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Montag, 7. Dezember 2015

Mit der Selbstbeteiligung bei der Versicherung bares Geld sparen

Auf Geldtipps.de findet sich ein kleiner Beitrag zum Thema Versicherungsprämien und wie man bares Geld sparen kann. Der Verfasser weist darauf hin, dass man sich sehr gut ausrechnen kann, wann eine Selbstbeteiligung sich lohnt. Das kann bei der Wohngebäude- oder Kaskoversicherung schnell der Fall sein. Bei einer privaten Krankenversicherung lohnen sich sogar große Selbstbeteiligungen. Eine Selbstbeteiligung lohnt sich jedoch nicht bei Leuten, die eine überdurchschnittlich hohe Schadenshäufigkeit haben.

Mittwoch, 4. November 2015

Hinweis- und Belehrungspflicht des Versicherers bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung

Ich möchte auf ein interessantes Urteil des OLG Karlsruhe vom 22.10.2015 (12 U 53/15) hinweisen. Hier hat jemand eine private Krankenversicherung abgeschlossen. Im Versicherungsantrag wurden nicht alle Vorerkrankungen korrekt angegeben. Jetzt war die Versicherung der Ansicht, sie könne vom abgeschlossenen Vertrag zurücktreten und ihn so beenden. Damit blieb sie im Ergebnis ohne Erfolg.

Im Kern geht es dabei um die Anwendung des § 19 VVG auf die private Krankenversicherung. Diese Norm regelt die vorvertragliche Anzeigepflicht des Kunden, der den Abschluss eines Versicherungsvertrages beantragt.

Absatz 1 besagt, dass der Kunde alle Gefahrumstände anzeigen muss, nach denen der Versicherer fragt und die für den Abschluss des Vertrages relevant sind. Bei einer privaten Krankenversicherung handelt es sich dabei vor allem um bekannte Erkrankungen. Absatz 2 besagt, dass der Versicherer vom Vertrag zurücktreten kann, wenn der Kunde seine Anzeigepflicht verletzt.

Die Frage muss in Textform gestellt werden. § 19 Absatz 5 VVG besagt, dass der Versicherer den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in Textform auf die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung hinweisen muss. Und genau das ist der Stolperstein für den Versicherer, der hier den Rechtsstreit entschieden hat.

Das OLG Karlsruhe argumentiert:
Eine wirksame Belehrung setzt voraus, dass diese in unmittelbarer Nähe zu den gestellten Gesundheitsfragen erfolgt und dabei in einer Art und Weise drucktechnisch hervorgehoben ist, dass sie vom Versicherungsnehmer schlechterdings nicht übersehen werden kann.
Und genau hier ist der Versicherer mit der Gestaltung des Antrags an den rechtlichen Anforderungen gescheitert. Das Gericht führt aus:
Der erste Hinweis auf die vorvertragliche Anzeigepflicht befindet sich auf der ersten Seite des Antragsformulars, unmittelbar nach der Kästchenauswahl zum maßgeblichen Betreff (Neuabschluss, Vertragsänderung oder Anforderung eines Vorschlags für eine Krankenversicherung). Die Hervorhebung erfolgt durch Fettdruck und Markierung am Seitenrand (Balken). Nach den Angaben zu Antragsteller, zu versichernder Person sowie Versicherungsbeginn und -dauer folgt sodann auf der Rückseite die gesonderte Mitteilung nach § 19 Abs. 5 VVG , wobei die dortigen Überschriften in Fettdruck ausgeführt sind. Der Vordruck sieht danach Angaben zu den Tarifmerkmalen vor (gewünschter Tarif, Selbstbehalt etc.). Erst danach folgen auf der vierten Seite des Antragsformulars die Gesundheitsfragen. Es fehlt daher sowohl hinsichtlich des Hinweises auf der ersten Seite des Antrags als auch hinsichtlich der gesonderten Mitteilung nach § 19 Abs. 5 VVG bereits am erforderlichen räumlichen Zusammenhang zu den Gesundheitsfragen. Auch die drucktechnische Hervorhebung entspricht nicht den Anforderungen. Die Hervorhebungsfunktion entfällt nämlich, wenn der hervorgehobene Text aufgrund mehrerer in ähnlicher oder deutlicherer Weise hervorgehobener Textpassagen nahezu „untergeht“. So liegt der Fall hier. Hervorhebungen der gleichen Art finden sich bei allen anderen Rubriken des Antrags. Hierdurch wird die aufgrund der durchgängig verwendeten kleinen Schriftgröße ohnehin geringe Hervorhebung quasi entwertet. Von einer Unübersehbarkeit der Belehrung kann keine Rede sein.
In diesem Fall hatte der Versicherungsnehmer das Glück, an einen Versicherer geraten zu sein, der bei der Gestaltung des Versicherungsantrags kein gutes Händchen hatte. Die abgeschlossene private Krankenversicherung bleibt ihm erhalten.

