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Mittwoch, 17. Mai 2017

Die SPD, Martin Schulz und die kriminellen Ausländer

In den Medien wird berichtet, dass die SPD die unverzügliche Abschiebung krimineller Ausländer in ihr Wahlprogramm aufnehmen will. Zur Erinnerung: Wir schreiben das Jahr 2017.

Vor gut 20 Jahren, im Jahr 1997, gab es schon einmal einen, der die Deutschen für dumm verkauft hat. Und zwar mit Erfolg. Auch Gerhard Schröder machte Wahlkampf damit, dass kriminelle Ausländer unverzüglich abgeschoben werden sollten.

Es ist über 20 Jahre her, dass die Sozialdemokraten mehr innere Sicherheit durch ein zügiges Abschieben krimineller Ausländer versprochen haben. Bis auf 4 Jahre Opposition waren sie seit 1998 in der Bundesregierung. Gut, die Abschiebung ist Ländersache. Aber wenn man sich mal anguckt, welches Bundesland wie viele ausreisepflichtige Ausländer auch wirklich abschiebt, dann lohnt es sich auch einmal einen Blick darauf zu werfen, wer dort politisch verantwortlich ist.

Dort, wo die SPD politisch verantwortlich ist wird tendenziell deutlich weniger abgeschoben als dort, wo die SPD nicht in der politischen Verantwortung ist.

Wer bitte soll Martin Schulz glauben, dass die SPD kriminelle Ausländer wirklich abschieben wird?

Das verspricht seine Partei seit 20 Jahren. Und dieses Versprechen bricht die SPD seit 20 Jahren wo sie nur kann.

Um es klar zu stellen: Ich will an dieser Stelle keine Bewertung darüber treffen, ob kriminelle Ausländer nun verstärkt abgeschoben werden sollen oder nicht. Was mich ankotzt ist die Dreistigkeit, mit der die SPD das Wahlvolk belügt um bitteschön die Macht ergreifen zu dürfen.

Sonntag, 14. Mai 2017

SPD und politische Gewalt - Die Sozialdemokratie muss ihre Haltung zu demokratischen Grundprinzipien klären

Meine Meinung ist klar: Wer Gewalt im politischen Meinungskampf verübt, billigt oder auch nur akzeptiert, ist kein Demokrat. Das gilt auch für symbolische Gewalt gegen Personen.

Die SPD hat hier ein Problem, das der Klärung bedarf.

In der Innenstadt von Neuss haben Jusos Passanten ein Dosenwerfen  angeboten. Auf die Dosen waren Bilder von Politikern geklebt, gegen deren Ansichten die Jusos sind. Diese Personen wurden als Nazis bezeichnet.

Die Presse berichtet, dass auf den Dosen Donald Trump, Marine Le Pen und Frauke Petry abgebildet waren. Meine Meinung: Man kann mit guten Gründen für oder gegen die von diesen Leuten vertretenen Inhalte sein. Aber diese Personen mit den Nationalsozialisten und damit implizit mit deren Verbrechen gleichzusetzen, verharmlost im Ergebnis die Verbrechen der Nazis. Das aber nur am Rande.

Mit Gegenständen auf Menschen zu werfen, ist Gewalt.

Klebt man die Bilder von Personen auf Dosen und bewirft man diese Dosen, ist das eine Ersatzhandlung dafür, dass diese Personen selbst gerade nicht beworfen werden. Es enthemmt, es bereitet reale Angriffe auf diese Personen vor. So etwas anzubieten fordert implizit zu echter Gewalt auf.

Gewalt gegen politische Gegner ist immer zugleich auch ein Angriff auf die Demokratie. Und die SPD scheint damit kein Problem zu haben. Das beweist schon das Videospiel mit dem Schulz-Zug, bei dem man politische Gegner umfahren konnte.

Die SPD ist eine alte Partei mit unendlich großen Verdiensten um die Demokratie in Deutschland. Männer wie Friedrich Ebert und Otto Wels haben meinen unbedingten Respekt. Gerade deshalb erwarte ich von der SPD, dass sie ihr Verhältnis zu politischer Gewalt klärt. Das ist wichtig. Denn dass Gewalt im politischen Meinungskampf nichts verloren hat, ist für mich ein Grundprinzip jeder freiheitlichen Demokratie.

Sonntag, 26. März 2017

Soziale Gerechtigkeit als Angst-Thema, um einen Demagogen ins Kanzleramt zu bringen

Martin Schulz hat die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen zum Wahlkampfziel mit höchster Priorität erklärt. Ich halte ihn für einen Demagogen der schlimmsten Sorte. An diesem Wahlkampfziel wird das deutlich.

Dass es ein solches Gender Pay Gap gibt, stimmt. Rein statistisch liegt der Unterschied zwischen der durchschnittlichen Vergütung von Männern und Frauen in Deutschland bei 22%. So berichtet es das Statistische Bundesamt. Sieht man genauer auf die Zahlen, stellen sie sich aber nicht als so gravierend dar, dass sie einen staatlichen Eingriff rechtfertigen. So kam es bei einer im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft erstellten Studie bereits 2016 heraus. Die Bundesregierung sah das anders und einigte sich im Oktober 2016 auf ein Gesetz zu Herstellung der Lohngleichheit.

Am 16.03.2017 gab das von der SPD geführte Familenministerium Details in einer Hintergrundinformation bekannt. Nur 10 Tage später, am 26.03.2017, steht in der Presse zu lesen, dass Martin Schulz das Thema Lohnungleichheit zum Top-Thema gemacht hat.

Für mich ist das pure Demagogie. Die SPD erkennt ein Problem und erarbeitet gemeinsam mit ihren Koalitionspartnern eine Lösung. Und nur wenige Tage danach verkündet der neue Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat, dass es keine Lösung gebe, sondern dass man ihn wählen müsse für eine Lösung dieses Problems.

Ich habe große Sorge vor dem, was in Deutschland passiert, wenn ein solch demagogischer Kandidat Bundeskanzler werden sollte.

Sonntag, 19. März 2017

SPD: 100% für Martin Schulz

Martin Schulz ist mit 100% der Delegiertenstimmen auf dem Parteitag der SPD zu deren Vorsitzenden gewählt worden. Das war einmal die Partei, die mit der Losung 'mehr Demokratie wagen' große Impulse für unsere Gesellschaft geweckt hat. Da hat sich inzwischen etwas verändert.

Selbst ein Gerhard Schröder hat sich noch in einem Vorwahlkampf in der SPD als Kanzlerkandidat erst durchsetzen müssen. Schulz wurde von seinem Amtsvorgänger Gabriel in einer relativ alleine gefassten Entscheidung als Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat nominiert.Die SPD folgt in strengem Kadergehorsam, wie dieses Stimmergebnis zeigt. Das erinnert mich an Wahlergebnisse aus sozialistischen Diktaturen.

Martin Schulz wird im Internet bereits als angehender Gottkanzler gefeiert. Ich fürchte, von gelebter Demokratie ist in der SPD nicht mehr viel übrig geblieben.

SPD will Familiennachzug für geflüchtete Syrer

Die SPD möchte, dass in Deutschland befindliche Syrer weitgehend ihre Familien nachholen können. Es geht um ca. 150.000 weitere Personen, die nach Deutschland kommen sollen.

Ganz ehrlich: Ich möchte das nicht. Wir sprechen hier nicht mehr davon, Kriegsflüchtlingen in ihrer Not beizustehen. Wir sprechen davon, viele tausend Familien aus einem kulturfremden Land bei uns anzusiedeln. Darüber hat es bislang keine gesellschaftliche Debatte gegeben. Es hat vor allem keine Debatte und diesbezügliche Entscheidung der gewählten Volksvertreter im Bundestag gegeben. Die Politik will uns "normale" Deutsche schlicht vor vollendete Tatsachen stellen. Das finde ich so nicht in Ordnung.

