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Montag, 24. Februar 2025

Mercurius: Götterbote und Schutzgott der Händler

Den Gott Mercurius nennen wir auf Deutsch Merkur. Im römischen Pantheon ist er die Entsprechung zum griechischen Gott Hermes. Er ist der Gott der Diebe, des Handels und der Reisenden. Zugleich fungiert er als Götterbote. Er trägt entweder einen Petasos oder einen Flügelhelm. Neben diesen Kopfbedeckungen sind seine Symbole der Stab und Flügelschuhe. In der rechten Hand hält er oft auch einen Geldbeutel, was für das gute Ergebnis des Handels steht.

Der römische Gott Mercurius

Sowohl die Römer als auch die Etrusker haben Mercurius verehrt. Die Geschichten um ihn sind ganz ähnlich wie die des griechischen Gottes Hermes. 

Kopf des Mercurius
(zu sehen in der Abgusssammlung Göttingen)

Ich gehe davon aus, dass es sich im Wesentlichen um ein und dieselbe Gottheit handelt und dass diese wesentlich älter ist, als Griechen, Römer oder Etrusker.

Für die Römer war Mercurius wichtig, da es ohne ihn Rom vielleicht nicht gegeben hätte. Bekanntlich gelang es dem trojanischen Aeneas, seiner untergehenden Heimatstadt zu entfliehen und nach Westen zu fliehen. Er und seine Gefährten hatten die Mission vor Augen, irgendwo eine neue Heimat zu finden. Allerdings haben sie dieses Ziel nicht allzu sehr verfolgt. So kam es, dass Mercurius dem Aeneas erschien und ihn daran erinnerte, dass er eine Stadt gründen solle. So kam es auch. Aeneas und seine Gefährten gründeten Alba Longa, die Mutterstadt der späteren Stadt Rom. So Römer sagen es so: Ohne Mercurius kein Rom. Also verehrten sie ihn.

Im Rom befand sich der Mercuriustempel im Circus Maximus zwischen den Hügeln Aventin und Palatin. Heute gibt es keine archäologischen Nachweise mehr für diesen Tempel. Von Ovid und anderen wissen wir aber von ihm. Und auf einem Sesterz des Marcus Aurelius ist ein Tempel dargestellt, bei dem es sich möglicherweise um den des Mercurius handelt.

Mercurius war der Sohn des Jupiter, des obersten römischen Gottes. Seine Mutter Maia war eine der Plejaden. Diese göttliche Abstammung verlieh ihm eine besondere Position unter den Göttern, die ihn zu einer Vielzahl von Aufgaben und Verantwortungen führten. Zahlreiche Mythen ranken sich um Mercurius und zeigen seine listige Natur und seine Fähigkeit, sich aus kniffligen Situationen zu befreien. Eine berühmte Geschichte erzählt, wie er als Neugeborener eine Herde Rinder stahl und dennoch mit seinem Charme und seiner Klugheit ungeschoren davonkam. Ich denke, hier kann man seinen Charakter als charmanten Trickser ganz gut erkennen. 

Der Bote der Götter

Mercurius war als Bote der Götter für seine Schnelligkeit bekannt und für seine Fähigkeit, zwischen den Welten der Götter und der Welt der Menschen zu vermitteln. Er trug seinen Helm und Sandalen, die ihm mit ihren Flügeln eine übermenschliche Geschwindigkeit verliehen. Als Bote brachte er wichtige Nachrichten zu den Menschen. Er führte aber auch die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt. Diese Rolle machte ihn zu einem unverzichtbaren Vermittler und Beschützer der Kommunikation zwischen den Welten.

Einen Tag des Mercurius gibt es bis heute

Der Feiertag des Mercurius war der 15. Mai, der Mercuriustag. Dieser Tag war besonders wichtig für Händler und Reisende. In Rom gingen sie zu einer dem Mercurius geweihten Quelle, die sich an der Porta Capena befand. Sie opferten dem Gott im nahen gelegenen Tempel und besprengten an der Quelle sowohl das eigene Haus als auch die eigenen Waren mit dem geweihten Wasser. Möglicherweise hat sich dieser Brauch bis heute erhalten, wenn Priester Weihwasser auf Sachen spritzen und diese segnen.

Nach ihm wurde aber auch ein Wochentag benannt, und zwar der in der römischen Zählung vierte Tag. Das ist heute der dritte Wochentag, der auf Deutsch Mittwoch heißt. In einigen romanischen Sprachen klingt der römische Mercurii dies aber bis heute nach. Mittwoch heißt auf Italienisch mercoledì, auf Französisch mercredi, auf Spanisch miércoles und auf Rumänisch miercuri. Mit dem Albanischen kenne ich noch eine Nicht-Romanische Sprache, in der Mercurius erhalten geblieben ist. Der Mittwoch heißt auf Albanisch e mërkurë.

Dank dem römischen Schriftsteller Tacitus hat Mercurius aber auch Eingang in die Wochennamen einiger germanischer Sprachen gefunden. Tacitus setzte Mercurius mit dem Gott Wodan / Odin der Germanen gleich. Das klingt in einigen Sprachen bis heute nach. So heißt Mittwoch auf Englisch wednesday und im Schwedischen onsdag. Auch wenn man den Mittwoch im Grunde genommen als Odinstag bezeichnet, liegt die Wurzel der Benennung dieses Tags doch bei Mercurius.

Der Name des Mercurius

Ich möchte kurz auf den Namen des Gottes zu sprechen kommen. Er geht auf das lateinische Wort merx zurück, das laut Langenscheidt mit Ware oder Sache übersetzt werden kann.

Mittwoch, 22. Januar 2025

Vulcanus: Gott des Feuers und der Schmiedekunst

Vulcanus ist im römischen Pantheon die Entsprechung zum griechischen Gott Hephaistos. Er ist der Gott der Vulkane, des Feuers und der Schmiedekunst. Seine Symbole sind neben Schmiedehammer und Schmiedezange die Handwerkerkappe Pilos.

