Montag, 1. Dezember 2025

Amphoren waren Tetrapak und Seeconainer der Antike in einer Funktion

Zu allen Zeiten brauchte man vernünftige Behälter, um Waren verpacken und über eine große Strecke transportieren zu können. In der Antike waren das die Amphoren.

Vom Meeresgrund geborgene Amphoren im Archäologischen Museum Poros
Vom Meeresgrund geborgene Amphoren
im Archäologischen Museum Poros

Amphoren waren das Tetrapak und der Seecontainer der Antike in Einem. Zugleich gibt es unglaublich fein gearbeitete und schön verzierte Amphoren. Die Amphore war also mehr als als nur ein Gebrauchsgegenstand.
Auf dem Bild zu diesem Beitrag seht Ihr Amphoren, die vom Meeresgrund geborgen worden sind. Sie sind heute im Archäologischen Museum auf der Insel Poros zu sehen. Viele andere, auch kleinere Museen zeigen ganz ähnliche Artefakte. Inzwischen dürfen Taucher auch zu Wracks aus der Antike herabsteigen. Die größte Sorge des griechischen Staates war früher, dass die Leute gefundene Amphoren einfach bergen und mitnehmen. Inzwischen ist so viel Vertrauen zu örtlichen Tauschulen vorhanden, dass der Staat begleiteten Tauchgängen zu solchen Wracks nunmehr zustimmt.

Für mehr Informationen lies meinen Beitrag über Amphoren als Transportgefäß im Hellas Blog.

Samstag, 1. November 2025

Die Affen von Akrotiri

In Akrotiri auf Santorin hat man Fresken gefunden, die Affen zeigen. Die Bilder stammen aus der Zeit vor der großen Eruption, sind also ca. 3600 Jahre alt. 

Die Affen von Akrotiri
Die spannende Frage lautet: Woher kamen diese Affen?

Da solche Tiere weder auf Santorin noch sonst im Griechenland der Bronzezeit lebten, mussten die Menschen sie von woanders her kennen. 

Lange Zeit nahmen die Wissenschaftler an, dass es sich um afrikanische Affen handeln müsse. Schließlich hatte Santorin vielfältige Beziehungen nach Ägypten. 

Aber anderen Wissenschaftlern ist aufgefallen, dass die Haltung der Schwänze nicht passt. Die sieht man bei einer Affenart, die im Industal und am Rande des Himalaya lebt. 

Die spannende Erkenntnis ist: dorthin muss es in der Bronzezeit Beziehungen gegeben haben. Sonst hätten die Künstler diese Fresken nicht malen können. 

Mehr über die Affen von Akrotiri lest im Hellas Blog. 

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Video zum Jaguar Tempel in Lamanai (Belize)

Anfang 2023 habe ich einen längeren Artikel über den Jaguar Tempel in Lamanai veröffentlicht. 

Heute möchte ich Euch auf ein kleines Video hinweisen, dass ich über den Jaguar-Tempel gemacht habe:



Mittwoch, 1. Oktober 2025

Vorbeifahrt an Poros

Kennt Ihr die Insel Poros im Saronischen Golf? Ich mag sie sehr, zumal ich dort mehrere Urlaube verbracht habe. Hier habe ich ein Kurzvideo von Euch, das ich beim Vorbeifahren aufgenommen habe:



Montag, 15. September 2025

Die Portara auf der Insel Naxos

 Sie ist die wahrscheinlich berühmteste Bauruine der Welt: Die Portara auf der Insel Naxos.

Die Portara von Naxos
Die Portara von Naxos

Sie gilt als das Wahrzeichen der Insel Naxos schlechthin: Die Portara.

Wie der aus dem lateinischen Wort Porta (deutsch: Tür, Eingang) hergeleitete Name dieses Bauwerks vermuten lässt, war die Portara ursprünglich als Zugang zu einem Gebäude geplant. Und zwar zu einem Tempel für Apollo, den der damalige Tyrann von Naxos bauen lassen wollte. Sein Name war Lygdamis. Als er abgesetzt war, fand sich niemand, der den Bau fortsetzen wollte.

Der bereits begonnene Tempelbau diente als Steinbruch, so dass er weitgehend verschwunden ist. Nur die Steine der geplanten Tempeltür waren für den Abtransport zu schwer. 

So kommt es, dass die Portara heute noch an Ort und Stelle steht. Sie hat sich immerhin zum Wahrzeichen von Naxos gemausert. Und wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, dann lies gerne den Beitrag zur Portara im Hellas Blog.

Juli 2025: ein Vorfall verändert die Portara 

Im Juli 2025 macht ein Vorfall die Runde, erst in sozialen Medien und dann überall. Im Hellas Blog habe ich darüber geschrieben. 

Ein Tourist hebt einen etwa 2.500 Jahre alten Stein hoch. Damit lässt er sich fotografieren und - Angeber, der er ist - postet das in sozialen Medien. 

Er dachte vermutlich, damit ist er der Held.

Alle, die das sahen, haben einen Vollidioten gesehen. 

