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Dienstag, 12. Januar 2016

Telematik als die neue Mode im Kleiderschrank von Autoindustrie und Versicherungen

Telematik: Eine kleine Box auf dem Motor verbindet diesen mit der Welt.
Auf das Thema Telematik setzen immer mehr 'zukunftsorientierte' Marktteilnehmer in Autoindustrie und der Versicherungswirtschaft. Es geht nicht um das Mögliche, sondern um das Sinnvolle - so Eric Schreiber in einem Interview mit VWheute, das am 18.12.2015 veröffentlicht wurde. In einem heute veröffentlichten Dossier zeigt Rafael Kurz auf, dass der Wettbewerb sich nicht über den Preis entscheiden wird. Es komme vielmehr darauf an, den Versicherten konkrete Vorteile aufzuzeigen.

Geht es um den Preis von Versicherungsprodukten, sind die deutschen Kfz-Versicherer mit ihrem heutigen System mit einem individuellen Schadensfreiheitsrabatt bestens aufgestellt. Über die Chips im Auto, die jetzt aus politischen Gründen in jedem Auto verbaut werden, lässt sich hier kein Vorteil für die Kunden generieren. Auch die Kalkulation der Prämien für Fahrzeugflotten kommt ohne die technische Unterstützung aus. Dennoch können die Versicherer sich nicht komplett aus der Sache rausziehen. Denn die Entwicklung bei Herstellern und Großkunden müssen sie begleiten, um sich nicht aus dem Markt herauszuentwickeln.

Die Hersteller können über die Anbindung des Fahrzeug schnell Vorteile für sich erzeugen. Durch eine Verbindung des Bordcomputers mit dem Telematik-Chip kennen sie genau den Zustand des Autos und können den Kunden ansprechen, wenn sein Fahrzeug zur Inspektion muss, wenn die Reifen abgefahren sind oder wenn sonst ein messbarer Defekt auftritt. Zudem sind sie bei der Pannen- und Unfallhilfe gleich mit am Zug.

Für die Betreiber von Fahrzeugflotten gibt es auch schon jetzt einen Vorteil. Die Autos enthalten einen GPS-Chip, so dass sie immer wissen, wo die Autos sich befinden. Das ist nicht nur hilfreich im Fall einer Entwendung. Wenn mit Dienstfahrzeugen unerlaubte Privatfahrten gemacht werden, kommt man dem künftig auch schneller auf die Spur.

Meine Prognose ist, dass Bedenken des Datenschutzes bei dieser Entwicklung langfristig - mit ausdrücklich erklärtem Einverständnis der Kunden - auf der Strecke bleiben werden. Das ist die Entwicklung, die wir heute auch schon bei unseren Smartphones kennen. Diese protokollieren sehr genau unser Bewegungsbild und melden diese an Google, Appel und Co.


Zukunftstrend autonomes Fahren: Was durch Telematik erst möglich gemacht wird, sind selbstfahrende Autos. Diese wurden gerade auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Bei allen Vorbehalten, die ich persönlich gegen Telematik habe: Diesen Punkt muss man sehen. Und ich bin mir sicher, dass es für Fahrzeuge mit Autopiloten künftig einen Markt geben wird. Bei solchen Fahrzeugen kann die Versicherungswirtschaft nicht außen vor bleiben, wenn es um die technologische Anbindung bleibt.

Mein Fazit: Schneller Gewinner der Telematik wird die Autoindustrie sein. Die Versicherungswirtschaft wird zur Prämienkalkulation erst mit Einführung selbstfahrender Autos Vorteile für die Kunden generieren können.