Vulcanus im Louvre,
(Bildquelle: Wikipedia)

Oft stellen Künstler Vulcanus alt, kahlköpfig und hager dar. Er soll ein lahmes Bein gehabt haben. Auf Abbildungen aus der Antike sehen wir meist eine himmelblaue Filzhaube auf seinem Kopf. Als Gehilfen stehen ihm einäugige Zyklopen zur Seite. Er soll einen sehr schroffen Charakter gehabt haben, aber friedliebend und handwerklich sehr begabt gewesen sein.

 

Zu seinen Aufgaben gehört, Geschmeide und Waffen für die Götter und die Halbgötter zu schmieden. Für Jupiter hat er die Donnerkeile hergestellt, welche der oberste Gott auf die Erde werfen konnte. Die Menschen haben diese Donnerkeile mit den Blitzen von Gewittern identifiziert. Wer von einem Blitz getroffen wurde und das überlebt hat, galt als jemand, der in der Gunst der Götter steht.

 

Seine Eltern waren Jupiter und Juno. Vulcanus Geburt war unkonventionell: Juno brachte ihn in einem Anfall von Wut oder Eifersucht zur Welt, ohne dass Jupiter eingriff. Er war leicht deformiert, was ihm ein charakteristisches Aussehen verlieh. Das führte dann zu seiner Assoziation mit Feuer und Vulkanen.

 

Natürlich stand auch eine Frau an der Seite dieses Gottes, und zwar die italische Göttin Maia. Diese wurde schon in der Antike mit der griechischen Göttin Maia gleichgesetzt.

 

Zusammen mit anderen Gottheiten haben die Römer Vulcanus als Schützer gegen Feuersbrünste verehrt. Das führte zu seinem Beinamen Mulciber, also „Besänftiger“ der Feuersbrunst. Am 23. August fanden die Volcanalia statt, sein Festtag. Die Menschen brachten dem Gott Opfergaben dar, um ihn zu besänftigen und Schutz vor Brandgefahr und Vulkanausbrüchen zu suchen. Im Rom kannst Du auf dem Forum Romanum heute noch das Volcanal sehen, das wichtigste Heiligtum für Vulcanus im Imperium Romanum.

 

In der bildenden Kunst wird Vulcanus oft als Schmied mit Hammer dargestellt, der dem Jupiter die Donnerkeile fertigt. Seine Attribute sind Hammer, Zange, Schmiedeschurz und Amboss. Die Römer verorteten seine Schmiede unter dem Vulkan Ätna auf Sizilien oder unter der Insel Vulcano. Die liegt etwas nördlich von Sizilien und ist bis heute nach ihm benannt.


Der Name des Vulcanus

Auf Deutsch nennen wir ihn Vulkan oder Vulcan. Der lateinische Name Vulcanus leitet sich von der Ursprungsform Volcanus ab. Weiter überliefert sind Volchanus, Volganus und Volkanus.

Sein Name ist mit lateinischen Worten verwandt, die mit Blitzen in Verbindung stehen. So bedeutet fulgur auf Deutsch Blitz oder Wetterleuchten. Das Verb fulgere kann mit blitzen, strahlen oder glänzen übersetzt werden. Der Blitzschlag heißt auf Latein fulmen.

Eine andere Spur zum Namen des Gottes Vulcan führt nach Kreta. Einige meinen, er leite sich von dem in der Bronzezeit dort verehrten Gott Velchanos ab. Ich glaube das nicht. Zum einen wurde Velchanos in der Antike mit Zeus gleichgesetzt, dem im römischen Pantheon Jupiter entspricht. Zum anderen haben seine Anhänger ihn mit der Vegetation in Verbindung gebracht. Das passt nicht zu dem, wofür Vulcanus steht. 


Vulcanus in anderen Religionen

Schon in der Antike hat man Vulcanus mit dem griechischen Gott Hephaistos (Ἥφαιστος) gleichgesetzt. Es gibt auch die Hypothese, dass die Römer Vulcanus von den Etruskern übernommen haben, die einen Gott namens Velkʰans mit einer ganz ähnlichen Funktion kannten. Ich persönlich denke eher, dass Etrusker, Griechen und Römer eine Gottheit aus der Zeit der Indogermanen verehrten. 


Für diese These spricht, dass auch andere Völker in ihren Sagen einen Schmiedegott oder einen gottähnlichen menschlichen Schmid kannten. Da denke ich zum Beispiel an den Schmied Wieland aus der germanischen Sagenwelt. In der nordsyrischen Stadt Ugarit verehrte man mit Kotar ein handwerklich sehr begabtes Wesen, das weder Gott noch Mensch, dafür aber Schmied war. Das sind Indizien für eine sehr alte, gemeinsame Wurzel dieser Gottheiten und mythologischen Gestalten.

Montag, 20. Januar 2025

Saturnus

In der Mythologie der antiken Römer steht Saturnus ganz am Anfang der Götterwelt. In der Deutschen Sprache nennen wir ihn meist Saturn. Er war Gott des Ackerbaus und der Aussaht. Zugleich war Symbol des mythischen Goldenen Zeitalters. 

Saturnus verschlingt eines seiner Kinder
(von Peter Paul Rubens, 1636/38)
Schon früh haben die Menschen Saturnus mit dem griechischen Gott Kronos gleichgesetzt. 

Daher gibt es auch eine sehr vergleichbare Geschichte zu Saturnus. Er soll seinen Vater überwältigt und kastriert haben. Dann habe er seine eigenen Kinder gefressen. Dieser Mythos ist von verschiedenen Künstlern immer wieder aufgegriffen worden. Zu diesem Beitrag nehme ich daher ein Bild, das Peter Paul Rubens von diesem Geschehen gemalt hat. Besonders schön anzusehen ist das nicht.

Sein sechstes Kind war Jupiter. Diesem gelang es, sich zu wehren und Saturnus zu stürzen. 

Jetzt gibt es eine Abweichung zum Mythos der Griechen. Saturnus hatte eine Frau, die altrömische Götting Ops. Sie war zuständig für die Fruchtbarkeit und eine gute Ernte. Saturnus und Ops flohen nach Latium. 

Dort fanden Sie Zuflucht bei Janus, dem Gott des Anfangs und des Endes. Saturnus brachte den Einwohnern von Latium bei, wie man Äcker bestellte und eine gute Ernte einfahren konnte. So brachte er ihnen bei, wie sie sich versorgen konnten.

