Freitag, 1. Juli 2022

Wie es mit dem Blog weiter geht.

Seit ich meinen Blog vor einigen Wochen wieder zum Leben erweckt habe, sind einige Artikel erschienen. Mir ist aufgefallen, dass die Zugriffe vor allem über Facebook kommen. Auf die neueren Artikel gibt es aber kaum Zugriffe aus dem Netz über Suchmaschinen.

Eine Analyse hat sehr schnell gezeigt, dass die Suchmaschinen diesen Blog als das wahrnehmen, was er früher war: Ein Blog zu juristischen Themen. Das ist er nicht mehr.

Da die neuen Themen - Griechenland seit der Antike, Römer, andere Geschichte und Archäologie - gut angenommen werden, muss ich jetzt die Weichen stellen. 

Ich habe jetzt erst einmal alle alten Inhalte gelöscht, die ich nicht mit in die Zukunft nehmen möchte. Im Prinzip habe ich zwei Optionen:
  • Hier weiter machen
  • Den Blog in einem anderen System neu aufsetzen
Welche von beiden Möglichkeiten ich umsetzen werde, kläre ich derzeit. 

Wie es weiter geht, erfahrt Ihr wie immer hier im Blog.

Donnerstag, 30. Juni 2022

Parken in Griechenland - es gibt landesspezifische Regeln, die Ihr kennen solltet

Vorgestern habe ich einen Beitrag zu geparkten Fahrzeugen in Athen gebracht. Das Thema vertiefe ich heute: Wo ist Parken erlaubt? Wo verboten? Und was kann passieren, wenn man ein Parkverbot missachtet?

Schild mit Parkverbot in Fira auf Santorin - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden)
Hinweis auf Parkverbot in Fira

Man kann ein Parkverbotsschild so gestalten, dass es jeder Esel kapiert: Hier ist Parken nicht erlaubt. Ein Beispiel für solch ein Schild seht Ihr hier auf dem Foto. Ich habe es in Fira auf Santorin aufgenommen. Es handelt sich um kein offizielles Schild des griechischen Staates. Aber es ernst gemeint: An dieser Stelle darf man nicht parken. Dort fahren Autos ein und aus.

Die Schilder für das Parkverbot sehen im Prinzip genau so aus wie bei uns. Aber es gibt in Sachen Parkverbot noch eine Besonderheit. 

So kann es sein, dass es einen oder zwei senkrechte weiße Balken im Schild gibt. Verbotsschilder mit einer senkrechten Linie gelten an ungeraden Tagen. Hat ein Schild zwei senkrechte Linien, so ist das Parken an geraden Tagen nicht erlaubt. 

Außerdem lohnt es sich, die Fahrbahnmarkierung zu beachten. An gelb markierten Plätzen ist das Parken verboten. Blau markiert sind gebührenpflichtige Parkplätze. In Athen sind auch Anwohnerparkplätze blau markiert. Kostenlose Parkzonen sind weiß markiert.

Richtig ärgerlich ist es natürlich, wenn das Fahrzeug abgeschleppt wird. Wie bei uns ist dann damit zu rechnen, wenn es behindernd abgestellt ist. 

Eine Alternative zum Abschleppen ist, dass die Nummernschilder abmontiert werden. Die muss man dann bei der zuständigen Behörde auslösen. Besonders wenn Du kein Griechisch sprichst, sind Behördengänge kein Vergnügen. Vor allem musst Du erst einmal herausfinden, wo die Behörde ist und - ohne Auto - dort hin kommen. 

Beliebt sind natürlich auch Bußgelder. Bei einem Parkverstoß müsst Ihr mit mindestens 40 Euro rechnen. 

Ich empfehle auch, die zu zahlen. Bußgelder können in Europa vollstreckt werden, und wegen der dann anfallenden Kosten und Gebühren wird die Sache richtig teuer. Zwar gibt es eine Bagatellgrenze von 70 Euro, unter der nicht vollstreckt wird. Die kann aber durch die in Griechenland aufgeschlagenen Gebühren überschritten werden. Und dann müsst Ihr zahlen, da gibt es kein Vertun.


Mittwoch, 29. Juni 2022

Tipps für den Flug nach Griechenland

Wer derzeit mit dem Flugzeug verreisen möchte, braucht starke Nerven. Entweder hat man ewig lange Warteschlangen am Flughafen. Oder der Flug wird komplett gestrichen. Oder beides...
Blick aus dem Flugzeug über Griechenland - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden)
Blick aus dem Flugzeug über Griechenland


Das ist für Reisende nach Griechenland so, wie für alle anderen auch. Schlimmstenfalls kommt noch irgend etwas hinzu.

