Mittwoch, 23. Juli 2014

Flug MH 17: Terrorakt? Oder trifft die Airline eine Mitverantwortung?

Der Flug MH17 der Malaysia Airlines ist über der Ost-Ukraine abgeschossen worden. Nach Presseberichten durch eine Rakete.

Die Frage ist, ob dies eine kriegerische Auseinandersetzung oder ein terroristischer Akt war. Die FAZ berichtet, dass Australien den Abschuss als Terrorakt einstufen will. Dadurch wird die Auszahlung einer Entschädigung an die Angehörigen vereinfacht.

Hintergrund für die rechtliche Auseinandersetzung um die Einstufung ist auch das Montraler Abkommen, welches eine Haftungsbegrenzung der Fluggesellschaft vorsieht, wenn diese nachweislich keine Schuld am Absturz trifft. Die Seite dasinvestment.com bringt einen interessanten Bericht zu den beteiligten Versicherern, auf den ich hinweisen möchte.

Die rechtliche Einstufung des Abschusses hat weitreichende Folgen für alle Fluggesellschaften, und zwar über den Einzelfall hinaus. Dass in der Ost-Ukraine ein Bürgerkrieg herrscht, bei dem auch militärische Flugzeuge das Ziel von Angriffen sind, war bekannt. Man darf schon die Frage stellen, ob die Fluggesellschaft nicht deswegen ein (Mit-)Verschulden am Absturz trifft, weil sie das Kriesengebiet nicht umflogen hat.

Bejaht man hier eine Mitverantwortung, hat das weitreichende Konsequenzen für alle Airlines, die weltweit operieren. Denn im Interkontinentalverkehr werden auch Gebiete wie Syrien, der Irak oder Afghanistan überflogen. Leider gibt es auch viele andere Krisengebiete, die in den westlichen Medien nicht so präsent sind.

Erste Konsequenzen haben Fluggesellschaften aktuell z.B. aus den Kämpfen im Gaza-Streifen gezogen. Die Lufthansa stellt ihre Flüge nach Tel Aviv vorerst ein. Damit trägt sie dem erhöhten Abschussrisiko aufgrund der derzeitigen militärischen Auseinandersetzungen Rechnung. Würde die Lufthansa das nicht tun, würde sie nicht nur das Leben von Passagieren und Besatzung gefährden. Sie würde sich zudem schadensersatzpflichtig machen, wenn etwas passiert.

Solche Fragen müssen sich nun alle Airlines stellen, die Strecken fligen, die über Krisengebiete führen. Für die armen Menschen, die an Bord von MH17 waren, kommt all das aber zu spät.

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