Freitag, 1. November 2013

eCall und Telematik - wo bleibt die gesellschaftliche Diskussion?

Die Telematik-Box wird auf die Batterie
im Auto monitiert - ganz einfach.
Im August 2013 habe ich im Blog die Frage gestellt, ob wir die Notrufsäulen an unseren Autobahnen noch brauchen. Die Frage ist vor dem Hintergrund der Einführung der eCall Technik in Europa legitim.

Zum Begriff Telematik habe ich im Lexikon der Auto-Bild eine brauchbare Erklärung gefunden. Leider findet man dort unter dem Buchstaben E bislang nichts zum Thema eCall.

Aber bei Wikipedia ist eCall gut erklärt. Die entscheidende Information lautet: ab Oktober 2015 wird eCall in allen Neuwagen in Europa eingebaut.

Eigentlich zu spät, aber immerhin kommt langsam eine gesellschaftliche Debatte zum Thema zustande. So schreibt Sascha Rhode in der Deutschen Handwerks Zeitung zum Thema. Allerdings unter dem Aspekt der Kfz-Versicherer mit denkbaren pay-as-you-drive Tarifen. Man bezahlt nach diesem Modell nur für den Versicherungsschutz wenn man das Auto auch tatsächlich nutzt. An dieser Stelle möchte ich diese Idee nicht diskutieren. Nur so viel: eCall und Telematik haben echte Relevanz nicht gegenüber den Versicherungen.

Was mir fehlt ist eine Debatte um die Frage, mit welchem Recht staatliche Stellen den Bürgern vorschreiben, in ihre Fahrzeuge Geräte einzubauen, mit denen die gefahrenen Routen komplett transparent und nachvollziehbar werden. Es gibt divernse Datenschutzbeauftragte, sogar einen für Europa.

Aber wenn Daten gesammelt werden, sind sie vorhanden. Sind sie vorhanden, werden sie genutzt. Gibt es staatliche Stellen, die ein Interesse daran haben zu wissen was einzelne Bürger machen, werden sie auf die Daten zugreifen wollen. Egal wie die rechtlichen Rahmenbedingungen aussehen - das wird versucht werden.

Daher ist eine gesellschaftliche Diskussion zum Thema Telematik und eCall meiner Meinung nach sehr wichtig. Auch wenn es eigentlich schon zu spät ist.

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