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Montag, 12. Januar 2015

Facebook - Datenschutzrichtlinien

Den neuen Regeln stimmt zu, wer Facebook weiter nutzt.
Über Datenschutz und Facebook reden alle. Spiegel, Süddeutsche oder Stuttgarter Zeitung berichteten schon vor längerer Zeit. Der eigentlich für den 1. Januar 2015 geplante Start der neuen Datenschutzregeln wurde um einen Monat verschoben. Die Zeit berichtete, auch die Augsburger Allgemeine. Wer nach dem 31. Januar 2015 Facebook weiter nutzt stimmt den neuen Regeln zu.

Das bedeutet: wer mit ihnen nicht einverstanden ist, muss sein Konto bei Facebook löschen.

Man hat keine Alternative. Sicherlich werden wieder lustige Bildchen auf verschiedenen Facebook-Profilen auftauchen, dass man sich mit den neuen Regeln zum Datenschutz nicht einverstanden erkläre. Aber ihr habt die Erklärung abgegeben, wenn ihr Euch bei Facebook eingeloggt habt. Das Einloggen ist die Erklärung! Also vergesst diese Bildchen. Damit macht ihr euch nur lächerlich.

Also: wer nicht einverstanden ist, muss sein Konto bis Ende Januar löschen.

Facebook informiert meines Erachtens sehr gut zum Thema Datenschutz und dazu, was mit den Daten passiert. Wer mag, kann sich die Datenverwendungsrichtlinien anschauen. Facebook erklärt sehr ausführlich, welche Informationen es von seinen Nutzern erhält und was es damit macht.

Das ist relativ abstrakt. Aber ich traue den Lesern meines Blogs durchaus zu, sich das selbst anzugucken. Aber wer es sich etwas leichter machen will, dem empfehle ich den Artikel zu Facebook beim Nachtwächter-Blog. Der Nachtwächter kommt für sich übrigens zum Ergebnis, dass er sich bei Facebook abmelden möchte.

Wer wissen möchte, was Facebook im Ergebnis so genau über ihn an andere mitteilt, dem empfehle ich die Privacy Awareness App. Du musst der Seite den Zugriff auf den eigenen Facebook-Account erlauben. Und dann wirst du sicherlich so erstaunt sein wie ich.

Auf meine Bilder zuzugreifen ist einfach. Das hätte jeder auch gekonnt. Aber die Software erfasst aus meinen Beiträgen bei Facebook auch, was ich so denke. Muss noch nicht mal politisch sein - es wird einfach alles erfasst. Und da war ich selbst ein wenig schockiert, was Facebook alles von mir weiß. 

Mein Fazit: ich bleibe bei Facebook. Mir ist klar, dass es sich um ein Unternehmen handelt, das mit seinem Angebot Geld verdienen möchte. Ich finde das legitim. Und da ich nichts bezahle, bin ich auch mit gezielter Werbung einverstanden.

Aber ich werde sehr vorsichtig, was ich poste. Vielleicht werden es künftig nur noch meine Blogbeiträge sein? Jedenfalls werde ich in Zukunft deutlich weniger Informationen über mich selbst preisgeben als ich das in der Vergangenheit gemacht habe. Das ist mein Kompromiss, mit dem ich bei Facebook bleibe.

Freitag, 30. Januar 2015

Facebook, Payback und die Nutzung von Daten

Ich habe vor kurzem über die neuen Datenschutzrichtlinien bei Facebook geschrieben.

Wer ab 1.2.2015 Facebook weiter nutzt, erlaubt dem Unternehmen einen weitergehenden Zugriff auf seine Daten als bisher. Wer damit nicht einverstanden ist, darf Facebook nicht mehr nutzen.

Gestern wurde auf Spiegel Online ein interessanter Bericht darüber veröffentlicht, was man mit anonymisierten Daten alles so anstellen kann. Am Beispiel der Informationen von Kreditkarten (wann und wo eingesetzt - mehr nicht) kann man Rückschlüsse darauf ziehen, ob eine konkrete Person (im Beispiel "Scott" genannt) in bestimmten Geschäften einkaufen war.

So etwas nennt man Data-Mining. Es gibt Unternehmen, die zahlen z.B. ihre Kunden dafür, dass sie ihre Daten bekommen und auswerten dürfen.

Ein weiteres Beispiel ist Payback. Unter Fragen und Antworten sagt die Payback-Firma, welche Daten sie von ihren Kunden haben. Konkret hat Payback folgende Daten:
  • Im Anmeldeformular vom Kunden angegebene Daten zu seiner Person.
  • Weiter die Daten, die erfasst werden, wenn man die Payback-Karte zum "Punkte-Sammeln" im Geschäft nach dem Einkauf abgibt. Konkret sind das die Daten über: 
    • Payback-Partner, bei dem eingekauft wurde.
    • Datum, an dem eingekauft wurde.
    • Umsatz, für den Punkte gutgeschrieben werden.
    • Information über gekaufte Waren/Dienstleistungen. Das kann je nach Partner variieren. Wie genau, habe ich aus den von Payback zur Verfügung gestellten Informationen aber nicht verstanden.
Vergleicht man das mit den Daten, um die es beim Bericht auf Spiegel Online geht, ist das viel weitergehend. Ich komme zurück zu Facebook. Die Daten über das Surfverhalten zeigen die Interessen des Kunden. Das ist nach meiner Meinung viel mehr, als bei Payback. Und für mich ist das auch weniger transparent.

Für mich waren die neuen "Datenverwendungsrichtlinien" von Facebook ein Anlass darüber nachzudenken, was irgendwelche Firmen von mir wissen dürfen und was nicht. Facebook werde ich (vorerst) weiter nutzen. Aber ich ziehe aus den erweiterten Datenzugriffsrechten drei Konsequenzen:
  1. Ich habe einen weiteren Browser installiert, den ich nur für Facebook nutze. Soweit ich es verstanden habe, greift Facebook nur die Daten des Browsers ab, auf denen es selbst läuft.
  2. Ich habe die Facebook-App von meinem Handy gelöscht. Diese hatte Zugriff auf die Standort-Dienste. Das möchte ich nicht mehr.
  3. Mit Kommentaren zu irgendwas, Urlaubsfotos, Angaben zu Restaurantbesuchen oder gefällt-mir-Klicks bin ich sehr zurückhaltend. Bei Fotos bzw. Angaben zu Besuchen gebe ich manchmal auch mit Absicht eine falsche Standortangabe an. Ich möchte sehen, was Facebook daraus macht.
Insgesamt beginnt die Datensammelei im Netz mir langsam zu viel zu werden. Da muss jeder aber für sich selbst rausfinden, wie er das sieht und welche Konsequenzen er daraus für sich selbst zieht.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Klarnamen auf Facebook - Scheingefecht in der Sommerpause

Facebook klärt über seine Datenverwendung auf.
Johannes Caspar ist Datenschutzbeauftragter der Stadt Hamburg. Er hat sich dafür ausgesprochen, dass die Profilnamen bei Facebook frei wählbar sein müssen. Darüber wird in den Medien berichtet, u.a. vom NDR, bei der Zeit oder im Spiegel.

