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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Rentenauskunft zu hoch?

Das ARD-Magazin PlusMinus bringt am heutigen Mittwoch einen Beitrag, in dem es u.a. um die gesetzliche Rente geht. Experten halten die Renten-Prognosen für viel zu hoch, so titelt der Spiegel. Im September hatten wir das Thema auch schon einmal hier im Blog.

Ich habe im September darauf hingewiesen, dass die heutigen Zahlenprognosen von der heutigen Kaufkraft ausgehen müssen. Anders geht es ja nicht. Wird mir heute eine Rentenzahlung von 1000 Euro in 30 Jahren prognostiziert, muss ich davon ausgehen, dass die Kaufkraft der Rentenzahlung der heutigen Kaufkraft von ca. 1/3 dieses Geldbetrages entspricht. Das bedeutet, für 1000 Euro bekomme ich, was ich heute vielleicht für 350 Euro bekommen würde.

PlusMinus weist zusätzlich noch darauf hin, dass aus den Rentenbeiträgen Steuern und Sozialabgaben zu zahlen sind. Das ist auch richtig so, sofern die Rentenbeiträge heute aus dem Netto-Einkommen gezahlt werden. Aber man muss sehen, dass sich der ausgezahlte Beitrag durch diese Abgaben noch einmal spürbar verringert.

Prof. Dr. Stefan Sell von der FH Koblenz (Campus Remagen) wird denn auch damit zitiert, dass die Legitimation des heutigen Rentensystmes für junge Beitragszahler infrage stehe, wenn solche Aspekte wirklich transparent gemacht würden. Ich persönlich halte das Funktionieren der sozialen Sicherungssysteme für einen wesentlichen Faktor, dass unser politisches System von den Menschen akzeptiert wird. Weimar ist nicht zuletzt an der Not vieler zusammengebrochen, aus Elend und Armut keine andere andere Perspektive sahen als gewissen Kräften zu folgen.

Von daher finde ich es sehr, sehr wichtig über diese Dinge zu sprechen. PlusMinus leistet hier einen wertvollen Beitrag, um die notwendige gesellschaftliche Debatte zu fördern.

Samstag, 26. Oktober 2013

Griechenland und die sozialen Sicherungssysteme

Auf Spiegel Online ist heute ein Artikel von Fragkiska Megaloudi veröffentlicht worden, der sich mit Griechenland und der Lage des Mittelstandes befasst. Er ist sehr interessant zu lesen, daher weise ich auf ihn hin.

Dabei geht es mir nicht (nur) um Griechenland, sondern auch um uns. Die Situation in Griechenland verdeutlicht Gefahren, die auch in Deutschland bestehen: das denkbare Zusammenbrechen der sozialen Sicherungssysteme.

Mich interessiert an dieser Stelle nicht, dass die Lage viele Griechen von Europa entfremdet hat, das sie für die Lage (mit) verantwortlich machen. Ich will nicht diskutieren, ob der Euro eine Mitverantwortung an der Krise hat, oder ob er lediglich die Mißstände mit sichtbar gemacht und ihre Wirkung katalysiert hat.

Fragkiska Magaloudi berichtet vom Geschäftsinhaber Giorgos Koutsogiannis, der mit folgenden Worten zitiert wird:
Ich kann mir meinen Krankenkassenbeitrag nicht mehr leisten. Also zahle ich einfach nicht mehr.
Megaloudi berichtet, dass fünf Jahre der Rezession Griechenlands Mittelschicht ausgezehrt haben. Seit 2009 sei das Haushaltseinkommen um fast 30 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote liege bei 27 Prozent.

Der eigentliche Knaller des Berichts liegt bei den Auswirkungen der Krise auf die sozialen Sicherungssysteme Griechenlands. Megaloudi schreibt:
Rund 65 Prozent der Beiträge zur Sozialversicherung werden inzwischen nicht mehr gezahlt - weil Bürger wie der Ladenbesitzer Koutsogiannis es sich nicht mehr leisten können. Allein bei der größten Sozialversicherung des Landes entstand so im vergangenen Jahr ein Loch von acht Milliarden Euro.
Rechnen wir diese Zahlen mal auf Deutschland hoch. Griechenland hat ca. 10 Millionen Einwohner, so das Ergebnis der Volkszählung 2011. Deutschland hat ca. 80 Millionen Einwohner, so das Statistische Bundesamt für 2013.

