Samstag, 19. März 2016

Die Datensammelwut Eurer Autos und Kühlschränke

Holger Appel hat in der FAZ einen kurzen Beitrag über Autos geschrieben, die Daten sammeln. Die Überschrift 1984 nimmt Bezug auf das Buch von George Orwell. Er berichtet davon, dass die HUK auf Basis des Fahrverhaltens maßgeschneiderte Tarife für ihre Kunden anbieten wolle. Telematik ist in der Versicherungswirtschaft ein Modethema. Es bringt für die Kunden jedoch keinen wirklich messbaren Vorteil. Das bisherige System der Schadensfreiheitsklassen bildet einen "guten" oder "gefährlichen" Fahrstil heute bereits ab.

Das Internet der Dinge ist ein beliebter Werbeslogan. Bislang konnte ich mir recht wenig darunter vorstellen. Die Firma Bosch steigt nunmer in die digitale Datensammlung ein, und zwar mit einer eigenen Cloud. Worin der Vorteil für mich als Kunden liegen soll, wenn digitale Informationen über meinen Kühlschrank oder meine Waschmaschine in der Cloud von Bosch liegen, weiß ich nicht. Bei einer Qualitätsmarke erwarte ich, dass diese Teile recht lange funktionieren. Und was in beiden liegt, weiß ich selbst. Dafür brauche ich keine Information aus dem Internet.

Ich nehme wahr, dass es in allen großen und innovativen Unternehmen Leute gibt, die jeder neuen technischen Möglichkeit offen gegenüber (das ist gut) stehen und die diese Möglichkeit fast um jeden Preis für ihr Unternehmen nutzen wollen (das ist oft nicht sinnvoll). Das muss man sehen. Technik ist kein Selbstzweck, sie muss mir als Kunden unmittelbar nutzen.

Ein Unternehmen, dass diesen echten Mehrwert für die Kunden aus dem Auge verliert, ist nach meiner Meinung ein schlechtes Unternehmen. Das gilt sowohl für Kfz-Versicherungen als auch für die Hersteller von Kühlschränken oder Waschmaschinen. Insofern bin ich gespannt, was uns da noch alles so blühen wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen