Sonntag, 26. Januar 2014

ADAC und SPIEGEL online: Auch Rettungsflugzeug genutzt? Und das auch noch privat? Nicht gut bei einer gGmbH!

Gestern habe ich begründet, weshalb ich die gelegentliche Nutzung ansonsten ungenutzer Helikopter durch den ADAC-Präsidenten in Ordnung finde.

Heute lese ich bei Spiegel Online eine Meldung, die ich dann nicht mehr in Ordnung finde. Hier heißt es wörtlich:
Vereinschef Meyer gibt zu, dass der Verwandte eines Clubmanagers das Flugzeug für eine private Reise nutzte.
Bei 49 Hubschraubern, von denen ein Teil stets ungenutzt ist und lediglich vorgehalten wird, ist es das eine wenn die Luftrettungs gGmbH Hubschrauber und Piloten an die Konzernmutter gegen marktübliche Bezahlung vermietet und sich dadurch etwas Geld dazu verdient. Die Flugzeugflotte der ADAC Luftrettung gGmbH ist mit vier Flugzeugen jedoch deutlich keiner. Diese Zahl entnehme ich dem Eintrag bei Wikipedia.

Im neuen Fall mit dem Flugzeug zitiert Spiegel Online den ADAC Präsidenten Peter Meyer wie folgt:
"In einem Fall ist ein Familienmitglied einer ehemaligen Führungskraft 2012 bei einem Ambulanzflug mitgeflogen." In dem Fall seien "sofort die erforderlichen personellen Konsequenzen gezogen" worden, betonte Meyer und kündigte an, weitere Fälle untersuchen zu lassen. 
Wenn der ADAC gegenüber dem betreffenden Manager deswegen arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen hat, dann hat er - ohne  dass die Sache in der Öffentlichkeit gewesen wäre - intern sicherlich in der gebotenen Schärfe reagiert. 

Damit finde ich diesen Fall jetzt auch nicht so dramatisch. Jemand hat sich fehlverhalten, der ADAC hat reagiert, und damit war die Sache erledigt. Wo es allerdings beginnt für mich nicht mehr in Ordnung zu sein, ist beim Ende des letzten Satzes. Dieses lautet ... und kündigte an, weitere Fälle untersuchen zu lassen.

Gibt es allen Ernstes noch weitere Fälle, in denen ein ADAC Manager oder hoher Mitarbeiter Luftfahrzeuge der Luftrettungs gGmbH für private Zwecke genutzt hat? Wenn ja, möchte ich das wissen. Und zwar mit Details. Hat mal jemand seinen Nachwuchs bei einem Übungsflug mitfliegen lassen, fände ich das in Ordnung. Ich erinnere mich, dass ich bei der Bundeswehr einmal kurz vor meiner Entlassung auch bei einem Übungsflug der Heeresflieger mitdurfte. Wie andere Soldaten meiner Einheit gelegentlich auch.

Wenn es allerdings wirklich Privatnutzungen in nennenswertem Umhang gegeben haben sollte, wäre das nicht in Ordnung. Zumal der ADAC sich bei seiner Tochtergesellschaft dann auch Gedanken um das kleine g am Anfang des Kürzels gGmbH machen müsste. Das kleine g steht für gemeinnützig.

Aber bitte, auch hier gilt es die Kirche im Dorf zu lassen. Wenn jetzt rauskommt, dass jemand mal den eigenen Nachwuchs hat mitfliegen lassen (der sich vielleicht die Sache im Rahmen der Überlegungen zur Berufswahl angucken wollte), wäre das keine Schlagzeile wert. Spiegel Online schreibt, dass der Flug auf jeden Fall stattgefunden hätte. Mehr sagen sie nicht. Für mich ist die Sache nicht ordentlich ausrecherchiert. Das ist schade bei einem Qualitätsmedium wie Spiegel online.

Bei der gewählten Schlagzeile ist die Redaktion nach meiner Meinung jetzt aber Fakten schuldig. Ich will wissen, ob da jetzt wirklich was neues bekannt wird, oder ob es sich um Stimmungsmache in Sachen ADAC handelt. Die ist zwar gerade en vogue. Aber harte Fakten sind mir lieber.

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