Mittwoch, 22. Oktober 2014

Telematik-Tarife der Kfz-Versicherungen - nur ein "Gimmick"?

Telematik-Box im Motorraum
Im April diesen Jahres habe ich dargelegt, weshalb ich Pay-as-you-Drive Tarife für Kfz-Versicherungen als ein unsinniges Modethema empfinde.

Selbst habe ich an einer Studie zum Thema teilgenommen, meine Erfahrungen habe ich hier, hier und hier im Blog zusammengefasst. Im Ergebnis ist die von der EU angeordnete Einführung der Telematik schlicht ein Marsch in den Überwachungsstaat ohne echten Mehrwert für den Bürger. Die Behauptung, dass durch diese Technologie Menschenleben tatsächlich gerettet werden, ist durch nichts belegt.

In der Diskussion sind solche Telematik-Tarife in der Versicherungsbranche weiterhin. Marco Morawetz von der GenRe hat jetzt in einem Vortrag dargelegt, dass diese Tarife letzten Endes ein Gimmick sind. Das bestätigt meine Einschätzung. Auf den bei Versicherungswirtschaft heute veröffentlichten Bericht dazu möchte ich Euch hinweisen.

Weiter möchte ich Euch auf einen Artikel in Heft 6/2014 der Zeitschrift für Versicherungswirtschaft hinweisen. Auch hier kommen die Autoren zum Ergebnis, dass es aus Sicht der Privatkunden keinen wirtschaftlichen Vorteil durch Telematik-Tarife gibt.

Dieses Mode-Thema verlangt nur große Investitionen in eine IT-Infrastruktur ab, mit der eine Menge Geld ausgegeben wird. Informationen über die Risikoeinstufung von Fahrern lassen sich heute aber bereits dem klassischen Schadenfreiheitssystem entnehmen. Insofern geben Versicherungen, die in Pay-as-you-Drive Tarife investieren, möglicherweise nur Geld aus ohne für sich und ihre Kunden einen echten Mehrwert zu generieren. Ich denke, das haben auch viele Unternehmen erkannt. Jedenfalls solche, in denen in Ruhe nachgedacht wird und die sich nicht zu modischen Schnellschüssen haben verleiten lassen.