Dienstag, 12. Januar 2016

Deutsche Post AG und die Portoerhöhung: Werden die Briefkunden abgezockt?

Zum 1. Januar 2016 wurde das Briefporto um 8 Cent erhöht.
Ich bekenne, dass ich noch zu den Menschen gehöre, die gerne einmal einen "echten" Brief schreiben und nicht nur per eMail miteinander kommunizieren.

Insofern habe ich mich schon geärgert, dass die Deutsche Post AG das Porto für einen Brief zum Jahreswechsel von 62 Cent auf nunmehr 70 Cent erhöht hat. Ebenso wurden die Entgelte für den Maxibrief, das Einschreiben, das Einwurf-Einschreiben sowie die Wertsendung National angehoben. Zumindest für den Standardbrief hat die Deutsche Post AG mitgeteilt, dass der Preis für die nächsten 3 Jahre dann auch bei 70 Cent bleiben werde.

Nun wurde ein Gutachten des Wettbewerbsexperten Justus Haucap bekannt, das zu sehr deutlichen Ergebnissen kommt. Die Welt weist in ihrem Bericht darauf hin, dass dieses Gutachten von der Konkurrenz finanziert werde. Ich meine, dass man sich die darin vorgetragenen Gesichtspunkte aber doch sehr genau ansehen muss:
  • Im Briefmarkt hält die Post einen Marktanteil von 90%, im Paketmarkt (wo es bundesweit einen funktionierenden Wettbewerb gibt) sind es 43%.
  • Der Wettbewerb im Paketmarkt werde durch Gewinne aus dem Briefmarkt quer subventioniert.
  • Nur die Deutsche Post müsse auf ihre Leistungen keine Umsatzsteuer berechnen. Die anderen Wettbewerber müssen Umsatzsteuer berechnen (und an den Fiskus abführen). Das sei ein Wettbewerbsvorteil für die Deutsche Post.
  • Die Politik habe der Deutschen Post AG einen wettbewerbswidrigen Marktvorteil zugeschanzt.

Auf die einzelnen Gesichtspunkte möchte ich hier nicht eingehen. Ich meine aber, dass es sich um gravierende Vorwürfe handelt. Zudem dokumentieren sie, dass wir Endkunden für das Briefporto mehr bezahlen als eigentlich notwendig. Ich finde das nicht gut.

Ob und ggf. welche Reaktion es seitens der Deutschen Post AG geben wird, bleibt abzuwarten.

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