Mittwoch, 12. Mai 2021

Extra-Kosten wegen Corona sind Abzocke

Unser Thema: Ein Autounfall passiert, eine Werkstatt repariert den Schaden

Unberechtigte Kosten? Sprecht darüber!
Und jetzt kommt die Rechnung. Egal, ob Du die Rechnung selbst bezahlst oder ob eine Versicherung die Kosten übernimmt. Ich rate immer, einen Blick darauf zu werfen. Und über alle Positionen, mit denen Ihr nicht einverstanden seid, solltet Ihr mit der Werkstatt sprechen.

Niemand muss hinnehmen, dass er etwas bezahlen soll, für das er nichts kann. Es lohnt sich wirklich, darüber zu diskutieren. Entweder erklärt die Werkstatt Dir das nachvollziehbar - oder Du bezahlst das nicht.

Weshalb meine ich, dass kein Werkstattkunde verpflichtet ist, Extra-Kosten für die Desinfektion eines Wagens nach der Reparatur zu bezahlen?

Dafür gibt es zwei Gründe.

Der erste: der Kunde kann doch nichts für das Corona-Virus. Und genau das sollte auch Euer Argument sein. Jeder von uns muss selbst zusehen, wie er mit den Folgen des Virus zurecht kommt. Die Kosten für eine Maske, für Seife oder andere Hygienemaßnahmen muss jeder selbst zahlen.

Der zweite Grund: Kosten für die Innenreinigung des Autos bezahlt Ihr über die Stundenverrechnungssätze. Es ist einfach nicht richtig, dass Ihr diese Kosten ein zweites mal bezahlen sollt, nur weil die Werkstatt das mit Corona begründet.

Schon immer haben Werkstätten sehr darauf geachtet, dass sie ihren Kunden sein Auto sauber zurück geben. Sie ziehen Sitzschoner auf, damit kein Dreck von den Hosen der Mitarbeiter auf den Sitzen zurückbleibt. Und das Fahrzeug wird hinterher noch einmal innen gereinigt. Die damit verbundenen Kosten werden nie extra berechnet, denn sie gehören ja nicht mehr zu den eigentlichen Reparaturarbeiten. Letzten Endes sind es Betriebskosten des Unternehmens. Und die werden nun einmal über die Stundenverrechnungssätze der Werkstatt bezahlt.

Es ist einfach nicht richtig, dass ein Kunde die Kosten für die Reinigung einmal über die Stundenverrechnungssätze, und ein weiteres mal über eine gesonderte Rechnungsposition bezahlt.

Für mich ist das Abzocke. Und nichts anderes!

Dabei ist es auch egal, ob die Werkstatt das "einfach so" auf die Rechnung schreibt, oder ob eine solche Kostenposition vielleicht sogar noch im offiziellen Preisaushang steht. 

Wenn das allerdings im offiziellen Preisaushang steht, dann redet mit der Werkstatt, ehe Ihr den Reparaturauftrag erteilt. Wenn die Euch zusagen, dass bei Euch diese Position nicht berechnet wird, dann ist alles gut. Idealerweise lasst Ihr Euch das schriftlich auf dem Reparaturauftrag bestätigen.

Übrigens habe ich auch schon gesehen, dass Autovermietungen oder Kfz-Gutachter versuchen, ihren Kunden Extra-Kosten mit der Begründung "Corona" aufzudrücken. Genau wie bei Werkstätten halte ich das für Abzocke.

Meiner Meinung nach ist es auch egal, ob der Kunde die Rechnung selbst bezahlt, oder ob im Ergebnis eine Versicherung bezahlen wird. Auf der Rechnung steht erst einmal der Kunde selbst. Wenn die Versicherung diese Position herausstreicht und nicht ersetzt, dann hat der Kunde das Problem selbst an der Backe. Muss das sein?

Das Thema ist auch schon öfters bei Gericht gewesen. Auch der Verkehrsgerichtstag 2021 hat sich im Rahmen einer Fortbildung mit dem Thema Corona beschäftigt. Die einen sagen, dass die damit verbundenen Kosten extra bezahlt werden müssen. Die anderen sehen das wie ich und sagen, dass diese Kosten eben nicht gesondert zu bezahlen sind.

In den nächsten Wochen werde ich in lockerer Reihenfolge einige Urteile zum Thema vorstellen und besprechen. In meinen bisherigen Beiträgen habe ich es vermieden, da allzu juristisch zu werden. Aber wir müssen schon betrachten, wie die Gerichte damit umgehen. 

Meine Meinung kennt Ihr jetzt. Mir ist es - wie immer - wichtig, sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen.

