Montag, 13. Januar 2014

Autoglas: Gutscheine von Werkstätten sind wettbewerbswidrig

Autohaus Online hat auf eine Ende letzten Jahres ergangene Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm hingewiesen.

Am 12.11.2013 hat das OLG Hamm in der Sache 4 U 31/13 durch Urteil folgendes entschieden:
Gutscheine von Kfz-Werkstätten für Folgeaufträge können bei der Reparatur eines Kaskoschadens mit Selbstbeteiligung des Kunden wettbewerbswidrig sein.
Hier ging es um eine große Kette, die Kunden mit Gutscheinen in Höhe der  Selbstbeteiligung in ihre Häuser lockte, wenn diese einen Glasbruchschaden hatten. Durfte eine Werkstattt dieser Kette die Scheibe austauschen und mit der Versicherung abrechnen, erhielt der Kunde einen Gutschein in Höhe seiner Selbstbeteiligung.

Das OLG Hamm hat nunmehr entschieden, dass dies unter wettbewerbsrechtlichen Aspekten so nicht in Ordnung ist.

Dass Rabatte auf die Selbstbeteiligung bei Glasschäden gegeben werden, kommt leider häufig vor. Teils wird die gesamte Selbstbeteiligung erlassen, teils nur ein etwas niedrigerer Betrag. Dem Versicherer gegenüber wird dieser Rabatt dann bei der Abrechnung verschwiegen, was im Ergebnis sogar als Betrug angesehen werden kann. Im Urteil des OLG Hamm findet sich zur dortigen Konstellation allerdings kein Hinweis auf das Betrugsdelikt. Erlaubt ist es trotzdem nicht, Kunden mit Gutscheinen für Folgeaufträge anzulocken.

Autobesitzern muss dringend geraten werden vorsichtig zu sein, wenn eine Scheibe ausgetauscht werden muss und der Autoglaser ihn damit anzulocken versucht, dass die Selbstbeteiligung durch ihn nicht zu bezahlen sei.

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