Mittwoch, 12. August 2015

Unternehmen lösen den Wohlfahrtsstaat ab?

In der Frankfurter Allgemeinen wird darauf hingewiesen, dass große Konzerne damit beginnen, Aufgaben des Wohlfahrtsstaates zu übernehmen. Darüber wird eine Debatte gewünscht.

Finde ich prima. Also mache ich mit einer These mit, die auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht nur gefallen wird.

Das Funktionieren der sozialen Sicherungssystem ist eine Grundbedingung für die Akzeptanz des jeweiligen politischen Systems. Das gilt auch für eine Demokratie wie der unseren. Und gerade hier schmeißt unsere politische Eliten mit "sozialen Wohltaten" um sich, die in Wahrheit ein Sozialstaatsverbrechen sind. Das schafft kurzfristig Zustimmung in der Bevölkerung, damit werden Wählerstimmen gekauft. Langfristig schadet es der nachhaltigen Tragfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme und wird damit die Demokratie an ihrer Substanz einen Schaden zufügen.

Persönlich bin ich der Meinung, dass Wettbewerb immer eine gute Sache ist. Unterschiedliche Geschäftsmodelle können austesten, welches am besten ist. Und ich finde, dass auch sozialstaatliche Ideen sich dem stellen dürfen.

Insofern meine These: Google & Co. retten unserer Demokratie den Arsch.

Und zwar indem sie zeigen, wie es AUCH funktionieren kann ohne Umsummen zu verschlingen, die per Zwangsabgabe von der beglückten Bevölkerung eingetrieben werden müssen. Google & Co. sind nämlich Wirtschaftsunternehmen, die ihr Geld verdienen müssen ehe sie es ausgeben können.

Dass sie damit auch die Beförderung ihres eigenen Geschäftszweckes verfolgen, finde ich legitim. Denn das sollten die politischen Eliten in einer Demokratie auch - statt ihre nicht unterzubringenden Politiker mit lukrativen Jobs in Staatsbetrieben zu versorgen oder Wähler mit "sozialen Wohltaten" kaufen zu wollen.

Jedenfalls dann, wenn man den Geschäftszweck unserer politischen Eliten im Wohl des Volkes und in der Stärkung unserer Demokratie sieht. Und das tue ich persönlich.

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