Über die Ursachen wird viel in den Medien berichtet. Letzten Endes ist das eine Auswirkung von Corona. Am Flughafen wurde Personal abgebaut. Oder die Leute kamen mit dem Kurzarbeitergeld nicht klar und haben sich einen anderen Job gesucht. Jetzt steigen die Passagierzahlen wieder. Und alle am Flughafen - inklusive der Fluggesellschaften - haben nicht genug Personal, damit alle Flugwünsche erfüllt werden können.

Darüber kann man lang philosophieren. Das nützt aber nichts. Daher habe ich einige Tipps für Euch, mit denen Ihr zumindest die schlimmsten Auswüchse für Euch erträglich machen könnt:
  • Informiert Euch auf den Homepages der Airlines, ob Euer Flug geht oder gestrichen wurde. Prinzipiell könnt Ihr davon ausgehen, dass Euer Flug geht. Nur die wenigsten werden gestrichen und die Passagiere werden umgebucht. Wenn das aber passiert, solltet Ihr rechtzeitig Bescheid wissen um Euch darauf einstellen zu können. Habt Ihr über ein Reisebüro gebucht? Die Damen und Herren dort wissen sicherlich auch Bescheid. 
  • Check-In im Internet: Checkt Euch vorab im Internet in den Flieger ein. 
  • Gepäckaufgabe am Vorabend: Wenn die Airline es anbietet, gebt Euere Koffer am Vorabend auf. Ja, ich sehe schon, dass Ihr dafür extra an den Flughafen müsst und dass das einen gewissen Aufwand bedeutet. Aber Ihr spart Euch den Stress am Abflugtag.
  • Seid rechtzeitig am Flughafen: Ganz früher galt die Faustregel "zwei Stunden vor Abflug". Das war in den letzten Jahren eigentlich nicht nötig. Doch dann kam Corona. Was die Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen angeht, habe ich schon von Wartezeiten von über einer Stunde gehört. Gerade in Stoßzeiten ist man besser drei als zwei Stunden vorher da. Dann kommt Ihr auch durch die Sicherheitskontrollen, ehe Euer Flugzeug startet.
  • Gepäck sinnvoll packen: Akkus und Batterien gehören ins Handgepäck. Ebenso ein Laptop. Packt das Handgepäck so, dass diese Dinge bei der Sicherheitskontrolle schnell aus- und wieder eingepackt sind. Bei Flüssigkeiten darauf achten, dass nicht mehr als 100 ml im Handgepäck sind. Alle größeren Mengen gehören in das Gepäck, dass Ihr aufgebt. 
Einen letzten Hinweis habe ich noch: Nehmt Euren Impfpass und Corona-Masken mit. Ich habe schon von Leuten gehört, deren Apps nicht funktioniert haben, als sie es brauchten. Muss der Impfstatus nachgewiesen werden, dann ist der Impfpass immer das Mittel der Wahl. Und zum Teil besteht in den Fliegern auch Maskenpflicht. Habt daher auf jeden Fall eine mit dabei.

Ich wünsche Euch allen, dass Ihr gut in den Urlaub kommt. Ob es nach Griechenland geht oder wo anders hin, ist dabei egal. 

Καλό ταξίδι!

Dienstag, 28. Juni 2022

Athen: Autos in der Drakou

Griechenland gilt als etwas chaotisch. Das stimmt nicht immer. Aber was Autos in Athen angeht, ist so manches Vorurteil nicht von der Hand zu weisen.

Die Drakou in Athen - Foto von: F. Roland A. Richter (Wiesbaden)
Die Drakou in Athen
Das nebenstehende Foto habe ich 2015 gemacht, als ich eine Woche in Athen verbracht habe. Meine Unterkunft befand sich in der Drakou. Die kleine Straße geht von der Metro-Station Syngrou Fix ab in Richtung Philopappos. 

Anfangs ist sie eine Fußgängerzone mit kleinen Geschäften und Restaurants. Im hinteren Bereich ist sie eine Autostraße, die meist zugeparkt ist. Dort habe ich dieses Foto gemacht, das typisch für manche Straße in Athen ist. 

Autos sind rechts und links geparkt. Und zwar so, dass Fußgänger es schwer haben. Leuten mit Kinderwagen oder einem Rollstuhl bleibt nur die Straße, um zum Bereich der Fußgängerzone zu kommen.

Ich will das gar nicht bewerten. So ist es halt - und für die allermeisten Menschen in der griechischen Hauptstadt auch kein Problem.