Wenn man Einwanderung bei uns forcieren möchte, muss das von unseren Volksvertretern ausdrücklich so beschlossen werden. Und es müssen die Kriterien definiert werden. Nur wer diesen Kriterien genügt, wird als Einwanderer reingelassen. Einfach mal so hunderttausende Menschen aus einem kulturfremden Gebiet in Deutschland aufzunehmen, kann nur zu Enttäuschungen und Konflikten in der Zukunft führen. Das muss vermieden werden.

Montag, 13. März 2017

Das erste Wahlziel der SPD: Kampf allen Menschen, die sich im Leben angestrengt und etwas erreicht haben

Die Wahlziele der SPD für die anstehende Bundestagswahl werden bekannt. Als erstes geht es ihr darum, etwas für den "kleinen Mann" zu tun. Jahreseinkommen bis 30.000 Euro sollen entlastet werden. Jahreseinkommen ab 70.000 Euro sollen stärker belastet werden. Das ist eine klare Ansage!

Das erste Thema, das eine Partei vor einer Wahl öffentlich benennt, ist ihr Kernanliegen. Bei der SPD hätte ich erwartet, dass sie eine grobe soziale Agenda bekannt gibt. Aber sie geht gleich mit einem Detail an den Start und macht öffentlich, welchen Menschen sie nehmen und welchen Menschen sie geben will. Das ist nicht Robin Hood. Das ist eine Kampfansage gegen alle, die sich im Leben angestrengt und etwas erreicht haben.

Und vor allem: Es wird ein Gegensatz zwischen den Menschen der jeweiligen Einkommensgruppen geschaffen, den es jedenfalls nach meinen persönlichen Erfahrungen so bislang nicht gibt. Die SPD schürt in Deutschland Zwist und nicht die Gemeinsamkeit, die es braucht, um die wirklichen Probleme unseres Landes anzupacken.

Wenigstens weiß ich jetzt, was gemeint ist, wenn Martin Schulz über Gerechtigkeit spricht.

Montag, 15. August 2016

SPD, CDU und CSU nehmen der jungen Generation die Chance auf soziale Sicherheit

Die Deutsche Bundesbank hat aufgrund der demographischen und wirtschaftlichen Entwicklung vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter zwischen 2030 und 2060 von 67 Jahre auf 69 Jahre anzuheben.

Das Thema ist schon länger in der Diskussion. Die CDU kündigte schon im Mai an, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Nur muss sie sich dann fragen lassen, weshalb sie die SPD beim Sozialstaatsverbrechen der teilweise Rücknahme der Rente mit 67 unterstützt hat? Für mich sind die Ankündigungen der Union Augenwischerei und nichts anderes. Aufgrund ihres Handelns in der Regierung glaube ich ihr hier nichts.

Die SPD setzt größtmöglich ihre Ankündigungen zur Bundestagswahl 2013 um. Was oberflächlich als Einhaltung von Wahlversprechen positiv klingt, ist bei genauerem Hinsehen eine Erhöhung der Lasten für künftige Generationen. Bestehende Systemfehler will die SPD überhaupt nicht beseitigen. Sie will heutigen Rentenbeziehern bestmögliche Leistungen gewähren und nimmt dafür Not und Elend künftiger Generationen billigend in Kauf. Die Mär von der Sozialen Gerechtigkeit entpuppt sich mehr und mehr als Lebenslüge der Sozialdemokratie.

Das Institut für Wirtschaft prognostizierte für die Zukunft eine Rente mit 73. Damit war es erst vor kurzem in den Medien.

Sowohl Bundesbank als auch das Institut für Wirtschaft haben Sachargumente auf ihrer Seite. Die von Union und SPD getragene Bundesregierung stemmt ihren politischen Willen dagegen. Fakten werden ignoriert. Nur darf der politische Wille nicht auf Dauer die Lebenswirklichkeit ausblenden. Das kann nicht funktionieren.

Ich habe jegliches Vertrauen darin verloren, dass CDU, CSU und SPD der heute arbeitenden Bevölkerung den sicheren Sozialstaat gewährleisten können, den die Menschen hierzulande seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland erarbeitet haben. Unser Sozialstaat wird zu Gunsten des Machterhalts von Union und SPD verfuttert. Die Zeche zahlt die junge Generation.

Die Stellungnahmen von Bundesbank und dem Institut für Wirtschaft zeigen: SPD, CDU und CSU nehmen der jungen Generation die Chance auf soziale Sicherheit.

Montag, 9. Mai 2016

SPD, soziale Gerechtigkeit und die Lebenswirklichkeit

Mit großem Entsetzen verfolge ich in den Nachrichten, dass die SPD mit dem Thema soziale Gerechtigkeit mal wieder beim Wähler punkten will. Komisch, dass es in Deutschland nach so vielen Jahrzehnten sozialdemokratischer Regierungsbeteiligung  mit der sozialen Gerechtigkeit so sehr im Argen liegen soll, dass ausgerechnet die SPD da die Retterin spielen kann, darf und nach eigener Einschätzung wohl auch muss.

Interessanterweise stellt kein Journalist kritische Fragen an die Sozialdemokratie.

Wenn die SPD nach Jahrzehnten sozialdemokratischer Wählerbeglückung jetzt meint, dass "soziale Gerechtigkeit" notwendiger denn je sei, dann erklärt sie damit, dass sie in diese Richtung bislang nichts bewirkt hat. Und das, was sie mit diesem Argument bislang sozialpolitisch umgesetzt hat, ist dann wohl auch nichts wert.

Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Die Bundesregierung hat - auf Betreiben der SPD - die Rente mit 63 verabschiedet. Ich habe die damit verbundenen Versprechen von Anfang an für eine Propagandalüge gehalten. Die Überlegungen der SPD zur Alterssicherung im Wahlprogramm der letzten Bundestagswahl waren auch Müll. Aber zumindest hat die SPD es geschafft, diesen Müll in die Realität umzusetzen. Das muss man ihr lassen.

Die Menschen auf der Straße nehmen genau das an der SPD wahr. Die Zeche ihrer Propaganda werden die jungen Einzahler ins Rentensystem präsentiert bekommen. Und zwar in Form immer höherer Beiträge und auch immer niedrigerer Leistungen der gesetzlichen Rente. Das ist das Ergebnis der sozialen Gerechtigkeit sozialdemokratischer Prägung.

Die Verarschung der Menschen geht jetzt wohl in die nächste Runde. Mit dem Thema soziale Gerechtigkeit baut die SPD nun ein tolles Luftschloss im Wolkenkukuksheim. Aber wie sieht man das von außen, außerhalb von Deutschland?

Der Internationale Währungsfonds empfielt Deutschland eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Das ist die Konsequenz aus der gestiegenen Lebenserwartung der Menschen. Und zugleich ist das eine Watsche für die SPD und ihre Politik, die ihresgleichen sucht.

Die "sozial gerechten" Maßnahmen der SPD gefährden die Stabilität unserer gesetzlichen Altersvorsorge. So sieht es aus. Gerecht ist daran nichts.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Kommunalwahl 2016 in Hessen: In Wiesbaden wählen wir auf einer Tischdecke

Ich habe die Wahlbenachrichtigung zur Kommunalwahl bekommen. Die Stadt hat zwei Muster-Wahlzettel mitgeschickt. Der für die Stadt ist so groß wie eine Tischdecke.

Dass diese Zettel vorweg verschickt worden sind, finde ich gut. Man kann die sich in Ruhe angucken und überlegen, wen man wählt. In mehreren Listen sehe ich Leute die ich kenne.

