Freitag, 25. Juli 2014

Kaiser-Friedrich-Ring in Wiesbaden: Blitzer verklebt

Wiesbaden: Blitzgerät Kaiser-Friedrich-Ring Ecke Scheffelstraße
Mir ist aufgefallen, dass der in Wiesbaden aufgestellte Blitzer ziemlich verklebt ist.

Hierbei handelt es sich um einen so genannten Poliscan Speed Tower. Das Gerät basiert auf der LIDAR Technologie, die dem Radar ähnlich ist. Dabei werden Laserstrahlen zur optischen Geschwindigkeitsmessung eingesetzt. Das System ist von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig zertifiziert worden und taucht in ganz Deutschland immer mehr auf. Der Hersteller erläutert das Funktionieren seines Systems sowie seine Vorteile gegenüber anderen Systemen auf seiner Homepage.

Mit dem Poliscan System werden alle Fahrzeuge im Zielkorridor sicher erfasst, Geschwindigkeitsverstöße können so gut und richtig zugeordnet werden. Wie bei jedem optischen System gibt es aber eine Schwachstelle: die Linse. Und die optischen Messeinrichtungen befinden sich bei Poliscan in den Schwarzen Segmenten, die man an den Säulen gut erkennen kann.

Wenn diese Segmente aber nun zum Teil verklebt sind, so frage ich mich: funktioniert die Geschwindigkeitsmessung noch sicher?
Und ich kann mir vorstellen, dass diese Frage noch durch einige andere Leute gestellt wird.

Betroffene Fahrzeugführer möchte ich aber warnen, allzu früh zu frohlocken, wenn ein Ticket über 10 € oder 20 € kommt und man sich dann mit dem Argument "Messsäule verklebt" wehren will.

Einmal sollte man vor Einleitung rechtlicher Schritte einen Anwalt befragen, der das dann am besten auch für einen übernimmt.

Zum anderen kann es sein, dass die Bußgeldbehörde nachweisen kann, dass die Verklebung im konkreten Fall keine Auswirkung auf das Meßergebnis hatte. Dann hat man zusätzlich zum Bußgeld noch die Kosten des Verfahrens an der Backe.

Und - das ist die letzte Falle - es kann sein, dass das Gericht auch Zweifel hat, denen aber aus Kostengründen nicht weiter nachgeht. Es stellt dann das Verfahren nach § 153 StPO ein. Das tut es allerdings mit der Entscheidung, dass sowohl Betroffener als auch die Ordnungsbehörde die entstandenen Verfahrenskosten selbst trägt. Das bedeutet, man hat sich zwar 20 € Bußgeld gespart, der eigene Anwalt ist aber deutlich teurer. Ein wirklich lohnendes Geschäft ist das nicht.

Insofern würde ich persönlich geringe Bußgelder akzeptieren, zumindest wenn ich weiß, dass ich vielleicht sogar wirklich zu schnell gefahren bin. Geht es aber um eine sehr hohe Geschwindigkeitsüberschreitung, die vielleicht sogar den Führerschein in Gefahr bringt, empfehle ich bei verklebten Säulen doch zu kämpfen. Einen qualifizierten Rechtsanwalt in Ihrer Nähe finden Sie hier auf der Seite der deutschen Verkehrsanwälte.

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