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Montag, 4. November 2013

Kasko-Versicherung: Werkstattbindung, Basis- und Premiumtarif - was ist für mein Auto richtig?

für Schäden am eigenen Auto
ist die Kasko-Versicherung da

 Geht es um die Frage, welche Policen für die Kfz-Versicherung welche Leistungen beinhalten oder ausschließen, zeigen sich die Leistungsunterschiede am deutlichsten bei der Kasko-Versicherung. Hier versichern billige Policen manche Risiken nicht mit. Billig kann so ganz schön teuer werden.


Werkstattbindung in der Kasko: günstige Versicherung bei voller Leistung
Vorweg dies: wirklich Geld sparen lässt sich mit der Werkstattbindung. Das hat eine Einschränkung für den Kunden zur Folge. Kommt es zu einem Versicherungsschaden, muss er bei der Versicherung anrufen und sich in eine Werkstatt vermitteln lassen.

 Er kann nicht einfach in einer Werkstatt seiner Wahl gehen, sonst kommt es zu erheblichen Abzügen bei der Entschädigung. Die muss der Kunde dann selbst tragen.

Hält er sich aber an die Regeln, wird sein Auto in eine fachlich hoch qualifizierte Werkstatt gebracht, die mit Original-Teilen und nach Herstellervorgaben repariert. Die Qualität der Arbeit entspricht der in einer Markenwerkstatt.

Der Vorteil der Werkstattbindung ist, dass der Versicherungsvertrag deutlich günstiger ist als ohne eine solche Bindung.

Man muss sich vorher also gut überlegen, was man im Schadensfall will. Und bei älteren Fahrzeugen, mit denen man ohnehin nicht mehr in eine Markenwerkstatt geht, lässt sich so gutes Geld sparen bei voller Leistung mit hoher Qualität.


Der Unterschied bei Kasko: Basis- und Premiumtarif
Fast alle Versicherungsgesellschaften bieten inzwischen Kaskoversicherungen in zwei Varianten an. Einmal ein Basis-Tarif mit den klassischen Leistungen. Allerdings auch der Einschränkung, dass es bei grob fahrlässig herbeigeführten Schäden zu einer Leistungskürzung kommt.

Dann gibt es auch einen Premiumtarif, der gelegentlich auch Plus-Tarif genannt wird. Hier gibt es Leistungserweiterungen, die im Fall des Falles sehr nützlich sind. Meist wird auf den Einwand grober Fahrlässigkeit bei der Schadensherbeiführung verzichtet. Der Klassiker ist hierbei die rote Ampel, die überfahren wird. Das gilt als grob fahrlässig, und hier spürt der Kunde schnell den Unterschied zwischen einer billigen und einer etwas teureren Versicherungspolice in der eigenen Geldbörse.

Aber auch gibt es hier Leistungserweiterungen, z.B. ist nicht nur die Kollision mit Wild versichert, sondern mit Tieren jeglicher Art (das ist von Gesellschaft zu Gesellschaft aber etwas verschieden). Auch der Zusammenstoß mit einem großen streundenen Hund kann das Auto ganz erheblich beschädigen, und hier zeigt sich dann eben auch der Unterschied zwischen billig und etwas teurer.


Was soll man tun?
Meine Empfehlung ist: lassen Sie sich von Ihrem Versicherungsberater gut darüber informieren, was genau für Leistungen die Ihnen angebotene Kasko-Versicherung beinhaltet und wie die Spielregeln sind. Gerade bei Verträgen mit Werkstattbindung ist das wichtig. Und dabei ist es egal, ob Sie über einen Versicherungsagenten oder einen unabhängigen Makler versichert sind - Beratung ist der entscheidende Punkt beim Vertragsabschluss. 

Dienstag, 24. September 2013

Bund der Versicherten rät zur Deckungserweiterung in der Teilkasko für Tierkollisionen

Es ist Herbst, und leider kommt es jetzt vermehrt zur Kollision von Tieren mit fahrenden Autos. Diese Wildunfälle werden aus der Teilkasko bezahlt.

Der Bund der Versicherten hat auf seiner Homepage drei gute Hinweise gegeben:

Klären Sie den Umfang Ihres Versicherungsschutzes. Klassisch ist nur die Kollision mit Haarwild in der Teilkasko versichert, für die Folgen von Zusammenstößen mit anderen Tieren ist normalerweise die Vollkasko zuständig. Folge: Höherstufung der Prozente und meist höhere Selbstbeteiligung. Aber viele ältere Fahrzeuge haben auch keine Vollkasko mehr, so dass die Leute dann diesen Schaden selbst tragen müssen.