Bei der Kommunalwahl ist mir der übliche parteipolitische Kram ehrlich gesagt nicht so wichtig. Daher halte ich es selbst so, dass ich mir natürlich die Programme der Parteien und Vereinigungen angucke, die zur Wahl stehen. Ich werfe aber auch einen Blick auf die Persönlichkeiten, die ich wählen kann.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Pkw-Maut: Will die CSU, dass ihre Kumpels sich die Tasche vollmachen können?

Mautsysteme gibt es bereits!
In den Medien wird berichtet, dass es für die geplante Einführung der Pkw-Maut Gegenwind aus Brüssel gibt. Die FAZ berichtet, dass derzeit Kompromissvorschläge erörtert werden. Die CSU hatte sich schon im Vorfeld der letzten Bundestagswahl vehement dafür eingesetzt.

Ein Thema der Berichte ist, dass mit der Einführung der Pkw-Maut Kosten in Höhe von ca. 450 bis 500 Millionen Euro verbunden sind. In diesem Zusammenhang schreibt die FAZ: Der größte Teil entfällt demnach auf den Aufbau des elektronischen Systems, mit dem ein noch zu suchender Privat-Betreiber die Maut erheben soll. Hierfür seien laut Ministerium einmalig 321 Millionen Euro geplant.

Ein Privat-Betreiber soll gefunden werden, der die Maut für den Staat erhebt.  Mich erinnert das an die politischen Bestrebungen, die Autobahnen zu privatisieren. Ein Vorteil für Deutschland ist es nicht. Ein Vorteil ist das nur für die privaten Betreiber der Autobahnen, die Zeche zahlt der normale Bürger.

Eine der Lügen der CSU - heute gestützt von CDU und SPD aufgrund des Koalitionsvertrages - ist die Belastungsneutralität für den deutschen Bürger. Die Kfz-Steuer soll entsprechend gesenkt werden. Das Problem gerade bei klimafreundlichen Kleinwagen: die zahlen schon heute viel weniger Kfz-Steuer, als die Pkw-Maut kosten wird.

Dann: Warum muss für die Pkw-Maut ein neuer Betreiber gesucht werden, wenn es für die Lkw-Maut bereits ein funktionierendes System mit Betreiber gibt? Warum müssen noch einmal 450 bis 500 Millionen Euro dafür ausgegeben werden? Es gibt nur den einen Grund, dass man dieses Geld ausgeben möchte, um es den richtigen Leuten in die Tasche zu stecken.

Noch eine kritische Frage: Weshalb müssen künftig sowohl Pkw als auch Lkw die Maut zahlen - nicht aber Busse? Auch die nutzen die Autobahnen, warum sollen sie sich nicht an den Kosten beteiligen. Meiner Meinung nach ist dieses Ergebnis ein Beweis der Qualität von Lobbyarbeit der Busbetreiber. Sachlich gerechtfertigt ist diese Begünstigung nicht.

Meine Forderung: Es darf in Deutschland nur ein Maut-System geben, das für alle Fahrzeuge gilt.

Ursprünglich war angedacht, eine Vignette nach österreichischem Vorbild einzuführen, so das Wirtschaftsblatt im November 2013. Das scheint aber politisch nicht mehr gewollt zu sein. Auch hier hat die FAZ kürzlich dargelegt, dass sich Österreich durchaus als Vorbild lohnt.

Unterm Strich bleibt für mich folgender Eindruck: Die Pkw-Maut dient überhaupt nicht einer Gerechtigkeit bei den Kosten für unser Straßennetz. Es geht um Populismus, durch den kaschiert wird, dass eine Menge Geld in die Taschen der richtigen Leute gelenkt werden soll. Ich hoffe, dass kritische Journalisten hier noch recherchieren.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Weselsky und der Streik der Bahnfahrer

Nicht jeder alte Zug ist schon abgefahren. Mancher wird aber nicht fahren.
Ich habe für die Zeit nach Pfingsten eine Bahnfahrt gebucht und mir dafür sogar extra eine Bahncard gekauft. Ehrlich gesagt habe ich ein massives Interesse daran, dass die Bahn dann fährt. Dies vorweg geschickt.

Die GDL hat jetzt einen Streik begonnen, dessen Ende sie nicht verrät. Die BILD sinniert darüber, wohin die Reise für den GDL-Vorsitzenden Weselsky geht und entwirft dazu diverse Szenarien. Ich halte das für Unsinn.

Interessanter finde ich den Kommentar von Michael Kröger im Spiegel. Er weist darauf hin, dass die GDL mit ihren Streiks und dem rüden Vorgehen am Prinzip rüttelt, dass alle Konfliktparteien in Deutschland sich immer irgendwie doch wieder einigen.

Damit hat er Recht. Aber dieser Konsens ist nicht von Weselsky und der GDL aufgekündigt worden. Bei der GDL handlet es sich um eine relativ kleine Gewerkschaft, die dem Deutschen Beamtenbund als Dachorganisation angehört. Es gibt diverse andere kleine Gewerkschaften und auch sehr große. Letztere sind im DGB organisiert und haben beste Verbindungen in die Politik. Dort vor allem zur SPD, der man traditionell nahe steht.

Mit dem Tarifeinheitsgesetz stärkt die Politik die Position der großen Gewerkschaften. Die SPD verteidigt das auch ganz munter. Man muss sich aber den Hintergrund angucken, der in der Morgenpost gut erklärt wird. Letzten Endes stärkt die Politik mit dem Tarifeinheitsgesetz die Positionen der großen Gewerkschaften und schwächt die kleinen.

Und nach meinem Eindruck ist es so, dass die Bahn auf Zeit spielt bei ihren Verhandlungen mit den kleinen Gewerkschaften. Der Vorwurf der GDL, dass die Bahn hier systematisch vorgehe, ist für mich nachvollziehbar.

Letzten Endes geht es für die GDL um nichts geringeres als die eigene Existenz. Kommt das Tarifeinheitsgesetz, haben die kaum mehr was zu melden. Das in Artikel 9 Grundgesetz als Grundrecht ausgestaltete Recht der Koalitionsfreiheit wird so faktisch für die Mitglieder der GDL ausgehebelt. Ehrlich gesagt verstehe ich sehr gut, dass die sich wehren. Und der Kommentar von Michael Kröger geht über diesen Punkt leider hinweg. Möglicherweise hat er ihn aber auch nicht gesehen.

Ich hoffe, dass ich nach Pfingsten mit meinem bereits gebuchten Zug werde fahren können. Noch mehr hoffe ich allerdings, dass die Politik das miese Spiel mit dem Tarifeinheitsgesetz aufgibt und die Grundrechte der Menschen - auch der Gewerkschaftsmitglieder in Nicht-DGB-Gewerkschaften - in Deutschland achtet.

Donnerstag, 9. April 2015

Die Pkw-Maut, Toll Collect, gesicherte Pfründe und die Einführung des Überwachungsstaates

Der Bundestag hat die von Verkehrsminister Dobrindt geplante Pkw-Maut inzwischen abgesegnet. Damit soll sie nach dem Willen der deutschen Politik eingeführt werden.

Autohaus berichtet, dass die Nachbarländer verärgert sind, und dass es auch innerhalb Deutschlands noch politischen Widerstand gibt. Begründet werden die Einwände mit fehlender Vereinbarkeit mit dem Recht der Europäischen Union.

Etwas anderes finde ich persönlich viel, viel gravierender. Es wird nicht das bereits vorhandene System von Toll Collect (für Lkw-Maut) genutzt. Das arbeitet mit On-Board-Units, die über Installationen wie auf dem Foto zu sehen abgefragt werden.

Vielmehr läuft die Pkw-Maut  so, dass ja alle Kennzeichen registriert sind. Sie werden beim Auffahren auf eine mautpflichtige Straße automatisch ausgelesen. Pkw, die die Maut nicht bezahlt haben, werden so erkannt und ein Bußgeld kann veranlasst werden.

