Montag, 10. März 2014

Lebensversicherung: was hat der Gesetzgeber vor?

Bei Spiegel Online lese ich Lebensversicherer: Gesetzesvorhaben könnte Kunden Milliarden kosten.

Es geht wohl darum, die Regeln zur Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven zu ändern. Alexander Erdland, der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat heute klargestellt, dass die Bewertungsreserven allen Lebensversicherungskunden zu Gute kommen sollen. Die Pressemeldung des GDV könnt Ihr hier lesen. Anlass der Änderungswünsche sei die derzeitige Niedrigzinsphase, über die man gerecht hinweggkommen müsse.

Derzeit muss Lebensversicherungskunden bei Auslaufen (sei es durch Ablauf, Eintritt des Versicherungsfalls oder vorzeitige Kündigung) des Versicherungsvertrages ihr Anteil an den Bewertungsreserven mit ausbezahlt werden. Soweit ich es verstehe, will man das jetzt ändern und von dieser Verpflichtung loskommen.

Dass die Niedrigzinsphase ewig anhalten wird, glaube ich persönlich nicht. Und wenn derzeit nicht viel an Zinsen zu erwirtschaften ist, verstehe ich auch, dass die Lebensversicherer die Bewertungsreserven angehen müssen, um die Garantieverzinsung leisten zu können.

Aber ob eine Änderung der Regeln zur Beteiligung der Kunden an den Reserven sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Wer garantiert mir, dass die Regeln wieder geändert werden sobald die derzeitige Niedrigzinsphase vorbei ist?

So ein Vorhaben hat es vor der letzten Bundestagswahl übrigens schon einmal gegeben. Damals hat der Bundesrat es blockiert, nicht zuletzt aufgrund des Widerstandes durch die SPD. Ich finde es schon sehr interessant, dass nun ein neuer Anlauf genommen werden kann ohne dass die Sozialdemokraten ernsthaft widerstehen werden.

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