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Samstag, 2. Juni 2018

Dashcams, Fotos und Videos: Rechtsprechungsübersicht zur Beweisverwertbarkeit

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 15. Mai 2018 (VI ZR 233/17) entschieden, dass die Verwertung einer Dashcam-Aufnahme vor Gericht im Einzelfall zulässig sein kann.

In Ausgabe 4/2018 (Seite 134 ff.) der Zeitschrift SVR ist eine von mir verfasste Rechtsprechungsübersicht zu dem Thema erschienen. Auf diese möchte ich Euch heute aufmerksam machen.

Sie stellt bisher ergangene Entscheidungen in Zivil-, Verwaltungs-, Straf- und Bußgeldverfahren vor. Im Ergebnis sehen die meisten Gerichte es so wie der Bundesgerichtshof: Aufgrund des Datenschutzes ist eine Abwägung der rechtlich geschützten Interessen der von der Aufzeichnung Betroffenen vorzunehmen.

Montag, 6. März 2017

Reparaturbestätigung eines Sachverständigen: Kosten werden nicht ersetzt

Ist der Schaden wirklich repariert worden?
Ich habe kürzlich vom Urteil des BGH vom 24.01.2017 berichtet, wonach die Kosten für eine Reparaturbestätigung des Sachverständigen nicht zu ersetzen sind. In seiner Entscheidung hatte der BGH aber für drei Konstellationen angesprochen, dass man das auch anders sehen könnte.

Das AG Hamburg-St. Georg hat sich nunmehr mit einem Aspekt beschäftigt, der als Argument dafür angeführt wird, dass die Kosten einer Reparaturbestätigung doch zu ersetzen sein sollen: Die Meldung in das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft. Im Urteil vom 28.02.2017 (925 C 337/16) hat das Gericht entschieden:


Nach fiktiver Abrechnung eines Fahrzeugschadens sind die Kosten einer vom Sachverständigen angefertigten Reparaturbestätigung keine erstattungsfähige Schadensposition.

Der Geschädigte kann die Reparatur durch Anfertigung eigener Fotos nachweisen.

Für die ordnungsgemäße Darlegung der sach- und fachgerechten Reparatur bedarf es der Vorlage der Reparaturrechnung, aus der der Reparaturweg und die verwendeten Teile hervorgeht. Daher rechtfertigt auch die Aufnahme des Fahrzeugs in die HIS-Datenbank nicht Beauftragung eines Sachverständigen mit der Erstellung einer Reparaturbestätigung.

In der Begründung schreibt das Gericht, dass sich die Aussage der Reparaturbestätigung sich auf eine  reine Sichtprüfung des Gutachters beschränke, ohne dass die einzelnen Arbeiten bzw. deren Qualität geprüft wurden. Letztlich beinhaltet die Bestätigung eine reine Fotodokumentation. Dies kann der Kläger aber genauso gut selbst tun. Hinsichtlich der Aufnahme des Fahrzeugs in die HIS-Datenbank ist diese Reparaturbestätigung auch nutzlos. Denn über die Qualität der Reparatur besagt sie im Gegensatz zu einer Werkstattrechnung rein gar nichts.

Donnerstag, 2. März 2017

Bundesgerichtshof: Kein Ersatz der Kosten einer Reparaturbestätigung

Ein Auto wurde durch einen Unfall beschädigt.
Eine Frau beauftragte einen Sachverständigen damit, die Reparaturkosten in einem Schadensgutachten zu schätzen. Den Schaden hat sie nach Gutachten abgerechnet. Ihr Auto wurde privat repariert.

Dann hat die Frau das Fahrzeug dem Gutachter erneut vorgeführt. Dieser hat ihr die Reparatur bestätigt. Und für diese Reparaturbestätigung hat der Gutachter ihr 61,88 Euro berechnet.

Im Streit stand, ob der Haftpflichtversicherer des Unfallgegners diese Kosten für eine Reparaturbestätigung ersetzen muss.

Der Bundesgerichtshof hat nun mit Urteil vom 24.01.2017 (VI ZR 146/16) entschieden, dass kein Anspruch auf Ersatz dieser Kosten einer Reparaturbestätigung besteht.

Denn hier wird die Abrechnung der Reparaturkosten nach Gutachten mit Kosten vermengt, die erst dadurch entstehen, dass die Geschädigte sich überhaupt erst für diese fiktive Abrechnung entschieden hat. Sie hätte ihr Auto ja auch in eine Werkstatt geben und dann eine Reparaturrechnung vorlegen können. Kosten, die konkret erst in Folge der von ihr getroffenen Disposition entstehen, erhält sie nicht ersetzt. Denn dies, so die Richter in Karlsruhe, wäre eine unzulässige Vermengung von fiktiver und konkreter Schadensabrechnung.

