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Montag, 20. Juli 2015

Wiesbaden, ESWE und der Schilderwald

Verlegte Bushaltestelle und Ersatzhaltestelle gleich nebeneinander.
Dass mir der Schilderwald an deutschen Straßen teilweise gegen den Strich geht, ist bekannt. Ein neues Beispiel welches ich nicht verstehe habe ich am Samstag in Wiesbaden gesehen. An der Bushaltestelle Scheffelstraße in Richtung Hauptbahnhof wird die Haltestelle (wohl wegen Bauarbeiten) verlegt. Um gefühlte 70 cm.

Ich verstehe ja, dass eine Haltestelle z.B. wegen Bauarbeiten mal verlegt wird. Aber ich fände es schon wichtig wenn darauf geachtet wird, den Schilderwald in der Stadt nicht unnötig aufzuforsten. Und hier haben Stadt und ESWE ein Gemeinschaftswerk geleistet, auf das sie von mir aus gut hätten verzichten können.

Mittwoch, 10. September 2014

Görlitz: Schilderwald und Schilderwahn in Perfektion

Beschilderung direkt hinter der Brücke
Der Schilderwahn in unseren Städten stört mich sehr. Ganz zu Beginn meiner Bloggertätigkeit habe ich schon mal auf ein relativ harmloses Beispiel aus Wiesbaden hingewiesen (an dem sich seit dem nichts geändert hat, das nur am Rande).

In Görlitz gelangt man vom polnischen in den deutschen Teil über die nach Papst Johannes Paul II benannte Brücke.

Kaum ist der Autofahrer über die Grenze, wird er von deutschen Hinweisschildern begrüßt, einem nach dem anderen.

Zunächst muss der Autofahrer zur Kenntnis nehmen, dass er das Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland betritt. Nun gut, solche Hinweise finde ich auch in Zeiten einer Europäischen Union ganz hilfreich. Irgendwie gehört das dazu.

Dann kommt der nächste Hinweis. Nämlich darauf, dass man sich in der Europäischen Union befindet. Und dass man sich im Teil der EU namens "Bundesrepublik Deutschland" befindet. Wozu werden die Autofahrer dann aber davor mit dem gelben Hinweisschild gequält? Eines tut es m.E. auch. Inhaltlich wird nämlich nicht wirklich etwas neues gesagt.

Anschließend geht es weiter durch den Schilderwald. Einmal bekommt der Autofahrer einen alten Grenzpfahl zu sehen, wie er in deutschen und polnischen Farben überall an der Oder steht. Die Dinger sind ja ganz nett und eine Reminiszenz an frühere Zeiten - aber hätte man die im Schilderdschungel nicht weglassen können? Sie verdichten ihn nur und verwirren.

Dafür erfährt der Autofahrer aber unmittelbar danach, dass er sich nunmehr im Freistaat Sachsen befindet. Man muss wissen, dass staatsrechtlich die deutschen Bundesländer eigene Staatlichkeit besitzen. Insofern mag das wichtig sein. Nur: hätte es nicht auch eine Ergänzung des Schildes mit der EU getan? Muss hier ein eigenes Schild aufgestellt werden?

Jetzt aber auf zur nächsten Runde: es folgt das Ortsschild für Görlitz. Das halte ich an dieser Stelle für völlig überflüssig, bilden der deutsche und der polnische Teil doch gemeinsam eine Europastadt. Klar, im Osten wiehert der Amtsschimmel auf polnisch, und der im Westen frisst nur deutschen Hafer. Aber hätten es nicht auch einheitliche, zweisprachige Ortsschilder an den echten Stadtaußengrenzen getan statt mitten in die Stadt noch welche zu setzen?

Ein sinnvoller Hinweis ist die nächste Station auf der Schilderdschungeltour: nämlich der Hinweis auf die in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Höchstgeschwindigkeiten. Unter anderem erfährt der einreisende Kraftfahrer an dieser Stelle, dass man innerorts maximal mit 50 km/h unterwegs sein darf.