Unter dem Begriff Sozialversicherung fasst man Kranken-, Pflege-, Unfall-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung zusammen. In Deutschland erfolgt die Finanzierung überwiegend aus Beiträgen, zum Teil auch aus Steuermiteln. Insbesondere bei der Rentenversicherung haben wir ein Umlagesystem. Die laufenden Einnahmen werden dafür verwendet, Ansprüche zu bezahlen.

Es soll bitte keiner glauben, in Deutschland wäre alles prima nur weil unsere Eliten sich nicht so maßlos selbst bedient haben wie in anderen Ländern. Auch wir haben erhebliche strukturelle Probleme. Die fehlende Nachhaltigkeit unserer Sicherungssysteme ist so ein Problem. Ich bin kein Fan einer ausschließlichen Kapitaldeckung - auch die hat erhebliche Risiken. Aber ein gesunder Mix tut not.

Ich will nicht völlig schwarz malen. Aber hier ein Zahlenspiel ausgehend von dem Szanario, dass 65% der Beitragseinnahmen nicht mehr gezahlt werden. Mein Beispiel ist die gesetzliche Rente.

Im Monat gibt die gesetzliche Rentenversicherung ca. 16 MRD € für Rentenleistungen aus. Dieses Geld wird im Umlageverfahren finanziert. Das heißt, wenn die Einnahmen wegbrechen, um 65% wie in Griechenland, gibt es ein Problem. Dann werden nicht mehr monatlich 16 MRD € eingenommen, sondern nur noch ca. 6 MRD €. Man hat keine 16 MRD € mehr, die zur Auszahlung der Renten verwendet werden können. Und nein, auch über den Steuertopf kann man das in so einer Situation nicht ausgleichen. Das Geld ist schlicht nicht da.

Dass es zu Rentenkürzungen in so einer Krise kommen muss, verstehe ich. Aber ein System zu belassen, das den Rentnern aufgrund fehlender Einnahmen nur noch 35% ihrer Rentenansprüche auszahlen kann, halte ich in höchstem Maße für fahrlässig.

Was Griechenland angeht, darf Europa es nicht im Stich lassen. So meine Meinung. Das mögen in Deutschland politisch wohlfeile Worte sein. Aber gesagt werden müssen sie. Weil sie richtig sind.

Aber: wir müssen dringend auch bei uns die Hausaufgaben machen. Wir sind die größte Volkswirtschaft in Europa. Und erkennbare Mißstände dürfen wir nicht so anbrennen lassenn, dass sie Europa wirklich erschüttern und das  Vertrauen unserer Bürger in unser politisches System nachhaltig zerstören können.

Es scheint, dass sich derzeit Union und SPD zu einer großen Koalition mit so nie gekannter politischer Macht zusammentun. Ich hoffe, sie nutzen diese Gelegenheit die Dinge in Deutschland zum Guten zu wenden und unsere sozialen Sicherungssysteme nachhaltig und damit zukunftssicher zu machen.

Mittwoch, 18. September 2013

Lebensversicherungen: einige bringen ihren Kunden gute Rendite

Die FAZ brachte gestern einen Bericht über die Renditen von Lebensversicherungen.

Wörtlich heißt es hier: "Zu der Gruppe der leistungsstärksten Versicherer zählen Marktführer Allianz, die Bayern-Versicherung, die Debeka und die Cosmos."

Vor einigen Jahren haben viele Versicherer auf Aktien gesetzt, was in der Krise nicht funktioniert hat. Die Mannheimer Lebensversicherung geriet sogar in Schwierigkeiten. Viele Verträge mussten durch die von der Versicherungswirtschaft finanzierte Sicherungseinrichtung Protektor fortgeführt werden.

Momentan haben wir ja wieder eine Finanzkrise und sogar eine Krise unserer Währung. Ich finde es bei den geringen Zinsen, die momentan am Kapitalmarkt zu erzielen sind, schon sehr beachtlich, wenn es Versicherer gibt, die eine hohe Rendite erwirtschaften und an ihre Kunden weitergeben können.