Das Thema selbst ist nicht neu, aktuell nur neu in den Medien. Bereits 2012 erließen Datenschützer aus Schleswig-Holstein eine Verfügung gegen Facebook wegen der Klarnamenpflicht. Gebracht hat das in der Sache offenbar nichts. Vor dem Hintergrund wirkt die Aktion des Datenschützers aus Hamburg eher wie blinder Aktionismus und Wichtigtuerei im Sommerloch.

Zudem meine ich, dass die Klarnamenpflicht wirklich das allergeringste Problem in Zusammenhang mit Facebook ist. Wenn man Johannes Caspar etwas vorwerfen muss, dann, dass er sich ausgerechnet dieses Thema gesucht hat.

Facebook sammelt auch Daten von Menschen, die dort überhaupt nicht registriert sind. Wenn Du Dich bei Facebook anmeldest, erklärst Du Dein Einverständnis damit, dass Deine Daten dort gespeichert werden. Meldest Du Dich nicht an, darf Facebook nicht einfach Deine Daten speichern. So sehe ich das. Das tun sie aber und legen so eine digitale Akte über jeden Menschen auf diesem Planeten an. Ich meine, dass Johannes Caspar sich lieber dieses Themas annehmen sollte statt auf so einen Unsinn einzusteigen, ob Nutzer im sozialen Netzwerk nun ihren echten oder einen ausgedachten Namen verwenden müssen.

Manchmal treibt die Klarnamenpflicht auch merkwürdige Blüten. So wird berichtet, dass eine Britin ihren echten Namen geändert habe - in ihren Facebook-Namen.

Montag, 20. April 2015

Datenkrake Facebooks universelle Sammelwut

Wahlplakat der Piratenpartei: Datenschutz ist wichtig!
Ich möchte Euch auf einen Beitrag von Christopher Lauer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hinweisen. Die universelle Volksrepublik sei - Facebook. Nicht Google, dem allgemein eine üble Datensammelwut nachgesagt wird.

Christopher Lauer war Mitglied der Piratenpartei und wurde über deren Liste sogar in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Im März 2014 wurde der zum Vorsitzenden der Piraten in Berlin gewählt. Dieses Amt legte er aber schon im September 2014 nieder und trat sogar aus der Piratenpartei aus.

Ich habe die Piratenpartei als eine Bewegung wahrgenommen, die sich vor allem gegen staatliche Überwachung wendet. Das ist sympathisch und im Sinne der Bürgerrechte. Denn diese können als Rechtsanspruch nur innerhalb einer Rechtsgemeinschaft, aber nicht universell gegen jedermann auch außerhalb dieser Rechtsgemeinschaft gelten. Und Staaten sind nun einmal Rechtsgemeinschaften, insbesondere wenn sie demokratisch verfasste Rechtsstaaten sind.

Aber Bürgerrechte sind nicht viel wert, wenn es um weltweit handelnde Privatunternehmen geht, deren Geschäft im Kern aus dem Sammeln und Verwerten von persönlichen Daten realer Menschen besteht.

Was Lauer nun über Facebook berichtet, macht nachdenklich.

  • Facebook legt nach Lauer für jeden Menschen eine  Unique Identification (UID) an. Eine Kennnummer, unter der all seine Daten gesammelt werden. Die Daten werden auch von Leuten gesammelt, die selbst gar nicht Mitglieder bei Facebook sind und die der Sammlung und Auswertung ihrer Daten gar nicht zugestimmt haben.
  • Das mit der UID bei Facebook scheint wohl zu stimmen. Facebook-Mitglieder können ihre UID über diese Seite herausfinden.
  • Das Einverständnis der Person, deren Daten gesammelt werden, wird dazu vorab nicht unbedingt eingeholt. So z.B wenn Facebook ein Adressbuch seines Mitglieds daraufhin untersucht, ob die darin gespeicherten Menschen auch bei Facebook registriert sind. Deren Daten werden, so Lauer, von Facebook gleich mit gespeichert. 
Das ist eine Datensammelwut, die weit über das hinausgeht, was man unseren staatlichen Organen in Zusammenhang mit Vorratsdatenspeicherung oder Terrorismusabwehr gemeinhin vorzuwerfen pflegt. Ich meine, über global agierende, private Unternehmen muss in Zukunft mehr gesprochen werden, wenn es um das Thema Datenschutz geht.

Freitag, 20. Februar 2015

Facebook auf dem Handy

Im Hinblick auf die neuen Datenschutzrichtlinien bei Facebook: ich habe die App vom Handy gelöscht. Facebook muss über die Standortdienste nicht wissen, wo ich gerade bin.

Sonntag, 27. Mai 2018

Die Auswirkungen der DSGVO treffen jedermann

Die Auswirkungen der neuen Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) treffen jedermann. So berichtet die FAZ heute
  • von einem Vereinsvorstand, der wegen der Datenschutzanforderungen zurückgetreten ist,
  • abgeschlateten Webseiten oder
  • der Sperre von Webseiten in den USA für Besucher aus Europa.
Getroffen werden sollten die großen Konzerne, die durch die DSGVO gezwungen sind, mit den Daten ihrer Nutzer sachgerecht umzugehen und die Nutzer bestmöglich über die Verwendung der Daten zu informieren. Tatsächlich getroffen hat es aber Vereine, Kleinunternehmer oder private Fotografen die ihre Fotos auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken teilen und so anderen Fotofans zugänglich machen wollen.

Das Handelsblatt sieht in der DSGVO vor allem eine Goldgrube für Anwälte. Ob das noch etwas mit Verbraucherschutz zu tun hat, wage ich zu bezweifeln. Nur eines ist sicher: Anwälte und Abmahnvereine werden wortreich zu begründen wissen, weshalb ihre Geschäftemacherei dem Verbraucher doch zu gute kommt. Hier ist der Phantasie keine Grenze gesetzt.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Alles neu macht der Mai: Herzlich willkommen DSGVO

Ab dem 25.05.2018 gilt ein neues Datenschutzrecht.

