Dienstag, 31. Dezember 2013

Silvester: welche Versicherung kommt für Schäden auf?

Feuerwerk, aufgenommen in Nizza
Wir haben Silvester. Um das neue Jahr zu begrüßen, werden heute um Mitternacht wieder viele, viele Böller und Raketen abgefackelt werden.

Leider ist es wie jedes Jahr auch: es wird dabei zu Schäden kommen. Vielleicht wird das Auto beschädigt, eine Rakete fliegt ins Haus oder es wird gar ein Mensch verletzt. All das passiert vermutlich heute Nacht. Dann stellt sich immer die Frage, wer den Schaden bezahlen muss.

Im Grundsatz gilt: derjenige hat zu zahlen, der den Schaden verursacht hat.

Hat mir also jemand anderes den Schaden zugefügt, muss er ihn mir ersetzen. Das klingt gut, nützt aber nichts wenn dieser Mensch kein Geld hat. Und wenn ich selbst unvorsichtig war, muss ich mir den Schaden selbst ersetzen. Das hilft bei größeren Schaden auch nicht wirklich weiter.

In all diesen Fällen stellt sich die Frage nach einer Versicherung, die für den Schaden aufkommt. Der GDV hat einige sehr gute Verbrauchertipps gegeben, auf die ich hier hinweisen möchte.

Wichtig finde ich vor allem die Hinweise zum Versicherungsschutz, die ich zusammenfassen und etwas ergänzen möchte:

Verletzte Menschen
Heilbehandlungskosten werden von der Krankenversicherung bezahlt, egal ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind.
Wer einen dauerhaften Schaden aufgrund einer Verletzung durch Feuerwerkskörper davon trägt, kann aus der privaten Unfallversicherung Leistungen erhalten.

Wohnung, Gebäude
Brandschäden in Ihrer Wohnung werden von der Hausratversicherung bezahlt. Das gilt auch für Schäden durch Löschwasser.
Ob Sie in einem eigenen Haus oder einem Mehrfamilienhaus wohnen - Schäden am Gebäude selbst zahlt die Wohngeäudeversicherung.

Auto
Des Deutschen liebstes Kind ist durch die Kasko versichert. Hierzu finden sich auch die meisten Beiträge, die ich zum Thema im Netz gefunden habe - beispielsweise im AutoBlog oder bei News.de.
Hierbei gilt:
  • Schäden, die durch Feuerwerkskörper oder sonst durch Brand entstehen, sind im Rahmen der Teilkasko versichert.
  • Kommt es zu Randale und beschädigen irgendwelche Idioten Ihr Auto mut- und böswillig, sind solche Vandalismusschäden nur durch die Vollkasko gedeckt.

Was tun, wenn ich jemand anderen geschädigt habe?
Haben Sie jemanden durch Feuerwerkskörper verletzt, seine Wohnung in Brand gesetzt oder sein Auto beschädigt? Nehmen Sie unverzüglich Kontakt mit Ihrer privaten Haftpflichtversicherung auf und melden den Schaden. Versicherungsschutz besteht allerdings - wie bei jeder Schadensversicherung - nur, wenn Sie den Schaden nicht vorsätzlich herbeigeführt haben. Wer einen anderen mit Absicht geschädigt hat, kann auf keine Solidargemeinschaft hoffen, sondern muss für die finanziellen Folgen selbst gerade stehen.


Dieser Beitrag wird der letzte für 2013 sein. Im neuen Jahr werde ich weitermachen. Allen Lesern meines Blogs - den Freunden wie auch den kritischen Besuchern - wünsche ich einen guten und sicheren Rutsch in das neue Jahr. Für 2014 wünsche ich Euch und Ihnen allen Gesundheit, Frieden und Gottes Segen.

Samstag, 28. Dezember 2013

Keine Krankenversicherung? Sofort anmelden!

Seit 2007 besteht in Deutschland eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Jeder hat sich zu versichern, wobei es die gesetzliche und die private Versicherungsvariante gibt.

Dennoch gibt es viele Menschen, die aus dem Versicherungssystem herausgefallen sind. Sie konnten z.B. ihre Beiträge nicht mehr zahlen und sind deshalb gekündigt worden.