Dienstag, 11. Mai 2021

Die Autoreparatur in Corona-Zeiten

Gestern habe ich Euch berichtet, was bei einem Autounfall in Corona-Zeiten zu tun ist. 

Heute geht es um das, was danach kommt: Das Auto muss in die Werkstatt, um repariert zu werden. 

Da hat sich gegenüber den Zeiten vor Corona im Grunde nichts geändert. Du fragst, wie teuer der Spaß wird. Danach setzt Du Dich mit der Versicherung in Verbindung, ob die Reparatur aus deren Sicht in Ordnung geht oder ob sie möchten, dass sich ein Gutachter das Auto vorab ansieht. Wenn alles passt, kann die Werkstatt los legen.

Mir ging es Anfang des Jahres so. In der Werkstatt hatte sich gezeigt, dass der Schaden an meinem eigenen Auto etwas größer war als gedacht. Letzten Endes lief aber alles problemlos. Ehe ich den Reparaturauftrag erteilt habe, hatte ich alles mit der Werkstatt und der Versicherung besprochen. 

Und weil der Schaden deutlich höher ausfiel, als ich es von außen sehen konnte, hatte ich die Versicherung darum gebeten, dass sie einen Gutachter vorbei schickt. So konnte zwischen allen Beteiligten der Sachverhalt geklärt werden, ehe die Werkstatt loslegte.

Was ich dabei auch getan habe: ich habe einen Blick auf den Preisaushang im Büro geworfen. Da stand nichts von Extra-Kosten wegen Corona. 

Dass das nicht jeder Unfall-Kunde auf diesen Punkt achtet, ist mir bekannt. Aber gerade wenn ich Bekannte nach einem Unfall zum weiteren Vorgehen berate, ist das inzwischen eine meiner ersten Fragen. Weshalb, dazu berichte ich in den nächsten Tagen hier im Blog. Leider habe ich feststellen müssen, dass "Extra-Kosten wegen Corona" inzwischen eine recht beliebte Masche sind.

Montag, 10. Mai 2021

Ein Autounfall und Corona: was tun?

Die Geschichte ist einfach: zwei Menschen sind mit ihren Autos unterwegs. Einer passt nicht richtig auf, und die Autos kollidieren.

Autounfall auf einer Reise
Echt blöd: Autounfall auf einer Reise.
Das kommt tausendfach vor und ist im Grunde auch nicht schlimm. Unfälle passieren. Und für den Schaden gibt es ja Versicherungen. 

Wer für den Unfall nichts kann, bekommt seinen Schaden durch die Kfz-Haftpflichtversicherung bezahlt. Und wer Schuld am Unfall hat, kann seine eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen. 

Die finanziellen Folgen sind auf den ersten Anschein abgedeckt.

Das wichtigste ist also, dass man sich vor Ort verständigt, die Adressen und vor allem die Versicherungen austauscht. Natürlich müssen alle Beteiligten in diesen Zeiten auch die erforderlichen Hygienemaßnahmen beachten. 

Aus meiner Berufspraxis kann ich sagen, dass das auch meistens klappt.

Gestern bin ich im Blog auf einige Gedanken eingegangen, die ich mir wegen Corona gemacht habe, als ich selbst in dieser Situation war. Muss ich deswegen Geld bezahlen, das mir keine Versicherung ersetzt? 

Ich selbst hatte Glück. Mein Autohaus hat mir nichts wegen Corona in Rechnung gestellt. In den nächsten Tagen berichte ich Euch aber von dem, was andere so erleben.

Samstag, 8. Mai 2021

Corona und Reparaturkosten

Das Auto ist kaputt. Warum auch immer, Panne oder Unfall... es muss in die Werkstatt. Darf die Werkstatt mir zusätzlich zu den Reparaturkosten am Fahrzeug noch Kosten für Desinfektionsmaßnahmen wegen Corona in Rechnung stellen? Das ist momentan ein recht heiß diskutiertes Thema.

Selbst hatte ich Ende letzten Jahres einen Unfall mit meinem Auto. Ich habe es zur Reparatur in "meine" Werkstatt gebracht, die den Schaden mit der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners direkt abgerechnet hat. Die Rechnung hatte ich mir angeschaut. Da stand nichts von Desinfektionsmaßnahmen wegen Corona drauf. Als ich kurz darauf in der Werkstatt den Auspuff austauschen lassen musste, stand auf der Rechnung auch keine Position zu Desinfektionskosten. 

Alles war ich vorfand, war ein netter Flyer meines Autohauses zum Thema. Den seht Ihr auf dem Bild.

Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, ob ich für Desinfektionskosten von der Werkstatt extra was aufgebrummt bekommen würde. Im Preisaushang stand dazu nichts, aber man weiß ja nie. 

