Sonntag, 17. Juli 2022

Das Binger Loch

Ein Riff läuft quer durch den Rhein. Um den Fluss schiffbar zu machen, hat man ein Loch hinein gesprengt. So entstand das Binger Loch.

Im Rhein bei Bingen gibt es eine natürliche Barriere im Fluss. Ein quer den Rhein durchlaufendes Quarzit-Riff stellte für die Schifffahrt ein ernst zu nehmendes Hindernis dar. Das Binger Loch liegt am Rheinkilometer 530,8. Von ihm berichte ich heute.

Das Binger Loch - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.frar.com
Das Binger Loch

Schon die Römer wollten einen Durchbruch schaffen, um den Rhein schiffbar zu machen. Das gelang jedoch nicht.

Bis in das Mittelalter war es sehr gefährlich und sehr aufwändig, das Riff mit einem Schiff zu passieren. Vor dem Riff mussten die Schiffe entladen werden. Mit einem vom Ufer her gespannten Seil hat man sie dann durch das Riff gezogen. Anschließend konnte die Ladung wieder auf das Schiff gebracht werden. Die Fahrt ging weiter. Das kostete nicht nur viel Zeit, es kostete auch Geld.

Das Riff zu durchbrechen und es schiffbar zu machen gelang erst im 17. Jahrhundert. Inzwischen gab es Sprengstoff. Und es gelang, ein erstes Loch in das Riff zu sprengen. Daher kommt die Bezeichnung "Binger Loch" für diesen Flussabschnitt. Es war 4 m breit, was für die damaligen Schiffe ausreichend war.

Die Schaffung des Binger Lochs stellte aber zugleich auch einen heftigen Eingriff in die Natur dar. Das Wasser wurde vom Riff aufgehalten und konnte jetzt schneller abfließen. 

Schiffsverkehr am Binger Loch - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden) - www.frar.com
Schiffsverkehr am Binger Loch
Vor dem Eingriff gab es vor dem Binger Loch 32 Inseln im Rhein. Heute sind davon nur noch sechs Inseln da. Drei Inseln wurden vom schneller fließenden Rhein weggeschwemmt, der Rest ist verlandet. 

Die Breite von vier Metern reichte aber nicht. Zwischen 1830 und 1841 wurde das Binger Loch verbreitert, und zwar auf 14 Meter. Ende des 19. Jahrhunderts hat man das Binger Loch auf 30 m ausgebaut und es zwischen 1966 und 1974 noch einmal verbreitert. 

Seit dem haben wir an dieser Stelle 120 m Fahrwasser. Das reicht für den modernen Schiffsverkehr aus.

Die Beseitigung des Riffs hat auch weiter flussabwärts erhebliche Auswirkungen. Im Rheingau ist der Fluss etwa 1.000 breit. Im Rheintal ist er enger. Das Riff hat die Fließgeschwindigkeit reduziert. Das Wasser staut sich dort also und verringert dadurch auch die Fießgeschwindigkeit. Dadurch, dass das Riff faktisch wegfällt, kommt das Wasser mit höherer Geschwindigkeit im Rheintal an. Höhere Geschwindigkeit bedeutet mehr Druck und eine höhere Einwirkung auf das Ufer. Das muss stärker gesichert werden als früher, sonst wird es erst unter- und später weggespült.

Schaut Euch mal das erste Bild oben an. Links seht Ihr den Binger Mäuseturm. Und auf der rechten Seite des Flusses steht die Burgruine Ehrenfels. In der Region gibt es viel Geschichte zu entdecken. Ihr wisst jetzt mehr über die Geschichte des Binger Lochs. 

Freitag, 15. Juli 2022

Fira - die Inselhauptstadt von Santorin

Fira ist DER zentrale Ort auf Santorini 

Die Hauptstadt von Santorin heißt Fira. Etwa 2.100 Menschen leben hier. Fira ist der Verwaltungssitz der Insel und damit ganz offiziell ihre Hauptstadt.

Panoramablick über Fira - Foto von F. Roland A. Richter aus Wiesbaden
Fira auf Santorini
Fira wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts gegründet, und zwar ganz bewusst als Inselhauptstadt. Diese Entscheidung fiel durch die lokalen Behörden noch vor Entstehung des griechischen Staates.

In der Touristensaison ist hier sehr viel los. Santorin ist ein sehr beliebtes Ziel aller Kreuzfahrtschiffe. Die Passagiere landen unterhalb von Fira an. Viele halten sich nur in der Stadt auf. Du findest hier eine attraktive Mischung interessanter Geschäfte, guter Restaurants und einer wirklich schönen griechischen Stadt.

