Dienstag, 13. Januar 2015

Datenschutz: ein Blick zu Microsofts One Drive

Gestern habe ich über die neuen Datenschutzrichtlinien von Facebook geschrieben.

Heute möchte ich auf One Drive zu sprechen kommen. Das ist ein Dienst von Microsoft, der im Prinzip eine kostenlos zu nutzende Festplatte im Internet darstellt. Deutsche Nutzer bekommen 15 GByte Speicher. Wer mehr haben möchte, muss dafür zahlen.

One Drive hat ausführliche Nutzungsbedingungen. Ich empfehle Punkt 3.5 der Nutzungsbedingungen genau zu lesen. Hier steht, wofür man One Drive nicht nutzen darf. Hier heißt es unter anderem: 
i. Nutzen Sie die Dienste nicht für illegale Zwecke.

ii. Führen Sie keine Aktionen aus, die Kinder ausbeuten oder diesen Schaden zufügen oder zufügen könnten.
iii. ...
iv. Veröffentlichen Sie keine unangebrachten Bilder (z. B. Nacktheit, Brutalität, Pornografie).
Dass Webdienste nicht für Kinderpornographie benutzt werden dürfen, leuchtet jedem ein. Aber wie will Microsoft das feststellen? Ganz einfach: Microsoft untersucht die Dateien, die auf One Drive abgelegt werden. Egal ob sie mit anderen Nutzern geteilt werden oder nicht.

Auf das Thema bin ich durch einen Eintrag im Law-Blog gekommen. Hier berichtet ein Anwalt von einem Mandanten, der in One Drive diverses Material abgelegt hat. Unter anderem auch ein Bild, das von der durch Microsoft genutzten Software als kinderpornographisch identifiziert wurde.

Microsoft hat die Sache weitergemeldet an das amerikanische center for missing & exploited children. Über die amerianische Polizei erfolgte die Meldung an das BKA. Die Wohnung des Mannes wurde durchsucht und seine gesamte EDV-Hardware beschlagnahmt.

Über Praxis von Microsoft, Inhalte zu scannen und ggf. rechtliche Schritte einzuleiten, hatte der Spiegel schon berichtet, neu ist diese Info also nicht. Um kinderpornographische Inhalte zu identifizieren, hat Microsoft mit PhotoDNA eine eigene Software entwickelt. Das ist etwas, was ich persönlich gut finde.

Aber mich beängstigt doch der Gedanke, dass alle meine online abgelegten Inhalte untersucht werden auf strafrechtliche Relevanz. Wie wäre das mit geltendem Recht zu vereinbaren, wenn ich als Rechtsanwalt Software und Online-Dienste von Microsoft nutze? Oder als Arzt dort Dateien ablege, die meine Patienten betreffen? Wo bleiben Anwalts- und Arztgeheimnis?

Letzten Endes muss jeder wissen, dass es im Internet keine Anonymität und keine Geheimnisse gibt. Und dass ein Unternehmen wie Microsoft sich davor schützen möchte, in Verdacht zu geraten Kinderpornographie zu unterstützen, kann ich auch verstehen. Zumal man sich als Dienstanbieter in dem Kontext auch leicht strafbar machen kann.

Ich nehme an, dass die Bekämpfung von Terrorismus ein weiterer Aspekt ist, der Microsoft zur Überwachung der Inhalte auf seinen Servern veranlasst.

Aber wie weit die Untersuchungsbefugnisse gehen, ist doch schon erstaunlich.

Montag, 12. Januar 2015

Facebook - Datenschutzrichtlinien

Den neuen Regeln stimmt zu, wer Facebook weiter nutzt.
Über Datenschutz und Facebook reden alle. Spiegel, Süddeutsche oder Stuttgarter Zeitung berichteten schon vor längerer Zeit. Der eigentlich für den 1. Januar 2015 geplante Start der neuen Datenschutzregeln wurde um einen Monat verschoben. Die Zeit berichtete, auch die Augsburger Allgemeine. Wer nach dem 31. Januar 2015 Facebook weiter nutzt stimmt den neuen Regeln zu.

Das bedeutet: wer mit ihnen nicht einverstanden ist, muss sein Konto bei Facebook löschen.

Man hat keine Alternative. Sicherlich werden wieder lustige Bildchen auf verschiedenen Facebook-Profilen auftauchen, dass man sich mit den neuen Regeln zum Datenschutz nicht einverstanden erkläre. Aber ihr habt die Erklärung abgegeben, wenn ihr Euch bei Facebook eingeloggt habt. Das Einloggen ist die Erklärung! Also vergesst diese Bildchen. Damit macht ihr euch nur lächerlich.

Also: wer nicht einverstanden ist, muss sein Konto bis Ende Januar löschen.

