Palas versteht man den repräsentativen Saalbau einer mittelalterlichen Pfalz oder Burg. Manche meinen sogar, dass alle Saalbauten auf einer Burg als Palas zu bezeichnen sind. In den Pfalzen war der Palas der Ort, an welchem der Kaiser oder König seine Hoftage abhielt. Ein solcher Bau sollte die Gäste nicht nur beeindrucken. Er musste vor allem auch eine große Anzahl von Personen fassen können.Ganz unumstritten ist diese Definition eines Palas nicht. Manche meinen, dass ein Burgsaal nur dann ein Palas sei, wenn er in der Zeit der Romanik (11. bis 13. Jahrhundert) erbaut wurde. In Google findest Du einige Seiten, die das heute so vertreten.Ich meine, dass man das nicht so scharf abgrenzen muss. Entscheidend ist die repräsentative Funktion des Gebäudes in der Burganlage. Der Zweck des Palas war, zu beeindrucken. Von daher finde ich es vertretbar, auch das Saalgebäude einer eher kleinen Burg als Palas zu bezeichnen.

Palas der Burgruine Mandelberg bei Pfalzgrafenweiler - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.roland-richter.de
Palas der Burgruine Mandelberg bei Pfalzgrafenweiler
So ein Palas musste unbedingt was hermachen. Alle Besucher sollten beeindruckt sein. Dabei war es egal ob es sich um einen anderen König oder um jemanden aus dem einfachen Volk handelte. Das galt übrigens auch bei kleinen Burgen. Deren Palas konnte mit großen Königsburgen natürlich nicht mithalten. Aber im Rahmen der Möglichkeiten sollte er unbedingt beeindrucken.Der Saal des Palas war meist erhöht gebaut. Oft waren im Souterrain Räume, die für den "Geschäftsbetrieb" im Saal gebraucht wurden. Also zum Beispiel die Küche, Vorratsräume oder ein Platz für die Wachen. Es konnte also gut sein, dass die Räume unter dem Palas einen ganz anderen Zweck haben. Sie dienten vielleicht der Speicherung von Getreide, hier hatte man schnell Zugriff auf den Weinvorrat oder in der Küche konnten die Köche die Lebensmittel bearbeiten, aus denen ein Festmahl gemacht wurde.Eine Burg war nicht nur eine militärische Anlage. Sie war ein Symbol der Macht. Hier ging es auch darum, zu beeindrucken. Der Palas war Mittel zu diesem Zweck, wenn Gäste empfangen wurden.

Oft hatte der Saal großzügige Rundbogenfenster. Diese konnten von Säulen getragen sein, was die Wirkung noch erhöhte. Manchmal wurden mehrere Säle übereinander gebaut. So hatten die Herrscher eine "gute Stube" in der sie besonders wichtige Gäste empfangen konnten.Heute haben wir viele Daten und Informationen über das Mittelalter. Wenn Du eine Information suchst, gibst Du das Schlagwort bei Google ein. Schon bekommst Du eine Website angezeigt, die Dir den Zugriff auf die nötige Information bietet. Vielleicht bist Du ja auch so auf diese Seite gekommen?Das war früher ganz anders. Brauchtest Du eine Information, dann warst Du darauf angewiesen, Kontakt zu einem anderen Menschen zu haben, der sie hatte. Das Google des Mittelalters waren Klöster, wo Gelehrte das Wissen ihrer Zeit horteten. Der Kontakt mit einem realen Menschen war die Art, wie Du Informationen bekommen konntest.Als Burgherr war es wichtig, informiert zu sein. Auch daraus leitet sich der Zweck eines Palas ab. Machte er was her, waren Besucher eher geneigt den Burgherren in ihrem Wissen teilhaben zu lassen.

Dienstag, 27. September 2022

Die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen vor 200 Jahren

Vor 200 Jahren gelang Jean-François Champollion etwas, das bis dahin niemand geschafft hat. Er konnte die Hieroglyphen des antiken Ägypten lesen. Am 27. September 1822 präsentierte er der Fachwelt die Ergebnisse seiner Forschung.

ägyptische Hieroglyphen - www.frar.com
ägyptische Hieroglyphen
Die Grundlage dieser Leistung bildete ein Fund, der am 15. Juli 1799 während Napoleons Feldzug durch Ägypten gemacht wurde: Der Stein von Rosette.