Die orthodoxe Kathedrale in Fira auf Santorin - Foto von F. Roland A. Richter aus Wiesbaden
Die orthodoxe Kathedrale in Fira auf Santorin

Von hier aus hat man eine tolle Übersicht über die Caldera. 
Eigentlich findet jeder ein Plätzchen zum Fotografieren. Ich finde, dass auch die vielen Kirchen einen Blick wert sind. In Fira stehen die Kathedralen sowohl der orthodoxen als auch der katholischen Christen.

In den Gassen des Stadtbereichs gibt es viele kleine Geschäfte, die ihr Angebot auf den Bedarf der Touristen ausgerichtet haben. Cafés und Restaurants sind hier etwas teurer als in Perissa oder Kamari. Passt bitte vor der Einkehr gut auf, ob Preise ausgezeichnet sind. Manche Wirte rufen bei Touristen Fantasiepreise auf - und setzen die auch recht robust durch, wenn es ans Bezahlen geht. 

Unterhalb der Stadt liegt der alte Hafen. Der heißt Skala. Nach oben führt ein mit Kopfstein gepflasterter Weg. Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann gilt es hier 587 Stufen zu nehmen. Früher machten hier Lastensegler fest. Heute werden hier die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe angelandet. Tagsüber bemerkt man sie vor allem in Fira und Oia. 

Kommst Du mit einem Kreuzfahrtschiff nach Santorin, so empfehle ich Dir auf jeden Fall eine Tour zu buchen. Egal ob es die Ruinen von Akrotiri sind oder eine Fahrt mit dem Schiff über die Caldera. Wenn man sich nicht auskennt ist alles besser als den Tag sinnlos in Fira zu verbringen. 

Wer das nicht kann oder möchte, sollte nicht nur in der Stadt herumlaufen. Fira hat mehrere tolle Museen. Im Rahmen dieses Beitrags ist nicht der Platz um sie vorzustellen. Das will ich in den nächsten Monaten gerne tun. Sie sind einen Besuch wert. Die benachbarten Orte Karterados und Firostefani sind gut zu Fuß oder mit dem Bus zu erreichen. Und wer nach Firostefani geht, kann auch weiter nach Imerovigli und zum Skaros Rock gehen. 

Samstag, 9. Juli 2022

Es geht weiter mit dem Blog

Am 1.7. habe ich berichtet, dass ich mir über die Zukunft dieses Blogs Gedanken mache. 

Roland vor dem Maskentempel in Lamanai (Belize)
vor dem Maskentempel in Lamanai (Belize)

Nunmehr habe ich dazu eine Entscheidung gefällt: Es geht weiter. 

Früher waren Verkehrs- und Versicherungsrecht ein Schwerpunkt. Diese Themen lasse ich im Blog weitgehend hinter mir. Lediglich auf der Seite zu meinen Veröffentlichungen kommt noch was dazu.

In diesem Blog wird der Schwerpunkt bei geschichtlichen Themen liegen, der Archäologie und auch der Ur- und Frühgeschichte unseres Planeten. 

Allerdings setze ich keinen Schwerpunkt mehr auf Griechenland. Zu dem Thema will ich einen eigenen, neuen Blog starten. Den konzipiere ich jetzt erst einmal. Wenn er online geht, erfahrt Ihr es natürlich. 

Auch habe ich mich entschieden, in diesem Blog aufzuräumen. Bilder und Einträge zu alten Themen lösche ich. In diesem Zusammenhang bitte ich um Verständnis, dass Ihr die Bilder zu den aktuellen Beiträgen eine paar Tage lang nicht sehen werdet. Daran arbeite ich aber.

Den Blog habe ich umbenannt. Nunmehr heißt er Rolands History Blog. Dadurch mache ich deutlich, dass es hier vor allem um Themen mit Bezug zur Vergangenheit geht.

Die Frequenz neuer Beiträge in diesem Blog wird nicht mehr so hoch sein wie in den letzten Wochen. Aber versprochen: es gibt hier regelmäßig etwas Neues. Wenn Ihr diesem Blog weiter folgt, wird es sich lohnen.

Mittwoch, 6. Juli 2022

Samos: Die Spiele der Europameisterschaft der Damen guckt Ihr in der Goal Bar in Kokkari

Europameisterschaft der Damen 2022 - der Ball rollt ab dem 6. Juli in England.

