Freitag, 24. Juli 2015

Bedroht die Niedrigzinsphase die Lebensversicherungsbranche?

Der Vorstand der Generali, Giovanni Liverani, hat mit dem Handelsblatt ein Gespräch geführt. Darin äußert er die Sorge, dass der derzeitige Kapitalmarkt einige Versicherer überfordern wird. Er wird mit diesen Worten zitiert:
Ich will nicht ausschließen, dass es einige nicht schaffen. Wenn ich sehe, dass manche Lebensversicherer immer noch Überschussbeteiligungen von deutlich über 3,5 Prozent gewähren, mache ich mir Sorgen.
Selbst denke ich, dass seine Annahme korrekt ist, dass einige Lebensversicherer Schwierigkeiten haben, die gegebenen Leistungsversprechen zu erfüllen. Deswegen sehe ich seriös arbeitende Versicherungsunternehmen aber nicht in Gefahr.

Als Maßnahme für die Generali kündigt Liverani die Straffung der eigenen Strukturen an. Ob ein Umzug von Köln in das zwar attraktive, aber doch viel teurere München sinnvoll ist, darf kritisch hinterfragt werden. Aber dass in einem Konzern mit mehreren Gesellschaften gewisse Funktionen gebündelt werden können statt sie mehrfach mit Personal zu besetzen, ist in der Sache sehr richtig. Ein Konzernumbau der Generali wird schon länger berichtet. Und dass man ganz eindeutig den Kahlschlag auch auf Vorstandsebene durchführt zeigt, dass man mit der Generali als bedeutendem Versicherer auch langfristig wird rechnen dürfen.

Die Niedrigzinsphase bedroht keine Versicherungsgesellschaft. Sie stellt aber Geschäftsmodelle der Vergangenheit radikal in Frage. Ich glaube, dass das überfällig war und dafür sorgen wird, dass die Versicherungsunternehmen hart an sich arbeiten um in ihren Strukturen zukunftsfähig zu werden. Die Generali ist da nur ein Beispiel.

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