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Montag, 5. Januar 2015

Tennis: Unfallversicherung zahlt nicht, wenn man mit dem Fuß umknickt

Ich habe heute Heft 2/2015 der Zeitschrift Versicherungsrecht erhalten. Darin enthalten ist auf S. 61 ein Beschluss des Kammergerichts Berlin (vom 30.05.2014, Aktenzeichen 6 U 54/14).

Hier ging es um Ansprüche aus der privaten Unfallversicherung. Der Versicherungsnehmer hatte sich beim Tennisspiel den Fuß umgeknickt. Er wollte seine Unfallversicherung in Anspruch nehmen. Das wurde abgelehnt, das Gericht hat die Ablehnung im Ergebnis bestätigt.

Grund ist, dass der Unfallbegriff (im Gesetz in § 178 VVG definiert) nicht erfüllt war. Wenn man umknickt, fehlt es am Merkmal "von außen". Daher muss die Unfallversicherung hier nicht zahlen.

Etwas anderes, so das Gericht, wäre es gewesen wenn der Kläger z.B. auf Blättern ausgerutscht wäre. Das hätte er jedoch beweisen müssen.

Samstag, 1. November 2014

Mann sägt sich Finger ab - Versicherungsbetrug?

Am 16.10.2014 berichtete SHZ.de von einem Prozess vor dem Amtsgericht Norderstedt. Dem Angeklagten wurde der Vorwurf des Versicherungsbetruges gemacht. Er verlor an einer Kreissäge Daumen und Zeigefinger und wollte ca. 1,4 Millionen € von der Unfallversicherung haben. Die aber glaubte ihm nicht und zahlte nicht. Ein Strafverfahren wegen (wohl versuchten) Betruges zu Lasten der Versicherung wurde eingeleitet.

Am 31.10.2014 berichtete die FAZ, dass das Schöffengericht den Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt hat. Im Ergebnis sah man es als nachgewiesen an, dass die Finger absichtlich abgetrennt wurden, um eine Auszahlung aus der Unfallversicherung zu erlangen.

Nach den Pressemeldungen will der Mann mit Rechtsmitteln gegen die Verurteilung angehen. Gleichzeitig läuft noch ein Zivilprozess, bei dem es um Auszahlung der Entschädigung von der Versicherung geht.

Ich finde es sehr spektakulär, dass sich jemand Gliedmaßen amputiert haben soll um an die Auszahlung einer Entschädigung von der Versicherung zu kommen. Aber das kommt immer wieder vor. Der GDV meldet, dass alleine in der Schaden- und Unfallversicherung jählich ein Betugsschaden von ca. 4 Milliarden € entsteht. Dieses Geld wird aufgebracht von den ehrlichen Versicherungskunden.

Daher muss man auch Verständnis dafür haben, dass bei ungewöhnlichen Sachverhalten die Versicherungen sehr genau prüfen, ob dem Kunden die Entschädigung zusteht oder nicht. Hier hat das Verletzungsbild nicht ganz zum geschilderten Unfallhergang gepasst. Ich finde es richtig, dass die Versicherung in solchen Fällen dann sehr genau geprüft hat.

Ob der Mann letzten Endes Recht bekommt, oder ob die Versicherung mit der Annahme eines Betrugsfalls Recht hat, haben die Gerichte zu entscheiden. Das ist der im Rechtsstaat für solche Fälle vorgesehene Weg.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Silvester: welche Versicherung kommt für Schäden auf?

Feuerwerk, aufgenommen in Nizza
Wir haben Silvester. Um das neue Jahr zu begrüßen, werden heute um Mitternacht wieder viele, viele Böller und Raketen abgefackelt werden.

Leider ist es wie jedes Jahr auch: es wird dabei zu Schäden kommen. Vielleicht wird das Auto beschädigt, eine Rakete fliegt ins Haus oder es wird gar ein Mensch verletzt. All das passiert vermutlich heute Nacht. Dann stellt sich immer die Frage, wer den Schaden bezahlen muss.

Im Grundsatz gilt: derjenige hat zu zahlen, der den Schaden verursacht hat.

Hat mir also jemand anderes den Schaden zugefügt, muss er ihn mir ersetzen. Das klingt gut, nützt aber nichts wenn dieser Mensch kein Geld hat. Und wenn ich selbst unvorsichtig war, muss ich mir den Schaden selbst ersetzen. Das hilft bei größeren Schaden auch nicht wirklich weiter.

