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Freitag, 30. Januar 2015

Verkehrsgerichtstag 2015: Ablenkung durch moderne Kommunikationstechnik

 

Der Verkehrsgerichtstag 2015 hat getagt. Die Empfehlungen der Arbeitskreise findet Ihr hier auf der Homepage des Deutschen Verkehrsgerichtstages.

Interessant finde ich die Empfehlungen des Arbeitskreises V. Dieser hat sich mit der Ablenkung durch moderne Kommunikationstechniken am Lenkrad beschäftigt. Die Empfehlungen lauten:


I. In einer relevanten Anzahl von Fällen sind schwere Unfallereignisse im Straßenverkehr Folge einer Ablenkung des Fahrers durch Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsmittel. Gleichwohl gibt es in Deutschland hinsichtlich der Art der Nutzung sowie der Häufigkeit solcher Unfälle keine verlässlichen Daten.
Es bedarf einer aussagekräftigen Datenbasis, die die Nutzung durch den Fahrer sowohl bei unfallfreien Fahrten als auch bei Unfällen erfasst. Die Grundlagen sind durch eine bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) anzusiedelnde Arbeitsgruppe zu schaffen.

II. Die Verhinderung einer Ablenkung im Straßenverkehr durch Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsmittel erfordert eine Intensivierung präventiver Maßnahmen.
Hierzu müssen die Verkehrserziehung in Schulen und Fahrschulen optimiert sowie Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer auch in der Arbeitswelt für diese Problematik sensibilisiert werden.

Der Arbeitskreis empfiehlt hierzu eine bundesweit einheitliche Dachkampagne.

III. Technische Lösungen können einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Ablenkungsunfällen leisten.
Der Arbeitskreis fordert die Gesetzgeber auf, Rahmenbedingungen für Fahrzeughersteller, Produzenten von Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsmitteln sowie für Diensteanbieter zu schaffen, um die Möglichkeiten situativer Funktionsunterdrückung zu implementieren.

Dies betrifft z.B. die Deaktivierung von manuellen Zieleingaben oder die Sperre von Textnachrichten während der Fahrt. Die Rekonstruktion entsprechender Verstöße und Manipulationen muss technisch sichergestellt werden.

IV. § 23 StVO ist im Hinblick auf die technische Entwicklung nicht mehr zeitgemäß.
Das betrifft insbesondere die Begriffe „Mobil- oder Autotelefon“ und den ausgeschalteten Motor sowie die Beschränkung auf Aufnehmen oder Halten des Hörers.

Der Arbeitskreis fordert den Verordnungsgeber zu einer Neufassung der Vorschrift auf. Diese sollte an die visuelle, manuelle, akustische und mentale Ablenkung von der Fahraufgabe anknüpfen.

Die Geldbuße sollte eine gestaffelte Erhöhung bei Gefährdung sowie bei Schädigung vorsehen.

Bei der Neufassung ist auf eine bessere Nachweisbarkeit in der Praxis Rücksicht zu nehmen.
Mit gutem Grund kann man nämlich sagen, dass der Tod mittippt, wenn Leute während der Fahrt SMS schreiben oder ähliches tun! Und dass statt des Handys gleich ein Tablet am Steuer genutzt wird, sollte auch der Vergangenheit angehören dürfen!