In den Premiumtarifen der Versicherer (oft als Plus-Tarif bezeichnet) gibt es eine gute Leistungserweiterung. Fragen Sie, ob die "Kollision mit Tieren aller Art" versichert sind. Sie sollten nach meiner Meinung bei dem Versicherer nur abschließen, wenn das der Fall ist.

Dann: wenn etwas passiert ist, rufen Sie bei Polizei oder Jagdpächter an!

Warum ist das wichtig?  Einmal bekommen Sie von denen eine Bescheinigung über den Tierunfall. Die brauchen Sie, um den Schaden bei der Versicherung geltend machen zu können. Denn mit dieser Bescheinigung weisen Sie die Tierkollision nach.

Aber dass Polizei / Jagdpächter informiert werden, hat noch einen weiteren Grund. Einmal sind die für die Entsorgung des Tieres zuständig. Wichtiger ist aber noch die Nachschau, sollte das Tier überlebt haben und verletzt geflüchtet sein. Oft laufen solche Tiere fort, können dann aber nicht mehr und verenden. Das Leiden kann sich dabei über mehrere Tage fortsetzen. So schlimm es klingt: Tierschutz bedeutet in so einer Situation auch, verletztes Wild nicht unnötig leiden zu lassen. Zu retten ist es nicht mehr.

Als drittes: Blut- oder sonstige Spuren des Tieres dürfen von Ihnen nicht vom Auto entfernt werden. Klären Sie zuvor mit der Versicherung, ob ein Sachverständiger das Auto ansehen soll oder ob Sie es gleich in die Werkstatt geben können. Gerade bei älteren Fahrzeugen ist ein Totalschaden nicht auszuschließen, bei Verdacht darauf muss ein Sachverständiger rauskommen.

Zum Sachverständigen noch mein abschließender Hinweis: bei Kaskoschäden wird der immer durch Ihre Versicherung beauftragt. Die bezahlt dann auch die Kosten. Suchen Sie sich selbst einen Sachverständigen, dürfen Sie das. Aber die Kosten dafür bezahlen Sie dann auch selbst. So sind die Regeln. Bitte also daran denken, hier die Versicherung tätig werden zu lassen.

Freitag, 23. August 2013

Wildunfall - wer zahlt den Schaden?

Der ADAC gibt gute Hinweise zur Abwicklung eines Unfalls zwischen einem fahrenden Auto und Wild :
  • der Schaden wird grundsätzlich von der Teilkasko bezahlt. Machen Sie unverzüglich die Meldung bei Ihrer Versicherung.
  • nach dem Unfall Polizei oder Jagdpächter verständigen und sich eine Bescheinigung geben lassen.
  • haben Sie in der Teilkasko eine Selbstbeteiligung, wird diese für Mitglieder des ADAC in Höhe bis zu 300 € übernommen. Legen Sie dazu das Abrechnungsschreiben Ihrer Versicherung vor.
In meinem Beitrag zur Kollision mit einem Schwan habe ich schon einige Hinweise zum Thema gegeben. Darauf möchte ich bei dieser Gelegenheit noch einmal hinweisen.

Dienstag, 20. August 2013

Schwan... äh... Schwein gehabt!

Ende Februar gab es mal was neues. Auf dem Blog meines verehrten Brötchengebers kam mein erster Beitrag zu einem Schadenthema. Kollision des Autos mit einem Schwan - welche Versicherung zahlt?

Wie kam ich auf das Thema?

Im November 2012 hörte ich im Radio eine Verkehrswarnung. Bei Frankfurt befinde sich ein Schwan auf der Autobahn. Die Autofahrer sollten aufpassen, damit es zu keinen Unfällen kommt. Sowas kommt öfters vor, dachte ich mir. An eine Meldung vom Tag der Deutschen Einheit konnte ich mich noch gut erinnern. Damals sorgte ein verletzter Schwan auf der A1 bei Hamburg für Verkehrschaos. In beiden Fällen konnte der Schwan aber eingefangen und gerettet werden.