Solche Menschen haben bis Ende 2013 die Chance, trotz noch offener Beitragsrückstände wieder versichert zu werden. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat hierzu ganz tolle Hinweise gegeben. Die Empfehlungen lauten:

  • Stellen Sie sofort - noch 2013 - bei der Kasse/Versicherung, bei der Sie zuletzt waren, einen Antrag auf neuen Versicherungsschutz.
  • Wenn Sie nicht wissen, ob Sie zur gesetzlichen oder privaten Versicherung gehören: gehen Sie zu einer gesetzlichen Kasse.
  • Haben Sie mit ihrer alten Kasse/Versicherung eine Ratenzahlungsvereinbarung getroffen zu ausstehenden Versicherungsbeiträgen aus Zeiten der Nichtversicherung?
    Dann beantragen Sie Erlass!

Mein Hinweis: das geht nur bis 31.12.2013 - am 1.1.2014 ist es zu spät. Wenn Sie derzeit keine Krankenversicherung haben, bzw. wenn hohe Schulden wg. Beitragsrückständen bestehen: lesen Sie die Hinweise der Verbraucherzentrale (auch zu Säumniszuschlägen!) und gehen Sie von sich aus auf die Kasse oder Versicherung zu. Diese Chance kommt nicht noch einmal.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Handelsblatt vs. DEBEKA: Manege frei für die nächste Runde

Wegen der Tippgeberpraxis in Behörden tobt ein regelrechter Medienkrieg mit gravierenden Vorwürfen. Selbst die Interessenvertretung der Versicherungsvermittler hat sich schon zu Wort gemeldet.

Nun gibt es weitere Attraktionen in diesem Circus, die dem dankbaren Publikum geboten werden.

Das Handelsblatt wirft der DEBEKA vor, auch über Kontakte zur Polizeigewerkschaft Versicherungen zu vertreiben.

Ein Gedanke: Gewerkschaften haben viele Mitglieder. Durch die Vereinbarung von Gruppenversicherungen können diese bei den Beiträgen profitieren. Auch kann es sein, dass Beamte, die sich privat zu versichern haben, durch Gruppenversicherungsverträge am Thema Gesundheitsprüfung ganz oder zum Teil vorbei kommen. Das weiß ich zwar nicht von der DEBEKA, mir ist sowas aber in Zusammenhang mit anderen privaten Krankenversicherungen und berufsständischen Organisationen bekannt. 

Insofern finde ich das, worüber das Handelsblatt hier berichtet, nicht beanstandenswert. Es reizt einen geradezu die Frage zu stellen, ob berufsständische Organisationen der Journalisten ihren Mitgliedern irgendwelche Vorteile bieten. Dazu, so dachte ich, seien solche Organisationen eigentlich da. Und ich fände das dann auch nicht zu beanstanden. Aber diesem Reiz gebe ich über diesen Absatz hinaus nicht nach.

Der eigentliche Hammer kommt aber in einer Meldung von ProContra Online. Die DEBEKA hat gegen das Handelsblatt nach dieser Meldung eine einstweilige Verfügung erwirkt. Hierzu gibt es auch eine Pressemitteilung der DEBEKA. Danach darf das Handelsblatt folgendes nicht mehr tun:

  • Den Eindruck erwecken, die DEBEKA unterhalte ein "geheimes System von Zuträgern" in der Beamtenschaft.
  • Die DEBEKA zahle im Vorfeld eines Vertragsabschlusses für einen "bloßen Tipp" 50 Euro.
  • Tippgeber würden zu einer vom rheinland-pfälzischen Ministerium abgemahnten Gewinnerzielung "angestachelt."
  • Das hessische Innenministerium habe die mit Provisionen honorierten Tätigkeiten der Beamten als Tippgeber am 20.12.2010 in einem Erlass als "illegal" bezeichnet.
Welches rheinland-pfälzische Ministerium hier abgemahnt haben soll, wird nicht gesagt. Das vermisse ich. Dass aber ein Gericht entscheidet, diese doch sehr zentralen Vorwürfe dürften nicht mehr verbreitet werden, wirft ein schales Licht auf die Recherche des Handelsblatts.

Nun muss man sehen, dass es sich um eine einstweilige Verfügung handelte. Die werden auch ohne vorherige Anhörung des Antragsgegeners erlassen, wenn es sich um gravierende und dringende Angelegenheiten handelt. So wird es die DEBEKA wohl sehen, sonst hätte sie diese rechtlichen Schritte nicht unternommen und sie hätte auch keine Pressemitteilung zu dem Thema gemacht. Und damit kann es gut sein, dass das Handelsblatt die Angelegenheit ganz anders sieht und seinerseits die ihm möglichen Rechtsmittel gegen diese Verfügung einlegt.