Neu sind sowohl die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sowie auch das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG 2018). In den Medien wird ein riesen Hype um die Sache gemacht, der eigentlich gar nicht gerechtfertigt ist.

Gedacht war die DSGVO, um Datenriesen wie Google oder Facebook in die Schranken zu weisen. Herausgekommen ist eine bürokratische Herausforderung, die vor allem Vereine, Selbständige und kleine Firmen heftig trifft. Ich glaube, die nächsten Jahre werden da zu sehr viel Ernüchterung führen.

Da sind Fehler doch vorprogrammiert. Vorgesehen ist, dass Betroffene sich an die Datenschutzbehörden wenden können, wenn jemand den Datenschutz nicht ausreichend beachtet. Die werden kostenlos tätig und ein Brief der Datenschutzbehörde reicht in der Regel aus, damit Missstände abgestellt werden. Allerdings gibt es auch als Verbraucherschützer getarnte Vereinigungen, die systematisch mit Abmahnungen vorgehen werden, wenn sie etwas sehen und damit rechnen können, dass die von ihnen beauftragten Rechtsanwälte dadurch Geld verdienen können. Wie die Praxis aussehen wird, muss sich zeigen.

Donnerstag, 27. April 2017

Argumente gegen Windenergie

Windräder in Norddeutschland stehen selten still.
Ich habe vor kurzem im Blog die Windenergie als die Form der Energiegewinnung für die Zukunft schlechthin vorgestellt. Dabei habe ich nur die Einschränkung gemacht, dass sie ohne staatliche Subventionen auskommen muss.

Teils im persönlichen Gespräch, teils auf Facebook ist das kritisiert worden. Daraufhin habe ich mich entschlossen, dass ich mit der Kritik an Windkraftanlagen doch mehr auseinandersetzen möchte.

Im Netz findet man dazu einiges. Alternative-Stromerzeuger.de, das Manager Magazin oder die tageszeitung zeigen kritische Aspekte auf. Losgelöst von diesen Quellen will ich mich in den nächsten Wochen mit der Kritik an Windkraftanlagen befassen.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Totalüberwachung durch westliche Staaten?

Der SPIEGEL berichtet, dass Frankreich seinen Geheimdiensten sehr weitgehende Rechte bei der Überwachung des digitalen Datenverkehrs seiner Bürger einführt. Bürgerrechts-Aktivisten sehen das sehr kritisch.

Die Erfassung von Metadaten der Kommunikation ist keineswegs neu. 2013 wurde bekannt, dass die Briefpost in den USA diesbezüglich seit mehr als einem Jahrzehnt schon im Focus der Dienste ist.

Ich finde, man muss aber in dem Kontext auch sehen, welche ihrer Daten die Menschen großen Unternehmen freiwillig zur Verfügung stellen. Die Datensammelei von Facebook war schon öfters Thema in meinem Blog. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sieht Google bereits auf dem Weg zur eigenen Staatlichkeit.

Ja, ich sehe auch Tendenzen in der westlichen Welt, bei uns den Überwachungsstaat einzuführen. In Europa sind die Einführung von eCall oder in Deutschland die Pkw-Maut für mich erste Schritte. Aber die Auswertung der ja bereits vorhandenen Datenströme durch staatliche Dienste finde ich relativ unproblematisch.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Die Kreuzung an der Ringkirche muss entschärft werden

Viel Blaulicht war vor der Ringkirche zu sehen.
Ich habe gestern vom schweren Unfall vor der Ringkirche in Wiesbaden berichtet. Zur Unfallursache lese ich auf Wiesbadenaktuell.de, dass ein 29 Jahre alter Autofahrer das Rot der Ampel übersehen und so den Unfall verursacht haben sollte. Es habe vier Verletzte gegeben.

Auf der Facebook-Seite von Wiesbadenaktuell.de wird der Bericht gespiegelt. Dazu hat sich eine sehr interesante Diskussion entwickelt. Die Kommentatoren bestätigen, dass dies eine sehr unfallträchtige Stelle ist.

Meine Forderung, die Kreuzungssituation zu verbessern, wiederhole ich hiermit ausdrücklich. Die Verantwortlichen müssen die Verkehrsführung anders organisieren.

Samstag, 16. Mai 2015

Bargeld abschaffen? Ein Vorstoß von Peter Bofinger macht mich nachdenklich

Bares Geld ist viel wert... aber wie lange noch?
Peter Bofinger gilt in Deutschland als Wirtschaftsweiser. So bezeichnet man die Mitglieder im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Der SPIEGEL berichtet nun, dass Peter Bofinger die Abschaffung des Bargelds fordert. Dazu nennt er zwei Argumente. Einmal fallen die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen weg. Und zum anderen hätten die Notenbanken es einfacher, ihre Geldpolitik durchzusetzen. Da klingelt es bei mir.

Zu Schwarzarbeit und Drogenhandel: Da gibt es andere Wege
Schwarzarbeit hat viele Ursachen. Eine davon ist die relativ hohe Belastung mit Steuern und Sozialabgaben, die sowohl für Schwarz-Arbeitgeber als auch Schwarz-Arbeitnehmer die legale Variante unattraktiv werden lässt. Wenn der Schwarz-Arbeitnehmer zudem noch Sozialleistungen bezieht, verliert er diese wenn er ein eigenes Einkommen hat. Also arbeiten viele schwarz und kassieren nebenbei 'Stütze'. Dann ist da noch der Punkt, dass legale Arbeitsplätze mit relativ viel Bürokratie verbunden ist. Auch das ist nicht jedermanns Sache. Schwarzarbeit ließe sich bekämpfen durch Senkung von Steuer- und Sozialabgaben auf der und Entbürokratisierung auf der anderen Seite.

Auch beim Drogenhandel gibt es einen Weg: legalisiert die meisten Drogen. Und bei denen, die nicht legalisiert werden (z.B. weil viel zu gefährlich wie z.B. Crystal Meth), muss mit sehr viel Härte vorgegangen werden. Das Vorgehen darf sich nicht nur gegen die Händler richten, sondern gegen alle, die irgendwie von dem Geschäft profitieren.