Der Bundesgerichtshof hat aber ausdrücklich offen gelassen, ob die Kosten einer Reparaturbestätigung in Ausnahmefällen doch zu ersetzen sein können:
  • Abrechnung eines zusätzlichen Nutzungsausfallschadens,
  • Nachweis der tatsächlichen Gebrauchsentbehrung oder
  • Nachweis Integritätsinteresse bei fiktiver Abrechnung von Reparaturkosten oberhalb des Wiederbeschaffungsaufwands.
Dazu musste der BGH hier nicht entscheiden, denn um diese Konstellationen ging es in seinem Verfahren nicht.

Diesen Hinweis des BGH verstehe ich als Aufforderung an die Regulierungspraxis, die Rechtsprechung und die juristische Fachliteratur, sich dazu Gedanken zu machen. Ich verstehe ihn auch als Aufforderung an die Instanzgerichte, Revisionen zu diesen Konstellationen zuzulassen. Das finde ich sehr spannend.

Dienstag, 19. Januar 2016

Winter auf den Straßen: 6 Tipps für sicheres Fahren

Der Winter ist (zumindest kurz) auf Deutschlands Straßen eingekehrt. Hier habe ich einige Tipps für Euch, damit für alle das Autofahren leichter und sicherer ist.

Wintertaugliche Bereifung: Das Fahren mit Sommerreifen ist nicht erlaubt, wenn Schnee liegt. Wer sich daran nicht hält, muss mit einem Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Der ADAC hat zur wintertauglichen Bereifung einige Hinweise zusammengestellt, auf die ich Euch hinweisen möchte.

Schneeketten: Die müssen aufgezogen werden, wenn es vorgeschrieben ist. In Deutschland gibt es hierfür ein Schild. Darauf sollte man aber auch im Ausland achten. Sonst wird es teuer

Warmlaufenlassen des Motors: Es ist verboten, den Motor vor Fahrtantritt warmlaufen zu lassen. Das ergibt sich aus § 30 Abs. 1 Satz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Für den Motor ist das außerdem nicht gut.

Schnee und Eis vom Auto entfernen: Der AvD weist darauf hin, dass der Schnee vor Fahrtbeginn vom Autodach entfernt werden muss. Schnee oder Eis kann vom Autodach fallen und jemand anderen gefährden oder schädigen. Das muss nicht sein. Außerdem droht dann auch ein Bußgeld.

Fenster vom Eis befreien: Wer ein Fahrzeug führt, muss dafür sorgen, dass seine Sicht nicht beeinträchtigt wird. § 23 StVO ist hier ganz eindeutig. Also: alles Eis muss entfernt werden. Im Sixt Mietwagen Blog gibt es einige gute Tipps zum Thema, auf die ich Euch hinweisen möchte. Ich selbst benutze Enteiser-Spray, wenn es gar nicht anders geht. Das kostet nicht viel und ist sehr einfach zu handhaben. Abdeckfolien sind auch sehr hilfreich.

Blinker, Rücklichter, Scheinwerfer, Kennzeichen: Auch diese sind vom Schnee zu befreien, ehe die Fahrt angetreten wird.

Ganz grundsätzlich gilt, dass Fahrverhalten und Ausrüstung des Autos an die winterlichen Verhältnisse auf den Straßen angepasst sein müssen. Dann kommt ihr nicht nur ohne einen Unfall zum Ziel. Ihr vermeidet auch Bußgelder oder Punkte in Flensburg.

Dienstag, 28. Juli 2015

Dem Jogi Löw sein Auto wird verkauft

Dem Göttinger Tageblatt ist eine Begebenheit eine Meldung wert, die halt immer mal wieder vorkommt. Jemand hat ein Auto im Bietverfahren zum Kauf angeboten. Der Meistbietende hat es nicht abgeholt. Jetzt steht es wieder zum Verkauf.

Die Besonderheit an der Geschichte: Früher das dieses Auto einmal dem Fußball-Bundestrainer Jogi Löw gehört.

Samstag, 7. Juni 2014

Carsharing: Idee aus der Hölle oder die Zukunft der Mobilität?

Im Sommer letzten Jahres habe ich Euch auf das Thema Carsharing aufmerksam gemacht.

Die Grundidee ist einfach: man hat ein Auto und lässt es andere - gegen Beteiligung an den Kosten - mit benutzen. Es gibt privates und gewerbliches Carsharing. Für Autovermietungen kann es durchaus ein interessantes Geschäftsfeld sein. Neue Startups organisieren privates Carsharing.