Die Verehrung des Saturnus durch die Römer

Entsprechend war der Gott Saturnus im antiken Rom sehr populär. Auf dem Forum Romanum errichteten sie einen beeindruckenden Tempel für Saturnus, dessen Ruinen wir heute noch sehen können. Er befindet sich am Fuß des kapitolinischen Hügels. Dort haben die Römer ihren Staatsschatz aufbewahrt. Einer anderen Gottheit wollten sie den wohl nicht anvertrauen.

Saturnus war auch die wohl fröhlichste und beliebteste Festivität der Römer geweiht, die Saturnalien. Die begannen in jedem Jahr am 17. Dezember und setzten sich über mehrere Tage fort. An den Saturnalien stand die Gesellschaftsordnung der Römer Kopf. Die Sklaven saßen bei Tische und wurden von ihren Herren bedient. Auf den Straßen wurde fröhlich und ausgelassen gefeiert. 

Am 23. Dezember war alles vorbei, so dass man am 25. Dezember die Feierlichkeit für Sol invictus (die unbesiegte Sonne) in Würde begehen konnte. In späteren Zeiten dehnten die Römer die Saturnalien aber bis zum 30. Dezember aus.

Ich denke, dass die Saturnalien sich in zwei Feierlichkeiten der Christen bis heute noch zu spüren sind. Einmal hat man die Geburt Christi auf den 25. Dezember datiert. Das machte den heidnischen Römern die Übernahme des neuen Glaubens vermutlich sehr leicht. Und alles, was ich über die Saturnalien weiß, erinnert mich doch sehr an den heutigen Karneval. Auch dort steht die Gesellschaftsordnung auf dem Kopf und alle Menschen feiern das.

Der Planet Saturn

Die Namensähnlichkeit des zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems mit Saturnus kommt nicht von ungefähr. Schon die Menschen der Antike kannten ihn. Saturn ist der in der Antike bekannte Planet, der sich von der Erde aus betrachtet am langsamsten bewegt. 

Samstag ist bis heute der Tag des Saturnus

Die Römer hatten einen neuntägigen Zeitraum der Marktwoche. Diesen nannten sie Nundinum. Das möchte ich mit "Neuntagezeitraum" übersetzen, was vielleicht nicht ganz genau ist. Aber vom Ergebnis her passt es.

Aber damals war allerdings die so genannte Inklusivzählung üblich. Sowohl der erste als auch der Schlusspunkt der Woche zählten jeweils als einer, so dass der erste dieser Tage faktisch doppelt gezählt war. Geht es um "morgen", würden wir in unserem Zählverständnis von "in einem Tag" sprechen. Die Römer haben den ersten Tag aber mitgezählt, so dass "morgen" für sie in zwei Tagen ist.

Wie dem auch sei: Der erste Tag des Nundinum war der Tag des Saturnus. Das hat sich in einigen Sprachen als Bezeichnung für den Samstag bis heute erhalten, so im Englischen (Saturday), im Albanischen (e shtunë) oder im Niederländischen (Zaterdag). 

Man kann also guten Gewissens sagen, dass der Samstag in einigen Sprachen bis heute der Tag des römischen Gottes Saturn ist.

Mittwoch, 2. Oktober 2024

Der Tempel der Vesta auf dem Forum Romanum

Auf dem Forum Romanum in Rom stehen die Ruinen des Tempels der Vesta. Das ist ein ganz besonderes Gebäude mit einer Wirkung, die bis in unsere Gegenwart reicht.

Der Tempel des Vesta auf dem Forum Romanum - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.frar.com
Der Tempel des Vesta auf dem Forum Romanum
Dieser Tempel ist sehr alt. Der erste Tempelbau wurde auf Initiative von Numa Pompluns errichtet, des sagenhaften zweiten Königs von Rom. Er regierte von 715 v.Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 672 v.Chr.

Der Tempel hatte die Form einer Hütte. Das sollte an die ersten Behausungen der Römer erinnern.

Im Inneren des Tempel brannte ein ewiges Feuer. In der Mitte des Dachs war eine Öffnung, so dass der Rauch abziehen konnte.

Es gab sechs Priesterinnen der Vesta. Sie wurden im Alter von sechs bis 10 Jahren berufen und dienten der Göttin mindestens für 30 Jahre. In der Spätantike waren es sieben Priesterinnen. 

Der Innenhof des Tempels der Vesta auf dem Forum Romanum - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.frar.com
Der Innenhof des Hauses der Vestalinnen
Die Priesterinnen lebten im Haus der Vestalinnen. Das lag gleich neben dem Tempel. 

Sie waren der Göttin geweiht und mussten keusch bleiben. In gewisser Weise erinnert ihr Lebensstil an den der christlichen Nonnen oder Diakonissen, die wir ja heute noch kennen.

Die Hauptaufgabe der Vestalinnen war, das ewige Herdfeuer zu hüten. Erlosch dieses, galt das als großes Unglück für die Stadt Rom. Die dafür verantwortliche Priesterin wurde hart bestraft.

Im Tempel wurden die Penaten des römischen Staates aufbewahrt. Das waren die Schutzgötter der Vorräte. Ihr Altar war der Herd des Hauses. Das ist auch der Grund, weshalb die Vestalinnen darauf achten mussten, dass der Herd nicht erlischt. Einmal im Jahr, am 1. März, wurde das Feuer neu entfacht.

Auch wurden verschiedene Gegenstände aufbewahrt, die Aeneas (angeblich) aus Troja mitgebracht hatte. Er war zudem als Aufbewahrungsort wichtiger Dokumente sehr beliebt. Denn der Tempel galt als unantastbar, die Dokumente waren sicher. 

Der alte Tempel wurde mehrfach zerstört. Das letzte Feuer brannte ihn im Jahr 191 ab. Unter dem Kaiser Septimius Severus wurde ein neues Gebäude errichtet, dessen Ruinen wir heute noch sehen. Die Leitung des Baus hatte Julia Domna, die Ehefrau des Kaisers.