Mit dieser Freiheit ist aber schon nach 10 m Schluss. Wo kämen wir auch hin, wenn man nicht gleich nach der Grenze die Autofahrer dran gewöhnt, dass in Deutschland eigentlich 30 km/h in der Kommunalpolitikerszene völlig angesagt ist?

Daher folgt mit dem letzten Schild der Kette ein Streich, den man sich kaum schöner hätte ausdenken können. Ein Schild, das die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt. 

Kurt Tucholsky hat mal gesagt, dass Satire alles dürfe. Wir lernen, dass das wohl auch für die kommunale Verkehrspolitik gilt. So heißt man in Görlitz denn die Gäste aus dem Osten willkommen: ein dicker Schilderwald, durch den geistig gesunde Menschen nicht mehr durchblicken können.

Und dass zur Begrüßung erst auf das Limit von 50 km/h hingewiesen wird, dass umgehend auf 30 km/h reduziert wird, hat natürlich nicht zur Folge, dass die Autofahrer sich verarscht vorkommen. Ich denke, sie werden das aufgrund des vorherigen Schilderwaldes gar nicht erst bemerken.

Sonntag, 9. Februar 2014

Hessen: Radarwarnschilder müssen nicht mehr überall aufgestellt werden - eine pragmatische Entscheidung des neuen Wirtschaftsministers al-Wazir

Ich habe über den Aktionismus des ehemaligen Hessischen Wirtschaftsministers Florian Rentsch berichtet. Der meinte im Vorfeld der letzten Wahl überall in Hessen Schilder aufstellen lassen zu müssen, mit denen vor Blitzern gewarnt wird.

Günter Rudolph von der SPD wollte selbst Verkehrsminister werden. Die Frankfurter Rundschau berichtete, er wäre "entsetzt" und er habe die Aktion von Rentsch als "unverantwortlich" bezeichnet. Das ist ein Bonmont. Der Mann kann vielleicht politisch schön reden - inhaltlich brauchbar wird er dadurch aber noch nicht.

Jedoch gab es auch aus den Kommunen Widerstand. Das ist ernst zu nehmen.Weil der Widerstand von den Menschen vor Ort kommt, die den politischen Hirnfurz aus Wiesbaden umsetzen und so ausbaden müssen.

Nun ist die Sache mit der Wahl in Hessen doch etwas anders ausgegangen, als alle sich das gedacht haben. Unsion und Grüne haben sich zusammengerauft. Die FDP ist in der Opposition, mit viel Glück dabei noch parlamentarisch. Der neue Wirtschaftsminister und damit Nachfolger von Florian Rentsch ist Tarek al-Wazir von den Grünen.

Autobild berichtet nunmehr, dass der neue Wirtschaftsminister den Komunen die Aufstellung solcher Schilder freistellt. Sie müssen keine Gelder investieren, um bereits aufgestellte Schilder abzumontieren. Sie dürfen das aber, wenn sie es möchten. Sie müssen kein Geld ausgeben für neue Schilder, außer sie wollen es.

Ich finde das eine pragmatische Entscheidung. Minister al-Wazir überlässt den Menschen vor Ort die Entscheidung über die Beschilderung. Das finde ich gut und pragmatisch. Denn den von seinem Vorgänger initiierten Unsinn fortzuräumen, würde nämlich auch Geld kosten. 

Donnerstag, 15. August 2013

Warnung vor Blitzern: Der Ministerpräsident steht hinter seinem Minister

Ich habe darüber berichtet, dass Florian Rentsch plant, an unseren Straßen noch mehr Schilder aufzustellen als bisher dort stehen. Er will vor fest installierten Blitzern warnen.

Der Wiesbadener Kurier berichtete am 01.08.2013, dass Ministerpräsident Bouffier seinen Minister öffentlich stützt. Allerdings sprach Bouffier nicht selbst, sondern sein Sprecher Michael Bußer. So sieht also echte Unterstützung aus.