Konsequenz: Wachen sind jetzt an der Portara. Ein Bauzaun wurde provisorisch aufgestellt. Und ich vermute,  dass es im nächsten Jahr definitiv Maßnahmen gibt, um solch einen Vorfall für die Zukunft zu unterbinden. 

Montag, 1. September 2025

Der Hannover Amun

Im Museum August Kestner in Hannover könnt Ihr in der Ägyptischen Sammlung eine beeindruckende Statue des ägyptischen Gottes Amun sehen.

Hannover Amun
Hannover Amun
Die Statue stammt aus dem Totentempel des Pharao Mentuhotep II. Sein Name wird auch Montuhotep geschrieben. 

Dieser Parao der 11. Dynastie regierte sein Reich imposante 51 Jahre lang. Er herrschte von 2061 vor Christus bis 2010 vor Christus. Diese Regentschaft ist im Königspapyrus von Turin belegt und darf deshalb als gesichert gelten.

Meiner Meinung nach war Mentuhotep II. ein sehr bedeutsamer Pharao. Zwischen seinem 30. und seinem 39. Lebensjahr gelang es ihm, ganz Ägypten unter seiner Herrschaft zu einigen. Das war auch aus seiner Sicht sehr wichtig. Denn er änderte seinen Horusnamen in Schema-taui, was so viel wie Vereiniger beider Länder bedeutet. Gemeint sind natürlich Ober- und Unterägypten.

Natürlich benötigte auch Mentuhotep II. einen Totentempel. Diesen ließ er auf dem Thebanischen Westufer im Talkessel von Deir el-Bahai errichten. Leider ist dieser aufgrund späterer Nutzungen und einem Bergsturz nicht gut erhalten.

Amun ist eine sehr facettenreiche Gottheit der alten Ägypter. Unter anderem galt er als der Schöpfer von Allem, oberste Gottheit und Sonnengott. Aber auch der Krieg war seine Angelegenheit. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Mythologie der Ägypter in Bezug auf Amun immer wieder mal ein wenig. 

Die Statue des sitzenden Amun

Der Hannover Amun besteht aus Kalzit. Entstanden ist er um 1300 v.Chr., also deutlich nach der Lebzeit des Mentuhotep II. Ursprünglich war die Skulptur bemalt. Im Museum August Kestner ist sie als Leihgabe der Fritz Behrens Stiftung zu sehen.

Man hat diese Figur 1859 bei Grabungen am Tempel gefunden. Seit 1972 ist befindet sie sich im Museum August Kestner. Eine ausführliche Beschreibung findet Ihr auf der Seite von Piepo Restaurierung Hannover, auf die ich Euch zum Abschluss dieses Beitrags hinweisen möchte.

Montag, 18. August 2025

Ichthyosaurus

Der Ichthyosaurus lebte während des Unterjura, also vor etwa 201 bis 190 Millionen Jahren. In gewisser Weise kann man sagen, dass er ein "Europäer" ist. Fundorte seiner Fossilien liegen in Belgien, Deutschland, England und der Schweiz. Vermutlich starb er infolge klimatischer Veränderungen aus. 

Der Ichthyosaurus gehört zur Gruppe der Ichthyosaurier. Diese Reptilien waren vollständig an das Leben im Wasser angepasst. Sowohl die Gattung als auch der Ichthyosaurus selbst beziehen ihren Namen aus der griechischen Sprache. Das Wort ichthys (ἰχθῦς) bedeutet Fisch und sauros (σαῦρος) bedeutet Echse.

Die Ichthyosaurier sind keine Dinosaurier. Ihre Gattung gehört zu den Meeresreptilien, die sich aus Amphibien entwickelt haben, die im frühen Trias lebten.


So lebte der Ichthyosaurus

Der Ichthyosaurus war ein hochspezialisierter Meeresräuber. Er bevorzugte Küsten- und Tiefseegebiete. Seine Lebensweise ist ähnlich der heutiger Delfine. Ich finde, dass er einem Delfin auch etwas ähnlich sieht. Beide Meeresbewohner sind aber nicht miteinander verwandt.

Ichthyosaurus
Ichthyosaurus
(generiert von ChatGPT)
Wie genau der Ichthyosaurus lebte, wissen wir bislang nicht. Dafür gibt es zu wenige Funde. Indizien legen nahe, dass er möglicherweise in Rudeln gelebt hat.

Die Wissenschaft hat klären können, dass Ichthyosaurier ihre Jungen lebend zur Welt gebracht haben. Das ist belegt durch Fossilien, bei denen Jungtiere im Körper ihres Elterntiers konserviert sind. 

Der Ichthyosaurus konnte 3 m lang werden. Das größte gefundene Exemplar brachte es auf stolze 3,30 m. Forscher schätzen, dass der Ichthyosaurus zwischen 10 und 15 Jahre alt geworden sein könnte.

Der Ichthyosaurus war ein Jäger. Ernährt hat er sich von Fischen, Weichtieren und kleinen Meeresreptilien. Das ist durch Fossilienfunde im Bauchraum belegt.