Ich habe jetzt in einem Blog der Welt einen interessanten Erfahrungsbericht von Cordula Schmitz zu ihren Erfahrungen beim Carsharing gesehen. Auf den möchte ich Euch hinweisen. Sie nennt privates Carsharing eine Idee aus der Hölle. Bei der Lektüre ihres Blogeintrags habe ich sehr schmunzeln dürfen. Vielleicht geht es Euch auch so?

Dienstag, 25. März 2014

ADAC warnt vor "Gutscheinen" auf die Selbstbeteiligung durch Werkstätten

Das OLG Hamm hat entschieden, dass Gutscheine von Werkstätten wettbewerbswidrig sind, durch die der Kunde einen Anreiz bekommt einen Kaskoschaden eben bei dieser Werkstatt reparieren zu lassen. Konkret geht es um Gutscheine in Höhe der Selbstbeteiligung, die bei einem Folgeauftrag (z.B. Inspektion) genutzt werden können.

Mit sehr deutlichen Worten warnt nun der ADAC vor solchen Praktiken: "Kunden machen sich unter Umständen strafbar, wenn sie im Zuge der Regulierung eines Kaskoschadens von der Werkstatt einen Gutschein annehmen und einlösen." So lese ich es am 24.03.2014 bei Versicherungswirtschaft Heute.

 Im Kfz-Bereich entsteht jedes Jahr ein Schaden von ca. 2 Milliarden Euro durch Betrug. Der bei Autoglasern und anderen Werkstätten sehr beliebte "Erlass der Selbstbeteiligung" kann dabei auch als Betrug angesehen werden, wenn dieser Rabatt gegenüber der zahlungspflichtigen Versicherung dann verschwiegen wird. Insofern kann ich die deutliche Warnung des ADAC nur unterstreichen.

Montag, 13. Januar 2014

Autoglas: Gutscheine von Werkstätten sind wettbewerbswidrig

Autohaus Online hat auf eine Ende letzten Jahres ergangene Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm hingewiesen.

Am 12.11.2013 hat das OLG Hamm in der Sache 4 U 31/13 durch Urteil folgendes entschieden:
Gutscheine von Kfz-Werkstätten für Folgeaufträge können bei der Reparatur eines Kaskoschadens mit Selbstbeteiligung des Kunden wettbewerbswidrig sein.
Hier ging es um eine große Kette, die Kunden mit Gutscheinen in Höhe der  Selbstbeteiligung in ihre Häuser lockte, wenn diese einen Glasbruchschaden hatten. Durfte eine Werkstattt dieser Kette die Scheibe austauschen und mit der Versicherung abrechnen, erhielt der Kunde einen Gutschein in Höhe seiner Selbstbeteiligung.

Das OLG Hamm hat nunmehr entschieden, dass dies unter wettbewerbsrechtlichen Aspekten so nicht in Ordnung ist.

Dass Rabatte auf die Selbstbeteiligung bei Glasschäden gegeben werden, kommt leider häufig vor. Teils wird die gesamte Selbstbeteiligung erlassen, teils nur ein etwas niedrigerer Betrag. Dem Versicherer gegenüber wird dieser Rabatt dann bei der Abrechnung verschwiegen, was im Ergebnis sogar als Betrug angesehen werden kann. Im Urteil des OLG Hamm findet sich zur dortigen Konstellation allerdings kein Hinweis auf das Betrugsdelikt. Erlaubt ist es trotzdem nicht, Kunden mit Gutscheinen für Folgeaufträge anzulocken.

Autobesitzern muss dringend geraten werden vorsichtig zu sein, wenn eine Scheibe ausgetauscht werden muss und der Autoglaser ihn damit anzulocken versucht, dass die Selbstbeteiligung durch ihn nicht zu bezahlen sei.

Freitag, 8. November 2013

Telematik und Datenschutz: die Diskussion beginnt

Endlich beginnt die gesellschaftliche Diskussion. Allerdings reichtlich spät und deshalb auch am Thema vorbei.

Ende Oktober berichtete Auto Bild über Datenspeicherung im Auto. So späht Ihr Auto Sie aus lautete die Warnung.

Auto Bild berichtete über seine neue Ausgabe, dass darin Verkehrsrechtler diskutieren, wem die Daten gehören. Ich finde, so wird aus einem eigentlich wichtigen Thema letzten Endes nur eine Verkaufsmasche für das Heft. Legitim, aber eben nur Masche.

