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Samstag, 15. April 2017

Glasreparatur: Für Kaskoversicherte NICHT immer kostenlos!

Ist die Scheibe stark beschädigt, muss sie getauscht werden.
Hat eine Windschutzscheibe nur einen kleinen Bruchschaden, dann gibt es eine kostengünstige Alternative zum Austausch. Ein Bruchschaden kann repariert werden. Das kostet meist nur zwischen 80 Euro und 110 Euro.

Ein Glasbruchschaden am Fahrzeug ist in der Teilkasko versichert. Die meisten Kunden haben jedoch eine Selbstbeteiligung von 150 Euro je Schadensfall.

Viele Kfz-Versicherungen verzichten auf Anrechnung der Selbstbeteiligung, wenn die Kunden den Glasschaden reparieren lassen. Für die Versicherungen ist das deutlich günstiger als der Austausch der Scheiben. Diesen Kostenvorteil geben sie an ihre Kunden weiter.

Allerdings hat es hier in den zurückliegenden Jahren sehr viel Mißbrauch und auch Betrug gegeben. Daher knüpfen alle mir bekannten Versicherungsbedingungen den Verzicht auf Anrechnung der Selbstbeteiligung an zwei Bedingungen.

Einmal wird verlangt, dass der Kunde sich vor Beauftragung einer Glasreparatur mit der Versicherung in Verbindung setzt. So kann geklärt werden, ob eine Reparatur überhaupt zulässig ist. Das ist nämlich nicht der Fall, wenn der Schaden im Sichtbereich des Fahrers oder am Scheibenrand ist.

Zum anderen verlangen die Versicherungen inzwischen, dass die Reparatur in einer von ihnen ausgewählten oder zumindest empfohlenen Werkstatt durchgeführt wird. So ist sichergestellt, dass die Arbeiten in bester Qualität durchgeführt werden. Zudem werden Aufträge nur an vertrauenswürdige Werkstätten vermittelt. Leistungsmissbrauch kann  so ausgeschlossen werden.

Mit diesen marktüblichen Versicherungsbedingungen nicht zu vereinbaren ist jedoch Werbung großer Autoglaser, die ein "für Kaskoversicherte kostenlos" marktreißerisch in den Vordergrund stellt. Allenfalls in Anmerkungen zur Werbeaussage wird der Kunde darauf hingewiesen, dass die Kostenlosigkeit eben nicht immer so ist. Meine persönliche Meinung ist, dass ein durchschnittlicher Kunde nicht erkennen kann, dass er hier möglicherweise selbst zahlen muss und nicht seine Versicherung.

Montag, 14. September 2015

Ferrari für 200.000 € ist jetzt Schrott - das hat Konsequenzen für den Fahrer

Bei einem illegalen Autorennen in Köln hat ein nur 22 Jahre alter Fahrer einen Ferrari 488 GTB geschrottet. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, dass dieser ca. 200.000 € wert sei. Laut Express betrage der Wert gar 250.000 €. Das Fahrzeug gehörte ihm nicht, sondern einem Händler aus Hannover.

Passiert ist das ganze im Autobahntunnel der A 57. Der Fahrer hat offenbar die Kontrolle über den Ferrari verloren und ist gegen die Tunnelwand gekommen.

Kein Ferrari, aber auch Schrott!
Halbstarke, die sich mit großen Schlitten des Nachts die Rennen liefern, sind auch wo anders ein Problem. In Köln sucht die Polizei nach Zeugen. Insbesondere möchte man den Fahrer des anderen Fahrzeugs finden, das am Rennen beteiligt war. Hinweise nimmt das Verkehrskommissariat 2 unter der Rufnummer 0221/229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen. 

Wirklich abschreckend wird sein, dass der 22 Jahre alte Fahrer den angerichteten Schaden wohl selbst wird abbezahlen müssen. Zwar dürfte für den Ferrari eine Vollkaskoversicherung bestehen. Aber die Teilnahme an einem illegalen Rennen stellt eine vorsätzliche Obliegenheitsverletzung dar.* Zudem durfte man vor Ort nur 50 km/h fahren - der gute Mann war weit schneller unterwegs. Da kann man darüber nachdenken, dass er den Schaden bedingt vorsätzlich verursacht hat. Daher wird die Versicherung dem Fahrer den Versicherungsschutz versagen.

Wenn die Kaskoversicherung zahlt, kann sie dann sie die Entschädigung vom Fahrer ohne Versicherungsschutz in voller Höhe zurück verlangen. Und vor diesen Schulden wird er sich auch nicht durch eine Privatinsolvenz drücken können (ein beliebter Trick bei gewissen Leuten). Denn durch eine unerlaubte Handlung entstandene Verbindlichkeiten werden durch die Privatinsolvenz nicht erfasst. Das ergibt sich aus § 302 der Insolvenzordnung (InsO). Und von einer unerlaubten Handlung kann man bei der Teilnahme an einem illegalen Straßenrennen doch wohl sprechen, oder?

Dass der Führerschein des Fahrers jetzt erst einmal weg ist, dürfte damit sein kleinstes Problem sein.



* Anmerkung: Nach den AKB 2015. Nach frühreren AKB ist das rechtlich etwas komplizierter. Aber auch dort läuft es darauf hinaus, dass kein Versicherungsschutz in der Kasko besteht.

Mittwoch, 5. März 2014

GDV: neue Muster-AKB sind online

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat auf seiner Homepage eine neue Fassung der Musterbedingungen für die Kfz-Versicherung veröffentlicht. Diese hat den Stand vom 17.02.2014 und kann hier auf der Seite des GDV heruntergeladen werden. Zu den Infos bzgl. der AKB kommt man hier.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Ruheversicherung: wie lange ist man nach Außerbetriebsetzen geschützt?

Der vorgestrige Eintrag hat mir Fragen nach der Ruheversicherung eingebracht. Diese möchte ich, so gut ich kann, hier gerne beantworten.

Die Ruheversicherung ist in Abschnitt H der Allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung (AKB) geregelt. Diese sind von Anbieter zu Anbieter leicht unterschiedlich. Insofern lassen konkrete Fragen sich nur nach Lektüre der jeweils geltenden Versicherungsbedingungen beantworten. Hier im Blog orientiere ich mich an die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zur Verfügung gestellten Musterbedingungen. Aktuell ist der Stand vom 17.02.2014.

In Abschnitt H.1.7 AKB ist die Dauer der Ruheversicherung geregelt. In den Musterbedingungen gibt es dazu keine Zahl. In der Regel liegt die Dauer der Ruheversicherung zwischen 12 und 18 Monaten.

Wenn Sie persönlich betroffen sind, schauen Sie bitte in den für Ihren Vertrag geltenden AKB nach. Können Sie die nicht finden, oder verstehen Sie diese nicht, fragen Sie bitte bei der Kfz-Versicherung nach, bei der Ihr Fahrzeug zuletzt versichert war. Dort wird man Ihnen die Dauer der Ruheversicherung mitteilen können.

Nach Ende der in Ihren AKB genannten Dauer haben Sie keinen Versicherungsschutz mehr. Verursacht ein stillgelegtes Kfz danach einen Schaden, haftet sein Halter persönlich.