Sie zeigen, dass eine nachhaltige und sichere Kapitalanlage von Geldern für die Alterssicherung (für die Lebensversicherungen oft abgeschlossen wurden) möglich ist. Man sollte eine zumindest teilweise Kapitaldeckung z.B. für die gesetzliche Rentenversicherung nicht verteufeln, sondern ernsthaft in Betracht ziehen.

Samstag, 7. September 2013

Piratenpartei und Alterssicherung: nicht schlüssig, aber zumindest brauchbare Ansätze

Auf Seite 51 f. des Wahlprogramms der Piratenpartei finden sich deren Vorstellungen zur Alterssicherung.

Die Piraten gehen ähnlich wie die Linkspartei davon aus, dass unstete Erwerbsverläufe sowie die Rentenkürzungen der letzten Jahre zu Altersarmut führen.

Die Frage, ob unstete Erwerbsverläufe und Altersarmut wirklich die Regel sind, oder eher die Ausnahme, lasse ich jetzt mal bewusst offen.

Die Piraten sprechen von einer über Jahrzenten verfehlten Rentenpolitik. Das ist auch mein Eindruck. Spätestens in den 80er Jahren hätten man eine allmähliche Kapitaldeckung einziehen müssen, um ein von den Beiträgen nicht mehr gedecktes vernünftiges Rentenniveau für die alternde Bevölkerung sichern zu können.


Die Piratenpartei möchte ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle einführen. Mich überzeugt deren Idee nicht wirklich, aber lassen wir uns als Gedankenspiel mal darauf ein. Ihre Vorstellungen zur Alterssicherung sehen die Piraten als einen Baustein der Sozialpolitik, zu der auch das bedingungslose Grundeinkommen gehört.

Ihnen ist klar, dass das bisherige Rentensystem umgestaltet werden muss. Und hier wird es sehr interessant:

  1. Alle bestehenden Rentensysteme (gesetzliche Rentenkasse, berufsständische Versorgungssysteme, Pensionen im öffentlichen Dienst) werden zu einer Rentenkasse zusammengeführt.
  2. Alle steuerpflichtigen Einkommen (auch Kapitalerträge und Einkommen von Selbständigen) werden zur Zahlung von Rentenbeträgen verpflichtet.
  3. Die Bemessungsgrenze soll entfallen.
  4. Alle in Deutschland lebenden Menschen zahlen einkommensabhängig in die Rentenkasse ein. Beiträge von Selbständigen orientieren sich an ihren jeweiligen Unternehmenszahlen. Die Piraten haben dabei durchaus die Sicherung deren Existenz im Auge.
  5. Die Rentenbezüge bewegen sich in einem Korridor von einer Minimal- und einer Maximalrente. Diese Beträge werden nicht mit konkreten Zahlen unterlegt.
  6. Jährliche Anpassung der Bezüge um einen Faktor, der die Inflationsrate und weitere Faktoren wie Gesundheitskosten berücksichtigt.
  7. Die staatliche Rentenkasse verwaltet sich eigenverantwortlich, ohne direkten Zugriff durch den Staat. Dieser setzt lediglich Rahmenbedingungen. Keine versicherungsfremden Leistungen, die Rentenkasse ist für die Rente zweckgebunden.
  8. Der Stärkung der betrieblichen  Altersvorsorge ist ein eigenes Kapitel im Programm gewidmet, die Piraten sehen hier einen wesentlichen Faktor zur Alterssicherung. 
  9. Bei privaten Rentenversicherungen wollen die Piraten absolute Transparenz, was Kosten und Gebühren angeht. Ebenso dürfen keine übermäßigen Versprechungen gemacht werden, was spätere Auszahlungen angeht.
Meine Bewertung: ganz schlüssig ist die Sache in sich nicht, insbesondere was das "bedingungslose Grundeinkommen" angeht. Danach müsste jemand, der kein eigenes Einkommen hat und das dann vom Staat bekommt, daraus auch Zahlungen an die Rentenkasse leisten. Das ist nachvollziehbar. Aber was für eine Minimalrente kann so ein "nicht-selbst-Zahler" dann erwarten? Das "bedingungslose Grundeinkommen" ist doch nur für die absolut minimalen Bedürfnisse da (Wohnen, Essen, Trinken), die gestillt werden müssen. Zu mehr darf es nicht reichen, und nach den gängigen Definitionen wäre das bei uns doch Armut. Und gerade die wollen die Piraten mehr oder weniger abschaffen. Oder?