Fakt ist, dass ab nächstem Jahr in ganz Europa in Neuwagen Telematik-Systeme eingebaut sein müssen. Datenschützer haben damit offenbar bislang wenig Probleme, jedenfalls ist von ihnen dazu nichts laut geworden als diese Vorschriften in der politischen Diskussion waren.

Ich finde, eine gesellschaftliche Debatte dazu tut not. Auch wenn es spät ist - wann, wenn nicht jetzt?

Sonntag, 15. September 2013

Hochwasser: wer bezahlt den Schaden am Auto?

Die Hagelsaison ist wohl vorbei. Aber im Sommer gab es auch viele Überschwemmungen. Daher möchte ich in diesem Zusammenhang noch einmal darauf zurück kommen, dass die Teilkasko echte Überschwemmungsschäden bezahlt.

Hierzu habe ich einen guten Artikel der Zeit aus 2010 gefunden.

  • Hochwasser gilt als Überschwemmung.
  • Damit ist grundsätzlich die Teilkasko zuständig.
  • Vorteil: es gibt keine Höherstufung beim Schadensfreiheitsrabatt wie bei der Vollkasko.
  • Wer keine Kasko für sein Auto abgeschlossen hat, muss den Schaden selbst bezahlen.
  • Hinweis: wer erkennen kann, dass sein Auto auf einem überschwemmungsgefährdeten Abstellplatz steht, sollte es unverzüglich wegfahren und hochwassersicher parken.
  • Passiert das nicht, sind zwei Szenarien denkbar:
  • Grobe Fahrlässigkeit: ganz sicher wird man das als grob fahrlässig einstufen können. Die Versicherung ist dann berechtigt, ihre Leistung zu kürzen. Wer keinen Billig-Tarif hat, sondern (wie die meisten Autobesitzer) ein Premium-Produkt, hat da allerdings Sicherheit. Die Versicherungen verzichten auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit, hier ist keine Leistungskürzung zu befürchten.
  • Vorsatz: hier muss die Versicherung überhaupt nicht bezahlen. Dabei reicht bedingter Vorsatz, also wenn der Autobesitzer die Überschwemmungsgefahr erkannt hat und sich sagte "und wenn schon". Wer in unmittelbarer Nähe eines Gewässers wohnt und sein Auto nicht wegbringt, riskiert hier seinen Versicherungsschutz. Ich finde das auch richtig - die Versicherungen sind nicht dafür da, wenn sich einer durch einen Hochwasserschaden absichtlich ein neues Auto finanzieren lassen will.

Achtung: wenn ihr Euer Auto in Überschwemmungsgebieten fahrt und eine große Wasserstelle kommt, nicht blind durchfahren. Es kann passieren, dass der Motor Wasser zieht und einen Wasserschlag bekommt. Dieser Schaden wird nicht aus der Teilkasko bezahlt.

Samstag, 14. September 2013

Rabattschlacht bei Neuwagen - ein Marketing-Gag?

Die Presse meldete, dass die Rabattschlacht um Autos ihren Höhepunkt erreiche (WELT). Schon im Januar schrieb der Focus, dass die beste Zeit für Neuwagenkäufer erst noch kommen würde. Auch berichtete die Berliner Zeitung berichtet, u.a. dass Volkswagen besonders aggressiv sei.

Aufmerksame Leser werden sich an Meldungen aus dem letzten Sommer erinnern. Zum beispiel berichtete die Welt über die Profite der Hersteller je gebautem Auto. Angegeben wurden da unter anderem folgende Zahlen:
  • Porsche: 16.826 €
  • BMW: 4.325 €
  • Audi: 4.242 €
  • Chrysler: 1.436 €
Dass die Unternehmen Gewinn machen möchten und müssen, ist klar. Aber die Zahlen bei BMW oder Audi zeigen, dass da doch recht viel Luft ist. Und die Rabatte sind nichts anderes als der Verzicht auf einen Teil des Gewinns.

Immer schön locker bleiben. Wer sich ohnehin einen Neuwagen zulegen wollte, der hat dazu jetzt eine gute Zeit. Aber wegen der Berichte um Rabattschlachten sollte sich niemand zu so einem Kauf verleiten lassen.

Letzten Endes steht hinter all diesen Berichten auch eine gute Leistung der jeweiligen Marketingabteilungen. Die Kunden sollen auch bei viel Geld, das sie ausgeben, das Gefühl haben, ein Schnäppchen zu machen. Das muss man auch sehen. Vielleicht ist das alles auch nur ein Marketinggag.

Parkrempler: wie soll man sich verhalten?