Das sind sicher sehr vereinfachende Aussagen zu Schwarzarbeit und Drogen, die ich gemacht habe. Mir geht es nur darum aufzuzeigen, dass es an der jeweiligen Sache orientierte Wege gibt um diese Sachen zu bekämpfen. Die Abschaffung des Bargeldes ist dazu nicht erforderlich.

Durchsetzung der Geldpolitik
Robert Halver, der Chefanalyst der Baader-Bank, hat Anfang April dazu etwas gesagt. Er erwartet die Abschaffung des Bargeldes, weil sich dann niemand mehr gegen Negativ-Zinsen wehren könne. So lese ich es in den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Ein Bank-Run wäre dann nicht mehr möglich.

Der Weg in den Überwachungsstaat
Für mich wäre die Abschaffung des Bargeldes der Weg in den Überwachungsstaat. Erledigen wir alle Zahlungen nur noch elektronisch, wird festgehalten was wir kaufen, wie viel wir dafür bezahlen und von wem wir was kaufen. Damit entstehen riesige Datenmengen über unser gesamtes Verhalten, die von den Geldinstituten angehäuft werden. 

Solche Datenmengen gibt es schon heute, da viel bargeldlos bezahlt wird. Aber es wird eben doch noch viel mit Bargeld gemacht, so dass eine absolute Kontrolle über die Menschen und ihr tun nicht möglich ist. Gerade mache ich mir noch Gedanken um die Datenkrake Facebook.  Kommt es zur Abschaffung des Bargeldes, sind wir mitten in George Orwells 1984 gelandet.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Wiesbaden: Bombe entschärft, Schiersteiner Brücke kaputt

Gestern habe ich vom Bombenfund in Wiesbaden berichtet. Die gute Nachricht: die Entschärfung hat geklappt. Der Wiesbadener Kurier berichtet, und bringt dazu auch Bilder. Der Hashtag #WIBombe geht durch Twitter und Facebook. Das war's aber auch.

Und dann heute eine andere, schlechte Nachricht: die Schiersteiner Brücke ist bis auf weiteres gesperrt. Ein Bauteil hatte sich gelöst, wodurch die Brücke absank. Der hessische Rundfunk berichtete darüber, siehe auf YouTube veröffentlichter Bericht. Die Brücke hat sich Presseberichten zufolge zwischen 30 cm (Wiesbadener Kurier) und 40 cm (Wiesbadenaktuell.de) gesenkt. Das wird wohl recht lange dauern und zu einem großen Verkehrschaos vor allem in Mainz führen. Die Pendler von Rheinhessen ins RheinMain Gebiet haben es jetzt jedenfalls nicht einfach.  

Auch hierzu gibt es jetzt einen Hashtag: #brückengau

Um aus der Überschrift kein Missverständnis erwachsen zu lassen: die Brückensperrung hat mit dem Bombenfund nichts zu tun. Die Welt berichtet, dass Baumängel die Ursache des Schadens an der Brücke und damit letzten Endes auch dieser Vollsperrung sind.

Dienstag, 13. Januar 2015

Datenschutz: ein Blick zu Microsofts One Drive

Gestern habe ich über die neuen Datenschutzrichtlinien von Facebook geschrieben.

Heute möchte ich auf One Drive zu sprechen kommen. Das ist ein Dienst von Microsoft, der im Prinzip eine kostenlos zu nutzende Festplatte im Internet darstellt. Deutsche Nutzer bekommen 15 GByte Speicher. Wer mehr haben möchte, muss dafür zahlen.

One Drive hat ausführliche Nutzungsbedingungen. Ich empfehle Punkt 3.5 der Nutzungsbedingungen genau zu lesen. Hier steht, wofür man One Drive nicht nutzen darf. Hier heißt es unter anderem: 
i. Nutzen Sie die Dienste nicht für illegale Zwecke.

ii. Führen Sie keine Aktionen aus, die Kinder ausbeuten oder diesen Schaden zufügen oder zufügen könnten.
iii. ...
iv. Veröffentlichen Sie keine unangebrachten Bilder (z. B. Nacktheit, Brutalität, Pornografie).
Dass Webdienste nicht für Kinderpornographie benutzt werden dürfen, leuchtet jedem ein. Aber wie will Microsoft das feststellen? Ganz einfach: Microsoft untersucht die Dateien, die auf One Drive abgelegt werden. Egal ob sie mit anderen Nutzern geteilt werden oder nicht.

Auf das Thema bin ich durch einen Eintrag im Law-Blog gekommen. Hier berichtet ein Anwalt von einem Mandanten, der in One Drive diverses Material abgelegt hat. Unter anderem auch ein Bild, das von der durch Microsoft genutzten Software als kinderpornographisch identifiziert wurde.

Microsoft hat die Sache weitergemeldet an das amerikanische center for missing & exploited children. Über die amerianische Polizei erfolgte die Meldung an das BKA. Die Wohnung des Mannes wurde durchsucht und seine gesamte EDV-Hardware beschlagnahmt.

Über Praxis von Microsoft, Inhalte zu scannen und ggf. rechtliche Schritte einzuleiten, hatte der Spiegel schon berichtet, neu ist diese Info also nicht. Um kinderpornographische Inhalte zu identifizieren, hat Microsoft mit PhotoDNA eine eigene Software entwickelt. Das ist etwas, was ich persönlich gut finde.

Aber mich beängstigt doch der Gedanke, dass alle meine online abgelegten Inhalte untersucht werden auf strafrechtliche Relevanz. Wie wäre das mit geltendem Recht zu vereinbaren, wenn ich als Rechtsanwalt Software und Online-Dienste von Microsoft nutze? Oder als Arzt dort Dateien ablege, die meine Patienten betreffen? Wo bleiben Anwalts- und Arztgeheimnis?

Letzten Endes muss jeder wissen, dass es im Internet keine Anonymität und keine Geheimnisse gibt. Und dass ein Unternehmen wie Microsoft sich davor schützen möchte, in Verdacht zu geraten Kinderpornographie zu unterstützen, kann ich auch verstehen. Zumal man sich als Dienstanbieter in dem Kontext auch leicht strafbar machen kann.

Ich nehme an, dass die Bekämpfung von Terrorismus ein weiterer Aspekt ist, der Microsoft zur Überwachung der Inhalte auf seinen Servern veranlasst.

Aber wie weit die Untersuchungsbefugnisse gehen, ist doch schon erstaunlich.

Samstag, 22. November 2014

Telematik für Menschen?