Aber der Vorschlag, die Sonderlocken bei der Altersvorsorge für Politiker (die von den Piraten allerdings nicht ausdrücklich genannt werden), Beamte, Freiberufler und andere Selbständige zu Gunsten einer Teilnahme an der allgemeinen Rentenkasse abzuschaffen, ist zukunftsweisend. Unser System der kollektiven Altersvorsorge wird das über kurz oder lang erfordern. Und die Ehrlichkeit der Piraten in diesem Punkt finde ich erfrischend. Keine Ideologie, sondern eine klare Sicht auf die Gegebenheiten.

Was mir fehlt ist eine Aussage dazu, ob man beim Umlagesystem bleibt, oder ob man eine Kapitaldeckung aufbauen will. Hier steckt der Teufel nämlich in einem ganz entscheidenden Detail:
  • gesetzliche Rente: die heutigen Auszahlungen werden aus der Umlage auf die Einzahler finanziert, z.T. gibt es Zuschüsse aus dem Steuertopf.
  • Beamte und Politiker: deren Altersbezüge werden komplett aus der Steuer finanziert.
  • berufsständische Versorgungswerke und private Rentenversicherungen: die bilden eine Kapitaldeckung, aus der später die Zahlungsverpflichtungen bedient werden. Hier  gibt es keine Zuschüsse aus der Steuer.
Diese drei Systeme in eines zusammenzuführen, wird zu Beginn einen Mix erfordern. Man kann die berufsständischen Versorgungswerke wegen Art. 14 GG auch nicht einfach schlachten und in einen großen Rententopf einführen. Letzten Endes muss es meiner Meinung langfristig darauf hinauslaufen, dass die Altersbezüge aus einem Mix von Umlage und Kapitaldeckung erwirtschaftet werden (eine reine Kapitaldeckung kann m.E. dauerhaft nicht funktionieren). Die Steuer muss da komplett raus.

Mein Fazit: die Piraten formulieren Grundideen, das war's dann aber auch. Ich denke, mehr wird man in einem Wahlprogramm auch nicht erwarten können. Insofern keine Beanstandung.

Mir reichen deren Vorstellungen, soweit ich sie verstehe, aber nicht, um der Sache eine grüne Ampel geben zu können. Aber das hier ist im Kern weit vernünftiger als alles, was ich im politisch linken Bereich sonst so gesehen habe. Insofern gibt es die gelbe Ampel.

Donnerstag, 5. September 2013

Auskunft der Deutschen Rentenversicherung Bund: die Lüge von der sicheren Rente

Erinnert Ihr Euch an den ach so lustigen Bundesminister, der in den 80er Jahren mit dem Spruch "Die Rente ist sicher" Wahlkampf machte? Der tauchte nach Beendigung seines Amtes ab und an als lustiger Mensch im Fernsehen auf.

Schaue ich mir das System der gesetzlichen Rente an, bleibt mir das Lachen inzwischen im Halse stecken. Vorgestern erreichte mich die Auskunft der gesetzlichen Rentenversicherung Bund. Ich habe die Zahlen mal etwas für diesen Blog aufbereitet:


Die Zahlen sind natürlich fiktiv.  Da ich studiert habe, begann ich erst relativ spät mit Einzahlungen ins Rentensystem. Das gebe ich zu. Daher schaue ich für mich mal nicht auf die absoluten Werte, sondern auf relative Werte.

Für die Auskunft 2009 ging ich dabei der Einfachkeit halber mal von 100 als Bezugsgröße aus. 100 € eingezahlt, 100% Entgeltpunkte, 100 € erworbener Rentenanspruch, 100 € Rentenanspruch wenn weiter so eingezahlt wird wie bisher.

