Posts mit dem Label Irland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Irland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 11. Juni 2016

Dingle: Thomas Crean - Antarktisfahrer und Wirt

Was habe ich mich gefreut, als ich auf SPON einen Bericht von Martin Kaluza über einen Ausflug nach Irland lesen durfte. Genau genommen ging es auf die Dingle-Halbinsel, und dort in einen Pub. Genau genommen nicht irgend ein Pub. Martin Kaluza trank ein Bier im South Pole Inn in Annascaul.

Diesen Pub findest Du im Haus des Antarktisfahrers Thomas Crean. Als Crean von seinen Reisen zurück kam, heiratete er und betrieb fortan diese Kneipe. Heute heißt der Wirt Thomas Kennedy, er ist ein Großcousin von Crean.

Lest den Artikel von Martin Kaluza, und trinkt dazu ein gutes Bier!

Ich selbst war 2014 in Dingle und habe das in einer kleinen örtlichen Brauerei hergestellte Crean's Lager getrunken. Es schmeckt gut und erinnert an Crean.

Samstag, 23. Mai 2015

Mehrheit der Iren stimmt für die Homo-Ehe

Spiegel Online berichtet, dass die Mehrheit der Iren für die Einführung der Homo-Ehe stimmt. Glückwunsch an die Iren, dass sie eine Verfassung haben die es vorsieht, dass das Volk zu wichtigen und grundlegenden Entscheidungen befragt wird.

Wir in Deutschland haben das nicht. Die Obrigkeit sitzt im Bundestag, hält große Reden und entscheidet dann mit Mehrheit was immer sie will. Dem Volk wird das bestenfalls erklärt, aber es wird nie befragt.

Ich meine, dass mehr Demokratie Deutschland auch ganz gut täte. Wenn ich lese, dass Iren aus dem Ausland extra gekommen sind um abstimmen zu können, macht mich das neidisch. Da lebt die Demokratie. Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen 2015 lag die Wahlbeteiligung bei 50,1%. Das bedeutet, knapp die Hälfte der Wahlberechtigten sieht in der Beteiligung an unserer Demokratie keinen Sinn und bleibt lieber daheim.

Im Grundgesetz heißt es, dass die Parteien bei uns an der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken. Die Realität zeigt, dass die Menschen mehr und mehr aufgeben mitwirken zu wollen, weil die Parteien sich alle Entscheidungen unter den Nagel gerissen haben. Die Menschen sehen keinen Sinn mehr darin sich zu beteiligen, und damit sehen sie keinen Sinn in unserer Demokratie.

Meine Forderung ist, dass wichtige Fragen die Zukunft Deutschlands betreffend künftig per Volksabstimmung zu entscheiden sind. Wir brauchen eine Entmachtung unserer Parteien. Sie sollen mitwirken an unserer Willensbildung, sie uns aber nicht komplett abnehmen!

Sonntag, 1. Juni 2014

Anschnallpflicht im Fernbus

Hinweis auf die Anschnallpflicht im Bus
Bei meinem letzten Irland-Aufenthalt habe ich das Land auch per Fernbus bereits. Das System ist dort sehr gut ausgebaut.

Mir ist aufgefallen, dass für die Gäste im Bus eine Anschnallpflicht besteht. In Deutschland benutze ich meist nur die Linienbusse, in denen Fahrgäste auch stehen. Für Reisebusse gibt es diese Pflicht aber schon länger.

Die Gurtpflicht für neue Reisebusse wurde in Deutschland schon 1999 gesetzlich verankert. Auf EU-Ebene gibt es eine solche Pflicht seit 2006. Ältere Fahrzeuge sind jedoch von der Pflicht ausgenommen, so dass man sich hier nicht anschnallen muss (und, wenn die Busse nicht nachgerüstet sind, auch nicht kann).

Trotzdem ist das Thema immer mal wieder in der Presse, insbesondere nach schweren Unfällen.


Mittwoch, 28. Mai 2014

Irland - weitere Hinweise auf den Linksverkehr

Hinweisschild vor eine Hotel in Killarney
Vorgestern habe ich darauf aufmerksam gemacht, wie Besucher vom Kontinent in Dublin an Fußgängerüberwegen darauf aufmerksam gemacht werden, doch in die richtige Richtung zu gucken.

Vor einem Hotel in Killarney sah ich das nebenstehende Hinweisschild. Die Gäste können sich Mietwagen direkt in das Hotel bringen lassen. Man sollte annehmen, dass die dann auch wissen, dass in Irland der Linksverkehr gefahren wird.

Ich fragte mich schon, zu welchen Unfällen es mit Fußgängern in Dublin gekommen sein mag,dass man die Hinweise auf den Straßen gegeben hat. Aber auch bei dem Hotel muss einiges passiert sein, sonst hätte man das Hinweisschild nicht aufgestellt.

Montag, 26. Mai 2014

Irland: Rücksichtnahme auf Besucher vom Kontinent

Dublin: Warnhinweis an Fußgängerüberweg
Ich war in der vergangenen Woche für einige Tage in Irland. Dort fährt man wie auch in Großbritannien im Linksverkehr. Für uns Besucher vom Kontinent ist das etwas ungewöhnlich.

Im letzten Jahr sind mir in Dublin ja schon die etwas anderen Fußgängerampeln aufgefallen.

Für den Besucher aus einem Land mit Rechtsverkehr ist der Warnhinweis an den Fußgängerüberwegen hilfreich. Zumindest in Dublin habe ich doch die deutliche Warnung "look right" auf den Straßen gesehen. Ich finde das gut. 