Versicherungswirtschaft Heute berichtet von einem Versicherer, der Telematik für Patienten fördert. Hier dürfte es um die Krankenversicherung gehen. Die Versicherungsnehmer spielen sich eine App auf das Smartphone, welche die sportlichen Aktivitäten an den Versicherer berichtet. Der belohnt sie durch günstigere Tarife.

Konkrete Ramenbedingungen sind bislang nicht bekannt. Es gibt ja auch schon reichlich Apps, mit denen Bekannte von mir ihre Wanderungen oder Langstreckenläufe aufzeichnen und auf Facebook mit anderen teilen.

Ich persönlich möchte aber nicht auf Schritt und Tritt überwacht werden. Meine Forderung, dass es zur Telematik eine gesellschaftliche Diskussion geben muss, möchte ich daher an dieser Stelle wiederholen. So warb ein Vorstand eines großen Rückversicherers bereits für Big Data bei Patienten.

Das finde ich persönlich sehr weitgehend. Und diese Diskussionen bestärken mich in meiner Entscheidung, dass ich nicht privat voll krankenversichert sein möchte.

Freitag, 12. September 2014

Warum ich blogge und Blogs gut finde


Ich blogge gerne. Warum? Weil ich gerne schreibe über das, was mich interessiert und was mich bewegt. Es gibt Blogs, bei den bleibe ich öfters mal hängen. Da ist nicht nur der Unternehmensblog meines Arbeitgebers. Auch ein Blog wie Captain HUK interessiert mich.

Beruflich habe ich mit Versicherungs- und Verkehrsrecht in allen denkbaren Konstellationen zu tun. Das interessiert mich, das macht mir Spaß. Deshalb schreibe ich auch gerne darüber. Mich interessiert, was andere denken.

Und da gibt es auch viele Themen, mit denen ich beruflich nicht unmittelbar zu tun habe, z.B. bei der Krankenversicherung oder der Alterssicherung. Das sind soziale Themen, die mich in jüngeren Jahren nicht so sehr interessiert haben. Aber gerade bei der Alterssicherung und all dem politischen Pfusch der da angestellt wird, da mag ich nicht schweigen.

Bewegt mein Blog etwas? Das weiß ich nicht. Von den Zugriffszahlen her habe ich ca. 3.000 - 4.000 Aufrufe im Monat. Da werden auch einige Leute bei sein, die sich durch den Blog klicken und mehrfach gezählt werden. Aber insgesamt bin ich zufrieden. Und über Feedback, das ich hier im Blog oder auf meiner Facebook-Seite bekomme, freue ich mich auch. Ich merke, dass andere meine Ansichten zumindest lesenswert finden - wenn sie auch nicht immer geteilt werden. Für mich ist das in Ordnung so.

Sich zu äußern und Meinungen anderer zur Kenntnis zu nehmen und über sie nachzudenken: das gehört für mich zum Kernpunkt einer demokratischen Kultur. Das gilt jetzt nicht nur für Themen zum Verkehrs- und Versicherungsrecht, die den Schwerpunkt meines Blogs bilden. Das gilt allgemein. Und ganz ehrlich: ich genieße diese Kultur, sie macht mir Spaß. 

Ich blogge nicht jeden Tag. Da können auch längere Pausen kommen oder ich habe mal mehrere Beiträge an einem Tag. Das mache ich nach Lust und Laune, denn dieser Blog ist mein Hobby, dem ich in meiner Freizeit nachgehe.

Im Unternehmensblog meines Arbeitgebers wird zur Teilnahme an der Blogparade aufgerufen. Ohne recht zu wissen worauf ich mich da einlasse, mache ich einfach mal mit. Und auch das ist das schöne am Bloggen: man muss zu dem stehen was man schreibt, das ist klar. Aber man darf und soll spontan sein.


Mittwoch, 16. April 2014

Telematik, eCall, Datenschutz und meine Meinung

Ich habe jetzt von eigenen Erfahrungen in Sachen Telematik berichtet, die ich als Teilnehmer einer (inzwischen beendeten) Studie gemacht habe. Dabei habe ich festgestellt, dass folgende Daten durch die Aufzeichnung meines Fahrverhaltens gewonnen werden können:

Diese kleine Box ermöglicht die Überwachung

Brauchen Kfz-Versicherer diese Überwachung?
Meiner Meinung nach nicht.

Telematik scheint im Augenblick ein Modethema für Versicherungen zu sein. Jedenfalls wirkt es so auf mich.

Nach meiner Meinung lassen sich faire Versicherungsprämien nach dem herkömmlichen System des Schadensfreiheitsrabattes sehr gut kalkulieren. Es gibt keinen wirklichen Bedarf nach noch mehr Daten als Berechnungsgrundlage für die Kfz-Versicherung.

Aber letzten Endes muss jeder Versicherer für sich selbst klären, ob er hier einen echten Mehrwert für sich und seine Kunden (sonst werden Pay-As-You-Drive Tarife nicht akzeptiert) generieren kann.


Warum will die Politik die Überwachung?
Das ist ein politisch getriebenes Projekt. Heute habe ich im Spiegel gelesen, dass das EU-Parlament jetzt die eCall Pflicht beschlossen hat. Das bedeutet, dass ab 2015 jedes neu gebaute Auto in der Europäischen Union über so eine Überwachungsbox verfügen muss. Politisch verkauft wird dies als automatischer Notruf. Kritiker nennen dieses System einen verräterischen Lebensretter. Ich glaube der Politik dieses Motiv nicht.

Geradezu verräterisch finde ich, was ein Spitzenpolitiker in diesem Zusammenhang von sich gibt. Parlamentspräsident Martin Schulz, zeitgleich Spitzenkandidat der SPD für die Europawahl, hat sich vor kurzem in einem Interview mit der BILD wie folgt geäußert:
Wenn also zukünftig die Autoversicherungen ihre Tarife immer stärker am Verhalten ihrer Kunden ausrichten und gleichzeitig mein Auto unzählige Daten über mein Fahrverhalten übermittelt, dann könnten meine Daten aus meinem Auto gegen mich verwendet werden. Deshalb brauchen wir europaweite strenge Datenschutzrechte,  ...
Ganz ehrlich: ich halte Martin Schulz mit seinen Äußerungen zu eCall durch und durch für verlogen. Und dass er Präsident des Parlamentes ist, das die eCall-Pflicht soeben ohne gesellschaftliche Debatte durchgewunken hat, macht Angst. Ich habe die Befürchtung, dass wir ohne große Ankündigung in einen Überwachungsstaat geraten, wie ihn sich selbst George Orwell nicht schlimmer hat ausdenken können.