Jetzt stellen sich zwei Fragen:
  1. Warum nutzt man nicht das bereits vorhandene System von Toll Collect, das ja mit großem Aufwand installiert wurde?
    Wenn es eine Begründung gibt, es nicht zu nutzen, kann es nur die sein, dass Toll Collect mit recht hohen Kosten für die On-Board-Units und das Kassieren der Maut verbunden ist.
    Wenn man für Pkw jetzt einen günstigen Weg gefunden hat die Maut zu regeln - warum nicht auch für Lkw?
    Oder geht es darum, den Profiteuren vom Toll Collect System die Einnahmen zu erhalten?
  2. Warum haben die Abeordneten die Installation einen totalen Überwachungssystems auf unseren Straßen einfach so durchgewunken, nur weil der zuständige Minister mit ein paar zusätzlichen Geldscheinen wedelt? 
Die Pkw-Maut ist von den Abgeordneten von CDU, CSU und SPD beschlossen worden. Ich kann jedem Leser meines Blogs nur den Rat geben, seine örtlichen Bundestagsabgeordneten dieser Parteien zu befragen, warum sie dem zugestimmt haben. Und man könnte den Abgeordneten der Opposition (Grüne und Linkspartei) die Frage stellen, was sie hier unternehmen wollen.

Ich werde das tun und berichten.

Mittwoch, 16. April 2014

Telematik, eCall, Datenschutz und meine Meinung

Ich habe jetzt von eigenen Erfahrungen in Sachen Telematik berichtet, die ich als Teilnehmer einer (inzwischen beendeten) Studie gemacht habe. Dabei habe ich festgestellt, dass folgende Daten durch die Aufzeichnung meines Fahrverhaltens gewonnen werden können:

Diese kleine Box ermöglicht die Überwachung

Brauchen Kfz-Versicherer diese Überwachung?
Meiner Meinung nach nicht.

Telematik scheint im Augenblick ein Modethema für Versicherungen zu sein. Jedenfalls wirkt es so auf mich.

Nach meiner Meinung lassen sich faire Versicherungsprämien nach dem herkömmlichen System des Schadensfreiheitsrabattes sehr gut kalkulieren. Es gibt keinen wirklichen Bedarf nach noch mehr Daten als Berechnungsgrundlage für die Kfz-Versicherung.

Aber letzten Endes muss jeder Versicherer für sich selbst klären, ob er hier einen echten Mehrwert für sich und seine Kunden (sonst werden Pay-As-You-Drive Tarife nicht akzeptiert) generieren kann.


Warum will die Politik die Überwachung?
Das ist ein politisch getriebenes Projekt. Heute habe ich im Spiegel gelesen, dass das EU-Parlament jetzt die eCall Pflicht beschlossen hat. Das bedeutet, dass ab 2015 jedes neu gebaute Auto in der Europäischen Union über so eine Überwachungsbox verfügen muss. Politisch verkauft wird dies als automatischer Notruf. Kritiker nennen dieses System einen verräterischen Lebensretter. Ich glaube der Politik dieses Motiv nicht.

Geradezu verräterisch finde ich, was ein Spitzenpolitiker in diesem Zusammenhang von sich gibt. Parlamentspräsident Martin Schulz, zeitgleich Spitzenkandidat der SPD für die Europawahl, hat sich vor kurzem in einem Interview mit der BILD wie folgt geäußert:
Wenn also zukünftig die Autoversicherungen ihre Tarife immer stärker am Verhalten ihrer Kunden ausrichten und gleichzeitig mein Auto unzählige Daten über mein Fahrverhalten übermittelt, dann könnten meine Daten aus meinem Auto gegen mich verwendet werden. Deshalb brauchen wir europaweite strenge Datenschutzrechte,  ...
Ganz ehrlich: ich halte Martin Schulz mit seinen Äußerungen zu eCall durch und durch für verlogen. Und dass er Präsident des Parlamentes ist, das die eCall-Pflicht soeben ohne gesellschaftliche Debatte durchgewunken hat, macht Angst. Ich habe die Befürchtung, dass wir ohne große Ankündigung in einen Überwachungsstaat geraten, wie ihn sich selbst George Orwell nicht schlimmer hat ausdenken können.

Begründung für diese - zugegeben hart formulierte - Meinung:
  • Datenschutz wird in der Versicherungswirtschaft sehr groß geschrieben. Dass hier ein Code of Conduct, der sogar über geltendes Datenschutzrecht hinausgeht, als Selbstverpflichtung verabschiedet wurde, war vielleicht nicht ganz freiwillig. Aber für den Datenschutz ist das eine gute Sache. Und das gilt nicht nur für die deutschen Versicherer, sondern auf europäischer Ebene.
  • Der Anbieter, an dessen Telematik-Studie ich teilgenommen habe, hat allen Teilnehmern absolute Einsicht in die gewonnenen Daten über ihn selbst gewährt. Daher stammten ja auch die Grafiken, die ich hier leider nicht veröffentlichen konnte.
    Ich bin diesem Anbieter ehrlich gesagt für die Teilnahme an der Studie sehr dankbar. Denn sonst hätte ich nicht begriffen, in welchem Maße hier Daten gesammelt werden.
  • Zur Verlogenheit des Herrn Schulz: die Technologie, die das Datensammeln erst möglich macht, wurde aufgrund einer Initiative europäischer Institutionen erst verpflichtend eingeführt. Martin Schulz bewirbt sich um das höchste Amt in Europa. Gerade eben hat das Parlament die letzten Beschlüsse dazu gefasst. Es soll doch niemand einem Parlamentspräsidenten glauben, der in dieser Situation auf die Versicherungswirtschaft zeigt und laut ruft: "das sind die Brandstifter" und zum Löschen nach neuen Gesetzen verlangt. Die sollen dann ebenfalls von ihm und seinen Politkumpels beschlossen werden. Geht's eigentlich noch?
  • Ich glaube den europäischen Einrichtungen nicht, dass es zum schnelleren Erreichen von Verkehrsopfern hilfreich ist, die Voraussetzungen zu schaffen um die Daten aller Fahrten aufzuzeichnen (inkl. des akutellen Standortes, der letzten Endes nur der letzte Wert in einer langen Liste ist). 

Meine Meinung: das ist der Weg in den Überwachungsstaat
Hier hat man von staatlicher Seite aus die Möglichkeit geschaffen, Bewegungsprofile aller Fahrzeuge aufzuzeichnen und so die Bürger total zu überwachen. Daher meine Meinung, dass die neuen eCall Systeme ein böser und kaum mehr rückgängig zu machender Schritt in einen totalen Überwachungsstaat sind. Das Gerede über die bösen Versicherer, die ihre Kunden total überwachen, ist doch nur eine propagandistische Nebelgranate. Mehr nicht!

Wenn jemand so etwas freiwillig möchte, habe ich kein Problem damit. Es gibt auch genügend Leute, die sich Trackingprogramme auf ihren Handys installieren, mit denen Wander- oder Laufrouten aufgezeichnet und dann über soziale Medien ins Internet gestellt werden. Wenn man das für sich so entscheidet, ist das für mich in Ordnung.

Aber ich möchte nicht verpflichtet werden, eine Datensammelvorrichtung mit mir führen zu müssen. Und eCall ist eine Verpflichtung.

Für mich kann ich ganz klar sagen: das möchte ich nicht. Und ich möchte die Möglichkeit haben, auch nach 2015 einen Neuwagen zu kaufen, der kein eCall System an Bord hat.


Das einzige, was wir Bürger jetzt noch tun können: darüber reden
Soweit ich es sehe, sind die politischen Weichen jetzt wohl gestellt. Im Mai sind Europawahlen. Das einzige was wir Bürger noch tun können: darüber reden.

