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Samstag, 16. Mai 2015

Bargeld abschaffen? Ein Vorstoß von Peter Bofinger macht mich nachdenklich

Bares Geld ist viel wert... aber wie lange noch?
Peter Bofinger gilt in Deutschland als Wirtschaftsweiser. So bezeichnet man die Mitglieder im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Der SPIEGEL berichtet nun, dass Peter Bofinger die Abschaffung des Bargelds fordert. Dazu nennt er zwei Argumente. Einmal fallen die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen weg. Und zum anderen hätten die Notenbanken es einfacher, ihre Geldpolitik durchzusetzen. Da klingelt es bei mir.

Zu Schwarzarbeit und Drogenhandel: Da gibt es andere Wege
Schwarzarbeit hat viele Ursachen. Eine davon ist die relativ hohe Belastung mit Steuern und Sozialabgaben, die sowohl für Schwarz-Arbeitgeber als auch Schwarz-Arbeitnehmer die legale Variante unattraktiv werden lässt. Wenn der Schwarz-Arbeitnehmer zudem noch Sozialleistungen bezieht, verliert er diese wenn er ein eigenes Einkommen hat. Also arbeiten viele schwarz und kassieren nebenbei 'Stütze'. Dann ist da noch der Punkt, dass legale Arbeitsplätze mit relativ viel Bürokratie verbunden ist. Auch das ist nicht jedermanns Sache. Schwarzarbeit ließe sich bekämpfen durch Senkung von Steuer- und Sozialabgaben auf der und Entbürokratisierung auf der anderen Seite.

Auch beim Drogenhandel gibt es einen Weg: legalisiert die meisten Drogen. Und bei denen, die nicht legalisiert werden (z.B. weil viel zu gefährlich wie z.B. Crystal Meth), muss mit sehr viel Härte vorgegangen werden. Das Vorgehen darf sich nicht nur gegen die Händler richten, sondern gegen alle, die irgendwie von dem Geschäft profitieren.

Das sind sicher sehr vereinfachende Aussagen zu Schwarzarbeit und Drogen, die ich gemacht habe. Mir geht es nur darum aufzuzeigen, dass es an der jeweiligen Sache orientierte Wege gibt um diese Sachen zu bekämpfen. Die Abschaffung des Bargeldes ist dazu nicht erforderlich.

Durchsetzung der Geldpolitik
Robert Halver, der Chefanalyst der Baader-Bank, hat Anfang April dazu etwas gesagt. Er erwartet die Abschaffung des Bargeldes, weil sich dann niemand mehr gegen Negativ-Zinsen wehren könne. So lese ich es in den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Ein Bank-Run wäre dann nicht mehr möglich.

Der Weg in den Überwachungsstaat
Für mich wäre die Abschaffung des Bargeldes der Weg in den Überwachungsstaat. Erledigen wir alle Zahlungen nur noch elektronisch, wird festgehalten was wir kaufen, wie viel wir dafür bezahlen und von wem wir was kaufen. Damit entstehen riesige Datenmengen über unser gesamtes Verhalten, die von den Geldinstituten angehäuft werden. 

Solche Datenmengen gibt es schon heute, da viel bargeldlos bezahlt wird. Aber es wird eben doch noch viel mit Bargeld gemacht, so dass eine absolute Kontrolle über die Menschen und ihr tun nicht möglich ist. Gerade mache ich mir noch Gedanken um die Datenkrake Facebook.  Kommt es zur Abschaffung des Bargeldes, sind wir mitten in George Orwells 1984 gelandet.