Mancher Leser wird sich denken, dass man im Hinblick auf dieses Urteil sorglos mit Gesundheitsfragen in Versicherungsanträgen umgehen könne. Davor möchte ich warnen. Ich bin mir sehr sicher, dass nicht nur der hier beteiligte Versicherer seine Anträge kritisch prüfen und überarbeiten wird.

Denn dass die Versicherungsanträge den gesetzlichen Anforderungen entsprechen müssen, versteht sich von selbst. Tun sie das, gefährden falsche oder unvollständige Angaben zu Vorerkrankungen das Bestehen des Versicherungsvertrages.

Samstag, 11. Oktober 2014

Privatpatient? Bitte genau auf die Versicherungsbedingungen achten!

Ich möchte Euch auf einen Artikel hinweisen, den die Welt mit der etwas reißerischen Überschrift Krankenversicherung: Privatpatienten müssen auf die "Kriegsklausel" achten veröffentlicht hat.

Im Kern geht es um das Problem, dass die Krankenversicherungen heute genauer auf die Versicherungsbedingungen achten als das früher der Fall war. Es wird nicht alles in beliebiger Höhe bezahlt, auch wenn Ärzte und Kliniken die Rechnungen für Privatpatienten besonders hoch ausstellen.

Die Bedingungen in privaten Krankenversicherungen seien teilweise nicht transparent und klar. Die Welt berichtet von einer entsprechenden Studie der Rating-Agentur Assekurata. Der Kunde, so die Welt, habe dann im Zweifel das Nachsehen.

Ich habe früher schon einmal dargelegt, weshalb ich mich nicht privat vollversichere, obwohl ich es theoretisch könnte. Der Journalist Frank Stocker, dessen Artikel mich damals zu meinem Blogbeitrag angeregt hatte, hat übrigens auch den aktuellen Artikel in der Welt verfasst.

Samstag, 21. Juni 2014

Alan Posener: gegen die Beihilfe für Beamte

Ich möchte auf einen Meinungsbeitrag von Alan Posener in der Welt aufmerksam machen. Unter der Überschrift Schafft sie endlich ab, die Beihilfe macht er sich dagegen stark, dass alle Beamte beihilfeberechtigt sind und sich privat krankenversichern müssen.

Er weist dabei darauf hin, dass der vermeintliche Luxus einer Privatversicherung vor allem für die unteren Einkommensschichten im Berufsbeamtentum unverhältnismäßig teuer sei.

Ich teile Poseners Schicksal auch einmal Beamter und privat versichert gewesen zu sein. Dass ich bei Ärzten anders behandelt wurde als ich es als Kassenpatient worden wäre, habe ich nie erlebt. Seit 2000 bin ich Angestellter und als solcher gesetzlich versichert. Nachteile hatte ich dadurch nicht.

Dass ich mich später bewusst dagegen entschieden habe, wieder in die private Vollversicherung zu gehen, habe ich hier im Blog dargelegt. Poseners Argumente gegen die staatliche Beihilfe für Beamte und die damit korrespondierende Pflicht sich privat zu versichern runden meine Argumente gegen die private Vollversicherung ab. Daher empfehle ich seinen Beitrag.

Donnerstag, 27. März 2014

Private Krankenversicherung - Patienten als Melkkuh?

Ich möchte Euch auf einen Artikel auf Spiegel Online hinweisen. Darin geht es um die Erkenntnis, dass Privatpatienten mehr oder weniger die Melkkuh des Gesundheitssystems sind. Frederik Jötten berichtet, was ihm als privat versichertem Patienten so widerfahren ist.

Verbraucherschützer warnen schon länger, dass Patienten zu unnötigen Untersuchungen gedrängt werden. Das habe ich im Bekanntenkreis allerdings nur bei Privatpatienten mitbekommen, die sich nicht allzu sehr mit den Rechnungen beschäftigen, die vom Doktor kommen. Ich kenne einige Leute, die bei sehr hohen Arztrechnungen oder für sie nicht nachvollziehbaren abgerechneten Leistungen das Gespräch mit ihrem Arzt suchen.

