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Samstag, 7. November 2015

Lufthansa streicht hunderte von Flügen - Auswirkungen des Arbeitskampfes

Dunkle Wolken über Lufthansa im Steik.
Nach Spiegel Online sind fast 300 Flüge gestrichen worden. Die Zeit berichtet, dass der Ausstand acht Tage dauern wird. Die FAZ weist darauf hin, dass die Reform der Betriebsrenten ein zentraler Punkt in dem Konflikt ist.

Ich glaube, dass Frage der Alterssicherung künftig mehr im Zentrum von Tarifkonflikten stehen werden als bisher. Und zwar weil unser gesetzliches Rentensystem für ein wirklich gutes Auskommen nach einem langen Arbeitsleben nicht mehr taugt. Die Politik ist aufgrund der demographischen Entwicklung auch nicht in der Lage das zu ändern. Mit diversen sozialen Wohltaten streut sie dem Volk auch kräftig Sand in die Augen statt ihm reinen Wein einzuschenken.

So sehr ich den Konflikt bei der Lufthansa insofern auch nachvollziehen kann, so sehr muss ich doch das fehlende Augenmaß der Kleingewerkschaften kritisieren. Die Kunden, die auf gebuchte Flüge nicht mehr vertrauen können, werden sich langfristig anders orientieren. Es gibt genug andere Airlines, welche internationale Strecken bedienen. Und in Deutschland ist die Bahn eine gute Alternative, wenn man etwas Zeit mitbringt. Es liegt eben auch an den Beschäftigten bei Lufthansa, ob es sich bei dem Unternehmen um eine echte Airline handelt oder um eine Vereinigung zur Pfründesicherung.

Donnerstag, 21. Mai 2015

Bahnstreik beendet

Die Bahn fährt ab heute wieder.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, dass der Bahnstreik mit sofortiger Wirkung beendet worden ist.

Die GDL bestätigt dies auf ihrer Homepage. Heute ab 19 Uhr sind die Streikmaßnahmen beendet. Sie hat mit der Bahn die ganze Nacht verhandelt und sich auf Eckpunkte für ein Schlichtungsverfahren geeinigt.

Ich finde das gut! Heute (Donnerstag, 21. Mai 2015) wird es noch zu Problemen kommen. Dann ist die Sache aber wohl erledigt.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Weselsky und der Streik der Bahnfahrer

Nicht jeder alte Zug ist schon abgefahren. Mancher wird aber nicht fahren.
Ich habe für die Zeit nach Pfingsten eine Bahnfahrt gebucht und mir dafür sogar extra eine Bahncard gekauft. Ehrlich gesagt habe ich ein massives Interesse daran, dass die Bahn dann fährt. Dies vorweg geschickt.

Die GDL hat jetzt einen Streik begonnen, dessen Ende sie nicht verrät. Die BILD sinniert darüber, wohin die Reise für den GDL-Vorsitzenden Weselsky geht und entwirft dazu diverse Szenarien. Ich halte das für Unsinn.

Interessanter finde ich den Kommentar von Michael Kröger im Spiegel. Er weist darauf hin, dass die GDL mit ihren Streiks und dem rüden Vorgehen am Prinzip rüttelt, dass alle Konfliktparteien in Deutschland sich immer irgendwie doch wieder einigen.

Damit hat er Recht. Aber dieser Konsens ist nicht von Weselsky und der GDL aufgekündigt worden. Bei der GDL handlet es sich um eine relativ kleine Gewerkschaft, die dem Deutschen Beamtenbund als Dachorganisation angehört. Es gibt diverse andere kleine Gewerkschaften und auch sehr große. Letztere sind im DGB organisiert und haben beste Verbindungen in die Politik. Dort vor allem zur SPD, der man traditionell nahe steht.

Mit dem Tarifeinheitsgesetz stärkt die Politik die Position der großen Gewerkschaften. Die SPD verteidigt das auch ganz munter. Man muss sich aber den Hintergrund angucken, der in der Morgenpost gut erklärt wird. Letzten Endes stärkt die Politik mit dem Tarifeinheitsgesetz die Positionen der großen Gewerkschaften und schwächt die kleinen.

Und nach meinem Eindruck ist es so, dass die Bahn auf Zeit spielt bei ihren Verhandlungen mit den kleinen Gewerkschaften. Der Vorwurf der GDL, dass die Bahn hier systematisch vorgehe, ist für mich nachvollziehbar.

Letzten Endes geht es für die GDL um nichts geringeres als die eigene Existenz. Kommt das Tarifeinheitsgesetz, haben die kaum mehr was zu melden. Das in Artikel 9 Grundgesetz als Grundrecht ausgestaltete Recht der Koalitionsfreiheit wird so faktisch für die Mitglieder der GDL ausgehebelt. Ehrlich gesagt verstehe ich sehr gut, dass die sich wehren. Und der Kommentar von Michael Kröger geht über diesen Punkt leider hinweg. Möglicherweise hat er ihn aber auch nicht gesehen.

Ich hoffe, dass ich nach Pfingsten mit meinem bereits gebuchten Zug werde fahren können. Noch mehr hoffe ich allerdings, dass die Politik das miese Spiel mit dem Tarifeinheitsgesetz aufgibt und die Grundrechte der Menschen - auch der Gewerkschaftsmitglieder in Nicht-DGB-Gewerkschaften - in Deutschland achtet.

Montag, 4. Mai 2015

Diese Woche: Bahnstreik total

Wegen des Streiks fahren diese Woche die Züge nicht.
Gestern Abend erfuhr ich aus den Medien, dass die Lokomotivführer diese Woche streiken werden. Ich verstehe das nicht, bin aber auch 'nur' ein bahnfahrender Kunde. Blöd für mich ist, dass ich eine schon länger geplante Fahrt nach Passau nicht werde antreten können. Darüber ärgere ich mich!

Zur Streiksituation gibt es auf der Webseite der Deutschen Bahn aktuelle Informationen.

In der Politik gibt es sogleich Stimmen, die 'kein Verständnis' für die Entscheidung der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) haben. Verkehrsminister Dobrindt meint, die 'Grenzen der Akzeptanz' seien erreicht.

Bei der scharfen Stellungnahme des SPD-Vorsitzenden Gabriel frage ich mich, ob der nicht dem DGB Schützenhilfe gibt, der traditionell SPD-nah ist und der überhaupt kein Interesse an effektiver Konkurrenz durch eine andere Gewerkschaft hat. Die GDL gehört dem DGB nicht an.

Man soll immer beide Seiten hören. Daher möchte ich auch auf die Stellungnahme der GDL hinweisen.