Goal Bar in Kokkari - Foto von Birgit Bauer
Goal Bar in Kokkari
Foto von Birgit Bauer

Auch auf der griechischen Insel Samos gibt es Fußballfans. Und einige von denen möchten die Spiele nicht daheim, sondern in einer Gaststätte anschauen.

Hier habe ich einen heißen Tipp für Euch: Die Goal Bar in KokkariIhr findet sie in der Ikario Pelagos am Hafen von Kokkari.

Die Bar ist als Bierkneipe ausgelegt. Die Gäste kommen aus ganz Europa.  Nicht wenige davon sind Engländer. Die Goal Bar ist ein Ort guter Stimmung. Wie Ihr auf dem Foto seht, ist ein Hafenblick inklusive. Da die Meisterschaft in England ausgetragen wird, verleihen die englischen Gäste den Spielen Authentizität.

In der Goal Bar gibt es aber noch mehr. Der Inhaber heißt Andreas und ist ein wandelndes Fußball-Lexikon. Wer fachsimpeln möchte, der kann! Und seine Schwester Eva macht die allerbesten Burger der Gegend. So hat es mir eine Bekannte berichtet, die einen großen Teil des Jahres auf Samos lebt. Für das leibliche Wohl ist also auch gesorgt.

Zur Goal Bar gibt es sogar eine eigene Facebook Gruppe.

Also: Wer auf Samos ist und einen Ort sucht, um die Spiele der Fußballeuropameisterschaft zu gucken... in der Goal Bar wird er oder sie fündig.

Sonntag, 3. Juli 2022

Urlaub auf Santorin: Strand von Perissa

Santorini: Der Strand von Perissa besteht aus kleinen Lavasteinen

Die Haupt-Urlaubsorte auf Santorini sind Kamari und Perissa. Heute möchte ich Euren Blick auf den Strand von Perissa lenken.

Der Strand und im Hintergrund der Mesa Vouno
Der Strand und im Hintergrund der Mesa Vouno

Der Ort Perissa zieht sich vom Mesa Vouno die Küste der Insel entlang über Limnes nach Perivolos. Der lange Strand trennt den Ort vom Meer.

Sowohl der Strand selbst als auch das Meer vor Perissa sind sehr sauber. Perissa hat einen der Strände auf Santorin, die mit der Blauen Flagge ausgezeichnet sind. Das ist schon einmal ein dicker Plus-Punkt.

Der Strand besteht nicht aus weißem Sand. Er besteht aus kleinen Lavasteinen, die teils klein wie Sand sind. 

Das hat zur Folge, dass der Strand sich tagsüber durch die Sonne sehr stark aufheizt. 

Auf dem Foto seht Ihr, dass Bretter über den Strand führen. Auf denen könnt Ihr problemlos in Richtung Meer laufen.

Die Sunbeds mit Sonnenschirm seht Ihr ebenfalls. Wer den Tag am Strand verbringen möchte, sollte sich eins mieten. Dazu mehr unten. 

Bitte denkt auch an Sonnencreme. Gerade im Sommer gibt es kaum Wolken über Santorin. Die Sonne scheint sehr intensiv. Selbst wenn Ihr in Mitteleuropa die Sonne gut vertragen solltet - auf Santorin sieht die Welt anders aus. 

Strand von Perissa auf Santorini: Holzbretter führen zur Brandungszone - Foto von F. Roland A. Richter aus Wiesbaden
Bretter führen über den Strand zum Meer

Ich empfehle Euch zudem unbedingt Badelatschen. Die Bretter führen nicht ganz zum Wasser. Die Badelatschen braucht Ihr, um von den Brettern bis zur Brandung zu laufen. Dort lasst ihr sie kurz vor dem Wasser stehen und hüpft mit einem beherzten Schritt in die Fluten.

Das nächste Thema sind die Sunbeds, die überall am Strand stehen. Die werden meist von Hotels, Restaurants oder Bars betrieben. 

Gäste, die die Sunbeds nutzen möchten, müssen dafür bezahlen. Der übliche Preis dafür liegt bei 10 Euro für den Tag. Alternativ bezieht man zwei Getränke oder ein Getränk und eine Mahlzeit vom Betreiber der Sunbeds. Das ist letzten Endes Verhandlungssache. 

Ich finde, dass der Strand auch am Abend ein guter Ort ist. Dann ist kaum jemand hier. Der Sand ist bis weit ins Jahr hinein noch warm, aber nicht mehr so heiß wie am Tage. 

Das Wasser vor Perissa ist sehr klar und sauber. Ich habe hier viel geschnorchelt. Wirklich spannende Sachen gibt es unter Wasser aber nicht zu sehen. Ein paar Fische, das war es. 