Aber das allerbeste kommt dann. Der Kurier schreibt, dass auch das Innenministerium sich derzeit mit der Überarbeitung einer Verordnung zum Thema Radarfallen beschäftige. Eine Regelung zu Warnschildern vor Geschwindigkeitsmessanlagen sei bisher weder enthalten noch künftig vorgesehen.

Das ist eine Ohrfeige sondersgleichen und dokumentiert, dass der Verkehrsminister losgespurtet ist und sich mit den anderen zuständigen Stellen in der Landesverwaltung gar nicht abgestimmt hat. Ich finde diese Aktion von Rentsch einfach nur peinlich!

Radargerät an der Schiersteiner Straße in Wiesbaden

Naja, eine Sache überlegt man sich doch. Wahrscheinlich brauchen manche Leute echt ein Schild, um so eine Blitzsäule wie hier auf dem Bild überhaupt wahrzunehmen. Wozu stellt man dann eigentlich Schilder für die Geschwindigkeitsbegrenzung auf?

Hessen will vor fest installierten Blitzern warnen

Ein Liberaler ist wohl mal duschen gegangen und hatte einen Geistesblitz. Nicht irgendwer, sondern mit Florian Rentsch der u.a. für Verkehr zuständige Minister in Hessen. Herr Rentsch hat entdeckt, dass es fest installierte Radargeräte gibt, vor denen man warnen könnte. So verkündete er es in einem Interview mit BILD.

Wiesbaden, Schiersteiner Straße: bei Bedarf kann man sich hier blitzen lassen.

Der Verkehrsgerichtstag 2013 hatte sich mit dem Thema Radarkontrollen beschäftigt. Erfolglos versuchte u.a. Florian Rentsch, eine Legalisierung von Radarwarnern durchzusetzen. Radarwarner bleiben verboten.

Da kommt er jetzt durch die Hintertür.

Was mich daran stört ist, dass letzten Endes der Schilderwald auf unseren Straßen dadurch noch vergrößert wird. Richtig wäre, ihn auszulichten.

Ach ja, noch eine kleine Formalie: Stationäre Geräte werden von Städten und Landkreisen betrieben. Ich glaube nicht, dass ein Bundesland berechtigt ist, über solche Schilder in das entsprechende Recht der Kommunen einzugreifen.

Auch stört mich an der Sache, dass durch diese sinnlose Maßnahme nur Geld verschwendet wird. Denn ich gehe davon aus, dass der nächste Minister sich besinnen und die Schilder wieder abmontieren lassen wird. Das auch, wenn der Minister wieder Florian Rentsch heißen sollte. Denn spätestens wenn die zuständigen Gerichte angerufen werden, wird er sich eines besseren belehren lassen (müssen).

Aber egal, wir haben ja Sommer und die nächste Wahl steht vor der Tür. Fehlende Zuständigkeit hat einen Politiker - gleich welcher Couleur - bekanntlich noch nie davon abgehalten, "etwas zu tun" oder gar "ein Zeichen zu setzen". In diesem Fall sollen es dann gleich einige hundert Zeichen sein, die in Hessen gesetzt werden sollen. Es ist halt Wahlkampf.

Schilderwald auslichten!

Auf meinem Heimweg heute kam ich in Wiesbaden durch die Wolfram-von-Eschenbach-Straße. Dabei fiel mir folgendes auf:

3 Schilder gleich hintereinander

Das ist bei der Einmündung der Raabestraße. In kurzem Abstand stehen hintereinander drei Schilder. Sie erklären, wo man nicht parken darf. Das hätte man durch Fahrbahnmarkierungen lösen müssen. Dieser Schilderwald geht mir gegen den Strich, er muss ausgedünnt werden. Ich finde, auf diesem Bild wird das auch gut deutlich.