Montag, 27. Juni 2022

Besucht die Ionischen Inseln

Die Ιόνια Νησιά - die Ionischen Inseln sind ein wirklich attraktives Reiseziel. Selbst war ich bisher "nur" auf Korfu. Die anderen Inseln sind aber nicht minder interessant.

Der Hafen von Korfu-Stadt von der See her gesehen - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden)
Der Hafen von Korfu-Stadt von der See her gesehen

Am Wochenende hat die Welt einen guten Bericht über diese Inselgruppe gebracht. Schon Onassis und Sisi liebten die Ionischen Inseln, so heißt er. 

Als Ionische Inseln bezeichnet man alle Inseln, die im nördlichen Westen von Griechenland liegen.  Die Hauptinseln der gleichnamigen griechischen Region sind Korfu, Paxos, Lefkada, Ithaka, Kefalonia und Zakynthos. Korfu-Stadt ist Hauptstadt. 

Zwei weitere Inseln gehören theoretisch noch zu dieser Gruppe. Kythira gehört zum Präfekturbezirk Piräus, verwaltungstechnisch zählt es daher zu Attika. Dann gibt es noch die Insel Sazan. Sie wurde im ersten Weltkrieg von Italien besetzt und ging danach an Albanien.

Die Geschichte der Ionischen Inseln ist sehr interessant. Sie waren nie von den Osmanen besetzt, sondern bis 1797 Eigentum der Republik Venedig. Dann jedoch eroberte Napoleon Venedig. Das bedeutete nicht nur das Ende der Republik, die Ionischen Inseln kamen unter französische Herrschaft. Ein russisch-osmanisches Protektorat währte nur kurz, die Republik der Sieben Inseln hatte nur von 1800 bis 1807 Bestand. Danach waren die Franzosen ein zweites Mal am Zuge, was mit der endgültigen Niederlage Napoleons ein Ende hatte. 

1815 erhielten dann die Briten die Oberherrschaft über die Ionischen Inseln. Sie bildeten einen eigenen Staat, der sich Republik Vereinigte Staaten der Ionischen Inseln nannte und ein Protektorat des Vereinigten Königreichs war. Diese Republik endete 1864, als die Ionischen Inseln - mit Zustimmung der Briten - dem griechischen Staat beitraten. Der Einfluss von Briten und vor allem den Italienern ist gerade auf Korfu aber durchaus noch zu spüren.

Zu den einzelnen Inseln gäbe es viel zu sagen. Aber das würde hier den vertretbaren Rahmen sprengen. Aufhänger meines kleinen Artikels war der tolle Bericht in der Welt. Lest ihn - es lohnt sich. 

Sonntag, 26. Juni 2022

Der Tempel des Hephaistos

Zu meinen Tipps für Athen gehört auf jeden Fall ein Besuch der griechischen Agora. Dort steht der Tempel des Hephaistos, den ich heute vorstellen möchte.

Der Tempel des Hephaistos - Foto von: F. Roland A. Richter
Der Tempel des Hephaistos
Ein weiterer Name dieses Tempels ist Theseion. Denn in byzantinischer Zeit glaubten die Menschen, dass in diesem Tempel der mythische Held Theseus begraben wäre. An diesen Namen erinnert noch die nahegelegene Metrostation Thissio (griechisch Θησείου). Der Tempel des Hephaistos ist einer der besterhaltenen Tempel aus der griechischen Antike. 

Am Tempel des Hephaistos wurden Inschriften gefunden, die belegen, dass er dem Gott der Schmiedekunst geweiht war: Hephaistos. In der Nähe wurden Überreste metallverarbeitender Tätigkeiten gefunden, was diese Zuordnung bestätigt. 
Das Innere des Theseion - Foto von F. Roland A. Richter aus Wiesbaden
Das Innere des Theseion

Der Bau des Tempels wurde um 449 v.Chr. begonnen. gegen 430 v.Chr. war er weitgehend fertiggestellt. Was noch fehlte, waren das Dach und die Kultfiguren. Athen war in einem Krieg mit Sparta gebunden. 421 v.Chr. gelang der Friedensschluss, jetzt konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. 415 v.Chr. war alles geschafft, der Tempel konnte geweiht werden.

Der Tempel war bis zur Christianisierung in Gebrauch. Das sind gut 800 Jahre. Im 5. Jahrhundert nach Christus wurde der Tempel in eine christliche Kirche umgewandelt, die dem Heiligen Georg geweiht war. Heidnische Elemente des Tempelinneren wurden entfernt. Die heute zum Teil noch vorhandene Deckenverkleidung stammt aus dieser Zeit.