Am Straßenrand geparkt: Parkrempler passieren.
Es war im Februar 2012. Ich kam zu meinem Auto, das in meiner Wohngegend geparkt war. Die Beifahrerseits wies einen langgezogenen Schaden auf. Offensichtlich hat jemand seine Einparkfähigkeiten falsch eingeschätzt und ist mit seinem gegen mein Auto gekommen.



Das kann man Unfallflucht nennen. Nur muß man jemanden haben, um ihn nach § 142 StGB bestrafen zu können. Der/die war aber weg, und ich guckte in die Röhre. Und eine Nachricht hatte er auch nicht hinterlassen.

Blöd war vor allem, daß ich die Reparatur selbst zahlen musste. Gut, daß ich meine Vollkasko hatte. Aber Selbstbeteiligung und Höherstufung habe ich trotzdem an der Backe.

Meine Hoffnung: ein ehrlicher Nachbar, den das Gewissen seit Februar 2012 arg bedrückt, liest diese Zeilen und wirft einen Briefumschlag mit Geld in meinen Briefkasten. Gerne anonym. Aber deshalb schreibe ich diesen Blogbeitrag nicht. Denn ich glaube nicht, dass das passieren wird.

Meine Erwartung: Parkrempler passieren, und man kann nicht von jedem Autofahrer erwarten, daß er ein ehrlicher und anständiger Mensch ist, der sich zu seiner Verantwortung bekennt. Ich erwarte nichts.




Ein Lob aber aussprechen möchte ich der Redaktion der Auto Bild, die einen Beitrag "Unfallflucht: Was tun bei Parkremplern?" gebracht hat.

Meine Empfehlung an einen Autofahrer, dem so ein Mißgeschick passiert, ist folgende:
  • eine angemessene Zeit vor Ort warten. Faustformel: eine Stunde.
  • wenn man weiß, wessen Auto das ist: direkt ansprechen und sagen, daß man das Auto beschädigt hat.
  • wenn man nicht weiß, wessen Auto das ist, und nach Warten niemand kommt: bei der Polizei anrufen und ausdrücklich fragen, wie man sich verhalten soll. Und dann nichts anderes tun als das, was die Polizei einem sagt. Die ist wirklich Freund und Helfer, und zwar für beide beteiligte Autohalter.
  • informieren Sie Ihre Versicherung, daß Sie einen Schaden verursacht haben. Das auch dann, wenn sie ihn evtl. selbst zahlen wollen um die Höherstufung zu vermeiden. Wenn Sie das privat erledigen, können Sie der Versicherung noch immer sagen, daß Sie sich privat geeinigt haben und daß sie den Vorgang ohne Zahlung schließen kann. Sie werden dann nicht hochgestuft, sind aber auf der sicheren Seite falls eine private Einigung nicht gelingt.
Meine Empfehlung an einen geschädigte Autofahrer, dem es ergeht wie mir und der nicht weiß, wer den Schaden verursacht hat:
  • in der Umgegend fragen, ob jemand was gesehen hat.
  • gibt es Spuren, die auf das flüchtige Auto hindeuten?
  • informieren Sie Ihre Versicherung, besonders wenn Sie eine Vollkasko haben. Die kommt nämlich für den Schaden auf.
  • ob Sie die Polizei informieren oder nicht, ist theoretisch Ihre Entscheidung. Sprechen Sie aber bei der Meldung mit Ihrer Versicherung darüber, ob Sie das tun sollen. Im Zweifel entscheiden Sie sich lieber für eine Meldung bei der Polizei.
An dieser Stelle meinen Dank an Auto Bild dafür, daß sie dieses Thema aufgegriffen haben.

Straßenverkehrsordnung wurde zum 01.04.2013 geändert

Zum 01.04.2013 traten Änderungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) in Kraft.

Einige Medien berichteten, so Spiegel, Welt oder die Tageszeitung. Ich finde die Blickwinkel, unter denen berichtet wird, recht interessant - vergleicht das mal. Was die Bußgelder angeht, gibt der Auto Club Europa eine recht gute Übersicht.

Für die Juristen gilt, dass jetzt alle Fachliteratur zu überarbeiten ist. Derzeit wird der Fachanwaltskommentar Verkehrsrecht überarbeitet und hat eine gute Chance, in seiner zweiten Auflage (die gegenüber der ersten deutlich verbessert sein dürfte) die erste Kommentierung der StVO zu liefern.