Die heutige Form stammt allerdings aus dem Jahr 1930. Damals hat man die gefundenen Ruinen wieder zu dem zusammengefügt, war wir heute noch sehen. Wie der Tempel in der Antike ausgesehen hat, konnte inzwischen sehr gut rekonstruiert werden. Details seht Ihr auf der Seite des digitalen Forum Romanum.

Die römische Göttin Vesta


In der römischen Mythologie war Vesta die Göttin von Heim und Herd. Sie war die keusche Hüterin des heiligen Feuers, das sorgsam gehütet werden musste. In ihrer mythologischen Bedeutung war sie vergleichbar mit der Göttin Hestia in der Mythologie der Griechen. Ob der Kult der Vesta aus dem Kult der Hestia abgeleitet ist oder ob beide eine gemeinsame "mythologische Vorfahrin" hatten, ist nicht bekannt. 

Jedenfalls hatte der Kult der Vesta in Rom seinen zentralen Ort in diesem Tempel. In der Antike beging man den Jahresanfang am 1. März. Und am 1. März wurde  das Feuer der ewigen Flamme neu entzündet. Das erfolgte entweder mit einem Hohlspiegel, oder das Feuer wurde durch das Bohren in das Holz eines fruchttragenden Baums entflammt. 

Für den Erhalt des Feuers war immer eine Vestalin verantwortlich. Ging das Feuer aus, galt das als großes Unglück für die Stadt Rom. Die für das Feuer verantwortliche Vestalin wurde durch den Pontifex Maximus hart bestraft.

Der Tempel der Vesta und die USA

Eingangs habe ich erwähnt, dass dieser Tempel eine Wirkung bis in die heutige Zeit hat. Genau genommen geht es um das ewige Feuer, das in ihm brennt und das das Wohlergehen des römischen Staates bedeutet. Diese Symbolik wurde in den USA aufgegriffen. Im Kapitol in Washington sollte ein ewiges Licht für das Wohlergehen der Republik brennen. Das wurde aber alsbald wieder aufgegeben, da die meisten Menschen diese Symbolik nicht verstanden haben. Das Geld haben die USA sich gespart. 

Der Tempel der Vesta in der Serie those about to die

Vielleicht hat ja der eine oder die andere von Euch die Serie those about to die gesehen. 

Hier kommt der Tempel der Vesta mehrfach vor, da die Tochter einer der zentralen Figuren eine Vestalin ist. 

Die Priesterin ist als kleines Mädchen von ihren Eltern zu den Vestalinnen gegeben worden. Das kann sein. Die Priesterinnen kamen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren aus aristokratischen Familien zu den Vestalinnen. Das kann also sein.

Den in der Serie zu sehenden Tempelbau konnte ich mit den heutigen Ruinen nicht in Übereinstimmung bringen. Das passt aber. Denn der Tempel ist sechsmal durch Feuer zerstört worden. Man hat ihn immer wieder aufgebaut. Die heutige Form stammt aus dem Jahr 191. Die heutige Form hat maßgeblich Julia Domna beeinflusst, die Frau des Kaisers Septimius Severus. Im Laufe der Jahrhunderte war der Tempel viel stärker zerstört als wir es heute sehen. 1930 hat man ihn aus gefundenen Ruinen wieder so gut aufgebaut wie es ging und den damaligen Vorstellungen entsprach.

Dann gibt es in der Serie die Begebenheit, dass die ewige Flamme erlischt. Die Hohepriesterin der Vesta wurde zur Strafe öffentlich zu Tode gepeitscht. Mir ist eine solche konkrete Begebenheit aus der Regierungszeit von Vespasian, Titus oder Domitian nicht bekannt. Allerdings haben die Römer an die Vestalinnen geradezu übermenschliche moralische Anforderungen gestellt. Bei geringfügigen Dienstvergehen konnten sie ausgepeitscht werden. Wenn eine andere Priesterin als die Hohepriesterin für das Erlöschen der Flamme verantwortlich war, wäre diese bestraft worden. Ein Auspeitschen bis zum Tode war möglich, da das Erlöschen des Feuers als sehr schlimm galt. 

Donnerstag, 18. April 2024

Via di Nola in Pompeji: spektakuläre Entdeckung

Die Via di Nola war eine der Hauptstraßen von Pompeji. Die verlief von Osten nach Westen und war eine der Hauptverkehrsadern der Stadt. 

Archäologen haben jetzt Fresken freigelegt, die Szenen aus der Ilias zeigen. In Spiegel Online gibt es einen recht ausführlichen Beitrag dazu, auf den ich Euch heute hinweisen möchte.

Wer die Sache in einem Video sehen möchte, für den habe ich ein Video, welches das Magazin spot on news auf YouTube veröffentlicht hat. 



Sonntag, 18. Februar 2024

Rom: Spaziergang am Ufer des Tibers

Wenn Du nach Rom kommst, habe ich einen Tipp für Dich. Mach einen Spaziergang am Ufer des Tiber.

Rom: Blick vom Ufer des Tiber auf die Engelsburg - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.frar.com
Rom: Blick vom Ufer des Tiber auf die Engelsburg
Ich war wirklich erstaunt, wie wenige Menschen dort unterwegs sind. Auf dem Foto seht Ihr ein Foto der Engelsburg mit Engelsbrücke, das ich bei so einem Spaziergang gemacht habe.

Am Pfad, der am Tiberufer entlang führt, habe ich keine Personen wahrgenommen, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. In der Nacht würde ich da nicht entlang laufen. Das gebe ich zu. Aber tagsüber ist das ein wirklich toller Spaziergang.

Mittwoch, 9. August 2023

Das Forum Romanum in Rom

Das Forum Romanum - Zentrum des antiken Rom

Die Zentren des öffentlichen Lebens im antiken Rom waren die Foren. Das älteste von ihnen ist das Forum Romanum.

Das Forum Romanum
Das Forum Romanum

Es beginnt unterhalb des Kapitols und reicht bis zu der Velia genannten Höhe, auf der wir den Titusbogen und den Tempel der Venus und der Roma finden. Kurz dahinter steht das Kolosseum

Auf dem Forum befinden sich zahlreiche historisch sehr bedeutsame Gebäude - oder zumindest deren Ruinen. 