Begründung für diese - zugegeben hart formulierte - Meinung:
  • Datenschutz wird in der Versicherungswirtschaft sehr groß geschrieben. Dass hier ein Code of Conduct, der sogar über geltendes Datenschutzrecht hinausgeht, als Selbstverpflichtung verabschiedet wurde, war vielleicht nicht ganz freiwillig. Aber für den Datenschutz ist das eine gute Sache. Und das gilt nicht nur für die deutschen Versicherer, sondern auf europäischer Ebene.
  • Der Anbieter, an dessen Telematik-Studie ich teilgenommen habe, hat allen Teilnehmern absolute Einsicht in die gewonnenen Daten über ihn selbst gewährt. Daher stammten ja auch die Grafiken, die ich hier leider nicht veröffentlichen konnte.
    Ich bin diesem Anbieter ehrlich gesagt für die Teilnahme an der Studie sehr dankbar. Denn sonst hätte ich nicht begriffen, in welchem Maße hier Daten gesammelt werden.
  • Zur Verlogenheit des Herrn Schulz: die Technologie, die das Datensammeln erst möglich macht, wurde aufgrund einer Initiative europäischer Institutionen erst verpflichtend eingeführt. Martin Schulz bewirbt sich um das höchste Amt in Europa. Gerade eben hat das Parlament die letzten Beschlüsse dazu gefasst. Es soll doch niemand einem Parlamentspräsidenten glauben, der in dieser Situation auf die Versicherungswirtschaft zeigt und laut ruft: "das sind die Brandstifter" und zum Löschen nach neuen Gesetzen verlangt. Die sollen dann ebenfalls von ihm und seinen Politkumpels beschlossen werden. Geht's eigentlich noch?
  • Ich glaube den europäischen Einrichtungen nicht, dass es zum schnelleren Erreichen von Verkehrsopfern hilfreich ist, die Voraussetzungen zu schaffen um die Daten aller Fahrten aufzuzeichnen (inkl. des akutellen Standortes, der letzten Endes nur der letzte Wert in einer langen Liste ist). 

Meine Meinung: das ist der Weg in den Überwachungsstaat
Hier hat man von staatlicher Seite aus die Möglichkeit geschaffen, Bewegungsprofile aller Fahrzeuge aufzuzeichnen und so die Bürger total zu überwachen. Daher meine Meinung, dass die neuen eCall Systeme ein böser und kaum mehr rückgängig zu machender Schritt in einen totalen Überwachungsstaat sind. Das Gerede über die bösen Versicherer, die ihre Kunden total überwachen, ist doch nur eine propagandistische Nebelgranate. Mehr nicht!

Wenn jemand so etwas freiwillig möchte, habe ich kein Problem damit. Es gibt auch genügend Leute, die sich Trackingprogramme auf ihren Handys installieren, mit denen Wander- oder Laufrouten aufgezeichnet und dann über soziale Medien ins Internet gestellt werden. Wenn man das für sich so entscheidet, ist das für mich in Ordnung.

Aber ich möchte nicht verpflichtet werden, eine Datensammelvorrichtung mit mir führen zu müssen. Und eCall ist eine Verpflichtung.

Für mich kann ich ganz klar sagen: das möchte ich nicht. Und ich möchte die Möglichkeit haben, auch nach 2015 einen Neuwagen zu kaufen, der kein eCall System an Bord hat.


Das einzige, was wir Bürger jetzt noch tun können: darüber reden
Soweit ich es sehe, sind die politischen Weichen jetzt wohl gestellt. Im Mai sind Europawahlen. Das einzige was wir Bürger noch tun können: darüber reden.

Sind bei Euch Veranstaltungen von Kandidaten der im Parlament vertretenen Parteien? Geht hin und fragt sie nach dem Thema.

Und: redet darüber in der Öffentlichkeit. Schreibt Eure eigene Meinung in Blogs, auf Facebook oder als Leserkommentare in den Zeitungen. Redet mit Euren Freunden darüber. Oder verbreitet meinetwegen meinen Blogeintrag im Internet. Ich habe nichts dagegen.

Demokratie lebt vom Mitmachen und nicht davon, sich die Dinge gefallen zu lassen. Und Demokratie lebt eben auch davon, dass der Staat nicht Zugriff auf alle Daten seiner Bewohner hat. Nur nicht überwachte Bürger sind wirklich frei!

Neue Zugriffsmöglichkeiten wie eCall zu schaffen sehe ich daher mit sehr, sehr großer Sorge.

Mittwoch, 28. August 2013

Steuerpflicht - gleiches Recht für alle

Durch die Medien geistert derzeit etwas Sachbericht und viel Meinung zum Fall des Fußballmanagers Uli Hoeneß. Dieser hatte Geld im Ausland, konkret der Schweiz. Da gab es Einnahmen, die mit Hilfe dieses Kapitals erzielt wurden. Und auf diese Einnahmen hat er keine Steuern gezahlt.

Die Emotionen kochen hoch. Hoeneß spricht inzwischen in den Medien über die Sache - ein ungewöhnlicher Schritt angesichts der laufenden Strafermittlungen gegen ihn. Ein Schritt, der für mich aber darauf hindeutet, daß Hoeneß im Kern ein grundehrlicher Mensch ist. Der Druck ist hoch, der FC Bayern widmete ihm den Sieg in der Champions League am 1. Mai 2013.

Kommen wir zum politischen Geschnatter, das es natürlicht zuhauf gibt. Nehmen wir nicht zweite oder dritte Liga. Da ist bemerkenswert nur die von Stefan Raab moderierte "absolute Mehrheit", in der Gregor Gysi sich rhetorisch bravurös und in der Sache nicht ganz falsch über Steuerhinterzieher aufregte. Und sich von Bernd Lucke dann sagen lassen musste, dass DIE LINKE (damals hieß sie SED/PDS) unter seinem (Gysis) Vorsitz doch erhebliche Mengen Geld beiseite geschafft hat um es nicht an den Staat abgeben zu müssen. Für mich war das Treffer, Schiff versenkt.

Wenden wir uns aber der ersten Liga zu. Bundespräsident Gauck nannte Steuerhinterzieher asozial. Das ist schon starke Rhetorik. Vor allem weil der Bundespräsident an der Spitze eines Gemeinwesens steht, das sich in all seinen Gliedern nicht eben durch verantwortungsbewussten Umgang mit Steuereinnahmen auszeichnet.

