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Sonntag, 25. August 2013

Linkspartei und der Flughafen Frankfurt: Rückschritt ist der neue Fortschritt?

Dieses Wahlplakat der Linken hat mich auf deren Positionen zum Flughafen neugierig gemacht:


Die Linke wirkt auf den ersten Blick nicht so verlogen wie die Grünen, sie ist in ihrer Radikalität und Vereinfachung schon fast als ehrlich zu bezeichnen. Aber eben nur fast. Schaut man sich ihre Argumentation zum Flughafen genau an, zeigt sich, dass in der Sache gelogen wird um politische Radikalität in Hessen wählbar zu machen.

Eingangssatz der Linken:
Unbestritten hat der Flughafen Rhein-Main für die Region eine große wirtschaftliche Bedeutung.
 Das stimmt. Er ist nicht nur Verkehrsdrehpunkt für Menschen und Waren aus aller Welt. Das Rhein Main Gebiet verdankt ihm wohl auch mit seine heutige wirtschaftliche Bedeutung. Die entwickelt sich nun einmal nur an Verkehrsknotenpunkten. So war das schon immer in der Menschheitsgeschichte. Die Linke weiß das.
Menschen werden krank. Kinder können sich nicht mehr konzentrieren, Freiflächen sind unbenutzbar geworden.
 Ach... ohne den Flughafen gibt es keine Erkrankungen mehr? Gibt es eine belastbare Studie, mit der der Nachweis geführt wird, dass ohne den Flughafen (alles andere bleibt aber unverändert) in einer Region die Krankheiten zurück gehen? Nein... komisch.

Kinder können sich nicht mehr konzentrieren... klar, siehe oben. Aber Ihr habt Eure fest gefasste Meinung, da sind Fakten wohl nicht weiter nötig.

Freiflächen sind unbenutzbar geworden? Wo bitte war denn vorher eine Freifläche, die von zahlreichen Menschen intensiv genutzt wurde? Aber ich komme Euch lieber nicht mit Fakten.
Zum Lärm hinzu kommt die Belastung mit Schadstoffen und Feinstaub. Im Bereich der Einflugschneisen gefährden Dachschäden, die von den Wirbelschleppen landender Flugzeuge verursacht werden, die Menschen.
 Feinstaub? Der kommt nicht aus Flugzeugmotoren, sondern primär aus Automotoren.Wirbelschleppen landender Flugzeuge beschädigen intakte Dächer? Das ist doch völliger Blödsinn. Zumal im unmittelbaren Einflugbereich, in dem physisch etwas von überfliegenden Flugzeugen zu spüren ist, keine Häuser stehen.

Und richtig interessant sind dann die ersten drei Eurer Forderungen, die Ihr in dem Zusammenhang aufmacht:
  • die Schließung der neuen Landebahn;
  • den Stopp aller Planungen zum Bau des Terminals 3;
  • eine Begrenzung der Flugbewegungen auf höchstens 380.000 pro Jahr;
 Also, alles was gebaut wurde soll wieder abgerissen werden. "Rückbau" ist ein netter Euphemismus für so etwas. Mehr als 380.000 Menschen dürfen im Jahr nicht reisen. Naja, mit Reisebeschränkungen kennt Ihr von der Linkspartei Euch ja gut aus.

Frage: wird ab dem 380.000sten Menschen, der frei reisen will, von der Schußwaffe Gebrauch gemacht?

Montag, 19. August 2013

Die Grünen, der Flughafen und die Verlogenheit der Öko-Partei

Heute morgen fiel mir in Wiesbaden ein Wahlplakat der Partei DIE GRÜNEN auf:


Die Botschaft lautet "Hessen wechselt zu weniger Fluglärm". Der Kontext ist zumindest für Bewohner des Rhein Main Gebietes klar: Fluglärm, der vom Betrieb des Frankfurter Flughafens ausgeht.

Noch genauer: Es geht um den Ausbau des Flughafens, den die Grünen nicht gut finden. Nach ihrer Meinung war der Ausbau überflüssig. Wie interessant, dass die politische Bewertung schon steht und durch Fakten begründet wird, die noch gar nicht vorhanden sind. So denke ich mir. Denn der Terminal 3, der nuneinmal zum jüngsten Ausbau mit dazu gehört und durch den erst die größeren Passagiermengen überhaupt bewältigt werden können, verzögert sich noch. So berichtete die FAZ im Juni 2013.

