Samstag, 23. April 2016

Restwert: Es gibt einen eigenen Markt für Unfallautos

Unfallwagen: Schrott mit Wert!
Wird ein Auto durch einen Unfall so sehr beschädigt, dass sich eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr lohnt, spricht man von einem Totalschaden. Dem Eigentümer bleibt (erst einmal) nur das, was von seinem Auto noch übrig ist.

Doch was ist das Auto noch wert?

Heute gibt es eine große Nachfrage nach in Deutschland verunfallten Autos. Diese werden oft ins Ausland (Osteuropa, Afrika) verbracht und dort wieder instandgesetzt. Daher gibt es hier inzwischen einen echten, von Angebot und Nachfrage geprägten Markt. Dieser ist überregional und läuft oft über so genannte Restwertbörsen im Internet.

Man hört oft aber noch die Meinung, dass der Restwert eines Unfallfahrzeugs sich ergebe aus dem (örtlichen) Wiederbeschaffungswert abzüglich der (ortsüblichen) Reparaturkosten. Diese Meinung stützt sich auf Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes aus der Zeit vor der Öffnung Osteuropas und auch vor Entstehung des heutigen Marktes für Unfallwagen. Meiner Ansicht nach ist da heute so nicht mehr richtig.

Inzwischen ist hier ein eigenständiger Markt entstanden, in dem es Marktpreise für Unfallwagen gibt, die mit Reparaturkosten in einer bestimmten deutschen Region oder gar einer konkreten Werkstatt nichts mehr zu tun haben.

Daher weise ich Euch auf eine ältere Veröffentlichung von mir hin, in der ich die Sache mal aufgearbeitet habe:
Die Restwertfrage in Kfz-Haftpflichtschadensfällen
(Tagungsband Wiesbadener Kolloquium 2008), Seite 55 ff.
Der Restwert ist heute der Betrag, den ein Aufkäufer für ein verunfalltes Kfz zu bezahlen bereit ist. Im Rahmen des Schadensersatzrechts kann man darüber diskutieren, ob dabei nur regionale Angebote oder auch überregionale Angebote zu berücksichtigen sind. Aber losgelöst von solchen rechtlichen Beurteilungen ist festzustellen, dass es einen eigenständigen Markt für Unfallwagen gibt.

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