Donnerstag, 30. Juli 2015

Klarnamen auf Facebook - Scheingefecht in der Sommerpause

Facebook klärt über seine Datenverwendung auf.
Johannes Caspar ist Datenschutzbeauftragter der Stadt Hamburg. Er hat sich dafür ausgesprochen, dass die Profilnamen bei Facebook frei wählbar sein müssen. Darüber wird in den Medien berichtet, u.a. vom NDR, bei der Zeit oder im Spiegel.

Das Thema selbst ist nicht neu, aktuell nur neu in den Medien. Bereits 2012 erließen Datenschützer aus Schleswig-Holstein eine Verfügung gegen Facebook wegen der Klarnamenpflicht. Gebracht hat das in der Sache offenbar nichts. Vor dem Hintergrund wirkt die Aktion des Datenschützers aus Hamburg eher wie blinder Aktionismus und Wichtigtuerei im Sommerloch.

Zudem meine ich, dass die Klarnamenpflicht wirklich das allergeringste Problem in Zusammenhang mit Facebook ist. Wenn man Johannes Caspar etwas vorwerfen muss, dann, dass er sich ausgerechnet dieses Thema gesucht hat.

Facebook sammelt auch Daten von Menschen, die dort überhaupt nicht registriert sind. Wenn Du Dich bei Facebook anmeldest, erklärst Du Dein Einverständnis damit, dass Deine Daten dort gespeichert werden. Meldest Du Dich nicht an, darf Facebook nicht einfach Deine Daten speichern. So sehe ich das. Das tun sie aber und legen so eine digitale Akte über jeden Menschen auf diesem Planeten an. Ich meine, dass Johannes Caspar sich lieber dieses Themas annehmen sollte statt auf so einen Unsinn einzusteigen, ob Nutzer im sozialen Netzwerk nun ihren echten oder einen ausgedachten Namen verwenden müssen.

Manchmal treibt die Klarnamenpflicht auch merkwürdige Blüten. So wird berichtet, dass eine Britin ihren echten Namen geändert habe - in ihren Facebook-Namen.

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