Facebook informiert meines Erachtens sehr gut zum Thema Datenschutz und dazu, was mit den Daten passiert. Wer mag, kann sich die Datenverwendungsrichtlinien anschauen. Facebook erklärt sehr ausführlich, welche Informationen es von seinen Nutzern erhält und was es damit macht.

Das ist relativ abstrakt. Aber ich traue den Lesern meines Blogs durchaus zu, sich das selbst anzugucken. Aber wer es sich etwas leichter machen will, dem empfehle ich den Artikel zu Facebook beim Nachtwächter-Blog. Der Nachtwächter kommt für sich übrigens zum Ergebnis, dass er sich bei Facebook abmelden möchte.

Wer wissen möchte, was Facebook im Ergebnis so genau über ihn an andere mitteilt, dem empfehle ich die Privacy Awareness App. Du musst der Seite den Zugriff auf den eigenen Facebook-Account erlauben. Und dann wirst du sicherlich so erstaunt sein wie ich.

Auf meine Bilder zuzugreifen ist einfach. Das hätte jeder auch gekonnt. Aber die Software erfasst aus meinen Beiträgen bei Facebook auch, was ich so denke. Muss noch nicht mal politisch sein - es wird einfach alles erfasst. Und da war ich selbst ein wenig schockiert, was Facebook alles von mir weiß. 

Mein Fazit: ich bleibe bei Facebook. Mir ist klar, dass es sich um ein Unternehmen handelt, das mit seinem Angebot Geld verdienen möchte. Ich finde das legitim. Und da ich nichts bezahle, bin ich auch mit gezielter Werbung einverstanden.

Aber ich werde sehr vorsichtig, was ich poste. Vielleicht werden es künftig nur noch meine Blogbeiträge sein? Jedenfalls werde ich in Zukunft deutlich weniger Informationen über mich selbst preisgeben als ich das in der Vergangenheit gemacht habe. Das ist mein Kompromiss, mit dem ich bei Facebook bleibe.

Dienstag, 6. Januar 2015

Griechenland ist toll - wer etwas anderes sagt, der lügt!

Stolz weht die Fahne der Hellenen!
Die Medien überbieten sich gerade. FOCUS meint, der Ausstieg Griechenlands aus dem Euro würde Deutschland und die Deutschen 72 Milliarden Euro kosten.

Schaut Euch mal den Link zu Focus an. Er beginnt:

http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/70-milliarden-in-gefahr-teures-grexit-so-viel-wuerde-deutschland-der-austritt-griechenlands-kosten....

Da war noch von 70 Milliarden die Rede. Offenbar hat man noch etwas drauflegen wollen. Und die Rede ist von "Gefahr" und was es kostet...

Die Konkurrenz von der Welt kann mehr. Dort heißt es, "uns" würde der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ganze 80 Milliarden Euro kosten.

Wer bietet mehr?

Im November berichtete die Süddeutsche, dass Griechenland endlich mehr Steuern einnehme als der Staat Geld ausgebe. Dabei kommt immerhin ein Kernfehler der "Sanierungen" im Land der Hellenen raus: die Zeche zahlt der sprichwörtliche kleine Mann. Jobs gehen verloren, die Renten werden zusammengestrichen, das Gesundheitssystem funktioniert nicht gut, in Bildung wird nicht investiert. Relativ ungeschoren kommt die reiche Elite davon.

Mir ist völlig klar, dass die Menschen in so einer Situation aufbegehren. Ob es rechte Spinner sind wie die Goldene Morgenröte oder eher doch seriöse, aber sehr national argumentierende Linkspopulisten wie Syriza. Natürlich bekommen diese Kräfte Zulauf von enttäuschten Menschen, die ins Nichts fallen und die einfach nur in ihrem eigenen Land eine Zukunft haben möchten.

Wer immer in Griechenland nach der nächsten Wahl die Regierung stellt: sie wird sich an das geltende Recht halten. Und dazu gehören auch Verträge, die einzuhalten sind. Man kann nicht einfach sagen "ich zahle meine Schulden nicht mehr" - auch wenn die Lügenonkel in Politik und Medien mit durchaus verschiedenen Hintergedanken dieses Szenario an die Wandmalen. Und die Lügentanten verstehen, das Szenario noch zu kolorieren.

Wer profitiert eigentlich von der aktuellen Panikmache? In Athen breche die Börse ein, so die Welt. Und der Spiegel meint, dass wegen dieser Möglichkeit international gestern schon die Börsen "eingebrochen" sein sollen.

Wer glaubt, dass Griechenland an der Bewertung deutscher Unternehmen an der deutschen Börse maßgeblich ist? Ich nicht!