Beeindruckend finde ich die Triumphbögen und die Überreste der vielen Tempel. Der Tempel der Vestalinnen war sehr wichtig, seine Anlage erinnert mich an spätere Klöster. Die Vestalinnen lebten hier ähnlich wie heute die christlichen Nonnen. Das Gebäude der Curia Iulia ist wieder aufgebaut, hier tagte früher der römische Senat. In der Nähe steht die Rostra, dort wurden die großen Reden an das Volk gehalten. 

Die auf dem Forum befindlichen Monumente lassen sich grob ein drei Gruppen einteilen:

  • Religiöse Gebäude
  • Weltliche Bauten des römischen Staates
  • Marktplätze

Es gab keine ausdrückliche Trennung der drei Funktionen. Im Saturn-Tempel wurde der römische Staatsschatz verwahrt. Im Tempel der Vesta haben die Römer ihre Testamente hinterlegt, damit diese nach ihrem Tod nicht „verschwinden“ konnten oder „geändert“ wurden.

Nachfolgend führe ich die wichtigsten Bauten auf. Im Laufe der nächsten Monate folgen zu einzelnen davon Beiträge im Blog.


Religiöse Gebäude

Die wichtigsten religiösen Stätten im Bereich des Forum Romanum waren:

  • Concordia-Tempel
  • Dioskuren-Tempel (Tempel des Castor und Pollux)
  • Doppeltempel der Venus und der Roma
  • Janus-Tempel
  • Juturna-Quelle
  • Tempel der Vesta
  • Tempel des Antoninus Pius und der Faustina
  • Tempel des Divus Iulius (Cäsar-Tempel)
  • Tempel des Romulus
  • Tempel des Saturn
  • Tempel des Vespasian und des Titus
  • Volcanal


Weltliche Bauten

Da das Forum Romanum das politische Zentrum Roms war, finden sich hier viele Bauten mit staatlicher Funktion. Hier sprechen wir nicht nur von Orten der staatlichen Macht wie der Rostra oder der Curia Julia. Auf dem Forum gibt es auch mehrere Triumphbögen, mit denen Feldherren geehrt wurden (die dabei aber auch eine propagandistische Funktion hatten). Die wichtigsten weltlichen Bauten sind:

  • Carcer Tullianus
  • Comitium
  • Curia Iulia
  • Phokas-Säule
  • Rostra
  • Triumphbogen des Septimius Severus
  • Triumphbogen des Titus


Wirtschaftsgebäude

Die Funktion als Marktplatz hat das Forum Romanum nie verloren. Das sehen wir an Basiliken, die wir uns als große Markthallen vorstellen dürfen:

  • Basilica Aemilia
  • Basilica Iulia
  • Maxentius-Basilica

In den kommenden Monaten werde ich über einzelne dieser antiken Stätten schreiben.

Sonntag, 16. Juli 2023

Titus hat den Tempelschatz von Jerusalem geplündert

Im Mai habe ich in einem Beitrag vom Titusbogen auf dem Forum Romanum erzählt. Er wurde für Kaiser Titus errichtet. Titus hat den Aufstand in Judäa niedergeschlagen und den Tempel in Jerusalem zerstört.

Darstellung der Plünderung des Tempels von Jerusalem im Titusbogen
Darstellung der Plünderung im Titusbogen

Heute möchte ich auf diese Plünderung eingehen. Im Titusbogen gibt es ein Relief, auf dem die Beute der Römer zu sehen ist. 

Auf dem Bild seht Ihr römische Soldaten, die jüdische Sklaven zwingen, die Beute aus dem Tempel fortzuschaffen. 

Auffällig ist vor allem der siebenarmige Leuchter, die goldene Menora. Solche Leuchter sind ja bis heute noch in Gebrauch, nicht nur bei Juden.

Über den späteren Verbleib des Tempelschatzes gibt es ja die wildesten Spekulationen. Manche meinen, er sei dem Hunnenkönig Attila als Beigabe mit ins Grab gelegt worden. Andere meinen, der Gotenkönig Alarich habe den Tempelschatz aus Rom mitgenommen. Weitere Spekulationen will ich gar nicht wiedergeben.

Persönlich glaube ich, dass der Tempelschatz zum größten Teil von den Römern ausgegeben und verbraucht wurde. Anders ist es nicht möglich, einen Bau wie zum Beispiel das Kolosseum aus ihm zu bezahlen. Auch der Templum Pacis (Friedenstempel) in Rom und das Theater von Daphne bei Antiochia sind aus Mitteln des Tempelschatzes finanziert worden. All diese Bauten wären nicht möglich gewesen, wenn der Schatz beisammen geblieben wäre.

Möglicherweise sind besonders repräsentative Teile des Schatzes aufbewahrt worden. Ob davon etwas bis in die heutige Zeit überdauert und je wieder der Öffentlichkeit bekannt wird, ist ein anderes Thema. Das wäre ein sehr großer Zufall. 

Sonntag, 14. Mai 2023

Der Titusbogen in Rom

Auf dem Forum Romanum steht ein ganz besonderer Triumphbogen. Er wurde zu Ehren des Kaisers Titus errichtet und erinnert an seinen Sieg über die Aufständischen in Judäa

Der Titusbogen auf dem Forum Romanum
Der Titusbogen auf dem Forum Romanum

Im Jahr 70 n.Chr. eroberte Titus Jerusalem und zerstörte Stadt und Tempel. Den Tempelschatz plünderte Titus, damit konnte die Errichtung des Kolosseums finanziert werden.

Hierbei handelt es sich um den älteren Triumphbogen, der aus dem antiken Rom noch erhalten ist. 

Dieser Bogen ist eintorig. Ein zweiter Bogen - mit drei Toren - soll schriftlichen Quellen zufolge in der Nähe des Circus Maximus gestanden haben. Dessen Fundamente sind erst 2014/15 im Rahmen von Ausgrabungen entdeckt worden. 

Mit Titus Sieg im Judäischen Aufstand endete in gewisser Hinsicht  die Existenz Israels in antiker Zeit. Judäa wurde eine selbständige römische Provinz. Der Tempel wurde zerstört, die Juden verloren ihr kulturelles und religiöses Zentrum. Es gab keinen Hohepriester mehr, die vom Priesteradel getragene Gruppierung der Sadduzäer verschwand. Sehr viele Juden wanderten aus, sowohl in übrige Römische Reich als auch nach Persien.