Natürlich ist es nicht so. Die Rente wenn weiter so eingezahlt wird, ist bei einem Arbeitnehmer mit 40 Jahren deutlich höher als der bereits aus den Einzahlungen erworbene Rentenanspruch. Aber mir geht es ja nur darum die Bezugsgröße zu verdeutlichen.

Also: in 2011 hatte ich 26% mehr Kohle in die Rentenkasse abgeführt als in 2009. In 2013 waren das sogar 53% mehr als in 2009. Die Beiträge werden in Entgeltpunkte umgewandelt, eine Berechnungsgröße mit 4 Nachkommastellen. Ihr könnt es alle in Euren eigenen Renteninformationen nachlesen. Rechnet Eure Zahlen am besten selbst alle nach.

So weit, so gut könnte man sagen. Aber im Bescheid ist doch eine Menge Augenwischerei.

Rechnet mal Eure Werte nach. Ausgehend vom Jahr meines Eintritts in den Kreis der Rentenversicherungszahler werde ich bis zum Rentenbeginn nach obigen fiktiven Werten 374 € einbezahlt haben. So, jetzt rechnet mal aus, was Ihr rausbekommt, wenn Ihr 374 € in Eurer gesamten Arbeitszeit im Leben in ein berufsständisches Versorgungswerk oder eine private Rentenversicherung einbezahlt. Das ist deutlich mehr als die Rentenzusage, welche von der gesetzlichen Rente kommt.

Die Diskrepanz zwischen "Rente nach heutiger Einzahlung" und "Rente wenn künftig so weiter eingezahlt wird" verstehe ich übrigens. Der erste Wert ergibt sich aus den heute erworbenen Anwartschaften. Der zweite Wert berücksichtigt, dass es in Zukunft in der Bevölkerung in Prozent weit weniger  Einzahler geben wird als heute, dafür mehr Bezieher. Und wir haben doch ein umlagenfinanziertes Rentensystem. Gehe ich in Rente, wird es weit weniger Menschen geben die in die Rentenkasse einzahlen als heute, dafür mehr Leute die Geld bekommen. Und die Einzahler werden nicht so hohe Rentenleistungen finanzieren können

Und noch etwas: die von der Rente mitgeteilten Zahlen sind Eurobeträge mit der Kaufkraft von heute. Ausgehend von den Inflationsraten der vergangenen Jahrzehnte müsst Ihr davon ausgehen, dass in ca. 33 Jahren nur noch 1/3 der Kaufkraft übrig ist. Damit bleiben von meinen Einzahlungen kaum noch Euros übrig.

Eigentlich ist alles für den Arsch. Die heutige gesetzliche Rente? Das ist ein Weg in die Alterarmut. Auch für Leute, die weit über dem Durchschnitt verdienen.

So, jetzt komme ich noch mal auf den ach so lustigen Ex-Minister zu sprechen. "Die Rente ist sicher" - seine ist es ganz gewiß. In den 80er Jahren hätte man bereits vom reinen Umlagesystem langsam auf eine Kapitaldeckung umstellen müssen. Das hat man nicht, nachdem die DDR-Rentner aufgrund der Wiedervereinigung mit ins Rentensystem reingenommen hat, schien das der Politik auch nicht mehr finanzierbar. Also "weiter so" - ein anderer CDU-Slogan aus den 80er Jahren. Allerdings gelebt durchaus auch von der SPD, die zwischendurch mal an der Macht war.

Immerhin macht die Rentenversicherung Bund in ihrer Auskunft 2013 die Einschränkung, dass wir Arbeitnehmer vorsichtig sein sollten. "Gesetzliche Änderungen" (d.h. politische Entscheidungen in Gesetzesform gegossen) haben Auswirkungen auf die Rente.

Na, da werde ich mir auch mal anschauen, was die Parteien zur Bundestagswahl zum Thema zu sagen haben.
Führen sie uns in Altersarmut, streuen sie uns Sand in die Augen - oder zeigen sie Perspektiven auf, wie unser Solidarsystem die heutigen Einzahler ins System nicht zu den Verlierern stempelt, die sie heute sind?