Ich finde die Änderungen, soweit sie den Inhalt der Normen betreffen, nicht weiter gravierend. Aber man hat auch die Sprache geändert und das ganze jetzt geschlechtsneutral formuliert. Wer immer auf diese Idee gekommen ist, scheint im zuständigen Ministerium bei Betreten des Arbeitsplatzes sein Hirn an der Garderobe abgegeben zu haben. Die StVO ist jetzt nur noch schwer lesbar. Juristen sollten damit klar kommen, aber eigentlich sollte sowas wie die StVO auch von normalen Bürgern verstanden werden können. Hier hat das Ministerium in sehr erschreckender Weise eine Bürgerferne demonstriert. Da war es einigen Leuten wohl wichtiger, in esoterischen Politzirkeln der linken Szene zu reüssieren als etwas zu machen, womit alle Menschen in Deutschland etwas anfangen können. Schade eigentlich.

Freitag, 13. September 2013

Marderbiß: nicht jeder Rat ist richtig - Warnung vor BILD!

Gestern habe ich auf das Thema Marderbiß hingewiesen und darauf, wer den Schaden zahlt.

Ein Beitrag zum Thema wurde am 07.06.2013 auf Bild Online veröffentlicht.

Richtig ist der Hinweis, dass solche Schäden nicht bei allen Versicherungen mitversichert sind, und dass auch Folgeschäden nicht immer mitversichert sind.

Der Absatz "Wer eine Vollkasko-Versicherung hat, kann den Schaden auch darüber abwickeln. Er wird dann aber in seinem Schadenfreiheitsrabatt hochgestuft und muss die Selbstbeteiligung zahlen, in der Regel 300 Euro." ist meiner Meinung aber grober Unsinn.

Die Vollkasko kommt für Schäden durch Unfall und Vandalismus (von Menschen begangen) auf. Unter einem Unfall versteht man eine plötzliche mechanische Einwirkung von außen. Mit etwas gutem Willen mag man Tierbiss - das ist ja eine mechanische Einwirkung - noch unter den Unfallbegriff subsumieren. Denn das Tier gehört nicht zu den Betriebsvorrichtugen des Autos und ist damit "von außen".

Aber: die Teilkasko ist immer Bestandteil der Vollkasko. Es gibt keine Vollkasko-Kunden, die eine Teilkasko (in der Marderbiß versichert) ist nicht haben. Das scheint dem Autoren bei Bild Online aber nicht ganz klar gewesen zu sein. Sonst hätte er sich diesen Absatz gespart.

Montag, 9. September 2013

Journalisten: denkt an Eure Leser!

 Habt Ihr Euch mal die Auto-Seiten von Welt, Spiegel, Frankfurter Rundschau oder Frankfurter Allgemeine Zeitung angeschaut? Die sehen aus wie Verkaufsprospekte der Fahrzeughersteller und nicht wie Seiten für Autofahrer, die Infos über Auto und Verkehr haben möchten. Die Süddeutsche macht zumindest den Eindruck, als gäbe es dort mehr für Autofahrer zu erfahren, die nicht kurz vor dem Kauf eines Neuwagens stehen.

Woran liegt das? Vermutlich macht es Journalisten einfach Spaß, neue Autos austesten zu können. Und dass die Hersteller ihnen Autos zu Probefahrten für die Sache überlassen, ist auch klar.

Liebe Journalisten: denkt bitte nicht nur an Euren Spaß. Denkt auch an uns Leser. Es ist schon interessant zu lesen, was die Hersteller sich alles so einfallen lassen. Aber das müssen nicht (gefühlte) 90% der Informationen in Euren Medien sein. Mit 30% oder 40% sind alle zufrieden. Und wenn der Rest dann Verbraucherinformationen sind, sind die Leser dankbar und begeistert. Wetten?

Gefährlicher Riss in der Windschutzscheibe?

Gestern habe ich mich mal wieder beim Fernsehgucken mächtig geärgert. Während eines Films lief Werbung (darüber ärgere ich mich nicht, irgendwie müssen die privaten Sender sich finanzieren). Und da war auch die aktuelle Werbung des mutmaßlichen Marktführers in Sachen Autoglas.

Der Tenor lautete: "Gefährlicher Riss in der Windschutzscheibe? Dann gleich ab zu ...glass!"

Eine "gefährlichen Riss" in der Scheibe gibt es nicht.

im Juni hat ein großer deutscher Versicherer in seinem Unternehmensblog hierzu das Notwendige gesagt.
  • Nur oberflächliche Abplatzer oder Kratzer erfordern gar keine Maßnahmen.
  • Nicht jeder in die Tiefe gehende Schaden erfordert den Austausch der Scheibe. Oft kann man reparieren, d.h. den Schaden mit Harz ausfüllen.
  • Wegen der Kosten: hat man eine Selbstbeteiligung in der Teilkasko vereinbart, darf man nie auf das Versprechen der Kostenfreiheit bei Glasschäden vertrauen.