Das von mir sehr geschäzte Magazin Eigentümlich frei sah Gaucks Äußerung auf seiner Facebook Seite deshalb auch sehr kritisch. Es kommentiert: "Bundespräsident Gauck erhob sich gestern über "asoziale" Bürger, die sich weigern, Ihr Eigentum freiwillig an den staatlichen Moloch abzutreten und fabulierte über strengere Gesetze zur Tributeintreibung. Das Wissen um die politische Kaste der Plünderer ist dabei so alt wie die Menschheit selbst."

Ich finde, man muß über Gaucks Äußerung auch mal von einer anderen Perspektive nachdenken. Da nehme ich mal meine.

Ich bin Angestellter, mein Arbeitgeber führt an den Moloch Staat ab ohne daß ich da was beeinflussen kann. Dieses Schicksal teile ich mit einigen Millionen Leuten in Deutschland. Insofern ist das Problem nicht die Steuerpflicht an sich. Denn dem Grunde nach ist klar, daß ein Gemeinwesen Einnahmen haben muss, wenn es etwas leisten soll. Jede Leistung hat ihren Preis, und daß einer der 1.000 Euro im Monat einnimmt nicht so viel beisteuern kann wie jemand, der 10.000 Euro einnimmt, ist für mich auch nachvollziehbar.

Das eigentlich Ungerechte ist die Höhe der Steuern, die abverlangt werden.

Im Staat, in dem wir leben, gibt es zwei Möglichkeiten. Unsere Rechts- und Gesellschaftsordnung sieht vor, daß man sich wählen lässt, und wenn man für seine Anliegen eine Mehrheit bekommt, kann man die umsetzen. Daß viele die Steuern als ungerecht empfanden, hat der FDP wohl mit ihren letzten Wahlerfolg auf Bundesebene beschert. Daß sie nur Kosmetik betrieb aber keine substantiellen Änderungen auch nur versucht hat, kann ich ihr nicht verzeichen und andere werden es auch nicht. Mal sehen, wer das nächste mal gewählt wird. Darum geht es hier nicht, sondern um die Regeln zu den Steuern.

Soziales Verhalten bedeutet, sich im Rahmen gesellschaftlicher Normen zu verhalten wenn man etwas tut oder lässt.

Umgekehrt bedeutet dann asozial, diese Normen bewusst zu umgehen, zum Schaden der Gemeinschaft der man angehört. Ich denke, dieses Wortverständnis liegt Gaucks Äußerung zu Grunde.

Jetzt will ich aber noch einmal auf mich zurück kommen.

Mich überkommt jedesmal, wenn ich meine Steuererklärung machen muss, die kalte Wut und ein tiefer Zorn vertreibt meine Lebensfreude. Statt mich in psychologische Behandlung zu begeben, gehe ich seit einigen Jahren zum Steuerberater - bezahle ihn, und mir geht es auch besser.

Warum werde ich wütend und traurig? Ich bin gezwungen, dem Staat zu erklären, daß es in Ordnung ist, daß er mir weggenommen hat, was mein Arbeitgeber an ihn abführte. Das macht mir zu schaffen.

Dem Grunde nach sehe ich ja ein, daß Steuern gezahlt werden müssen. Auch auf das Einkommen, meinetwegen. Aber wenn ich von Leuten erfahre, die sich um diese Pflicht drücken mit wirklich hohen Beträgen, dann empfinde auch ich das als asozial.

Uli Hoeneß ist sicher kein böser und asozialer Mensch. Das derzeitige Medienbashing, daß er aushalten muß, finde ich etwas viel für den Mann. Aber letzten Endes hat er sich nicht an die für alle geltenden Regeln gehalten, um die ich persönlich mich nicht drücken kann. Daß er meint, Angela Merkel die Sache persönlich erklären zu wollen, mindert mein Mitleid für ihn. Manche Dinge sind nicht reversibel oder erklärbar, schlicht weil sie asozial sind. Von der sozialen Gemeinschaft, der man angehört, nicht akzeptiert.

Warum schreibe ich darüber in diesem Blog: es muss auch bei der Steuer "gleiches Recht für alle" gelten. Ja, ich finde, der Staat überspannt es derzeit für zu viele Menschen, die steuerehrlich leben. Vielen wird zu viel weg genommen. Aber es geht nicht an, daß man einfach nicht zahlt. Menschlich nachvollziehbar vielleicht, aber es untergräbt das Gemeinwesen.

Montag, 19. August 2013

Was haben das Internet und ein Auto gemeinsam?

Der Bundesgerichtshof hat durch Urteil vom 24. Januar 2013 (III ZR 98/12) entschieden, dass Nutzungsausfall für die Nicht-Nutzbarkeit des Internets geschuldet werden kann. Seine Begründung finde ich bemerkenswert. Ich erlaube mir, aus dem Urteil zu zitieren:
Die Nutzbarkeit des Internets ist ein Wirtschaftsgut, dessen ständige Verfügbarkeit seit längerer, jedenfalls vor dem hier maßgeblichen Jahreswech-sel 2008/2009 beginnender Zeit auch im privaten Bereich für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung typischerweise von zentraler Bedeutung ist und bei dem sich eine Funktionsstörung als solche auf die materiale Grundlage der Lebenshaltung signifikant auswirkt. Das Internet stellt weltweit umfassende Informationen in Form von Text-, Bild-, Video- und Audiodateien zur Verfügung. Dabei werden thematisch nahezu alle Bereiche abgedeckt und verschiedenste qualitative Ansprüche befriedigt. So sind etwa Dateien mit leichter Unterhaltung ebenso abrufbar wie Informationen zu Alltagsfragen bis hin zu hochwissen-schaftlichen Themen. Dabei ersetzt das Internet wegen der leichten Verfügbarkeit der Informationen immer mehr andere Medien, ... . Darüber hinaus ermöglicht es den weltweiten Austausch zwischen seinen Nutzern, etwa über E-Mails, Foren, Blogs und soziale Netzwerke. Zudem wird es zunehmend zur Anbahnung und zum Abschluss von Verträgen, zur Abwicklung von Rechtsgeschäften ... genutzt (von der unübersehbaren Vielfalt z.B. nur: ..., Hotel-, Bahn- und Flugbuchungen, ...). Nach ... Sachvortrag des Klägers bedienen sich nahezu 70 % der Einwohner Deutschlands des Internets, wobei dreiviertel hiervon es sogar täglich nutzen. Damit hat sich das Internet zu einem die Lebensgestaltung eines Großteils der Bevölkerung entscheidend mitprägenden Medium entwickelt, dessen Ausfall sich signifikant im Alltag bemerkbar macht. Die Unterbrechung des Internetzugangs hat typischerweise Auswirkungen, die in ihrer Intensität mit dem Fortfall der Möglichkeit, ein Kraftfahrzeug zu nutzen, ohne weiteres vergleichbar sind.
Ich finde das eine sehr spannende Entscheidung, und beim Anspielen auf den Kfz Ausfall habe ich auch einen beruflichen Anknüpfungspunkt. Selbst besitze ich erst seit ca. 2 1/2 Jahren wieder ein Auto, davor war ich für weitere Reisen steter Kunde der Bahn und gelegentlicher Kunde diverser Autovermietungen. Selbst bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, einen Mietwagen nicht über das Internet zu buchen. Bei Anrufen in den Stationen habe ich immer die selben Preise bekommen.Und tolle Autos konnte ich auch fahren.