Entscheidend ist, dass Perissa ein wirklich schöner Ort für Badetouristen ist. Wollt Ihr auf Santorin einen Urlaub am Meer verbringen, ist Perissa meine Empfehlung.

Freitag, 1. Juli 2022

Wie es mit dem Blog weiter geht.

Seit ich meinen Blog vor einigen Wochen wieder zum Leben erweckt habe, sind einige Artikel erschienen. Mir ist aufgefallen, dass die Zugriffe vor allem über Facebook kommen. Auf die neueren Artikel gibt es aber kaum Zugriffe aus dem Netz über Suchmaschinen.

Eine Analyse hat sehr schnell gezeigt, dass die Suchmaschinen diesen Blog als das wahrnehmen, was er früher war: Ein Blog zu juristischen Themen. Das ist er nicht mehr.

Da die neuen Themen - Griechenland seit der Antike, Römer, andere Geschichte und Archäologie - gut angenommen werden, muss ich jetzt die Weichen stellen. 

Ich habe jetzt erst einmal alle alten Inhalte gelöscht, die ich nicht mit in die Zukunft nehmen möchte. Im Prinzip habe ich zwei Optionen:
  • Hier weiter machen
  • Den Blog in einem anderen System neu aufsetzen
Welche von beiden Möglichkeiten ich umsetzen werde, kläre ich derzeit. 

Wie es weiter geht, erfahrt Ihr wie immer hier im Blog.

Donnerstag, 30. Juni 2022

Parken in Griechenland - es gibt landesspezifische Regeln, die Ihr kennen solltet

Ein Parkverbot für das Auto in Griechenland zu erkennen ist nicht einfach. 

Vorgestern habe ich einen Beitrag zu geparkten Fahrzeugen in Athen gebracht. Das Thema vertiefe ich heute: Wo ist Parken erlaubt? Wo verboten? Und was kann passieren, wenn man ein Parkverbot missachtet?

Schild mit Parkverbot in Fira auf Santorin - Foto von F. Roland A. Richter (Wiesbaden)
Jeder Esel versteht: Parken verboten
Man kann ein Parkverbotsschild so gestalten, dass es jeder Esel kapiert: Hier ist Parken nicht erlaubt. Ein Beispiel für solch ein Schild seht Ihr hier auf dem Foto. Ich habe es in Fira auf Santorin aufgenommen. Es handelt sich um kein offizielles Schild des griechischen Staates. Aber es ernst gemeint: An dieser Stelle darf man nicht parken. Dort fahren Autos ein und aus.

Die Schilder für das Parkverbot sehen im Prinzip genau so aus wie bei uns. Aber es gibt in Sachen Parkverbot noch eine Besonderheit. 

So kann es sein, dass es einen oder zwei senkrechte weiße Balken im Schild gibt. Verbotsschilder mit einer senkrechten Linie gelten an ungeraden Tagen. Hat ein Schild zwei senkrechte Linien, so ist das Parken an geraden Tagen nicht erlaubt. 

Außerdem lohnt es sich, die Fahrbahnmarkierung zu beachten. An gelb markierten Plätzen ist das Parken verboten. Blau markiert sind gebührenpflichtige Parkplätze. In Athen sind auch Anwohnerparkplätze blau markiert. Kostenlose Parkzonen sind weiß markiert.

Richtig ärgerlich ist es natürlich, wenn das Fahrzeug abgeschleppt wird. Wie bei uns ist dann damit zu rechnen, wenn es behindernd abgestellt ist. 

Eine Alternative zum Abschleppen ist, dass die Nummernschilder abmontiert werden. Die muss man dann bei der zuständigen Behörde auslösen. Besonders wenn Du kein Griechisch sprichst, sind Behördengänge kein Vergnügen. Vor allem musst Du erst einmal herausfinden, wo die Behörde ist und - ohne Auto - dort hin kommen. 

Beliebt sind natürlich auch Bußgelder. Bei einem Parkverstoß müsst Ihr mit mindestens 40 Euro rechnen. 

Ich empfehle auch, die zu zahlen. Bußgelder können in Europa vollstreckt werden, und wegen der dann anfallenden Kosten und Gebühren wird die Sache richtig teuer. Zwar gibt es eine Bagatellgrenze von 70 Euro, unter der nicht vollstreckt wird. Die kann aber durch die in Griechenland aufgeschlagenen Gebühren überschritten werden. Und dann müsst Ihr zahlen, da gibt es kein Vertun.