Ich persönlich habe mich ganz bewusst gegen eine private Vollversicherung entschieden und bleibe gesetzlich krankenversichert. Teils sind Zusatzleistungen von mir privat versichert worden (für eine neue Brille bekäme ich so bis zu 180 € Zuschuss), teils akzeptiere ich sie selbst zahlen zu müssen. Die Entscheidung, ob ich Zusatzleistungen will, treffe ich aber jedesmal aufs Neue.

Montag, 3. Februar 2014

Private Krankenversicherung: immer weniger Neukunden?

Auf Spiegel Online finde ich heute einen sehr interessanten Beitrag zu Wechseln von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung. Es wird berichtet, dass immer weniger Versicherte wechseln.

Danach hat sich zwischen 2009 und 2013 bei den drei größten gesetzlichen Kassen die Zahl der Wechsler zur PKV von ca. 88.000 auf ca. 44.000 halbiert. Offizielle Zahlen gibt es dann wohl im März.

Ich denke, die Berichte über deutliche Prämienerhöhungen für Kunden in der PKV bringen viele Leute doch ins Nachdenken. Meine persönliche Meinung, weshalb ich nicht in die PKV wechsele (obwohl ich es von Einkommen und Gesundheitsstatus her könnte), habe ich bereits im Blog dargelegt.


Samstag, 28. Dezember 2013

Keine Krankenversicherung? Sofort anmelden!

Seit 2007 besteht in Deutschland eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Jeder hat sich zu versichern, wobei es die gesetzliche und die private Versicherungsvariante gibt.

Dennoch gibt es viele Menschen, die aus dem Versicherungssystem herausgefallen sind. Sie konnten z.B. ihre Beiträge nicht mehr zahlen und sind deshalb gekündigt worden.

Solche Menschen haben bis Ende 2013 die Chance, trotz noch offener Beitragsrückstände wieder versichert zu werden. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat hierzu ganz tolle Hinweise gegeben. Die Empfehlungen lauten:

  • Stellen Sie sofort - noch 2013 - bei der Kasse/Versicherung, bei der Sie zuletzt waren, einen Antrag auf neuen Versicherungsschutz.
  • Wenn Sie nicht wissen, ob Sie zur gesetzlichen oder privaten Versicherung gehören: gehen Sie zu einer gesetzlichen Kasse.
  • Haben Sie mit ihrer alten Kasse/Versicherung eine Ratenzahlungsvereinbarung getroffen zu ausstehenden Versicherungsbeiträgen aus Zeiten der Nichtversicherung?
    Dann beantragen Sie Erlass!

Mein Hinweis: das geht nur bis 31.12.2013 - am 1.1.2014 ist es zu spät. Wenn Sie derzeit keine Krankenversicherung haben, bzw. wenn hohe Schulden wg. Beitragsrückständen bestehen: lesen Sie die Hinweise der Verbraucherzentrale (auch zu Säumniszuschlägen!) und gehen Sie von sich aus auf die Kasse oder Versicherung zu. Diese Chance kommt nicht noch einmal.

Dienstag, 3. Dezember 2013

private Krankenversicherung: Prämienanstieg um bis zu 50% ?

Die Welt meldet heute, dass für einige Privatpatienten ein Beitragsschock bevorstehe. Manche private Krankenversicherungen heben die Prämien nach dieser Meldung um bis zu 50% an. Etwas komisch mutet das an vor dem Hintergrund, dass die Welt erst vor kurzem ein teilweises Absenken der Prämien vor allem durch die Allianz verkündet hat.

Wahrscheinlich stimmt aber beides.

Vor allem ältere Versicherte seien betroffen.  Das System der geschlossenen Tarife macht die private Krankenversicherung so für manche zur Armutsfalle.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich Mitleid haben soll.

Natürlich tut es mir leid, wenn jemand aufgrund eingegangener vertraglicher Verpflichtungen oder weil das Geld für Medizin drauf geht kaum genügend Mittel hat, um sein gewohntes Leben zu bestreiten.

