Freitag, 28. Februar 2014

Kauf von Nutzerdaten: Datacoup zahlt für die Verwendung Deiner Daten

Der Internetdienst Datacoup ist eigentlich nur ein Datenhändler. Einer von der Art, wie es sie vermutlich zu tausenden gibt. Allerdings mit einem Unterschied: für das Recht, seine Daten nutzen zu dürfen, bezahlt er den Betroffenen. Allerdings gibt der betroffene Mensch dann auch sein informationelles Selbstbestimmungsrecht ein Stück weit auf.

Der Datenschutzticker berichtet, dass Datacoup jetzt in eine erste große Testphase eingetreten ist. Es wird alles aufgezeichnet, was man im Internet anstellt. So lassen sich Benutzerprofile erstellen, aus Benutzergruppen Verhaltensmuster erkennen und damit auch Vorhersagen zum Nutzerverhalten machen. Für die Werbeindustrie sind solche aufbereiteten Daten Gold wert.

Meine Vermutung ist, dass viele Leute auf so einen Dienst einsteigen werden. Die genauen Regeln dazu kenne ich nicht, Datacoup erklärt sein Prinzip doch sehr vereinfacht. Die Geschäftsbedingungen müssten auch dem deutschen Datenschutzrecht entsprechen, wenn der Dienst hierzulande angeboten werden sollte. Und auch das deutsche BDSG schützt vor vielem, aber nicht vor unüberlegter Preisgabe von Informationen über sich selbst. Mir scheint jedenfalls, dass Data-Mining mit einer ganz neuen Qualität möglich ist, wenn Nutzer ihre Daten freiwillig auswerten lassen.

Das ist eine Entwicklung, die ich sehr bedenklich finde. Und über die man genauso reden muss, wie z.B. über Telematik (wobei da jegliche Diskussion inzwischen schon zu spät ist).

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