In all diesen Fällen stellt sich die Frage nach einer Versicherung, die für den Schaden aufkommt. Der GDV hat einige sehr gute Verbrauchertipps gegeben, auf die ich hier hinweisen möchte.

Wichtig finde ich vor allem die Hinweise zum Versicherungsschutz, die ich zusammenfassen und etwas ergänzen möchte:

Verletzte Menschen
Heilbehandlungskosten werden von der Krankenversicherung bezahlt, egal ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind.
Wer einen dauerhaften Schaden aufgrund einer Verletzung durch Feuerwerkskörper davon trägt, kann aus der privaten Unfallversicherung Leistungen erhalten.

Wohnung, Gebäude
Brandschäden in Ihrer Wohnung werden von der Hausratversicherung bezahlt. Das gilt auch für Schäden durch Löschwasser.
Ob Sie in einem eigenen Haus oder einem Mehrfamilienhaus wohnen - Schäden am Gebäude selbst zahlt die Wohngeäudeversicherung.

Auto
Des Deutschen liebstes Kind ist durch die Kasko versichert. Hierzu finden sich auch die meisten Beiträge, die ich zum Thema im Netz gefunden habe - beispielsweise im AutoBlog oder bei News.de.
Hierbei gilt:
  • Schäden, die durch Feuerwerkskörper oder sonst durch Brand entstehen, sind im Rahmen der Teilkasko versichert.
  • Kommt es zu Randale und beschädigen irgendwelche Idioten Ihr Auto mut- und böswillig, sind solche Vandalismusschäden nur durch die Vollkasko gedeckt.

Was tun, wenn ich jemand anderen geschädigt habe?
Haben Sie jemanden durch Feuerwerkskörper verletzt, seine Wohnung in Brand gesetzt oder sein Auto beschädigt? Nehmen Sie unverzüglich Kontakt mit Ihrer privaten Haftpflichtversicherung auf und melden den Schaden. Versicherungsschutz besteht allerdings - wie bei jeder Schadensversicherung - nur, wenn Sie den Schaden nicht vorsätzlich herbeigeführt haben. Wer einen anderen mit Absicht geschädigt hat, kann auf keine Solidargemeinschaft hoffen, sondern muss für die finanziellen Folgen selbst gerade stehen.


Dieser Beitrag wird der letzte für 2013 sein. Im neuen Jahr werde ich weitermachen. Allen Lesern meines Blogs - den Freunden wie auch den kritischen Besuchern - wünsche ich einen guten und sicheren Rutsch in das neue Jahr. Für 2014 wünsche ich Euch und Ihnen allen Gesundheit, Frieden und Gottes Segen.

Samstag, 24. August 2013

Überflüssige Versicherungen

Die Welt hat im April eine interessante Top-10 Liste der überflüssigsten Versicherungen gebracht.

Die Aussage zur Insassenunfallversicherung kann ich nachvollziehen. Verletzte Insassen haben heute immer einen Schadensersatzanspruch gegen die Haftpflichtversicherung des Autos, in dem sie saßen. Der Fahrer selbst ist da nicht geschützt, er muss sich gegen die Folgen einer Verletzung durch Unfall mit dem Auto schützen.

Die Insassenunfallversicherung ist hier das klassische Produkt. Erleidet man eine Verletzung, erhält man die in einer Gliedertaxe festgelegte Entschädigung ausbezahlt. Mehr aber nicht.

Besser und für den Kunden kostengünstiger ist eine Fahrerschutzversicherung. Hier bekommt man den tatsächlich entstandenen Schaden ersetzt, was besonders bei schlimmen Verletzungen wie z.B. einer Querschnittslähmung oder Pflegebedürftigkeit besser ist. Die Entschädigung der Insassenunfallversicherung ist hier nämlich schnell aufgebraucht.

Man muß aber aufpassen. Nicht alle Versicherungen bieten eine echte Fahrerschutzversicherung an. Manche eine unechte, die im Kern eine auf den Fahrer beschränkte Insassenunfallversicherung ist. Lassen Sie sich hier gut beraten und achten Sie darauf, daß Ihr Wunsch nach einer echten Fahrerschutzversicherung im Beratungsprotokoll ausdrücklich festgehalten ist. Verkauft Ihnen der Versicherungsvertreter oder Makler etwas anderes als sie wollten, muss er für den durch die Falschberatung entstandenen Schaden haften.