Aber Privatversicherte gehen meist in jungen Jahren in die PKV. Sie gehen in eine Versicherung, die für niedrigere Beiträge höhere Leistungen verspricht als die gesetzliche Krankenkasse. Das geht nur, weil in den Tarifen junge, gesunde Menschen zusammengefasst sind. Insofern entzieht man sich der Solidarität mit älteren Krankenversicherten, die in einem anderen (bereits geschlossenen) Tarif versichert sind.

Natürlich, die Solidarität mit den älteren Versicherten würde Geld kosten. Und das sparen sich Leute, die sich jung privat versichern.

Wenn diese Menschen dann selbst älter werden und kränker, befinden sie sich in geschlossenen Tarifen. Die jungen, gesunden Risiken sind in neuen, billigen Tarifen zusammengefasst. Wenn jetzt also ältere Versicherte deutliche Prämiensteigerungen hinnehmen müssen, ist das die Auswirkung fehlender Solidarität der jüngeren Versicherten. Sie bekommen so die Kehrseite des eigenen unsolidarischen Verhaltens in jungen Jahren zu spüren.

So betrachtet hält mein Mitleid sich ehrlich gesagt in Grenzen. Wem die klassische Krankenvollversicherung zu teuer wird, der kann immer noch in einen günstigeren Basistarif wechseln. Der hat zwar nicht so umfangreiche Leistungen, kostet dafür aber weniger.

Freitag, 22. November 2013

Private Krankenversicherung: geht es noch ein bischen billiger?

Ich habe heute beim abendlichen surfen einen Artikel bei Finanz-Artikel.eu gefunden. Auf den möchte ich hinweisen. Er ist meiner Meinung nach ein gelungenes Beispiel dafür, wie man nicht über das Thema Private Krankenversicherung (PKV) informieren sollte.

Gut finde ich, dass der Leser darauf hingewiesen wird, dass er sich informieren möge.

Aber ansonsten ist der Beitrag verdammt oberflächlich. Es wird nur auf den (derzeitigen) Preis als Kriterium hingewiesen, ohne darauf einzugehn welche Aspekte für den Preis der PKV relevant sind. Auch steht die Möglichkeit, die PKV zu wechseln wie z.B. die Kfz-Versicherung zwar auf dem Papier. Man kann heute die Altersrückstellungen mitnehmen. Aber wirklich rechnet sich das meist nur für den Vermittler der neuen Versicherung, der eine recht hohe Provision einstreichen kann.

Was - und das finde ich schade - bei dem Artikel überhaupt nicht besprochen wird, ist die sehr kleine Solidargemeinschaft in den PKV-Tarifen. Wer in die PKV wechselt, entzieht sich der Solidarität mit deutlich älteren und krankeren Menschen. Dadurch ist seine Prämie sehr günstig. Wird er selbst (mit seiner inzwischen geschlossenen Tarifgemeinschaft) älter und kränker, gehen die jungen und gesunden Versicherten in einen neuen Tarif und entziehen sich so ihrerseits der Solidarität. Daher wird der PKV-Tarif in späteren Jahren verhältnismäßig teuer. Manche Geringverdiener können die Beiträge kaum mehr aufbringen. So sprechen manche dann auch von einer Armutsfalle, die die PKV sei.

Ich hätte erwartet, dass auf diesen Aspekt hingewiesen wird. Eine seriöse Beratung muss auf diesen Aspekt hinweisen. So meine persönliche Meinung. Und bei dem Artikel von Finanz-Artikel.eu hätte ich das auch gut gefunden. Denn der (teure) Preis ist ja sein inhaltlicher Aufhänger.

Dienstag, 12. November 2013

Die Allianz und die Beiträge zu ihrer privaten Krankenversicherung

Die Armutsfalle private Krankenversicherung (PKV) war erst vorgestern Thema in meinem Blog.

Gestern veröffentlicht die Welt einen Bericht über die PKV der Allianz mit der Überschrift, dass diese ihre Beiträge senke. Mir ist dabei folgender Satz aufgefallen:

Eine der größten Anbieter für private Krankenversicherungen, die Allianz, kündigt zum Jahreswechsel eine Beitragsenkung an, vor allem im Neugeschäft. Die Versicherung will den Kundenschwund stoppen.
Kundenschwund ist das Verschwinden bereits vorhandener Kunden. Wenn es um die Beitragssenkung im Neugeschäft geht, haben aber nur neue Kunden, die erst noch zu werben sind, etwas davon.