Blick auf den Tempel des Hephaistos aus der Stoa des Attalos
Blick auf den Tempel aus der Stoa des Attalos
Der Tempel blieb in den Jahrhunderten der osmanischen Besetzung von Athen eine christliche Kirche, er wurde zur wichtigsten Kirche der Stadt. Die letzte Messe fand hier am 2. Februar 1833 statt. Es war die Messe anlässlich der Ankunft des ersten Königs des gerade unabhängig gewordenen Griechenlands im Land, Otto I. Als Otto 1834 erstmals nach Athen kam, wurde er hier begrüßt. Auch wurde das Theseion als Begräbnisstätte für nicht-orthodoxe Europäer genutzt. Darunter waren auch Philhellenen, die im griechischen Befreiungskampf gefallen waren.

Das Ende der Nutzung als religiöse Stätte war damit allerdings nah. Von 1835 bis 1874 beherbergte der Tempel das erste Archäologische Museum Athens.

1934 wurde der Tempel des Hephaistos endgültig wieder in ein antikes Denkmal umgewandelt. Das ermöglichte die umfangreichen archäologischen Forschungen in seiner Umgebung.

Wenn Ihr in Athen seid, empfehle ich Euch unbedingt den Besuch der griechischen Agora. Hier gibt es noch viel mehr zu sehen, als "nur" den Tempel des Hephaistos. 

Samstag, 25. Juni 2022

Anatolikos Tepes bei Kokkari: Ein romantischer Ausblick auf den Hafen - und mehr?

Wie herrlich: Vom Anatolikos Tepes hast Du bei Sonnenuntergang einen romantischen Blick auf den Hafen von Kokkari. Auch bei Einheimischen ist dieser Platz beliebt.
Blick vom Anatolikos Tepes auf den Hafen von Kokkari - Foto: Birgit Bauer
Blick vom östlichen Tepes auf den Hafen
Foto: Birgit Bauer

Wenn Du auf Samos bist und einen Abend in Kokkari verbringst, solltest Du auf jeden Fall gegen Abend auf den nahe gelegenen östlichen Tepes gehen.

Von hier aus kannst Du bei Sonnenuntergang einen romantischen Ausblick auf den Hafen von Kokkari genießen. Wie Du auf dem Foto rechts siehst, ist das ein sehr guter Ort, um ein Erinnerungsfoto zu schießen. 

Vollständig heißt der Hügel Anatolikos Tepes. Das Wort anatoliko (ανατολικό) bedeutet auf Deutsch "östlich". 

In Kokkari gibt es übrigens noch einen zweiten - westlichen - Tepes. Insofern ist es wichtig zu wissen, von welchem der beiden Hügel man dort spricht.

Mich interessiert der Ursprung dieser Bezeichnung für die Hügel in Kokkari. Vor Ort erzählt man sich, dass das mit der langen Besetzung durch die Osmanen zu tun haben könnte. In diesen 400 Jahren ist das eine oder andere türkische Wort nach Griechenland eingewandert. Auf Türkisch bedeutet Tepe so viel wie Hügel. Das würde also passen.

Ich glaube aber, dass noch mehr dahinter steckt. Das Wort Tepe taucht an vielen Orten des Orients auf, zum Beispiel beim Tilla Tepe im Norden Afghanistans oder beim berühmten Göbekli Tepe in der Türkei. Es stammt ursprünglich wohl aus dem Persischen, dort heißt es Tepe oder Tappa. Im Arabischen und anderen semitischen Sprachen kennt man dafür das Wort Tell.

Es gibt viele Orte und Ausgrabungsplätze, die mit Tepe bezeichnet werden. Meist sind das Erhebungen, die durch wiederholte Besiedlungen entstanden sind. Und das könnte auch des Rätsels Lösung für die beiden Tepes in Kokkari sein.

Eine Bekannte von mir kennt Kokkari seit 1980. Sie hat mir berichtet, dass ursprünglich alle Häuser auf den beiden Tepes standen. Die weitere Bebauung ist erst später entstanden. Das passt zur Gründungsgeschichte von Kokkari, nach der die Siedler im 19. Jahrhundert auf Ruinen alter Gebäude gebaut haben.

Wahrscheinlich werden wir das nie erfahren. Systematische Ausgrabungen hat es an dieser Stelle nicht gegeben. Da die ersten Siedler im heutigen Kokkari ihre Häuser auf Fundamente früherer Bauten errichtet haben, sind diese im besten Fall überbaut und oft auch mit dem Abriss der alten Häuser entfernt worden.