Sind bei Euch Veranstaltungen von Kandidaten der im Parlament vertretenen Parteien? Geht hin und fragt sie nach dem Thema.

Und: redet darüber in der Öffentlichkeit. Schreibt Eure eigene Meinung in Blogs, auf Facebook oder als Leserkommentare in den Zeitungen. Redet mit Euren Freunden darüber. Oder verbreitet meinetwegen meinen Blogeintrag im Internet. Ich habe nichts dagegen.

Demokratie lebt vom Mitmachen und nicht davon, sich die Dinge gefallen zu lassen. Und Demokratie lebt eben auch davon, dass der Staat nicht Zugriff auf alle Daten seiner Bewohner hat. Nur nicht überwachte Bürger sind wirklich frei!

Neue Zugriffsmöglichkeiten wie eCall zu schaffen sehe ich daher mit sehr, sehr großer Sorge.

Dienstag, 1. April 2014

Manni und der Lkw - die A 10 ist wieder frei!

Dieses Foto hat nichts mit dem Lkw-Fahrer Manni zu tun.
Das Internetmagazin DER POSTILLON berichtet, dass ein Lkw-Fahrer auf der Autobahn 10 ein 14 Jahred dauerndes Überholmanöver erfolgreich habe beenden können. Wir möchten unsere Leser ergänzend darauf aufmerksam machen, dass dieses Überholmanöver im vergangenen Jahr die SPD mutmaßlich zu innovativen Gesetzgebungsvorhaben inspiriert hat.

Blöderweise gab es in der Bevölkerung bei der Wahl keine ausreichende Zustimmung, die der SPD die alleinige Macht gegeben hätte. Es fand sich sonst in den Parlamenten niemand, der ein Gesetzgebungsverfahren mit den von der SPD gewünschten Inhalten hätte betreiben wollen.

Daher melden wir, den Postillon ergänzend, dass die Gesetzgebungspläne des Herrn Pronold wieder in der Schublade verschwunden sind.

Dienstag, 12. November 2013

SPD und CSU und Maut für Lkw und Pkw

Das Thema Maut scheint in den laufenden Koalitionsverhandlungen ganz groß zu sein.

Die CSU wird eine Maut für Pkw wohl durchdrücken. Das hatte sie bereits im Wahlkampf deutlich gemacht. Und derzeitige Meldungen zeigen, dass es ihr damit auch bitter ernst ist.

Die SPD will die Mautpflicht für Lkw wohl nun auch auf alle Bundesstraßen ausweiten. Das wird aber aufgrund der damit verbundenen technischen Themen nicht von heute auf morgen gehen, sondern frühestens 2017.

Ganz ehrlich: die Suche nach neuen Einnahmequellen verstehe ich ja. Auch wenn ich der Meinung bin, dass der Staat vielleicht mal seine Ausgabenpositionen auf den Prüfstand stellen sollte, ehe er die Menschen hierzulande weiter schröpft. Aber letzten Endes sind Politiker wie kleine Kinder, die nicht genug von einem Spielzeug bekommen könne das ihnen Freude macht, aber regelmäßig verbraucht wird. Dieses Spielzeug heißt in der Politik nun einmal Geld.

Wobei mein Verständnis, das will ich noch einmal klarstellen, nicht bedeutet, dass ich das gut finde was da läuft.

Wofür ich aber definitiv kein Verständnis habe: wenn unterschiedliche Mautsysteme eingerichtet werden. Sollte das mit der Vignette für Pkw kommen, kann man dieses System auch für Lkw nutzen. In die Vignetten können Chips eingebaut werden, die ein Jahr lang ein Funksignal mit dem Gültigkeitszeitraum ausstrahlen. So ist die Sache problemlos überprüfbar. Das teure System von Toll-Collect mit dem angeschlossenen Inkasso-System (bei dem viele Grüppchen am Rande die Hand aufhalten und ordentlich Kohle abschöpfen) bräuchte man dann nicht mehr.

Warten wir es mal ab, ob es bei den Koalitionsverhandlungen genügend Nachdenken gibt, oder ob neue Einnahmequellen für die Politiker im Vordergrund stehen. Ich finde, am Maut-Thema werden wir ganz gut sehen können, was wir von der neuen Bundesregierung erwarten dürfen.

Samstag, 2. November 2013

Die Pkw-Maut wird kommen

Ich denke, die Pkw-Maut wird kommen. So mein Eindruck aus dem, was derzeit durch die Medien geht

Im August war das hier schon einmal Thema im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes. Die CSU machte da Druck. Allerdings "vergaß" sie zu erwähnen, dass im Gegenzug für im Inland zugelassene Fahrzeuge die Kfz-Steuer gesenkt werden sollte. Das kann sie jetzt ohne Gesichtsverlust noch nachschieben.

Immerhin informiert uns jetzt DER SPIEGEL, wie die Mautsysteme in Europa so funktionieren. Aus Europa erhält die CSU mit ihren Forderungen Unterstützung. Wenn die Maut für alle (auch für Deutsche) zu zahlen ist, sei das in Ordnung. Die SPD schimpft zwar. Aber letzten Endes geht es um Mehreinnahmen für den Staat. Und die Leute in der großen Politik sind da alle jung und brauchen das Geld. Also wird die SPD es als politischen Erfolg verkaufen können, wenn die Kfz-Steuer gesenkt wird und die Sache für den inländischen Pkw belastungsneutral ist.

Mein Gefühl sagt mir: die Pkw-Maut wird kommen. Und man wird dazu das System für Lkw nicht nutzen, das aber gleichzeitig weiterlaufen lassen.Da verdienen nämlich viele am Rande mit, die nicht ohne politischen Einfluß sind.

Aus politischer Schwäche werden wir uns den teuren Luxus mehrerer Mautsysteme leisten, wetten dass...?

Samstag, 21. September 2013

Bundestagswahl: geht wählen, aber denkt nach. Zum Beispiel über die Alteressicherung.

Wie ich versprochen habe, habe ich mir die Wahlprogramme der Parteien durchgeschaut. Nicht aller Parteien, aber der im Bundestag vertretenen sowie mit Piraten und AfD den größten außerparlamentarischen Parteien.

Im Blog beschäftigt habe ich mit mit der Alterssicherung. Was ich dabei gesehen habe, ist im Ergebnis enttäuschend.

Letzten Endes habe ich für jede Partei zu ihren Aussagen eine Bewertung vorgenommen und diese in einer Ampelfarbe umgeschaltet.

Eine grüne Ampel habe ich nicht vergeben können, und das ist der Punkt, der mich ratlos macht. Nach meiner Meinung hat keine Partei Aussagen im Wahlprogramm gemacht, die in sich schlüssig wären und welche das avisierte Ziel - eine dauerhafte Sicherung der Rentenkasse - erreichen würde.

Aber kommen wir zu den Parteien, die eine andere Ampel bekommen haben. Deren Nennung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge, eine Wertung verbinde ich damit nicht.