    • Kostenfreiheit gibt es nur bei Reparatur statt Austausch.
    • Hier ist oft aber Voraussetzung, dass man sich erstmal bei seiner Versicherung meldet und nicht einfach zu irgendeinem Glaser geht. Das gilt auch, wenn es sich um den Marktführer in Sachen Autoglas handelt. Selbst der hat nicht mit allen großen Kfz-Versicherungen Kooperationsverinbarungen (auch wenn die meisten es akzeptieren, wenn ein Kunde mal dorthin gehen sollte).
  • Hat man eine Selbstbeteiligung vereinbart, ist diese bei Austausch immer zu zahlen. Versprechen Glaser hier "Kostenfreiheit" und "erlassen dem Kunden" die Selbstbeteiligung, kann dies der erste Schritt in Richtung Gefängnis sein. Denn so etwas kann Ermittlungen wegen Betruges nach sich ziehen. Autoglas ist auch deswegen immer mal wieder Thema in meinem Blog.
Meine Empfehlungen bei einem Bruchschaden im Autoglas:
  • Wenn was mit der Windschutzscheibe ist, geht nur zu einem Glaser mit dem Eure Versicherung fest zusammenarbeitet. Euer Makler oder Versicherungsagent kann Euch die nächste Adresse in Eurer Nähe geben, oder Ihr ruft bei der Versicherung direkt an.
  • Der Glaser soll sich die Sache erstmal angucken! Muss man wirklich etwas machen? Geht eine Reparatur, oder muss ausgetauscht werden?
  • Erst denken, dann handeln: lasst Euch nicht von irgendwelchen Leuten, denen Ihr auf Parkplätzen begegnet, zur Unterschrift unter Reparaturaufträge verleiten.
  • Wer im Schadensfall nichts bezahlen möchte, sollte eine Teilkasko ohne Selbstbeteiligung vereinbaren. Das kostet zwar etwas mehr als mit Selbsbeteiligung, aber man hat seine Ruhe wenn die Scheibe doch mal ausgetauscht werden muss.

Freitag, 6. September 2013

Autolack: Reparaturen bald überflüssig?

Autobild berichtete im letzten Sommer von einer neuen Erfindung unter der Schlagzeile "Autowäsche bald überflüssig?"

Dr. Catarina Esteves von der Technischen Universität Eindhoven arbeitet an einem neuen Autolack. Es kommt auch sicher nicht vor, daß eine Universität sich mit einer Pressemeldung zu internen Forschungsarbeiten an die Öffentlichkeit wendet.

Der mich faszinierende Aspekt der Berichte ist, daß die Beschichtungsmaterialien selbstreparierend sein sollen. Das wird nicht mit größeren Beschädigungen funktionieren, die auch das darunter liegende Trägermaterial verformen. Aber wenn sich das Prinzip in der Praxis realisieren lässt, wird man auch versuchen es in andere Materialien zu integrieren. Warum soll sich nur der Lack selbst reparieren, wenn es auch die Karosserie können könnte?

An ein Ende der Autowäsche glaube ich selbst nicht. Wenn ich mir den derzeitigen Pollenflug ansehe - mein Auto sieht trotz schwarzer Lackierung ab und an aus wie ein Postauto - dann bin ich mir sicher: ein Ende des Geschäftsmodells für Autowaschanlagen ist noch lange nicht in Sicht.

Leider hat man von den Forschungen zu diesem Lack seither nicht viel neues gehört. Dr. Esteves arbeitet inzwischen wohl auch an anderen Projekten.

Donnerstag, 29. August 2013

Das Auto muss zum Anfassen sein

Vor einigen Tagen habe ich Euch auf die ewige Thematik "Handy am Steuer" hingewiesen. Dabei geht es darum, daß es Leute gibt, die meinen, ein Smartphone solle während der Fahrt durch den Fahrer genutzt werden dürfen, wenn es nicht zum telefonieren sei.

Durchsetzen konnten sie sich nicht. Letzten Endes wäre es auch ohne technische Durchsuchung (Telefonprotokoll angucken) schwierig für die Polizei, in diesem Zusammenhang etwas zu beweisen.