Die Beitragssenkung im Neugeschäft bedeutet dann wohl auch vor allem, dass optisch attraktive Einsteigertarife auf den Markt gebracht werden sollen, die sich gut verkaufen lassen.

Diese kritische Sicht wird allerdings durch eine spätere Passage in dem Beitrag der Welt relativiert:
Die Allianz zumindest kündigte an, ihre Beiträge 2014 nicht nur stabil zu halten, sondern sogar minimal zu senken. Andere große Anbieter hatten Ähnliches vor.
 Das scheint sich dann auf bereits bestehende Verträge zu beziehen.

Aber nach meiner Einschätzung kann es zu deutlich spürbaren Prämiensenkungen bei älteren, bereits geschlossenen Tarifen gar nicht kommen. Und zwar aufgrund der Alters- und Gesundheitsstruktur der Mitglieder. Die haben nunmal höhere Krankheitskosten als junge Kunden, die aufgrund der eben erst erfolgten Gesundheitsprüfung normalerweise kaum Kosten haben sollten.

Ob es ratsam ist, sich in ein Versicherungssystem mit regelmäßig schließenden Tarifen zu begeben, muss jeder für sich selbst wissen. Das betrifft allerdings nicht nur die PKV der Allianz, sondern - soweit ich es beurteilen kann - alle Versicherungsgesellschaften, die eine private Krankenvollversicherung anbieten.

Sonntag, 10. November 2013

Armutsfalle private Krankenversicherung

Vor einem Monat habe ich öffentlich erklärt, weshalb ich persönlich nicht privat krankenversichert bin. Ich gebe zu: eine Zusatzversicherung habe ich. Aber meine eigentliche Krankenversicherung ist gesetzlich und werde es auch bleiben.

Ein Grund ist, dass die Beiträge aufgrund des Systems der geschlossenen Tarife mit der Zeit zwangsweise deutlich ansteigen. Und Ärzte/Krankenhäuser rechnen mehr Geld für die selbe Leisutng ab als bei gesetzlich versicherten Patienten. Auch das hat Auswirkung auf die Prämien.

Angestellte können sich nur privat Krankenversichern, wenn sie vom Einkommen her  über der Beitragsbemessungsgrenze liegen. Damit können sie sich die Beiträge langfristig auch leisten.

Für Selbständige gibt es eine solche Bemessungsgrenze nicht. Sie können sich auch bei einem eher niedrigen Einkommen privat krankenversichern. Im Alter, insbesondere wenn es nur eine eher knappe Altersvorsorge gibt, gibt es ein Problem: die Krankenversicherung frisst möglicherweise fast die gesamte Rente auf.

So kann die private Krankenversicherung zur Armutsfalle werden. Das Magazin PlusMinus hat am 7.11.2013 dazu einen Beitrag gebracht, der das sehr gut zeigt. Man muss fairerweise aber auch sagen, dass auch die gesetzliche Krankenversicherung Geld kostet.

Sonntag, 27. Oktober 2013

private Krankenversicherung: sind Privatpatienten Opfer oder Begünstigte?

Ich habe vor kurzem dargelegt, weshalb ich selbst nicht privat, sondern gesetzlich krankenversichert bin. Das Thema interessiert mich sehr, weil die Krankenversicherung (egal ob gesetzlich oder privat) ein elementarer Bestandteil unserer sozialen Sicherungssysteme ist.

Ich habe heute einen sehr interessanten Beitrag des Finanzberaters Peter Hiber gelesen, der offen die Gretchenfrage zur Privaten Krankenversicherung stellt: sind Privatversicherte Opfer oder Profiteure des Systems?

Peter Hieber nennt unser Krankenversicherungssystem absurd und reformbedürftig. Über das erste Attribut kann man m.E. geteilter Ansicht sein. Den zweiten Punkt sehe ich genau so.

Wer als junger Mensch in die private Krankenversicherung geht, zahlt weniger Prämie für die Versicherung, bekommt aber bessere Leistungen. Dass da die Quersubventionierung einkommensschwacher Mitglieder wie im System der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht auf die Preise kommt, ist jedem klar. Aber mit etwas  Nachdenken kann jeder eigentlich erkennen, dass es das zur Erklärung von Preis- und Leistungsunterschieden alleine nicht sein kann. Die Gesetzliche Krankenversicherung ist deswegen teurer, weil sie geschlossene Tarife wie die Private Krankenversicherung nicht kennt. Und die sind die eigentliche Sauerei, schaffen sie doch viel zu kleine Solidargemeinschaften selbst bei großen Versicherungsgesellschaften. Die zahlen dann langfristig deutlich mehr als sie in der Gesetzlichen Krankenversicherung zahlen würden.