Diese Geschichten gehen nicht immer ganz so gut aus. Im Sommer gab es einen Bericht aus Sachsen. Bei Leipzig auf der A 38 landete ein Schwan auf der Fahrbahn. Ein Pkw und ein nachfolgender Rettungswagen bremsten. Ein dahinter fahrendes weiteres Auto konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf den Rettungswagen auf. Ein Sachschaden von 6.000 € wurde gemeldet, Fahrer und Beifahrer des Rettungswagens wurden sogar verletzt. Das der Schwan in Sachsen unverletzt davonflog, ist aber zumindest ein Lichtblick in der Geschichte.

Meist geht es aber glimpflich aus mit den Schwänen auf der Autobahn. Sehr schön finde ich das Beispiel eines Schwans, der auf der A 255 bei Hamburg spazieren ging. Ein Lkw-Fahrer hielt an und rief die Polizei. Diese sperrte die Autobahn, und das Tier wurde eingefangen. Es war wohl verletzt, die medizinische Betreuung wurde gesichert.

Was aber passiert, wenn so ein Tier mit meinem Auto kollidiert? Für das Tier geht so etwas nie gut aus. Und ein Schwan ist so groß, dass auch das Auto beschädigt werden dürfte. Ich bin ja richtig versichert, dachte ich bei mir: Vollkasko und Teilkasko mit allem was das Herz begehrt. Kollisionen mit Wild, das wusste ich, sind ja in der Teilkasko versichert. Zuhause schaue ich dann aber doch lieber noch mal genau nach. Ist ein Schwan wirklich Wild? Ich schaue in den Versicherungsbedingungen nach, zunächst in den Musterbedingungen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf seiner Homepage bereitstellt. Unter Abschnitt A.2.2.4 steht, dass in der Teilkasko versichert sind Zusammenstöße mit Haarwild i.S.d. § 2 Abs. 1 Nr. 1 Bundesjagdgesetz. Ein Schwan hat Federn und keine Haare, er gehört nicht dazu. Also: marktüblich bei den Versicherung ist, dass nicht alles möglicher Wild, sondern nur das im Bundesjagdgesetz aufgezählte Haarwild für die Frage entscheidend ist, ob ein Zusammenstoß über die Teilkasko versichert ist oder nicht.

Jetzt will ich es doch genau wissen und greife zum Ordner, in dem ich meine Versicherungsbedingungen abgeheftet habe, die mir von meiner Versicherung zugeschickt wurden. Mein Auto habe ich dabei nicht im Basis-Tarif versichert, sondern im Plus-Tarif. Und hier ist zu meiner Erleichterung die Kollision von Tieren jeder Art als Teilkasko-Schaden mitversichert.

Hätte ich den günstigeren Basis-Tarif gewählt und einen Unfall mit dem Schwan gehabt, so wäre der Schaden nur über die Vollkasko versichert gewesen. Mein Versicherungsbeitrag im Basis-Tarif wäre zwar günstiger als das, was ich im Plus-Tarif zahlen muss. Aber durch eine höhere Selbstbeteiligung im Schadensfall und die Höherstufung des Schadensfreiheitsrabattes (die es in der Teilkasko nicht gibt) wäre dieser Kostenvorteil schnell wieder verloren gegangen. Man muss sich vorher genau überlegen was man will, und da sind solche Details eben wichtig.

Wie soll man sich nun aber versichern? Letzten Endes muss jeder für sich selbst entscheiden, was er will: möglichst weitreichenden Versicherungsschutz (das kostet mehr) oder nur einen Basis-Schutz (das ist teilweise recht günstig) mit der Möglichkeit, dass bestimmte Schäden nicht durch die Versicherung bezahlt werden. Hier muss man sich über die Unterschiede genau informieren. Für mich selbst habe ich die Entscheidung getroffen, möglichst umfassend versichert sein zu wollen. Wenn was passiert, bin ich mit meiner Kaskoversicherung im Plus-Tarif gut dran. Denn die Frage, mit welchem Tier ich kollidiert bin, stellt sich gar nicht erst.

Ich hoffe aber, dass es für mich zu diesem Problem gar nicht erst kommt. Der beste Unfall ist der, der gar nicht erst stattfindet. Nehme ich beim Autofahren großes Federvieh oder anderes Getier wahr, gehe ich mit dem Fuß vom Gas. Schwäne sind wirklich tolle und wunderschöne Vögel. Nicht nur wegen meinem Auto nehme ich da gerne Rücksicht.