Mittwoch, 28. August 2013

Autounfall im Ausland und europäische Hürden der Gerechtigkeit

Normalerweise schreibe ich hier über Fragen zum Schadensersatz- oder Versicherungsrecht. Darum geht es heute nicht.

Rechte zu haben ist etwas tolles. In Europa kann man hingehen wo man will. Oder mit dem Auto fahren. Dieses Recht nennt man Freizügigkeit.

Ich will jetzt auch nicht davon reden, dass es sinnvoll sein könnte, die Verkehrsregeln zu vereinheitlichen. In den unterschiedlichen Regeln kann man auch die Herausforderung sehen, sich bewusst zu machen, dass man nicht im eigenen, sondern in einem anderen Land ist.

Aber es gilt, dass man sich an die Verkehrsregeln halten muss, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Egal ob im eigenen oder einem anderen Land. Sonst gibt es eine Sanktion, die kann ein Bußgeld oder eine Strafe sein.

Die Kehrseite der Freiheit nennt sich nun einmal Verantwortung. Die Sanktion ist die Folge davon, daß jemand seiner Verantwortung nicht gerecht wurde. Straftäter zur Verantwortung zu ziehen, ist für mich eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber ihren Opfern.

In Ungarn ist man momentan sauer auf Irland im Allgemeinen. Und auf die EU-Kommissarin Viviane Reding im Besonderen. In der Welt vom 30.04.2013 werden die Hintergründe erklärt.

Die Kurzfassung: Ein Ire hat in Ungarn einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem zwei Kinder getötet wurden. Er kam in Untersuchungshaft. Im Vertrauen darauf, daß er zur Strafverhandlung wieder nach Ungarn kommt bzw. daß Irland für die Bestrafung sorgt, ließ man ihn bis dahin gehen. Er kam jedoch nicht zurück und wurde - nach Ungarischem Recht - in Abwesenheit zu einer Strafe verurteilt.

Die musste der Mann bis heute nicht antreten. Freiwillig kam er nicht, Irland lieferte ihn nicht aus und bestrafte ihn auch nicht.

Lassen wir Viviane Reding beiseite. Die bezieht politische Prügel für einen Sachverhalt, für den sie selbst nichts kann. Das mag ihr Job sein. Aber objektiv ist es bedeutungslos.

Es gibt den Europäischen Haftbefehl. Danach sind Straftäter in ein anderes europäisches Land auszuliefern, damit ihnen dort der Prozeß gemacht wird. Der funktioniert aber nicht wie gedacht.

Wie wäre es, wenn der Autofahrer kein Ire, sondern ein Deutscher gewesen wäre? Antwort: er könnte sich hinter dem Grundgesetz verstecken und käme wie der Ire wohl auch ungeschoren davon.

Artikel 16 Absatz 2 Grundgesetz sagt, daß kein Deutscher an das Ausland ausgeliefert werden darf. Dazu gibt es ein sehr interessantes Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG lassen wir jetzt mal außen vor. Der ermöglicht, Regeln zu einer Auslieferung von Straftätern zu schaffen.

Aber jetzt ist der Autofahrer in Ungarn in Abwesenheit verurteilt worden. Bußgelder kann man in Europa inzwischen vollstrecken. Haftstrafen nicht. Aufgrund des Prinzips, daß man für ein Fehlverhalten nur einmal bestraft werden kann (ne bis in idem), kann man ihm in Irland auch nicht mehr den Prozeß machen.

Ich finde die Freizügigkeit in Europa gut. Aber diese Freiheit bedeutet nicht, dass jemand das Recht hat Straftaten zu begehen und ungeschoren davon zu kommen. Das gilt ja auch für Leute, die sich bei uns nicht an die hier geltenden Regeln halten. Wer in einem fremden EU-Land Straftaten begeht, sollte dort vor Gericht gestellt werden können.

Donnerstag, 15. August 2013

Irland: Fußgängerampeln mal anders

Ich habe im Juli einige Tage in Dublin Urlaub gemacht und dabei etwas gesehen, über das ich mehr erstaunt war als über die Fähigkeit der Iren, wirklich alles was mit Mobilität zu tun hat im Linksverkehr zu betreiben: deren Fußgängerampeln.

Darf man gehen, ist die Ampel grün wie auch bei uns.

grün: Du darfst gehen auch wenn Du noch nicht auf der Straße bist

Dann gibt es eine Gelb-Phase. Wer auf der Straße ist, darf noch fertig rübergehen. Wer die Straße noch nicht betreten hat, sollte stehen bleiben.

gelb: Du darfst gehen, wenn Du schon auf der Straße bist. Bist Du noch nicht auf der Straße, warte bis wieder grün ist.

Rot bedeutet, man soll stehen bleiben. Die Autos haben viel schneller als bei uns ihr grün, so daß man sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Straße befinden sollte. Aber es gibt einen Countdown der anzeigt, wann die Ampel wieder auf grün umspringt.

rot: nix da mit gehen, bleib stehen.

Das Resultat ist ähnlich wie bei uns: die Fußgänger werden sicher über die Straße geleitet. Aber die Herausforderung wurde in Irland etwas anders gemeistert als bei uns.

Es wird immer mal wieder darüber gesprochen, ob man die Verkehrsregeln in Europa nicht komplett vereinheitlichen sollte. Politisch spricht dagegen, dass damit die Mitgliedsstaaten ein Souveränitätsrecht an Brüssel abgeben müssten, das ihnen noch geblieben ist. Man muss auch nicht alles gleichmachen. Aber voneinander lernen wie man Dinge auch machen kann, und dann die beste Lösung heraussuchen, das fände ich nicht schlecht.