Dass dieser Stein gefunden und auch seine Bedeutung erkannt wurde, war purer Zufall. In der Nähe des Ortes Rosette im Nildelta ließ der französische Pionieroffizier Pierre François Xavier Bouchard Schanzarbeiten durchführen. Eine osmanische Armee marschierte an, um die Franzosen aus Ägypten zu vertreiben. Bouchard meldete den Fund an seinen General Jacques-François Menou. Dieser nahm den Stein zunächst mit zu sich nach Hause. 

Napoleon hatte auf seinem Feldzug nach Ägypten zahlreiche Wissenschaftler mitgenommen. Diese erkannten, dass dieser Stein einen Text in drei Schriften enthielt: Griechisch, Demotisch (die Volkssprache im alten Ägypten) und in Hieroglyphen. Diese Inschrift in drei Sprachen konnte der bisher fehlende Schlüssel zur Geschichte des antiken Ägyptens sein. Daher fertigten sie Zeichnungen und Abschriften. Für genauere wissenschaftliche Untersuchungen fehlte die Zeit. Als die französische Armee am 30. August 1801 bei Alexandria kapitulierte, ging dieser Stein als Beute an die Briten. 1802 wurde er erstmals im Britischen Museum in London vorgestellt. Dort befindet sich der Stein von Rosette noch heute.

Obwohl die (Alt-)Griechische Sprache damals jedem Gelehrten bekannt war, schafften zunächst weder französische noch britische Wissenschaftler den großen Wurf. Das blieb dem jungen Jean-François Champollion vorbehalten. Champollion wurde 1790 geboren und war bei der Entdeckung dieses Steins erst 9 Jahre alt. 

Im Alter von 11 Jahren zog Champollion nach Grenoble zu seinem Bruder, der dort Professor für die griechische Sprache war. Er erhielt Privatunterricht und entwickelte eine Begeisterung für das antike Ägypten. 1802 traf Champollion einen der Wissenschaftler, der zusammen mit Napoleon in Ägypten war: Joseph Fourier. Dieser hatte eine Sammlung altägyptischer Altertümer, die er dem Jungen zeigte. Fourier erklärte ihm, dass noch niemand die Schrift der alten Ägypter lesen könne.

Das löste in Champollion etwas aus. Er wusste nun genau, was er in seinem Leben erreichen wollte. So begann er, mehrere orientalische Sprachen zu erlernen. Mit 17 konnte er vor der Fachwelt bereits einen Vortrag über Zusammenhänge der Hieroglyphenschrift und der koptischen Schrift halten. Mit 18 beherrschte er acht Sprachen.

1808 bekam Champollion eine Abschrift des Steins von Rosette. Hier gelang es ihm zunächst, das demotische Alphabet zu lesen. Das war zwar nicht sein Lebensziel, aber auch eine hervorragende wissenschaftliche Leistung. Ein Teil der damals bekannten ägyptischen Papyri konnte jetzt gelesen werden. 

Im Alter von gerade einmal 20 Jahren wurde Champollion Professor für Alte Geschichte an der neu gegründeten Universität von Grenoble. Das war im Jahr 1810. Als nach dem endgültigen Sturz Napoleons die Royalisten in Frankreich wieder an die Macht gelangten, brachte dies große Unruhen mit sich. Durch politische Intrigen hatte er seine Ämter verloren und war es auch leid, sich mit diesen zu beschäftigen. Er ging 1821 nach Paris. Mit seinen Forschungen zur demotischen Schrift und den Hieroglyphen war er schon gut voran gekommen. Er hatte entdeckt, dass manche Hieroglyphen die Funktion von Buchstaben hatten, also Lautzeichen waren. Andere wiederum standen für ganze Worte. 1822 gelang ihm dann endgültig der Durchbruch. 

Am 27. September 1822 stellte Champollion die Ergebnisse seiner Forschung an der Académie des inscriptions et belles-lettres in Paris vor. Die anwesenden Gelehrten kritisierten ihn scharf, bezweifelten die Richtigkeit seiner Forschungsergebnisse und beschuldigten ihn des Plagiats. Champollion ließ sich dadurch nicht beirren und veröffentlichte die wesentlichen Ergebnisse seiner Forschung. Heute sieht die Welt Champollions Leistung als einen ganz großen Durchbruch in der Entwicklung der Ägyptologie.

1828/29 bereiste Champollion Ägypten und stellte befriedigt fest: "Unser Alphabet ist richtig! Es kann mit demselben Erfolg bei den ägyptischen Denkmälern der Römer- und Ptolemäerzeit und bei sämtlichen Inschriften von Tempeln, Palästen und Gräbern der Pharaonenzeit angewendet werden."

Champollion starb 1832 an einem Schlaganfall. Sein Bruder vervollständigte seine "Ägyptische Grammatik" und gab sie 1836 heraus.