Freitag, 24. April 2015

Lebensversicherungen: ein auslaufendes Geschäftsmodell?

In der Welt vom 23.04.2015 finde ich einen Beitrag zu den deutschen Lebensversicherungskonzernen. Die geraten mit ihren Leistungsversprechen derzeit zwischen die Mühlräder. Hohe Zinszusagen bei alten Verträgen auf der einen und die niedrigen Zinsen bei sicheren Staatsanleihen auf der anderen Seite schaffen ein Dilemma: am Kapitalmarkt lassen sich die den Kunden versprochenen Zinsen kaum mehr verdienen.

Der Focus hat schon im Februar berichtet, dass den deutschen Lebensversicherern der Kollaps drohe. Mit dem Dilemma der Garantiezinsen habe ich mich hier im Blog im Dezember 2013 beschäftigt - leider muss ich an meiner seinerzeit formulierten Meinung so festhalten. Cash Online sprach davon, dass 2015 für Lebensversicherer zum Schicksalsjahr werde.

Die Ratingagenturen Fitch und S&P geben für einige Versicherer gute Noten, für andere nicht. Die Ergebnisse könnt Ihr hier auf einer von der Welt veröffentlichten Grafik sehen. Mir macht Sorge, dass sich nicht alle Versicherer in die Karten schauen lassen. Was haben sie zu verbergen?

Fazit: Kunden der gut bewerteten Unternehmen dürfen wohl darauf vertrauen, dass die ihnen gegebenen Leistungsversprechen auch eingehalten werden. Die Kunden der schlecht oder gar nicht bewerteten Unternehmen bleibt nur das Vertrauen in die Hoffnung, dass die Verantwortlichen dieser Gesellschaften die notwendigen Schritte unternehmen, um in Zukunft ihre Versprechen einhalten zu können. Sicher ist das nicht. Die Niedrigzins-Phase zwingt einige Unternehmen jetzt dazu, sich selbst sehr kritisch zu hinterfragen. Ich kann nicht prognostizieren, ob wirklich alle die notwendige Stärke und Fähigkeit zur Selbstkritik besitzen.

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