Freitag, 11. September 2015

DVS Symposion: Ist das Prinzip des Versicherns gefährdet?

In München findet seit Mittwoch das DVS Symposion 2015 statt. Von den Vorträgen besonders interessant scheint mir der von Seraina Maag (AIG) zu sein. Sie meint, dass das Prinzip des Versicherns gefährdet sei. So berichtet es Versicherungswirtschaft heute. Neue Technologien und innovative Wettbewerber sorgen für eine bislang ungekannte technische Revolution, die sich unmittelbar auf den Markt auswirkt. Die Generation Y sei die treibende Kraft hinter diesem Trend.

Ich persönlich glaube das nicht. Denn das Bedürfnis der Menschen, ihre Risiken abzusichern, ist nun einmal zeitlos gegeben. Aber es dabei gibt neue Trends, innovative Gedanken und Geschäftsmodelle und viel Mut von kleinen Start Ups, die gegen die großen und etablierten Spieler am Markt mit neuen Ideen antreten. Unternehmen wie friendsurance sind mir da ein Beispiel.

Wenn Seraina Maag auf das neue Berufsbild des Data Scientists hinweist, der eher nur zufällig in die Versicherungsbranche komme, legt sie den Finger in eine wohl echte Wunde (welche von vielen Versicherungsunternehmen noch nicht gespürt wird).

Wer Trends verschläft, hat die Chance noch aufzuwachen und die Zukunft anzupacken. Manche ignorieren sie aber und halten an alten Geschäftsmodellen um jeden Preis fest, auch wenn sie im aktuellen Marktumfeld nicht mehr funktionieren. Dann kann es eng werden und plötzlich stehen etablierte Geschäftsmodelle zur Disposition. Ein Beispiel sind die klassischen Lebensversicherungen in der Niedrigzinsphase.

Aber die Niedrigzinsphase mag vorüber gehen, dann werden die wirtschaftlich vernünftig aufgestellten Lebensversicherungen wieder einen sicheren und lukrativen Job für ihre Kunden machen. Da bin ich recht zuversichtlich.

Was eher verpennt wird ist der Trend, dass die Menschen sich zunehmend im Internet über Versicherungen informieren und dabei vor allem Preisvergleiche anstellen. Dort wollen immer mehr die von ihnen benötigten Produkte auch abschließen. Bestimmte Risiken lassen sich auch durch kleine Unternehmen mit standardisierten, webgerechten Angeboten gut abbilden.

Mir fällt das Beispiel eines großen Versicherungskonzerns ein, der unbedingt auch einen Direktversicherer haben will um diesen Trend nicht zu verschlafen. In der Sache ist diese Überlegung ja auch völlig richtig. Dieser Direktversicherer bietet aber nur ein Versicherungsprodukt an und geht in der Produktpalette bislang nicht viel weiter. Ich finde das sehr schade. Meine Hoffnung ist, dass man dort (und in allen anderen Häusern) den Gedanken von Seraina Maag eine gewisse Aufmerksamkeit schenkt.

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