Eine interessante Geschichte zu diesem Bogen gibt es aus der Neuzeit.

Als der Staat Israel in der Nacht des 14. Mai 1948 ausgerufen wurde, versammelte sich die jüdische Gemeinde Roms mit dem italienischen Oberrabbiner unter dem Titusbogen. Die Menschen hielten hier eine Gedenkfeier für Israel ab.

Heute ist der Jahrestag der Gründung des Staates Israel. Mit diesem Beitrag über den Titusbogen möchte ich nicht nur von diesem erzählen. Vor allem geht es mir heute um die Versammlung der Juden Roms im Jahr 1948. Ich finde, das ist eine sehr schöne Geschichte.

Mittwoch, 1. März 2023

Volcanal auf dem Forum Romanum

Der Gott Vulkan (Vulcanus) hatte in der Götterwelt der Römer eine ähnliche Funktion wie Hephaistos in der Religion der Griechen. Auf dem Forum Romanum gab es ein sehr wichtiges Heiligtum für ihn. Das ist der Volcanal.

Volcanal auf dem Forum Romanum
Volcanal

Ursprünglich war der Volcanal war ein offener Bereich auf dem Forum, Dort wurden Rituale und Opfergaben für den Gott durchgeführt. An diesem Ort hatte übrigens auch der römische Kalender seinen Ursprung.

Im Laufe der Zeit sind rund um den Volcanal verschiedene Gebäude errichtet worden. Eines von ihnen war das Comitium, in dem die römischen Senatoren zusammenkamen, wenn sie öffentliche Angelegenheiten zu besprechen hatten.

Der Volcanal blieb immer ein wichtiger und heiliger Ort auf dem Forum Romanum. Während der gesamten Antike sind mehrere Tempel errichtet wurden, um hier den Gott Vulcanus zu ehren.

Der Tempel war ein wichtiger Treffpunkt für die römischen Handwerker und Handelsleute. Sie betrachteten Vulcanus als ihren Schutzpatron. Im Laufe der Jahrhunderte ist er mehrmals restauriert wurden. Nach der Christianisierung wurde er jedoch mehr oder weniger zum Steinbruch für andere Bauten in Rom. Daher sind auf dem Forum Romanum nur noch Überreste des Tempels zu sehen.

Auf dem Forum Romanum kann man sich einen Eindruck davon machen, wie wichtig die Religion für die antiken Römer war. Hier gab es sehr viele Tempel und Kultorte für die verschiedenen Gottheiten, die es in der antiken Vorstellungswelt gegeben hat.

In der Antike gab es viele Tempel, die dem Gott Vulkan geweiht waren. Bei den Griechen hieß er Hephaistos. In Athen könnt Ihr den Tempel des Hephaistos heute noch bewundern. Man nennt ihn auch das Thesion. Er ist einer der am besten erhaltenen Tempel aus der Antike, die ich kenne.

Mittwoch, 22. Februar 2023

Die Porta Nigra in Trier

Die Porta Nigra ist ein antikes römisches Stadttor und ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt Trier in Deutschland. Das Besondere an der Porta Nigra ist, dass sie eines der am besten erhaltenen römischen Stadttore weltweit ist und ein eindrucksvolles Beispiel der römischen Architektur darstellt.

Die Porta Nigra in Trier
Die Porta Nigra in Trier
Die Porta Nigra ist als Stadttor erbaut worden. Der Baubeginn war wahrscheinlich im Jahr 170 nach Christus. Das Tor bildete den nördlichen Zugang nach Augusta Treverorum, wie das heutige Trier damals hieß. Der Baubeginn kann aufgrund der dendrochronologischen Untersuchung auf das Jahr 170 festgelegt werden. Gefundene Holzreste aus der Zeit der Errichtung der Porta Nigra konnten datiert werden. Danach wurden die dazu gehörenden Bäume 169/70 gefällt.

Die Baumeister haben etwa 7200 Steinquarder verbaut. Sie wurden durch Metallklammern zusammengehalten, die im Mittelalter aber gestohlen worden sind. 

architektonisches Detail der Porta Nigra: Die Säulen ganz oben
architektonisches Detail: Die Säulen ganz oben
Porta Nigra bedeutet schwarzes Tor. Die Färbung kommt vom verbauten Kordeler Sandstein, der schnell verwittert ist. Die antiken Menschen nannten die Porta auch das Marstor.

Die Dauer der Errichtung können wir nur schätzen. An verschiedenen Stellen finden sich in den Stein eingemeißelte Zeichen. Einige von ihnen stehen auf dem Kopf. Dabei dürfte es sich um Zeichen der Steinmetze handeln. Mit Hilfe dieser Markierungen wussten die am Bau beteiligten Arbeiter, wie die Quader zusammenzusetzen waren. Berücksichtigt man, dass im Winter nicht gebaut wurde, dann lässt sich eine Dauer von zwei bis vier Jahren bis zur Fertigstellung des Rohbaus errechnen. Endgültig fertig gestellt wurde die Porta Nigra nicht. So sind Bohrungen zur Aufnahme der Türangeln für die Stadttore zu sehen. Die Quader in der Drehachse der Tore sind aber nicht fertig bearbeitet. Ein bewegliches Tor konnte hier niemals eingebaut werden.

Trier war Kaiserstadt. Da das Tor nicht fertig gestellt wurde, kann man vermuten, dass es nicht der Sicherheit der Stadt gedient haben kann. Wäre das die Hauptfunktion der Porta Nigra gewesen, hätte sie verschließbare Stadttore haben müssen. Da das nicht der Fall ist, die Porta andererseits auch sehr aufwändig begonnen wurde, diente sie wohl eher repräsentativen Zwecken. Dass sie nicht fertig gestellt worden ist, kann durch spätere finanzielle Engpässe erklärt werden.