Allerdings muss man sagen, dass ja schon vor Corona sehr auf Hygiene geachtet wurde. In meinem Autohaus werden von den Monteuren " schon immer" Sitzschoner aufgezogen. Und dass nach der Reparatur eine Innenreinigung stattfindet, war ebenso selbstverständlich. Weshalb sollte ich dafür jetzt auf einmal zur Kasse gebeten werden?

Letzten Endes kann ich ja nichts für die Corona-Pandemie. Mein Unfallgegner hat sie ebenfalls nicht verursacht. Jeder von uns muss zusehen, dass er die erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln beachtet. Masken für das Gesicht werden aus meiner eigenen Geldbörse finanziert. Und die Seife, mir der ich mir daheim die Hände wasche, bezahle ich ebenfalls selbst. 

Mein Arbeitgeber tut in Sachen Corona auch einiges für uns Mitarbeiter. Er kam allerdings nicht auf die Idee, seinen Kunden dafür ein Extra-Geld zu berechnen. In meinem Supermarkt kann ich mir am Eingang ebenfalls die Hände desinfizieren. Auf dem Kassenbon steht nichts dazu, dass ich dafür etwas bezahlen müsse.

Allerdings gibt es Rechtsanwälte, die das ganz anders sehen. Die Aussagen der Kanzlei Schleyer auf seiner Homepage oder von Rechtsanwalt Schwier bei carright.de sind ganz eindeutig. Danach müssen Versicherungen diese Kosten bezahlen, wenn sie von den Werkstätten in Rechnung gestellt werden.

Haben die Versicherungen Corona zu verantworten? Gibt es dafür einen sachlichen Grund? Oder ist das einfach nur Abzocke dieser Werkstätten?

Ich nehme das Thema mal auf, weil es mich interessiert. In den nächsten Tagen bringe ich in lockerer Reihenfolge dazu einige Beiträge hier im Blog.

Samstag, 13. März 2021

Kommunalwahl am Sonntag: geht wählen!

Bei der morgen in Hessen stattfindenden Kommunalwahl gelingt es den Parteien nicht immer, ihre Positionen so rüberzubringen, wie sie gemeint sind. Eine Gruppe möchte, dass Eltern nichts bezahlen müssen, wenn sie ihre Kinder in Kitas geben. Das vertreten sie unter anderem mit diesem Motto:


Ohne Geld können Krippen und Kitas nicht betrieben werden. Die Botschaft auf dem Plakat sagt etwas ganz anderes aus, als diese Gruppe eigentlich fordert. 

Ich finde das zum Schmunzeln. Die Kommunalwahlen leben davon, dass eben nicht nur Profis kandidieren, die sonst im Leben nichts zu melden haben und die zwingend ein bezahltes Amt irgendwo ergattern müssen, um ein Einkommen zu haben. 

Bürger wie Du und ich engagieren sich für ihre Städte und Gemeinden. Das ist toll, so funktioniert Demokratie. Wenn bei der Formulierung der politischen Botschaften mal was daneben geht: nicht so schlimm.

Egal was: geht morgen wählen!


CDU Klarenthal: unwählbar

Morgen finden in Wiesbaden die Kommunalwahlen statt. Im Stadtteil Klarenthal kandidiert jemand mit wirklich guten Werten, die er auf seinem Plakat angibt:


Aber passen Anspruch und Wirklichkeit zusammen? Wer diese Werte vertritt, sollte jeden Anschein der Vorteilsnahme in der Kommunalpolitik vermeiden. Das hat der Kandidat, der mit diesem Motto auftritt, nicht getan. 

Ich verstehe die CDU in Klarenthal nicht, dass sie so eine Person aufgestellt hat. Für mich ist die Union hier nicht wählbar.


Dienstag, 16. Februar 2021

Weg ist der Schnee


Sonntag war ich auf der Hohen Wurzel. Alles war voller Schnee.

Es war schön.

Zwar standen auf den Parkplätzen rechts und links der Straße sehr viele Auto. Aber die Menschen haben sich in der Gegend schnell verloren. Unabhängig vom Thema Corona gab es kein Problem damit, dass zu viele Leute auf einem Fleck sind.

Am heutigen Dienstag war ich wieder dort.

Der Schnee war weitgehend geschmolzen. Die Temperaturen lagen deutlich über 0 Grad. Ich denke, der Winter ist jetzt vorbei. Man hat im Wald gesehen, dass die ersten Vorboten des Frühlings schon aus dem Boden sprießen. 

Ich freue mich darauf. In zwei Wochen sollte der Winter dann vergessen sein.