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Dienstag, 14. April 2015

Kasko: Schummeln bei der Selbstbeteiligung ist Betrug

Glasbruch wird durch die Teilkasko bezahlt.
Im März habe ich Euch auf ein Strafurteil des AG Köln (vom 03.04.2013 - Aktenzeichen 523 Ds 77/13) hingewiesen. Hier hatte ein Autoglaser seinem Kunden die Selbstbeteiligung 'erlassen' und das bei der Abrechnung mit der Versicherung des Fahrzeugs verschwiegen. Dafür ist er wegen Betruges bestraft worden.
Weshalb beim 'Erlass' der Selbstbeteiligung ein Betrug i.S.d. § 263 StGB vorliegt, habe ich hier im Blog ausführlich erklärt. Betrüger ist dabei derjenige, der die Rechnung bei der Versicherung einreicht und um Auszahlung der Entschädigung bittet. Das kann die Werkstatt sein. Aber reicht der Kunde die Rechnung bei seiner Versicherung selbst ein und verschweigt dabei den Rabatt auf die Selbstbeteiligung (oder in anderer Höhe), ist er es der seine Versicherung täuscht und damit betrügt.

Das Urteil des AG Köln hat einige Aufmerksamkeit in den Medien gefunden: Aachener Zeitung, Focus, Süddeutsche Zeitung und auch der Versicherungsbote.

Bei Werkstätten sehr viel gelesen ist Unfallregulierung Effektiv, das ebenfalls auf das Thema hinweist. Damit dürfte sich auch in 'Fachkreisen' herumgesprochen haben, dass Mogeleien mit der Selbstbeteiligung kriminell sein können. Die Unfallzeitung bringt es klar auf den Punkt: so ein Rabatt steht der Versicherung zu, nicht dem Kunden der den Reparaturauftrag erteilt.

Besonders interessant fand ich den Bericht bei Motor-Talk zu dem Urteil des AG Köln. Was hier die Lektüre lohnt ist die Diskussion der Leser unten auf der Seite. Sie zeigt mir, dass viele Leute da überhaupt kein Unrechtsbewusstsein haben und meinen, dass an der strafrechtlichen Beurteilung etwas zu ändern ist, wenn man nur genügend trickst. Das funktioniert aber nicht.

Das Phänomen des Erlasses der Selbstbeteiligung durch Werkstätten in Kaskoschäden kommt viel bei Glasbruchschäden vor, aber auch bei anderen Schäden. Letzten Endes liegt es an den Werkstätten, ob sie Kunden durch das Versprechen eines Rabattes anlocken, der dann nicht auf der Rechnung ausgewiesen und der Versicherung gegenüber verschwiegen wird.

Sonntag, 9. März 2014

Werkstattnetz der HUK Coburg: können Kunden hier kostengünstig den Service machen lassen?

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die HUK Coburg ein eigenes Netz von Kfz-Werkstätten vorbereite. Für Unfallreparaturen gibt es ein solches Netz bereits. In diesem sollen Kunden künftig auch Wartungen und Nicht-Versicherungsschäden zu günstigen Konditionen durchführen lassen. Soweit ich es verstanden habe, geht es der HUK dabei primär um Kundenbindung.

Das finde ich einen sehr interessanten Ansatz, den man aber durchaus aber auch kritisch sehen kann. Diese Kritik macht sich in Blogs wie z.B. Captain HUK bereits Luft.

Der Bundesgerichtshof hat im letzten Jahr die Werkstattklausel für Gebrauchtwagen gekippt. Es ist folgerichtig, dass sich Marktteilnehmer Gedanken machen, wie sie diese Chance für eigene Angebote nutzen können.

Aber ob eine Versicherung selbst so ein Netz betreiben darf, sehe ich kritisch. § 7 Abs. 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) statuiert ein Verbot versicherungsfremder Geschäfte. Diese Grenze sehe ich erreicht, wenn zum Kfz Werk- oder Dienstleistungen angeboten oder vermittelt werden, die mit Versicherungsfällen nichts zu tun haben. Inwiefern das bei den Überlegungen der HUK ein Thema ist, kann ich mangels näherer Kenntnis aber nicht beurteilen.

Eines muss man der HUK aber lassen. Sie ruht sich nicht auf ihrem Erfolg als mittlerweile wohl größtem deutschen Kfz-Versicherer (2012 waren dort 9,3 MIO Fahrzeuge versichert) aus. Sie macht sich Gedanken, wie sie sich ihre Position sichern kann.

Auch Fahrzeughersteller betreiben Versicherungsdienste, so z.B. VW mit der Volkswagen Versicherung AG. Insofern kann man Überlegungen bei Kfz-Versicherern, auch über reine Versicherungsdienste hinausgehende Angebote zu machen, nur als legitim bezeichnen. Über die Grenzen dessen, was zulässig ist und was nicht, muss letzten Endes ohnehin die BaFIN entscheiden.

Samstag, 12. Oktober 2013

Winterreifen - worauf müssen Sie achten?

Von Oktober bis Ostern, so lautet die "O bis O Regel" für Winterreifen. Das sei die Zeit, in der man wintertaugliche Bereifung aufgezogen haben sollte. Im großen und ganzen stimmt das auch.

Und es geht schon los. Kaum ist der Herbst so richtig losgegangen, bricht in Süddeutschland der Winter aus. Im Focus ist ein gutes Protokoll zum Schneechaos in Bayern veröffentlicht worden.

Gut finde ich einen Beitrag der Süddeutschen Zeitung dazu, worauf man bei Winterreifen achten sollte. Darauf möchte ich Euch hinweisen.

Behandelt wird
Im zweiten Teil des Berichts geht es um Fragen wie Versicherungsschutz trotz Sommerreifen, Einlagern der Reifen und drohende Geldbußen.

Ich finde, der Redakteur der SZ, der diesen Beitrag verfasst hat, hat einen guten Job gemacht. Leider habe ich seinen Namen nicht gesehen. Aber lest den Artikel, er ist wirklich gut!

Montag, 9. September 2013

Journalisten: denkt an Eure Leser!

 Habt Ihr Euch mal die Auto-Seiten von Welt, Spiegel, Frankfurter Rundschau oder Frankfurter Allgemeine Zeitung angeschaut? Die sehen aus wie Verkaufsprospekte der Fahrzeughersteller und nicht wie Seiten für Autofahrer, die Infos über Auto und Verkehr haben möchten. Die Süddeutsche macht zumindest den Eindruck, als gäbe es dort mehr für Autofahrer zu erfahren, die nicht kurz vor dem Kauf eines Neuwagens stehen.

Woran liegt das? Vermutlich macht es Journalisten einfach Spaß, neue Autos austesten zu können. Und dass die Hersteller ihnen Autos zu Probefahrten für die Sache überlassen, ist auch klar.

Liebe Journalisten: denkt bitte nicht nur an Euren Spaß. Denkt auch an uns Leser. Es ist schon interessant zu lesen, was die Hersteller sich alles so einfallen lassen. Aber das müssen nicht (gefühlte) 90% der Informationen in Euren Medien sein. Mit 30% oder 40% sind alle zufrieden. Und wenn der Rest dann Verbraucherinformationen sind, sind die Leser dankbar und begeistert. Wetten?