Auf ihrer Homepage nennen die Grünen die neue Landebahn eine "grausame Realität".  Sie sind gegen Fluglärm und vermelden stolz, dieses Ziel im Wahlprogramm verankert zu haben. Daher will man mit allen Mitteln gegen Fluglärm kämpfen. Die Rhetorik klingt irgend wie nach... ach, solche Vergleiche soll man lassen. Ich finde die Rhetorik der Grünen dumm und verlogen.

Dumm ist eine Frage der politischen Bewertung, und da konzidiere ich jedem eine eigene Auffassung zu haben. Fakt ist, dass der Flughafen die Drehscheibe in Mitteleuropa für den internationalen Flugverkehr ist. Hier landen nicht nur Menschen aus (fast) allen Kontinenten an oder fliegen dorthin. Hier landen auch viele Waren aus aller Herren Länder, die in Europa und vor allem auch in Deutschland ihre Nachfrage haben. Ich finde es dumm, dass die Grünen diesen Bedarf der Menschen (ihren Reisebedarf und auch ihren Konsumbedarf) mit Verboten reglementieren wollen. Einschränkungen am Flughafen gehören dazu.

Natürlich verstehe ich, dass die Menschen teilweise in der Nacht durch den Fluglärm gestört werden. Sie werden auch durch den Lärm der Autobahnen und der Eisenbahn gestört. Mobilität, die maschinengetrieben ist, verursacht nun einmal Lärm. Und reisen will jeder.

Und hier komme ich zu dem Punkt, an dem für mich in dieser Hinsicht die Verlogenheit der Grünen beginnt. Anspruch an andere und die eigene Wirklichkeit.

Die Grünen, auch das sind nur Menschen. Keine Monster oder mystische Heldenfiguren. Menschen wie Du und ich. Fast jedenfalls.

2011 beschäftigte der Merkur sich mit der Frage, wer eigentlich die Grünen wählt: die Wähler sind parteitreu (das ist ein sehr konservatives Merkmal), überdurchschnittlich gebildet (überwiegend mit Abitur) und wohlhabend (der höchste Anteil der Grünenwähler ist bei den Menschen mit dem höchsten Einkommen anzutreffen). Bild hat sich mit den Reisegewohnheiten der grünen Klientel beschäftigt. 43% nehmen lieber das Auto statt der umweltfreundlichen Bahn, um in den Urlaub zu fahren. Und gut 1/3 nimmt das Flugzeug. Die Welt formuliert es prägnant: gerade die Grünen-Wähler belasten die Umwelt.

Ehrlich wäre es, wenn die Grünen offen sagen würden "wer verreisen können will, muss Verkehrslärm in Kauf nehmen." Ehrlich wäre es, wenn die Grünen sagen "wer im Bioladen frisches Obst aus allen Kontinenten kaufen können will, muss akzeptieren, dass es hergebracht wird." Ehrlich wäre es, wenn die Grünen sagen würden, sie müssten mit einer Verhaltensänderung bei sich selbst anfangen.

Die Grünen benehmen sich wie große Kinder, die nicht einsehen, dass man nass wird wenn man sich waschen will. Aber es sind keine unreifen Kinder, es sind Politiker die über ein sehr hohes Maß an Wissen und Vernunft verfügen. Sie müssten es besser wissen, dass ihre platten Formulierungen schlicht gelogen sind. Der Flughafen wird deswegen intensiv genutzt, weil die Menschen es so wollen. Und - so leid es mir tut (ich habe gerade das Fenster offen und höre auch ein Flugzeug draußen fliegen) - so lange wir alle nicht auf Flugreisen verzichten, ist es nun einmal so, dass der Flughafen Frankfurt intensiv genutzt wird und entsprechend Lärm macht.

Jutta Ditfurth, der ich politisch nun wirklich nicht nahe stehe (die ich aber interessant finde, weil sie immerhin noch eigene Gedanken zu formulieren weiß), bringt es auf den Punkt. Die Grünen-Wähler wollen getäuscht werden. Frau Ditfurth spricht das sehr diplomatisch aus. Ich sage: Die Grünen sind verlogen.

P.S.: Fast die Hälfte der Anhänger der Grünen will Angela Merkel als Kanzlerin behalten. So berichtet es der Focus am 13.08.2013. Ich meine, das passt schon ins Bild.