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Dienstag, 20. Oktober 2015

Kfz-Versicherung - teurer oder billiger in 2016?

Jedes Auto will versichert sein - aber zu welchem Preis?
Die Abwerbesaison bei den Kfz-Versicherungen läuft. Interessant ist, was 'Experten' für 2016 verkünden. Manche sagen, dass die Auto-Policen billiger werden. Andere prognostizieren einen Preisanstieg.

Ich selbst wage dazu keine Prognose. Ganz klar ist, dass der Preis für die Kfz-Versicherung für die meisten Kunden das ausschlaggebende Argument für einen Versicherungswechsel ist. 

Dass man durch irgendwelche Zusatzleistungen langfristig höhere Preise am Markt durchsetzen kann, funktioniert nach meiner Einschätzung nicht wirklich. Die Produktentwickler in den Versicherungen und die Vertriebler im Geschäft erzählen zwar gelegentlich etwas anderes. Aber Vertriebler können nun einmal gut verkaufen - zur Not auch die eigenen Einfälle, um die doch im Kern recht standardisierten Produkte aufzuhübschen.

Schon ein Gespräch im Bekanntenkreis zeigt, dass es dem Endkunden vor allem ums Geld geht. Und zwar um das Geld, das er für einen vernünftigen Versicherungsschutz im Endergebnis bezahlen muss. Fragt mal bei Euren Freunden nach. Immerhin: Beim Abschluss des Vertrages lassen die meisten sich doch ganz vernünftig beraten.

Erzählt mir jemand, dass er sich bei der XXX Versicherung soundsoviel günstiger eingedeckt habe als zuvor bei der AAA Versicherung, frage ich gerne mal nach der Selbstbeteiligung in der Kasko, ob Voll- oder nur Teilkasko und ob Werkstattbindung ja oder nein. Viele können das nicht beantworten. Allenfalls zur Selbstbeteiligung wissen sie, dass sie eine haben.

Welche Bausteine man für die Kfz-Versicherung zusammenstellen kann, habe ich 2013 im Blog vorgestellt. Schaut Euch das einfach mal an.


Montag, 17. August 2015

Kfz-Versicherung: Vergleicht die Vergleichsportale

Für besondere Autos bedarf es einer besonderen Beratung.
Alle Jahre wieder... beginnt der Wechseltrubel in der Kfz-Versicherung. Bis zum 30.11. kann die bestehende Kfz-Versicherung gekündigt und eine neue abgeschlossen werden.

Beliebt bei den Kunden sind dabei Vergleichsportale wie Verivox oder Check24. Diese Portale haben den Ruf, unabhängige Vergleichsplattformen zu sein, über die sich der günstigste Anbieter für das eigene Auto finden lässt. Die FAZ weist darauf hin, dass es sich aber durchaus lohnt, die Vergleichsportale miteinander zu vergleichen.

Der Hinweis ist berechtigt. Bei diesen Portalen handelt es sich nämlich nicht um unabhängig und ehrenamtlich arbeitende Verbraucherschutzorganisationen. Vielmehr handelt es sich um unabhängige Versicherungsvermittler, die von den angeschlossenen Gesellschaften für jeden vermittelten Vertrag eine Provision kassieren. Weiß man das und entschließt man sich als online-affiner Kunde trotzdem dafür, zu so einem Portal zu gehen, ist das aus meiner Sicht völlig in Ordnung.

Was man unbedingt bedenken muss: Nicht jede Versicherungsgesellschaft wird von jeder Plattform vermittelt. Es kann also sein, dass eine besonders günstige Kfz-Versicherung durch einzelne Online-Portale gar nicht bei der Auswahl berücksichtigt wird.

Ich bekomme in meinem Bekanntenkreis immer wieder zu hören, dass solche Portale z.B. mit der Stiftung Warentest zu vergleichen seien. Das glaube ich persönlich eben nicht. Daher mein Hinweis.