Gelbe Ampel für AfD, Grüne, Piraten und Union
Wirklich überzeugend fand ich die jeweligen Aussagen nicht. Das habe ich in den jeweiligen Analysen begründet. Aber völlig daneben liegen die auch nicht. Im Einzelnen:
  • AfD: zu wenig zur Alterssicherung, nicht alle wichtigen Punkte angesprochen. Aber was sie ansprechen ist richtig. Und sie sprechen als einzige deutlich an, dass die Währungskrise nicht nur unser Sparbuch, sondern auch die Alterssicherung bedroht.
  • Grüne: sie sprechen viel Richtiges an. Und sie werben dafür, weitere Einzahlergruppen in die gesetzliche Rente zu bringen um deren finanzielle Basis auf langfristige gesunde Beine zu stellen. Aber es fehlt jeder Gedanke zu echter Nachhaltigkeit. Neue Einzahler gewinnen ist das eine, mit Steuererhebungen sind die Grünen ja auch gerne mal dabei. Aber wie die Basis des Rentensystems dauerhaft stabil bleibt, dazu sagen sie nichts.
  • Piraten: die Piraten bringen im politisch linken Spektrum noch die vernünftigsten Überlegungen in ihrem Wahlprogramm. Aber auch sie springen zu kurz und drücken sich vor einer Aussage, ob man beim Umlagesystem bleiben oder langfristig in eine Kapitaldeckung einsteigen soll.
  • Union: Das war fast noch am erfreulichsten in den Wahlprogrammen. Aber eben nur fast. Die Union bleibt im Detail zu unkonkret, spricht wichtige Themen gar nicht erst an und schweigt sich zur langfristigen Sicherung der Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenkasse komplett aus. Zudem tut sie bei der Währungspolitik wohl "alternativlos" so, als ob ein stabiler Euro mit der Alterssicherung nichts zu tun hätte. Dabei bedroht die Währungskrise doch alles, was wir haben. Von einer Regierungspartei erwarte ich aber, dass sie diese Wahrheit auch ausspricht. Selbst, wenn sie unangenehm ist. Letzten Endes ist die Union über ihren sozialpolitischen Lila-Laune-Bär Norbert Blüm geistig nie hinweg gekommen.


Rote Ampel für FDP, Linkspartei und SPD
Von der Linkspartei hätte ich mehr Vernunft erwartet, die tun doch immer so als wenn das Wort "sozial" bei ihnen zum Kernverständnis gehört. Aber vermutlich wollen die gesellschaftlich und politisch auf etwas ganz anderes heraus. Den Kommunismus halten sie im Kern nicht für gescheitert, sondern für die Zukunft. Das merkt man in ihrem Programm. Als wenn nicht schon genug Blut und Tränen für Ideologien geflossen wären. FDP und SPD spielen politisch natürlich in einer ganz anderen Liga. Aber bei ihnen bin ich über die Gedanken geradezu schockiert, die zur Alterssicherung vorgetragen werden. Im Einzelnen:
  • FDP: Die Liberalen sind für mich eine absolute Enttäuschung, ein Totalausfall. Sie verkennen offenbar, dass Freiheit eben auch mit Sicherheit einhergeht. Und das nicht nur auf der Straße, sondern auch in sozialen Belangen. Das ist inakzeptabel für eine Partei, die mit die Bundesregierung stellt und die mit dem Anspruch kandidiert, das auch in der nächsten Legislaturperiode tun zu wollen.
  • Linkspartei: Die Linke labert von sozialer Gerechtigkeit. Sie will die Menschen mit einem Mix aus Wahrheit und Lüge in Unfreiheit und Armut führen. So mein Eindruck.
    Auch wenn ich weiß, dass meine deutlichen Worte mich auf einschlägige Listen bringen könnten, sollte die Linke einst an die Macht kommen - ihre wahre und totalitäre Fratze zeigt sie nicht nur bei der Rentenpolitik, wenn man mal genau hinguckt.
  • SPD: Die Sozialdemokraten liefern zur Alterssicherung Müll in wohlfeilen Worten. Viele Punkte spricht sie richtig an, da hat die SPD vielleicht sogar mehr Mut als die Union. Aber die Konsequenzen die sie zieht, zeigen, dass eine wirkliche Sicherung der Zukunft in der alternden Gesellschaft (und die haben wir nun einmal) mit den Sozis (noch?) nicht zu machen ist. Das finde ich äußerst schade!

Geht wählen! Egal wen oder was! Nichtwählen ist eine Sauerei!
Für das Recht zu allgemeinen Wahlen haben Menschen in Deutschland vor gut 200 Jahren zu kämpfen begonnen. Das ist ein Teil unserer Freiheit, und die sollten wir uns nicht nehmen lassen. Uns die Freiheit zu nehmen ist zwei Diktaturen im 20. Jahrhundert gelungen. So einen Dreck brauchen wir nie wieder!

Egal wen Ihr wählt - nicht zu wählen ist eine Sauerei. Seht auf die Menschen in den vielen arabischen Ländern, die für das selbe Recht, das für uns so selbstverständlich ist, auf die Straße gegangen sind und teils bis heute ihr Leben riskieren. Auch sie kämpfen für die Freiheit, die wir wir so lange schon haben.

Wenn ich morgen wählen gehe, werde ich auch an diese Menschen denken.


Wahlempfehlung: denkt nach, ehe Ihr wählt - rote Karte für FDP, Linkspartei und SPD
Eine Wahlempfehlung im Sinne von "wählt XXX" gebe ich Euch nicht. Darüber selbst nachzudenken sollte niemandem erspart bleiben. Und beim Nachdenken empfehle ich, doch mal zu gucken, wie ernst eine Partei es mit der Zukunft meint. Meint sie es ernst mit einer guten Zukunft, wird sie sich auch vernünftige Gedanken zur Alterssicherung machen.

Hier sind AfD, Grüne, Piraten und Union sicherlich grundsätzlich wählbar. Die grundsätzliche Wählbarkeit kann man FDP und SPD auch nicht absprechen, auch wenn deren Wahlprogramm zur Alterssicherung nichts ist. Aber mit diesem einen Punkt ihrer Programmatik habe ich mich doch sehr beschäftigt. Für mich bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass FDP oder SPD etwas Gutes für unser Land derzeit nicht beizutragen haben.

Aus der Lektüre der Wahlprogramme muss ich allerdings sagen, dass man bei der Linkspartei doch die rote Karte ziehen muss.

Durch die Wiedervereinigung wurden auch die SED-Profiteure von 40 Jahren Unrecht in der DDR in unsere Gesellschaft eingegliedert. Das war und ist richtig, denn es sind Deutsche die in Deutschland leben. Aber sie machen jetzt gemeinsam mit linken Spinnern im Westen und ziemlich viel Geld in der Kasse Politik. Da muss man mit einer linksextremen Kraft im Parlament leben.

Unsere Demokratie kann heute im Gegensatz zu Weimar Nazis (die bei uns keine wirkliche Bedeutung haben) und Bolschewisten (die im modernen Gewand heute in der Linkspartei abgebildet sind) aushalten. Aber Gnade uns Gott, je einer dieser Strömungen sollte je reale Macht über unser Land erhalten. Daher meine klare Warnung vor den Linken. Die wählt auf keinen Fall!

Freitag, 20. September 2013

SPD: Überlegungen zur Alterssicherung sind im Ergebnis Müll

Das Wahlprogramm der SPD zur Bundestagswahl nennt sich selbstbewusst "Das Regierungsprogramm 2013 - 2017". Auf 118 Seiten legen die Sozialdemokraten dar, wie sie als Regierungspartei unser Land gestalten möchten. Die Ausführungen zur Alterssicherung stehen auf den Seiten 79 bis 81.

Der erste Satz der Einleitung des Kapitels zur Alterssicherung macht Mut, denn die Sozialdemokraten sprechen eine leider allzu oft ignorierte Wahrheit aus. Die eigentliche Ursache von Altersarmut sieht die SPD in Erwerbsarmut während des Arbeitslebens. Sehr deutlich wird formuliert, dass das Rentensystem nicht dauerhaft die während des Arbeitslebens entstandenen sozialen Ungerechtigkeiten am Ende korrigieren könne. Ihre Politik zur Alterssicherung wird daher getragen von der Bekämpfung von Altersarmut und prekären Beschäftigungsverhältnissen. Leider verlässt die Sozialdemokraten nach dem ersten Schritt ihr Mut.

Das die Rede von "sozialen Ungerechtigkeiten" macht mich aber leider schon misstrauisch.