Das antike Trier hatte insgesamt vier Stadttore:
  • Nordseite: Porta Nigra (schwarzes Tor)
  • Ostseiten: Porta Alba (weißes Tor)
  • Südseite Porta Media (Mitteltor)
  • An der Römerbrücke über die Mosel: Porta Inclyta (berühmtes Tor)
Die drei anderen Tore sind heute nicht mehr vorhanden. Sie wurden im Mittelalter als Steinbruch verwendet, um Baumaterialien für neue Gebäude zu gewinnen. Von der Porta Alba und der Porta Media sind immerhin die Reste der Fundamente gefunden worden. Auf welcher Seite der Mosel die Porta Inclyta stand, ist bis heute nicht geklärt. Ihre Fundamentreste sind nicht gefunden worden.

ein Raum innerhalb der Porta Nigra
ein Raum innerhalb der Porta Nigra
Im Mittelalter wohnte ein Einsiedler in der Porta Nigra. Der aus Sizilien stammende Mönch kam 1028 hierher und blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1035. Anschließend wurde er im Erdgeschoss der Porta Nigra bestattet. Der Trierer Erzbischof Poppo bewirkte, dass der Papst den Mönch noch im selben Jahr heiligsprach. Die Porta Nigra wurde zu einer Kirche umgebaut.

In der Neuzeit begann man damit, die historische Substanz wieder freizulegen. Napoleon Bonaparte hielt sich im Oktober 1804 in Trier auf und befahl, die kirchlichen Anbauten wieder zu entfernen. Nach dem Ende Napoleons führten die Preußen diese Arbeiten weiter. Seit 1817 ist das römische Tor wieder zu sehen. Um an die Nutzung als Kirche zu erinnern, ließ man den unteren Teil der mittelalterlichen Apsis stehen.

1986 wurde die Porta Nigra zusammen mit anderen römischen Kulturdenkmälern in Trier und Umgebung ein Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Wenn Ihr nach Trier kommt, lohnt sich ein zumindest kurzer Abstecher zur Porta Nigra. Archäologie-Fans haben hier die Gelegenheit, ein erhaltenes Gebäude aus der römischen Antike anzuschauen.



Mittwoch, 1. Februar 2023

Der Obelisk auf der Piazza del Popolo in Rom

Einer der berühmtesten Plätze in Rom ist die Piazza del Popolo. Wenn Du mal in der ewigen Stadt bist, geh hin.

Der Obelisk auf der Piazza del Popolo in Rom
Der Obelisk

Über die Herkunft des Namens gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche sagen, dass es der Platz des Volkes sei, mit dessen Geld der Platz gebaut wurde. Andere meinen, der Name erinnere an Pappeln die früher hier standen. Nach einer dritten Ansicht soll der Name Popolo in die frühchristliche Zeit weisen und eine frühe Christengemeinde bezeichnen. Ich kann es selbst nicht beurteilen. Mir gefällt die Erklärung mit den Pappeln am besten.

An eine Pappel erinnert mich auch der Obelisk, der mitten auf dem Platz steht. Er ist über 3.000 Jahre alt und für mich eines der Highlights, die man in Rom sehen kann.

Es ist der Obelisco Flaminio, der mit Basis und Kreuz etwa 36,5 m hoch ist. Er wiegt 263 Tonnen. 

Der Obelisk stammt aus dem alten Ägypten. Er wurde von Sethos I in Auftrag gegeben, der von 1290 bis 1279 v.Chr. regierte. Etwa um 30 v.Chr. wurde der Obelisk nach Rom gebracht, nachdem Ägyptens Königin Kleopatra endgültig besiegt war. 

Zunächst hat man ihn im Circus Maximus aufgestellt. Dort blieb er bis ins frühe Mittelalter stehen, dann wurde er irgendwann unter Schutt begraben und vergessen. Im Jahr 1471 hat man ihn bei Bauarbeiten auf der Piazza Navona wieder entdeckt.1589 stellte man ihn dort auf, wo wir ihn heute noch sehen können: Auf der Piazza del Popolo.

Die Piazza del Popolo

Was ist die Piazza del Popolo? Sie ist ein großer Platz in Rom. Die Piazza del Popolo liegt am nördlichen Ende der Via del Corso. Das ist - nicht nur für Touristen - eine der interessantesten Einkaufsstraßen Roms.

Piazza del Popolo - Santa Maria dei Miracoli, Santa Maria in Montesanto und der Obelisk
Piazza del Popolo

Die Piazza del Popolo ist bekannt für ihre drei Kirchen und den antiken Obelisken in seiner Mitte. Zum Obelisken habe ich oben alles gesagt.

Sehr auffällig sind auf der einen Seite die beiden Kirchen Santa Maria dei Miracoli und Santa Maria in Montesanto. Sie bilden eine symmetrische Einheit.

An der nordwestlichen Ecke - auf dem Bild ist das links - steht eine dritte Kirche, die Chiesa di San Giovanni Battista, Sie ist auch unter dem Namen San Rocco bekannt.

Als Tourist in Rom

Ich finde, jeder Tourist in Rom sollte einmal an der Piazza des Popolo vorbeischauen und sie auf sich wirken lassen. Das ist genauso ein Muss wie das Kolosseum, das Forum Romanum oder der Vatikan mit seinem Petersdom.

Die Piazza del Popolo ist ein beliebtes Touristenziel und ein wichtiger Treffpunkt in der Stadt Rom. Vom Platz aus hat man auch eine beeindruckende Aussicht auf die umliegenden Sehenswürdigkeiten.


Samstag, 24. Dezember 2022

Rom: Engel auf der Brücke vor der Engelsburg

Rom: Die Engelsbrücke vor der Engelsburg

Am 1. Oktober habe ich Euch von der Engelsburg in Rom erzählt.

Brücke vor der Engelsburg in Rom: Der Engel mit dem Kreuz
Der Engel mit dem Kreuz
Heute möchte ich mit Euch einen Blick auf die Brücke werfen, die sich vor der Engelsburg über den Tiber spannt.

Bernini und seine Schüler haben 10 wundervolle Statuen geschaffen, welche die Brücke schmücken.

Grund dafür war, dass man die Brücke passend zur dahinter passenden Burg - der Engelsburg - gestalten wollte. Zwei der Statuen sind übrigens Kopien.