Wirklich Geld kannst Du sparen, indem Du nur die Versicherung für das eigene Auto abschließt, die Du auch wirklich benötigst. Muss es bei einem 10 Jahre alten Kleinwagen mit geringem Wert noch die Vollkasko sein? Lohnt es sich, in der Kasko eine höhere Selbstbeteiligung abzuschließen und geringe Schäden selbst zu tragen?

Welche Bausteine es für die Kfz-Versicherung gibt, habe ich hier im Blog ausführlich erläutert. Zu den Auswirkungen der Selbstbeteiligung auf die Prämie für die Kasko lassen sich keine pauschalen Aussagen treffen. Die Auswirkung kann ganz erheblich oder auch nur gering sein - dass muss man für das konkrete Auto mit den jeweils konkreten Vertragsdaten individuell berechnen.

Bist Du Dir unsicher, was Du nun selbst wirklich benötigst und was für Dich am besten ist? Dann ist eine persönliche Beratung vielleicht besser als die Nutzung eines Online-Portals. Diese erfolgt durch einen Versicherungsmakler oder eine Agentur einer Versicherung.

Donnerstag, 27. November 2014

Sparen, sparen, sparen? Kfz-Versicherung kann bis 30.11. gekündigt werden.

Im Oktober habe ich schon auf die beginnende Wechselzeit hingewiesen. Bis Ende diesen Monats können (die meisten) Kunden von Kfz-Versicherungen diese kündigen und wo anders hingehen.

Das Hauptmotiv dabei ist klar: die Menschen möchten weniger für ihre Versicherung bezahlen als bisher.

Eine Umfrage von Accenture ergab, dass die meisten Kunden mit den Leistungen ihrer Kfz-Versicherer zufrieden sind. Sie sind generell dennoch wechselwilliger als bisher. Bei Kunden, die mit der Regulierungsleistung ihrer Versicherung unzufrieden waren, ist die Wechselwilligkeit aber besonders hoch.

Ich denke, das hängt mit dem System des Schadensfreiheitsrabattes zusammen. Nimmt man die Kfz-Haftpflicht oder die Vollkasko in Anspruch, wird der Schadensfreiheitsrabatt erhöht. Im Ergebnis steigt dadurch die Versicherungsprämie. Ist man mit der Regulierungsleistung der Versicherung nicht zufrieden, ist der Unmut über die höhere Prämie besonders hoch.

Allgemein beobachte ich, dass die Leute für die Leistung ihrer Kfz-Versicherung nicht mehr so viel zu bezahlen bereit sind wie noch vor 10 oder 20 Jahren. Sie haben die Möglichkeit zu wechseln. Die Menschen machen von dieser Möglichkeit Gebrauch, wenn das Preis/Leistungsverhältnis für sie nicht mehr stimmt. Für mich deutet das auf einen funktionierenden Markt hin. Und den finde ich gut. Insofern begrüße ich das persönlich.

Die Versicherungsbranche steht dadurch unter Druck. In 2013 lag die Combined Ratio in der Kfz-Versicherung (alle Produkte zusammen) bei 104%. Dies geht aus vom GDV veröffentlichten Zahlen hervor. In der Kfz-Haftpflichtversicherung lag die Quote bei 98%. In der Vollkasko lag sie bei 115%, in der Teilkasko bei 111%. Das erkläre ich mir weitgehend durch die Unwetterschäden (Überschwemmungen und Hagelschlag), die in 2013 passierten. Da große Unwetterschäden in 2014 weitgehend ausgeblieben sind, rechne ich persönlich für die Kfz-Versicherung mit einer "schwarzen Null", also einer Combined Ratio von unter 100%. Aktuelle Zahlen dazu kenne ich nicht, das ist reine Spekulation meinerseits.

Eines ist für mich aber klar: eine schwarze Null in der Kfz-Versicherung ist an den Vertrieb ein Signal, dass preismäßig noch etwas geht. Und da das Neugeschäft gerade im Privatkundenbereich primär über den Preis funktioniert, rechne ich für 2015 mit tendenziell sinkenden Prämien. Das große Spiel mit den Kfz-Versicherungen geht also für die Kunden spannend weiter.