Das Idealbild ist doch, dass ein Mensch einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung macht. Dass dieser Mensch anschließend einem Beruf nachgeht und während eines langen Erwerbslebens regelmäßig und ausreichend für ein angemessenes Leben verdient. Die Konsequenz aus seinem beruflichen Einkommen ist, dass dieser Mensch regelmäßig Beiträge in die Rentenkasse einzahlt. Später im Alter - die SPD will das ja auch so - erhält er dann eine seinen Beitragsleistungen entsprechende Rente.

Hat jemand weder einen Schulabschluss noch eine berufliche Ausbildung, wird er sich im Berufsleben schwer tun, Tritt zu fassen. Dass es mit Schule und Lehre nicht geklappt hat, liegt oft daran, dass die betreffenden Leute sich nicht um ihre Angelegenheiten gekümmert haben, sich keine Mühe gegeben haben und schlicht "keinen Bock" hatten. Ja, es ist nicht schön, wenn Menschen ohne formelle Qualifikation nur sehr schwer einen Job finden. Und es ist für diese Menschen auch nicht schön, dass ihre Jobs oft nicht gut bezahlt sind. Nicht schön heißt aber doch nicht ungerecht.Ungerecht wäre es, wenn sie sich angestrengt und ihr bestets gegeben hätten, gute Ausbildungen abgeschlossen hätten und dann käme das Pech. Aber wenn die ersten beiden Punkte nicht gegeben sind, ist es nicht ungerecht, dass diese Menschen in ihrem Leben keine gute Erwerbssituation haben. Die einzigen, die den Schlüssel für die Zukunft in der Hand haben, sind diese Menschen selbst.

Letzten Endes verbessert jeder durch Schulabschluss, Lehre oder vielleicht sogar ein Studium seine Chancen im Erwerbsleben. Garantien gibt es aber keine, so traurig das ist. Aber diejenigen, die sich in Schule und Lehre Chancen für die Zukunft schaffen (und nicht zu faul dazu sind) und die sich engagieren, kommen meist in eine sichere Beschäftitungslage. Ich fände es ungerecht, wenn Menschen, die sich um ihre Dinge kümmern statt zu schlampen und faul zu sein, davon keinen Vorteil haben.

Sehen wir bitte auf die Strukturen. Sicher, es gibt auch den Familienvater mit Mitte 50, dessen Unternehmen pleite geht und der es schwer hat, in seiner Region wieder einen Job zu finden. Der Mann hat meine Solidarität. Aber viele Erwerbsbiographien von beruflich weitgehend erfolglosen Menschen zeigen, dass der Kern der Erfolgslosigkeit in fehlender Schule und Ausbildung liegt.

An anderer Stelle in ihrem Programm (Seite 42 ff.) sagt die SPD auch ganz deutlich, wie wichtig Bildung ist.
Aber von "sozialer Ungerechtigkeit" zu sprechen nur weil jemand sich in jungen Jahren nicht gekümmert hat und faul war, halte ich für falsch. Bildung ist eine Chance, die jedem geboten wird. Aber sie ist keine Bringschuld unserer Solidargemeinschaft. Jeder muss seinen Hintern selbst hoch bekommen.

Ich hätte mir an dieser Stelle eine klare Ansage gewünscht statt der rhetorischen Nebelgranate von der "sozialen Ungerechtigkeit". Klare Kante ist ein schöner Spruch, aber in diesem Punkt wird sie nicht gezeigt.

Schon im Eingangabschnitt zu dieser Passage zeigte die SPD, dass sie in einem Satz sehr richtige Dinge sagt, die in den zwei folgenden Sätzen wieder kaputt geredet werden. So mein Eindruck.

Aber gehen wir weiter in der Analyse dessen, was die Sozialdemokraten sich zur Bundestagswahl in Sachen Alterssicherung überlegt haben.
  • Sie meinen, dass es nicht möglich sei, für alle Arbeitnehmer gleiche Formen des Eintritts in das Rentenalter zu schaffen. Arbeitnehmer, die wegen der Arbeitsbelastung oder aufgrund von Individualität nicht bis zum 65. Lebensjahr arbeiten können, soll der Übergang ins Rentenalter ohne große Einkommensverluste ermöglicht werden.Nach 45 Versicherungsjahren (d.h. Beitragsjahren zzgl. Anrechnungsjahren wg. Kindererziehung etc.) soll der abschlagsfreie Zugang zur Rente ab 63 Jahren Lebensalter ermöglicht werden.
  • Ab dem 60. Lebensjahr sollen eine "attraktive Teilrente" oder "flexible Übergangsmodelle" ermöglicht werden. Auf der Basis gesetzlicher Regelungen sollen dazu Tarifverträge geschlossen werden können.
  • Zusatzbeiträge an die Rentenversicherungen sollen erleichtert werden.
  • Auch wenn die SPD sich nicht ausdrücklich zur Rente mit 67 bekennt, rückt sie von dieser doch auch nicht ab. Sie sagt sie wolle nicht, dass die Anhebung des Renteneintrittsalters sich wie eine Kürzung der Renten auswirke. Die Rente mit 67 sei erst dann möglich, wenn mindestens die Hälfte der 60- bis 64 jährigen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist.
  • Die Kosten für den abschlagsfreien Rentenzugang nach 45 Versicherungsjahren, der verbesserten Erwerbsminderungsrente und der Stabilisierung des Rentenniveaus will die SPD durch einen höheren Rentenversicherungsbeitrag und den Aufbau einer höheren Nachhaltigkeitsreserve sicherstellen.
  • Die gesetzliche Rentenversicherung bleib die erste Säule in der Alterssicherung und die Grundlage für den Schutz vor Armut im Alter. Sie bilde zugleich die persönlichen Leistungen der Versicherten in ihrem Arbeitsleben ab.
  • Das derzeitige Niveau bei den Leistungen der gesetzlichen Rente soll bis Ende des Jahrzehnts aufrechterhalten werden.
  • Die betriebliche Altersvorsorge soll gestärkt werden als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Bei der Riesterrente soll es eine deutliche Verbesserung der Kostentransparenz und der Effizienz geben.
  • Die Rentensysteme Ost und West sollen bis 2020 vereinheitlicht werden.
Eine zentrale Botschaft auf den Wahlplakaten der SPD ist die "Solidarrente". Auf die bin ich ja schon vor einigen Wochen aufmerksam geworden.
  • Leitsatz ist, dass wer langjährig der gesetzlichen Rentenversicherung angehört und Beiträge gezahlt hat, eine Rente deutlich oberhalb der Grundsicherung erhalten müsse.
  • Die Solidarrente sorge dafür, dass bei langjährig Versicherten die Rente nicht unter 850 € liegt.
  • Das Kriterium "langjährig versichert" erfüllt, wer mit "30 Beitragsjahren / 40 Versicherungsjahren" dabei ist. Ob das Zeichen "/" für ein "und" oder ein "oder" steht, erschließt sich aus dem Programm nicht.
  • Aber auch "familienbedingte Erwerbsverläufe" sollen in der Alterssicherung besser abgebildet sein. Insbesondere wird auf Kindererziehung abgestellt.
  • Die Kosten der Solidarrente wird aus Steuermitteln finanziert.

Wie fällt mein Fazit aus? Die SPD schreibt viel Richtiges und Wahres in ihr Programm. Aber auch ziemlichen Unsinn. Und die Kernfrage, nämlich wie die ökonomische Basis der Alterssicherung dauerhaft stabilisiert werden kann, wird nur gestriffen. Am eigentlichen Kernproblem, dem langfristigen Zusammenschmelzen der Einnahmen aufgrund der demographischen Entwicklung, geht die SPD vollends vorbei. Das Programm ist geschrieben um Wähler von heute einzufangen, die in vier Jahren nicht mehr im Detail nachfragen, was einst versprochen wurde. Wähler, die in eine falsche Sicherheit gewiegt werden möchten. Ich halte das für ziemlich peinlich für eine Partei, die mit dem Anspruch antritt, den Bundeskanzler stellen zu wollen. Mein Urteil möchte ich nachfolgend näher begründen.