Ein anderer Aspekt ist, daß der Touchscreen eines Smartphones nichts "zum Anfassen" ist. In Spiegel Online ist am 24.04.2013 ein sehr interessantes Interview mit Martin Grunwald über Haptik im Auto erschienen. Der Mann beschäftigt sich beruflich damit, dass ein Auto eben auch etwas (schönes) zum Anfassen sein muss. Eine seiner Aussage ist auch für die Debatte um Smartphone-Nutzung am Steuer wichtig: "Der größte Makel an Touchscreens ist aber, dass man diese Systeme nur durch visuelle Kontrolle bedienen kann. Als Fahrer müssen sie jedes Mal auf den Bildschirm blicken, wenn sie etwas einstellen möchten, weil die haptischen Fixpunkte fehlen."

Auch wenn ein Smartphone als Fernbedienung oder für was anderes nicht-telefonisches genutzt wird - es lenkt zu sehr ab. Eine Nutzung, die damit zu tun hat ein Phone (sei es nun smart oder klassisch) in der Hand zu halten, wird m.E. berechtigterweise untersagt.

Samstag, 24. August 2013

Radarwarner - bleiben doch verboten

Der SPIEGEL berichtet, daß die Verkehrsminister sich entschieden haben Radarwarner doch nicht zuzulassen. Einige von ihnen wollten dies.

Da scheint eine auf dem Verkehrsgerichtstag 2013 formulierte Idee doch ihren Weg in die Politik gefunden zu haben. Finde ich gut, auch wenn diese Idee keine Mehrheit fand.

Mein Navi warnt durch einen Ton, wenn ich die vor Ort erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschreite. Das ist kein Radarwarner, aber in Radarfallen tappt man mit so einer Warnung im Cockpit nicht. Es geht auch ohne.

Und ich denke, man braucht auch nicht wirklich Warnschilder aufzustellen.

Freitag, 23. August 2013

Carsharing - neue Form der Fahrzeugnutzung

Die Grundidee ist ganz einfach: ein Auto wird nicht von nur einer Person benutzt, sondern von mehreren Leuten die sich die damit verbundenen Kosten teilen.


Dieses Konzept bezeichnet man als Carsharing. Gestern habe ich in der Welt dazu einen recht interessanten Beitrag gesehen.

Kommerzielles Carsharing kannte ich schon. Ehe ich mir ein Auto zugelegt habe, habe ich überlegt, stattdessen am Carsharing der Deutschen Bahn teilzunehmen. Unser hiesiger Verkehrsverbund, der RMV, bietet ebenfalls ein Carsharing an. Für mich als Besitzer einer Bus-Jahreskarte wäre das auch gar nicht so teuer.

Allerdings gibt es auch privates Carsharing. Das wird nicht unkritisch gesehen. So hat der Bundesverband der Autovermieter (BAV) am 13.03.2013 vor Sicherheitsrisiken beim privaten Carsharing gewarnt.

Die Autovermieter sehen Carsharing allerdings auch als eigenes Geschäftsfeld. Privates Carsharing, das eben nicht gewerblich ist und von dem die Fahrzeughalter auch nicht leben müssen, ist da schon eine erhebliche Konkurrenz. Die Wirtschaftswoche sah die Öffentlichkeitsarbeit des BAV deshalb auch recht kritisch.

Auf der Homepage des BAV fand ich dann auch einen Hinweis auf den Landkreis Wetterau. Dort ist man der Meinung, dass ein Auto als Selbstfahrer-Mietfahrzeug zugelassen (und versichert) sein muss, wenn man auch als Privatperson damit am Carsharing teilnehmen möchte. Ob das rechtlich so richtig ist, da bin ich mir nicht sicher. In der Straßenverkehrsordnung ist der Anknüpfungspunkt an die besondere Zulassungspflicht (und die damit verbundenen Auflagen), dass die Vermietung gewerblich erfolgt. Ich finde, davon kann man nicht sprechen wenn ein Privatmann über eine Carsharingplattform sein Fahrzeug gegen Entgelt ab und am einem Dritten überlässt. Davon kann man auch nicht sprechen, wenn sich zwei oder drei Privatleute gemeinsam ein Auto anschaffen und es wechselnd nutzen. Aber dem Landkreis Wetterau ist zuzugestehen, dass die Straßenverkehrszulassungsverordnung in diesem Punkt schlicht ungenau ist. Ich denke, das sich gerade entwickelnde Carsharing hatte der Gesetzgeber bislang nicht auf dem Schirm. Ob sich daran nach der anstehenden Bundestagswahl etwas ändern wird, muss sich erst noch zeigen.

Ich finde auf jeden Fall, die Sache mit dem Carsharing ist eine spannende Entwicklung. Wie diese in den nächsten Jahren weitergehen wird, interessiert mich sehr.

Wer weiß... vielleicht schaffe ich mein Auto irgendwann doch wieder ab und nehme an einem Carsharing teil.