Ich glaube aber, der Staat wird es nicht zu einer Kranken-Einheitskasse kommen lassen. Dann müsste er nämlich für die Beamten (und Politiker)  analog den normalen Angestellten die halben Krankenversicherungsbeiträge bezahlen. Und das wäre wohl teurer als das derzeitige System der Beihilfe beizubehalten.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Persönliche Meinung: weshalb ich nicht privat krankenversichert bin

Der Journalist Frank Stocker berichtete am 06.10.2013 in der Welt von seinen Erfahrungen als Privatpatient im heutigen Gesundheitssystem. Er hat dabei das Gefühl, die Melkkuh des Systems zu sein. Und zwar für Versicherer wie auch für Ärzte - wenn ich ihn richtig verstanden habe.
Ich selbst war in der meisten Zeit meines Lebens gesetzlich versichert. Während des Referendariats war ich Beamter auf Widerruf - und damit beihilfeberechtigt. Die gesetzliche passte nicht mehr, also habe ich mich privat versichert. Ich hatte dabei eine Anwartschaft, mich nach Ende des Referendariats ohne weitere Gesundheitsprüfung voll privat versichern zu können.
Anschließend begann ich mit meiner Tätigkeit bei meinem heutigen Arbeitgeber, einer Kfz-Versicherung. Die Bezahlung war so, dass ich unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze lag. Also musste ich mich gesetzlich versichern. Ich bin dann einer BKK beigetreten. Und da bin ich heute noch.
Als es mir vom Einkommen her möglich war in die Private Krankenversicherung zu wechseln, habe ich mich dagegen entschieden. Stattdessen habe ich eine Zusatzversicherung abgeschlossen, von der ich mich manchmal frage, ob sie sinnvoll ist oder nicht. Aber echt blöde Erkrankungen sind bislang ausgeblieben. Das ist auch gut.

Warum bin ich nicht privat versichert?
Das, was ich jetzt schreibe, ist meine persönliche, höchst private Auffassung. Ich finde es wichtig, über solche Meinungen in der Öffentlichkeit zu sprechen. Daher mache ich bei mir selbst den Anfang. Aber ich habe durchaus nicht den Anspruch, die absolute Wahrheit zur Sache zu verkünden. Nur meine subjektive Sicht der Dinge steht hier zu lesen. 

Gegenargument: das Werben damit, dass Alltagshilfen unlimitiert bezahlt werden
Ich erinnere mich noch daran, wie seinerzeit alle Versicherungsvertreter mir erklärten, dass ich jährlich eine neue Brille haben könne, egal was die koste. Da ich weiß, dass es einige sehr kostspielige Modelle gibt, fragte ich mich wie das funktionieren kann. Es kann nicht funktionieren, ohne dass die Sache für alle Beteiligte immer teurer wird. Das läuft auf 'wenig geben, viel nehmen' hinaus. Solidarität geht anders. So ein System bereitet mir Bauchschmerzen.
Inzwischen, so habe ich gelernt, haben auch die privaten Krankenversicherungen bemerkt, dass das nicht funktioniert. Solche Positionen sind in den Versicherungsbedingungen jetzt limitiert. Das ist richtig und notwendig, weil sonst die Kalkulation stabiler Prämien nicht möglich sein kann. Aber die Geschichte geht mir nicht aus dem Kopf.

Gegenargument: Anheben der Eintrittshürden
Dann habe ich bemerkt, dass die Hürden für Angestellte immer mehr angehoben wurden, um sich privat versichern zu können. Man sieht das ganz gut an der Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze, wie sie bei Wikipedia dokumentiert ist.
Wenn aber (bei ohnehin sinkender Bevölkerungszahl) die Hürden für den Neueintritt in ein Solidarsystem kontinuierlich angehoben werden, dann betrifft das über kurz oder lang das Fundament dieses Systems. Jede Versichertengemeinschaft ist auf potentielles Wachstum angewiesen.