Wie bereits erwähnt, gehörte der Ichthyosaurus zur Gattung der Ichthyosaurier. Die wies deutlich größere Vertreter auf als ihn, die auch Jäger waren. Nicht nur große Ichthyosaurier bedrohten den Ichthyosaurus. Auch der Pliosaurier machte Jagd auf ihn.


Fossilienfunde des Ichthyosaurus

Fossilien des Ichthyosaurus hat man bisher ausschließlich dort gefunden, wo heute der Kontinent Europa liegt. Daraus kann man aber nicht schließen, dass er nur hier gelebt hätte. Die Fundsituation ist zu schwach, um belegbare Aussagen zu seinem Lebensraum machen zu können. 

Das erste komplette Skelett eines Ichthyosaurus hat ein erst 12 Jahre altes Mädchen namens Mary Anning im Jahr 1811 gefunden. Das war an der Jurassic Coast im Süden Englands. Der Fossile Beach bei Lyme Regis ist bis heute bekannt für seine vielen Fossilien. Im Jahr 1812 fand sie dann das restliche Skelett. Sie gilt damit als der erste Mensch, der ein vollständiges Skelett eines Ichthyosaurus gefunden hat.

Für Mary Anning war dieser Fund entscheidend für den weiteren Lebensweg. Sie blieb fasziniert von den Tieren der Urzeit und gilt als eine der ersten Paläontologinnen überhaupt.

Wer die Funde von Mary Anning sehen möchte, sollte im Natural History Museum in London und im Oxford University Museum of Natural History vorbeischauen. Auf der Seite des Museums von Oxford gibt es auch interessante Informationen zu Mary Anning.


Mein Fazit

Der Ichthyosaurus ist ein marines Reptil des Jura. Ich finde die Ähnlichkeit zu den heutigen Delfinen wirklich frappierend. Dinosaurier sind ein spannender Aspekt der Paläontologie. Das gilt auch für andere Tiere aus ihrer Zeit wie den Ichthyosaurus.

Ein Bonmot am Rande: Joseph Victor von Scheffel schrieb ein Gedicht Der Ichthyosaurus. Es wird nach der Weise des Loreley-Liedes gesungen und steht bis heute im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch.

Ansonsten hat er es nur bedingt in die Hitlist der populären Urzeittiere geschafft. In naturkundlichen Produktionen der BBC über die Urwelt taucht er immer wieder mal als ein Beispiel für maritime Reptilien auf.


Veröffentlichungen zu Ichthyosauriern

Auch wenn Ichthyosaurier vielleicht keine Popstars der modernen Unterhaltungskultur sind, sind sie doch für die wissenschaftliche Forschung von Interesse.

Hier sind einige wissenschaftliche Publikationen über Ichthyosaurus (und nahe Verwandte). Durch Klick auf den jeweiligen Link könnt ihr ein Abstract und dort ggf. auch die Veröffentlichung selbst aufrufen.

  1. Dean R. Lomax & Judy A. Massare
    Two new species of Ichthyosaurus from the lowermost Jurassic (Hettangian) of Somerset, England
    2017, Papers in Palaeontology
  2. Dean R. Lomax & Sven Sachs,
    On the largest Ichthyosaurus: A new specimen of Ichthyosaurus somersetensis containing an embryo
    2017, Acta PalaeontologicaPolonica
  3. Feiko Miedema, Dylan Bastiaans, Torsten M. Scheyer et al.
    A large new Middle Jurassic ichthyosaur shows the importance of body size evolution in the origin of the Ophthalmosauria
    2024, BMC Ecology andEvolution
  4. Henrik Stöhr & Ingmar Werneburg
    The Tübingen collection of ichthyosaurs from the Lower Jurassic (Lower Toarcian) Posidonienschiefer Formation of Württemberg: a historical and curatorial perspective
    2022, Palaeodiversity
  5. Marta S. Fernández, Lisandro Campos, Agustina Manzo & Evangelos Vlachos
    Bone Connectivity and the Evolution of Ichthyosaur Fins
    2024, Diversity
  6. Michael W. Maisch, Achim G. Reisdorf & Rudolf Schlatter
    A large skull of Ichthyosaurus (Reptilia: Ichthyosauria) from the Lower Sinemurian (Lower Jurassic) of Frick (NW Switzerland)
    2008, Swiss Journal ofGeosciences
  7. Nathan Bardet & Marcelo Fernández
    A new ichthyosaur from the Upper Jurassic lithographic limestones of Bavaria
    2015, Journalof Paleontology
  8. Torsten M. Scheyer & Markus Moser
    Survival of the thinnest: rediscovery of Bauer’s (1898) ichthyosaur tooth sections from Upper Jurassic lithographic limestone quarries, south Germany
    2011, Swiss Journal ofGeosciences
  9. Valentin Fischer et al.
    New ophthalmosaurid ichthyosaurs from the European Lower Cretaceous demonstrate extensive ichthyosaur survival across the Jurassic–Cretaceous boundary
    2012, PLoS ONE

Wenn Du Dich für den Ichthyosaurus und seine Gattungsgenossen interessierst, kommst Du hier auf den wissenschaftlich aktuellen Stand der Forschung.