Dienstag, 8. Dezember 2015

Klimaversicherung - so ein Quatsch

Dirk Stolte, Geschäftsführer des Verlages Versicherungswirtschaft, hat etwas kurioses vorgeschlagen. Er meint, dass das zwei-Grad-Ziel der Klimapolitik nicht eingehalten werden könne, wenn nicht erhebliche private Anstrengungen hinzukämen. Und er regt an, über eine Klimaversicherung nachzudenken, die greift, wenn das Klimaziel nicht erreicht wird.

Ehrlich gesagt: Ich halte das für Quatsch. Wer soll bitte anspruchsberechtigt sein? Der Versicherungsnehmer, der die Beiträge zahlt? Und wogegen kann er sich versichern? Dagegen, dass er die Klimaverpflichtungen beim Umweltschutz nicht einhält? Das sollte dann für Großverschmutzer wie Betreiber von Industrieanlagen oder Kraftwerken interessant sein. Aber sollten die das Geld nicht lieber in den Umweltschutz stecken?

Oder sollten Menschen Zahlungen verlangen können, die von Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind und deswegen einen Schaden erleiden? Das ist unkalkulierbar, weil möglicherweise alle heutigen Küstenbewohner betroffen sein werden. Keine Versicherung der Welt kann dieses Risiko stemmen. Es ist zu groß!

Ich meine, dass die Versicherungswirtschaft an ihre Grenzen stößt, wenn es um eine Herausforderung wie dem Klimawandel geht. Jeder muss seinen Beitrag selbst leisten. Er kann das nicht auf Risikogemeinschaften abwälzen. Und um Risikogemeinschaften handelt es sich bei Versicherungen nun einmal. Wer heute meint unter dem Label "Schutz gegen Klimawandel" große Gelder einsammeln zu müssen, gibt Versprechen ab, die er im Ernstfall gar nicht halten kann. Das muss man ganz klar so sagen dürfen.

Ganz ehrlich: Man kann vielleicht winzige Details des Klimawandels versichern. Wenn die Gebäudeversicherung gegen Überflutung durch Meeresanstieg schützen soll, wird sie aber in Küstennähe langfristig unbezahlbar werden.

Die Welt abzusichern oder gar politische Ziele - und bei der Zwei-Grad-Grenze handelt es sich um ein solches - das ist nach meiner Meinung schlicht nicht möglich.

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