Gegenargument: die Schließung der Tarife
Zum Hintergrund meiner Sensibilität. Meine Eltern sind beide als Ärzte selbständig gewesen und bis heute bewusst gesetzlich versichert und nicht privat. Eine Entscheidung, über die sie immer recht froh waren. Sie haben nämlich gesehen, dass ältere Kollegen teils sehr über die hohen Prämien zu ihren Krankenversicherung klagen. Als junger Mann habe ich mich gefragt, weshalb meine Eltern die Vorteile einer privaten Krankenversicherung nicht für sich gesichert haben. Als inzwischen nicht mehr ganz so junger Mann kenne ich die Antwort: weil sie nicht blöd sind und an die Zukunft gedacht haben.
Aber woran liegt das? Die Krankenversicherer legen einen Tarif auf, für den dann Kunden geworben werden. Kommt einige Jahre später eine neue Tarifvariante, wird der bisherige Tarif geschlossen. Neue Kunden kommen nicht mehr dazu.
Was das bedeutet merkt man auf lange Sicht: die Kunden dieses Tarifs werden miteinander alt. Und dann eben, wie es so ist im Leben, immer kränker. Sie müssen als (recht kleine) Solidargemeinschaft die Heilbehandlungskosten ihrer Tarifgemeinschaft tragen. Und das führt dazu, dass die Beiträge zur Krankenversicherung erheblich ansteigen müssen. Da helfen auch die Altersrückstellungen nur bedingt weiter.  Frank Stocker hat diesen Effekt in seinem Artikel gut beschrieben.
Meine Meinung ist, dass eine Solidargemeinschaft etwas sehr langfristiges ist. Und sie ist auf einen generationenübergreifenden Zusammenhalt angelegt. Die Schließung von Krankenversicherungstarifen passt nicht dazu.
Vertrauen hätte ich in eine Private Krankenversicherung, die solche geschlossenen Tarife nicht kennt. Nicht in das System, wie es jetzt ist.

Gegenargument: die hohen Vermittlerprovisionen
Da ist noch etwas anderes. Ich habe lernen müssen, dass für die Vermittlung von Personenversicherungen enorm hohe Provisionen bezahlt werden. Warum? Klar, dahinter steht auch eine Beratungsleistung des Vermittlers mit dem Risiko, im Falle einer Fehlberatung schadensersatzpflichtig zu werden. Aber auch hier gilt, dass alles sein Maß haben muss. Ein oder zwei Monatsbeiträge als Provision könnte ich noch verstehen. Vielleicht auch drei. Aber dann ist das Maß dessen, was noch angemessen ist, irgendwo erreicht. Ich lese in der Presse von einer zulässigen Obergrenze für die Vermittlung von 9 Monatsbeiträgen.
Meine spontane Frage lautet: geht's noch?
Wird über eine zulässige Obergrenze von 9 Monatsbeiträgen als "Deckelung" berichtet, wird es wohl auch Ausreißer nach oben gegeben haben. Ganz ehrlich: wie marode muss ein Produkt kalkuliert sein, wenn man es nur durch Zahlung so hoher Vermittlungsgebühren mit ausreichend Neukunden versorgen kann?
Wie ich höre, zahlen die wirklich guten Krankenversicherer deutlich niedrigere Vermittlungsprovisionen als 9 Monatsbeiträge. Das ist auch richtig so. Aber mein Mißtrauen in die Branche wird dadurch nicht geringer.

Mein Fazit: dann doch lieber gesetzlich versichert
All die vorstehenden Punkte zusammen führten zu meinem Entschluß, im System der gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben. Ich möchte mein Schicksal nicht in ein Solidarsystem geben, das politisch ausgetrocknet wird und das es offenbar nicht schafft, sich von internen Unmäßigkeiten zu befreien. Den Punkt mit den Tarifschließungen kann ich zwar nachvollziehen, um für die Neukundenwerbung günstige Preise darstellen zu können. Aber letzten Endes empfinde ich es als Sauerei gegenüber Bestandskunden, die in viel zu kleinen Solidargemeinschaften (nämlich den geschlossenen Tarifen) zusammengefasst sind. Zum Glück können die inzwischen in einen Basis-Tarif analog der gesetzlichen Kasse gehen.
Ich bin Frank Stocker für seinen Beitrag dankbar. Ich hoffe, er führt mit zu einer gesellschaftlichen Diskussion über das Krankenversicherungssystem. Mit dieser persönlichen Stellungnahme in meinem Blog, die meine ganz private Sicht der Dinge wiedergibt, möchte ich meinerseits dazu einen Beitrag leisten.