Richtig an den Aussagen der Sozialdemokraten ist:
  • Die Zahlungen der gesetzlichen Rente müssen wiederspiegeln, was in der Berufszeit an Beiträgen bzw. anzurechnenden Leistungen erbracht wurde.
  • Dass z.B. Kindererziehungszeiten angerechnet werden müssen, und zwar besser als bisher, ist ein Allgemeinplatz der sich mehr oder weniger bei allen findet. Das ist auch richtig, denn Kinder von heute sind Beitragszahler von morgen, insofern ist dieses Bestreben auch systemgerecht.
  • Mittelfristige Angleichung der Rentensysteme Ost und West: Die Ost-Rentner wurden in der DDR aus der Staatskasse bezahlt, es gab keine Rückstellungen. Da die SED (heutiger Name: Linkspartei) die DDR quasi in die Insolvenz geführt hat, hat sie auch die Lebensleistung von 16 Millionen Deutschen verspielt. Das ließ sich nur in einer Solidarleistung aller Deutscher auffangen, was im Ergebnis auch passiert ist. Allerdings sind heute, mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, die Verhältnisse doch etwas andere. Menschen in Ost und West sollten anhand der in Punkte umgerechneten Beitragsleistung während ihres Berufslebens nach gleichen Maßstäben die Rente beziehen.

Geradezu falsch finde ich:
  • Die Aussage es sei ungerecht, wenn jemand, der in seinem Berufsleben nichts oder nur wenig zur Rentenkasse beigetragen hat, später aus dieser nichts oder nur wenig bekommt. Es anders zu handhaben, ist ungerecht denjenigen gegenüber, die ihren Beitrag geleistet, stets gearbeitet und eingezahlt haben.
  • Die "Solidarrente" ist die Übertragung von Aufgaben der Sozialhilfe in das Rentensystem. Dafür ist das Rentensystem aber nicht da. Und wenn heute versprochen wird, das werde aus Steuermitteln finanziert, muss dieses Versprechen in 10 Jahren nicht mehr gehalten werden. Eine Ewigkeitsgarantie gibt es da nicht. Die Gefahr ist sehr groß, dass der Staat irgendwann entdeckt, dass er das Steuergeld lieber für andere "Wohltaten" ausgibt und dass die Solidargemeinschaft das im Umlagesystem finanzieren muss. Im Ergebnis würden dadurch dann die Rentenansprüche der Einzahler vermindert zu Gunsten von Geldern,  die an Nicht-Zahler fließen. Ich finde, das darf man nicht machen. Die "Solidarrente" ist aus meiner Sicht mehr Augenwischerei als hilfreich - und mit "Gerechtigkeit" hat sie nichts zu tun. Eher im Gegenteil.
  • Das Bekenntnis zur Rente mit 67 erfolgt nur noch unter Vorbehalt - das System der Altersvorsorge ist aber zu wichtig für politisches Herumeiern. Die Menschen bauen ihre Zukunft darauf auf. Und die Entscheidung zur Anhebung der Lebensarbeitszeit ist in der Sache gut begründet und auch richtig. Jedes Abweichen davon wird für jüngere Leute im Ergebnis zu einem noch späteren Rentenbeginn führen müssen, so meine Prognose. Das fände ich unfair.



Zur Solidarrente ist noch etwas anderes zu sagen, und hier steckt der Wurm bei den Sozialdemokraten tief im Detail. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich das heutige Rentenniveau nicht dauerhaft aufrecht erhalten lassen. Das ist, auch wenn die SPD es so deutlich nicht ausspricht, klar. Für Durchschnittsverdiener ist es möglich, dass sie daher später eine Rente unterhalb des Sozialhilfeniveaus beziehen und aus den anderen Solidarsystemen aufstocken müssen. Damit ist die Ankündigung der Solidarrente nichts anderes als ein Versprechen, die heute bereits erkennbaren Mängel des gesetzlichen Rentensystems nicht abstellen zu wollen und diese nicht zukunftssicher machen zu wollen. Ich finde das eine unglaubliche Sauerei, die einen sehr traurig macht.

Eingang von sozialer Ungerechtigkeit sprechen, und diese durch eine wortreich versprochene Solidarrente für die Zukunft in hohem Maß ermöglichen zu wollen? Habt Ihr noch alle Tassen im Schrank, dort im Willy-Brandt-Haus?

Fahrlässig, und hierbei in interessanter Eintracht mit der CDU befindlich, ist:
  • Dass die Basis der Einnahmen für die Rentenkasse fast komplett ausgeblendet wird. Damit meine ich die Einzahler, die aufgrund der Bevölkerungsentwicklung immer weniger werden. Und Rentner werden mehr.
  • Modelle, die eine Verrentung vor Erreichen des gesetzlichen Rentenalters ermöglichen ohne Abstriche. Altersteilzeit, Frührente etc. gibt es schon - und ist eine riesen Sauerei. Denn diese Leute tragen nichts mehr zur Solidargemeinschaft bei, obwohl sie es könnten. Wo ist der Mut der Sozialdemokraten zu sagen, dass sowas ungerecht gegenüber den jungen Arbeitnehmern ist?
  • Kein offenes Eintreten für den Aufbau einer teilweisen Kapitaldeckung: immerhin sprechen die Sozialdemokraten im Gegensatz zur Union von einer "Nachhaltigkeitsreserve" - dem Thema Kapitaldeckung verschließen sie sich dann wohl nicht völlig.

Mein Fazit fällt für die SPD negativ aus.

Selbst die Übelegungen der Grünen sind aus meiner Sicht vernünftiger.

Die SPD spricht einige Wahrheiten an, drückt sich aber bei den nachhaltigen Lösungen. Eine Analyse aller Probleme in Zusammenhang mit unserem gesetzlichen System der Alterssicherung fehlt. Die Schwächen des Umlagesystems bei schrumpfender Arbeitsbevölkerung und gleichzeitig ansteigenden Rentenbeziehern werden noch nicht einmal erwähnt.

Die Rede von der Solidarrente ist nichts anderes als der in Aktionismus gegossene Wille, die bestehenden Systemfehler (die echte soziale Ungerechtigkeiten in der Zukunft nach sich ziehen werden) nicht beseitigen zu wollen. Das ist für eine Partei, die aus angeblich sozialer Motivation in die Regierungsverantwortung möchte, äußerst schwach.

Daher eine klare rote Ampel für die SPD bei ihren Vorstellungen zur Alterssicherung.

Mittwoch, 11. September 2013

Überholverbot für Lkw - fuhr Florian Pronold in Bayern mit dem Auto?

Die Idee von Florian Pronold (SPD), auf zweispurigen Autobahnen ein Überholverbot für Lkw zu schaffen, empfinde ich nach wie vor als populistischen Unsinn.

Aber als ich vorgestern zusammen mit einem Kollegen in Bayern mit dem Auto unterwegs war (konkret von Regensburg in Richtung Wiesbaden - auf der A 3 etwa eine halbe Stunde hinter Regelnsburg), bekam ich eine Ahnung, warum Herr Pronold seine Idee entwickelte. Da lieferten sich immer wieder mal Brummis Rennen, was den ganzen Verkehr ins Stocken brachte.


Also, aufgrund doch immer wieder überholender Lkw konnte ich nicht kontinuierlich mit 180 km/h auf der Autobahn unterwegs sein. Für Sozialdemokraten ist das natürlich ein Grund zu handeln. Aber zum Glück fordert Herr Pronold das Überholverbot für Lkw, und kommt nicht auf das Tempolimit zu sprechen.