Mir kommt das ganze inzwischen vor wie eine Zirkusvorführung. Nur weiß ich nicht, ob es sich um journalistische Akrobatik erster Güte handelt, oder um eine drittklassige Clownvorstellung. Und wer der Beteiligten was ist, weiß ich inzwischen auch nicht mehr. Ich denke, im Laufe des nächsten Jahres wird das geneigte Publikum mehr erfahren können.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Fraunhofer: Marktpreisspiegel Mietwagen 2013 ist erschienen

Nachdem kürzlich der Schwacke Automietpreisspiegel 2013 erschienen ist, gibt es nunmehr Berichte über die Neuerscheinung des Alternativproduktes. Der Fraunhofer Marktpreisspiegel Mietwagen ist mit der Erhebung für 2013 nunmehr ebenfalls erschienen.

Auf seiner Homepage veröffentlicht das Fraunhofer IAO Auszüge und Zusatzinformationen zu der Studie 2013.

Freitag, 13. Dezember 2013

Versicherungsvermittler kritisieren Tippgeber in den Behörden

Anfang Dezember bin ich hier auf einen Bericht des Handesblatts eingegangen. Es zeigte auf, wie Beamte in Behörden Versicherungsvertrieb machen und sich teils dadurch lukrative Nebeneinkünfte verschafften.

Nunmehr hat sich der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V (BVK) zu der Sache geäußert und deutliche Kritik geübt. Bestätigt sieht der BVK sich, wie er kurz danach in einer zweiten Pressemitteilung erklärte, durch ein Urteil des BGH zum Versicherungsvertrieb über Tchibo.

Das Handelsblatt hat zudem weiter recherchiert. Es dokumentiert, wie das Netzwerk zwischen Beamten und einer Versicherungsgesellschaft funktioniert.

Auf meinen letzten Blogeintrag hat mir ein Bekannter etwas sehr interessantes erzählt, von dem ich hier gerne berichten möchte. Als er sein erstes juristisches Staatsexamen geschrieben hatte und auf die Noten wartete, wurde er von einem Versicherungsvertreter auf eine private Krankenversicherung angesprochen. Denn die benötige er im Referendariat. Der Mann wusste also vom bestandenen Examen, ehe mein Bekannter (der Prüfling!) davon etwas wusste. Das finde ich dann schon eine sehr krasse Sache.

Werkstattbindung in der Wohngebäudeversicherung?

In der letzten Woche habe ich berichtet, dass die Allianz verstärkt Tarife mit einer Werkstattbindung in der Kaskoversicherung anbieten möchte.

Nun berichtet das Versicherungsmagazin, dass sich Wohngebäudeversicherer eine ähnliche Tarifgestaltung überlegen. Bei Wohngebäuden wird die direkte Empfehlung von Werkstätten oder Dienstleistern auch stärker als Hilfe empfunden, als dies bei Kfz der Fall ist, so Marktexperten.

Nach meiner Meinung zwingt das Ansteigen von Elementarschäden (vor allem durch Überschwemmung, Sturm und Hagel) die Wohngebäudeversicherer, sich Möglichkeiten zu überlegen, wie die Versicherungsprämien für die Kunden künftig bezahlbar bleiben. Es ist generell zu beobachten, dass Werk- und Dienstleistungen dort tendenziell teurer werden, wo ein Versicherer wirtschaftlich aufkommt. Das lässt sich nicht mehr über erhöhte Prämien an die Kunden weitergeben. Und Schadensjahre wie 2013 sind nach Prognosen der Klimaforscher wohl künftig öfters zu erwarten als das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.

Werkstattbindung bedeutet, dass ein Versicherer ein Netz qualifizierter Werkunternehmer und Dienstleister haben muss, auf das er für seine Kunden zurück greifen kann. Ich finde es legitim, da auch vorher über die Preise zu sprechen.

LV 1871 zur Provisionierungspraxis

Am 7.12. habe ich berichtet, weshalb die Lebensversicherung von 1871 a.G. (LV 1871) für mich eine Heldin der Freiheit ist. Die Unisextarife muss sie anbieten. Der Vertrieb wird für männliche Neukunden besser bezahlt, als wenn er einen weiblichen Neukunden wirbt. Damals habe ich gesagt, dass ich keine öffentliche Erklärung der LV 1871 zu den Vorwürfen gesehen habe.

In ihrem Unternehmensblog erklärt die LV 1871 inzwischen, warum sie so vorgeht. Darauf möchte ich die Leser meines Blogs hinweisen.