Und: wer hat an den fallenden Kursen verdient? Und welchen Einfluss haben diese Kreise auf unsere Medien? Unsere Medien verlieren zu dieser nahe liegenden Frage keine Silbe.

Es gibt keine Fakten, welche die aktuelle Panikmache rechtfertigen! Nur "Meinungen" oder "Annahmen" oder "Prognosen" - nicht mal echter Glaube.

Selbst ein Austritt Griechenlands aus dem Euro ist eine Katastrophe, sondern eine Chance für das Land der Hellenen. Kluge Menschen wie Hans-Werner Sinn sehen und sagen das auch. Damit ist das Szenario - wenn man ehrlich ist - auch eine Chance für ganz Europa!

Insofern bin ich recht ruhig. Was immer Griechenland machen wird: im Euro bleiben oder eine eigene Währung wieder einführen: ich wünsche dem Land, dass es sich erholt. Und das wird es!

Die Panikmache von (durchaus außergriechischen) Eliten stört mich nicht. Diese Leute wollen nicht wahr haben, dass die Menschen von Europa profitieren und nicht an ihm leiden sollen. Der Euro hat leider das Potential, unseren Kontinent mehr zu spalten als zu einen. Er ist ein feuchter Altmännertraum, der mit gewaltigen handwerklichen Fehlern initiiert wurde und verwaltet wird.

Klar ist: abgeschafft wird die Gemeinschaftswährung nicht. Sie ist dafür schlicht zu groß und inzwischen zu etabliert. Es werden aber möglicherweise einige Länder eigene Wege gehen.

Ich hoffe, dass die Krise irgendwann ausgestanden ist. Und dass die dann im Euro verbliebenen Länder die Währung solide und stabil halten können. Wenn das klappt, werden andere Länder langsam dazukommen. Aber nur, wenn es von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen her passt.

Ganz ehrlich: Griechenland ist  toll! Wer etwas anderes behauptet und mit Ängsten der Menschen in Deutschland Politik macht, ist ein Demagoge. Solche Leute lügen mit jeder Silbe. Hört nicht auf sie!

Und ich werde vermehrt nach Griechenland fahren. Mein Urlaubsgeld zumindest zum Teil dort zu lassen ist meine Investition in das Land der Hellenen!

Montag, 5. Januar 2015

Tennis: Unfallversicherung zahlt nicht, wenn man mit dem Fuß umknickt

Ich habe heute Heft 2/2015 der Zeitschrift Versicherungsrecht erhalten. Darin enthalten ist auf S. 61 ein Beschluss des Kammergerichts Berlin (vom 30.05.2014, Aktenzeichen 6 U 54/14).

Hier ging es um Ansprüche aus der privaten Unfallversicherung. Der Versicherungsnehmer hatte sich beim Tennisspiel den Fuß umgeknickt. Er wollte seine Unfallversicherung in Anspruch nehmen. Das wurde abgelehnt, das Gericht hat die Ablehnung im Ergebnis bestätigt.

Grund ist, dass der Unfallbegriff (im Gesetz in § 178 VVG definiert) nicht erfüllt war. Wenn man umknickt, fehlt es am Merkmal "von außen". Daher muss die Unfallversicherung hier nicht zahlen.

Etwas anderes, so das Gericht, wäre es gewesen wenn der Kläger z.B. auf Blättern ausgerutscht wäre. Das hätte er jedoch beweisen müssen.

Samstag, 3. Januar 2015

Traffic Droid: der Fahrrad-Sheriff von London

Der Spiegel berichtet über einen Mann, der auf dem Fahrrad in London unterwegs ist und Verkehrsdelikte feststellt, die von Autofahrern begangen werden.

Der Mann zeichnet seine Fahrten mit Helmkameras auf und stellt rücksichtslose Autofahrer bloß, indem er seine Videos auf einem eigenen Channel auf YouTube veröffentlicht.

Die Frage nach dem Datenschutz darf hier ganz legitimerweise gestellt werden. Videoüberwachung ist nicht immer und überall erlaubt, schon gar nicht wenn die Bilder ohne Einwilligung der Abgebildeten dann im Internet veröffentlicht werden.

Freitag, 2. Januar 2015

TÜV Report 2014

Oldtimer (im Technikmuseum Speyer)
Anfang Dezember wurde der TÜV Report 2014 veröffentlicht.

Danach bekommen deutsche Autos überwiegend gute Noten. Mängel steigen mit dem Fahrzeugalter an. Je besser die Wartung des Fahrzeuges sei, desto weniger Mängel gibt es bei der Hauptuntersuchung. Mich überrascht das nicht wirklich.

Im Automagazin der WELT wurde gar eine Liste von 5 Autos veröffentlicht, um die man (angeblich) besser einen großen Bogen machen solle.