Natürlich sind meine Erfahrungen mit der Fahrzeugmiete höchst subjektiv. Aber schauen wir mal, was man über die Vermietbranche so in Erfahrung bringen kann.

Die Branchenanalyse Ausgezeichnet.org hat einen Vergleichstest von vier großen Autovermietungen (Hertz, AVIS, Sixt und Europcar) gemacht. Das Stimmungsbild der Kunden sei im Großen und Ganzen positiv. Das Stimmungsbild der Kunden wurde aus sozialen Netzwerken (Diskussionsforen, Blogs und Facebook) aggegiert, nicht direkt von den Mietern eingeholt. Dieses Analyseverfahren hat zum Hintergrund, dass potentielle Kunden gezielt nach Meinungen anderer Kunden / Nutzer sucht, ehe er selbst sich für einen bestimmten Anbieter entscheidet. Dass es eine solche Analyse überhaupt gibt, zeigt wie wichtig das Internet als Vertriebskanal und auch Marketinggelegenheit für die Autovermieter inzwischen geworden ist.

Unabhängige Institute nehmen sich der Untersuchung des Marktsegments der Autovermieter an. Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat Europcar das Prüfsigel "Bester Autovermieter 2011" verliehen. Bei der Studie 2012 gab es Veränderungen: Testsieger wurde hier Sixt, gefolgt von Enterprise und Europcar. Das Marktforschungsinstitut untersucht im Auftrag von n-tv deutschlandweit tätige Autovermieter. Die Bewertung zweier Autovermieter als "gut" und der übrigen vier als "befriedigend" bestätigt das Ergebnis der Untersuchung von Ausgezeichnet.org.

Unabhängige und von den Autovermietern im Ergebnis nicht zu beeinflussende Markterhebungen zu den Mietwagenpreisen werden seit 2008 vom Fraunhofer IAO erstellt. Die Methode (hier für 2012) seiner Studie macht es auf seiner Internetseite transparent. Fraunhofer führt seine Erhebung zudem sowohl über die Internet-Seiten der Autovermieter (soweit diese eine verbindlich buchbare Möglichkeit der Preisauskunft anbieten) sowie durch telefonische Anrufe in den Stationen durch. Im Marktpreisspiegel 2012 wurde festgestellt, dass die Internetbuchungsmöglichkeiten inzwischen meist etwas teurer sind als die sonstigen Anbieter. Die Abweichung beträgt allerdings meist weniger als 10%. Bei den Preiserhebungen für 3 Tage oder eine Woche betrug der Unterschied meist sogar weniger als 5% (Marktpreisspiegel Mietwagen Deutschland 2012, Seite 116 f.). Dies deutet nach meiner Meinung einmal auf einen funktionierenden Wettbewerb im Markt hin. Zum anderen ist dies der Nachweis, dass das Internet ein Vertriebskanal neben anderen ist, und kein ganz eigener Markt.



Auch was ich bei den großen Autovermietern habe in Erfahrung bringen können, zeigt, dass das Internet heute im freien Selbstzahlergeschäft als Vertriebskanal kaum mehr wegzudenken ist.

Im Geschäftsbericht 2011 gibt die SIXT AG Einblick in ihre Internet-Aktivitäten. In Deutschland besitzt Sixt einen Marktanteil von 30% und ist damit mit deutlichem Abstand Marktführer (Seite 32). Inzwischen erfolgen mehr als 50 % der Buchungen in der Autovermietung per Internet und Mobile Services (Seite 34). Auch mehr als die Hälfte der Privatkunden bucht dort inzwischen über Internet oder Mobiltelefon (Seite 43).

Europcar vermietet den größten Anteil seiner Fahrzeugflotte über Webseiten. In Zusammenarbeit mit Webtrends gelang es, den Online-Anteil sogar noch um 15% zu steigern. Ein Ergebnis, auf das Europcar sehr stolz zu sein scheint. Ich kann das nachvollziehen.

Auch bei der Enterprise Autovermietung, steht das Internet im Focus der Vertriebsaktivitäten. In einer Pressemitteilung vom 17.01.2012 verkündet Enterprise, dass in 2011 ist der Anteil der OnlineKunden über mobile Endgeräte im Vergleich zum Vorjahr um 155 Prozent gestiegen ist. Parallel dazu hat die Anzahl der Fahrzeugreservierungen über mobile Endgeräte an den europäischen Standorten des Autovermieters um 238 Prozent zugenommen. Das mobile Internet ist damit derzeit der größte Wachstumsbereich online.

Die AVIS Autovermietung hatte 2010 in Deutschland einen Marktanteil von 13%. In 326 Stationen standen durchschnittlich 22.000 Fahrzeuge zur Vermietung bereit. Im "Fact Sheet 2011" wurde die Buchbarkeit das Online-Portal besonders hervorgehoben (Seite 2).


Das Internet ist schon lange kein "Sondermarkt" mehr, was die Vermietung von Fahrzeugen angeht. Es ist ein Vertriebskanal neben anderen für ein und den selben Markt: die Verbraucher als Endkunden. Ich finde das eine sehr, sehr spannende Entwicklung.

Damit ist auch klar, was Internet und ein Auto gemeinsam haben. Fällt eines aus und ist jemand anderes dafür haftbar, muss er für den entstehenden Schaden aufkommen. Wie haben die Zeiten sich doch geändert gegenüber den Anfängen des Weltennetzes!