Die Apostel Petrus und Paulus stehen - ebenfalls als Marmorstatuen - am Eingang der Brücke. Man hat sie dort im 19. Jahrhundert aufgestellt.

Die Brücke heißt heute Engelsbrücke. Erbaut wurde sie in der Antike unter Kaiser Hadrian. Damals hieß sie Pons Aelius. Sie galt schon in der Antike als schönste Brücke der Welt. Ich persönlich finde, dass sich diese Schönheit bis heute gehalten hat.

Donnerstag, 15. Dezember 2022

Der Tiber in Rom

Rom: Der Tiber fließt durch die Ewige Stadt 

Durch Rom fließt ein großer Fluss. Sein deutscher Name ist Tiber. Die Italiener nennen ihn den Tevere, bei den Römern hieß er Tiberis.

Der Tiber in Rom -  il Tevere a Roma - The Tiber in Rome - Ο Τίβερης στη Ρώμη - Тибр в Риме
Der Tiber in Rom
Mit einer Länger von 405 km ist der Tiber nach Po und Etsch der drittlängste Fluss Italiens.  Wenn er die ewige Stadt erreicht, hat der den größten Teil seines Weges schon hinter sich. Westlich der Stadt mündet er ins Meer.

Die Geschichte der Stadt Rom ist untrennbar mit dem Tiber verbunden. Die Gründer der Stadt waren die Zwillinge Romulus und Remus. Sie wurden auf dem Tiber ausgesetzt und im Bereich des späteren Forum Boariums an Land gespült. Romulus war es, der die Stadt Rom im Jahr 753 v.Chr. gegründet hat.

Über den Tiber gibt es noch viel mehr zu berichten. Dazu bringe ich zu einer anderen Zeit etwas.

Dienstag, 22. November 2022

Wie viele Menschen sind im Kolosseum zu Tode gekommen?

Rom: Im Kolosseum sind sehr viele Menschen gestorben 

Im August habe ich einen Beitrag zum Kolosseum in Rom geschrieben. Heute möchte ich auf einen Aspekt eingehen, an dem man auch denken muss. In ihm sind viele Menschen zu Tode gekommen.

Blick vom Forum Romanum auf das Kolosseum
Blick auf das Kolosseum vom Forum Romanum
Es war das Unterhaltungszentrum seiner Zeit. In ihm fanden die Spiele statt: Gladiatoren kämpften, Tiere wurden gehetzt und zum Tode verurteilte Menschen kamen hier sehr zur Unterhaltung eines breiten Publikums zu Tode. Ob hier auch Christen gezielt zu Tode gebracht wurden, ist wissenschaftlich nicht belegt. Am Anfang fanden hier sogar Schiffskämpfe statt. Das alles war spektakulär für die Zuschauer, für die Beteiligten aber in der Regel tödlich.

Von einem Wert des Menschen sprach man damals allenfalls, wenn dieser einen Preis hatte der zu bezahlen war.

Genaue Zahlen darüber, wie viele Menschen hier zu Tode gekommen sind, gibt es nicht. So etwas hat man in der Antike vielleicht für die teuren Gladiatoren notiert, die Stars der damaligen Unterhaltungsbranche. Menschen, die zum Tode verurteilt wurden, waren keine Notiz wert. Die Aufzeichnungen, die es gegeben haben mag, sind allesamt verloren gegangen. 

Einige Historiker schätzen, dass im Kolosseum zwischen 300.000 und 500.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Andere halten die Zahl für übertrieben, da die Gladiatorenkämpfe oft nicht tödlich für den Unterlegenen ausgingen. Auf jeden Fall hat es zahlreiche Hinrichtungen gegeben. Für die 450 Jahre seiner Nutzung darf zumindest von einer sechsstelligen Anzahl von Menschen ausgegangen werden, die im Kolosseum zu Tode kamen.

Das ist nur eine Seite des Kapitels über Menschen, die in römischen Amphitheatern starben. Solche gab es ja überall im Imperium Romanum, auch im heutigen Deutschland. Frei zugänglich ist das Gelände des früheren Kohortenkastells Arnsburg / Altenburg in der Nähe von Lich. In Xanten könnt Ihr ein wieder aufgebautes Amphitheater des archäologischen Parks sehen. Wie viele Menschen in den Theatern in der Provinz ihr Leben lassen mussten, habe ich bislang nicht herausfinden können.

Freitag, 18. November 2022

Der Petersdom in Rom - Erinnerungsort für den Heiligen Petrus

Rom: Der Petersdom im Vatikan

Der Petersdom in Rom ist DER Ort, an dem Christen an den Heiligen Petrus denken. Hier ist das Zentrum der katholischen Kirche. "Richtig" heißt die Basilika Sankt Peter im Vatikan oder auf Italienisch San Pietro in Vaticano.

Der Petersdom in Rom
Der Petersdom in Rom
Den Grundstein für den heutigen Bau hat der Papst Julius II am 18. April 1506 gelegt. Er war der Meinung, dass der etwa 1200 Jahre alte Vorgängerbau nicht angemessen und monumental genug sei, um ihm selbst als Grabmal dienen zu dürfen. Also: Weg damit und neu gebaut.

Der Bau dauerte sehr lange. Erst im Jahr 1626 war der Dom so weit fertig gestellt, dass er am 18. November geweiht werden konnte. 

An dieses Ereignis möchte ich mit diesem Beitrag erinnern.

Wirklich fertig gestellt war der Dom zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Die gewundenen Säulen des Baldachins mussten erst noch gebaut werden, auch waren die Glockentürme noch zu errichten. Der heute sehr beeindruckende Petersplatz war ebenfalls noch nicht gebaut.

Die Seite help-tourists-in-rome.com berichtet von etwa 55.000 Besuchern, die jeden Tag den Petersdom aufsuchen. Wenn Ihr mal in Rom seid, empfehle ich Euch den Besuch in den frühen Morgenstunden, vor 9 Uhr.

Bitte denkt daran, dass der Petersdom kein Eventzentrum für neugierige Touristen ist. Es ist der Erinnerungsort an den Heiligen Petrus schlechthin, der hier begraben ist. Achtet auf eine angemessene Kleidung.