Dienstag, 12. November 2013

Die Gesetzliche Krankenversicherung und die Hysterie um das Lichtbild

Für Menschen, die gesetzlich Krankenversichert sind, ändert sich zum 1.1.2014 einiges. Dann wird die neue elektronische Gesundheitskarte verbindlich eingeführt.

Die Befürworter verweisen auf die leichtere Weitergabe von medizinischen Informationen von Arzt zu Arzt. Das ist gut insbesondere bei Patienten, die öfters mal zu einem anderen Arzt gehen (sei es Wechsel des Hausarztes, sei es die Konsultation eines Spezialisten). Kritiker halten das auch für eine gute Sache, sehen aber den Datenschutz nicht gewährleistet weil nicht die Patienten selbst ausschließlich über den kryptographischen Schlüssel verfügen. Denn erst dieser stellt die absolute Datensicherheit her.

Der Trend weg vom Papier hin zu mehr digitalen Informationen hat unsere gesamte Gesellschaft erfasst. Das Gesundheitswesen kann davon nicht ausgenommen bleiben. Insofern ist mir persönlich die elektronische Gesundheitskarte, die ich bei mir trage und die ich nur von mir ausgewählten Ärzten gebe, lieber als denkbare Alternativen des Informationsaustausches. Denn eMails oder sonstiger elektronischer Datenverkehr werden kaum so gesichert sein könne wie Informationen, die ich in meiner Westentasche trage und die niemand ohne dass ich es erlaube abrufen kann.

Ein Knackpunkt ist das Foto, das jeder von sich an seiner Krankenkasse geben muss. Medien berichten von vielen Verweigerern, denen die Krankenkassen jetzt deswegen hinterherlaufen.

Ehrlich gesagt finde ich das mit dem Foto noch das beste. Die Ärzte können aus einem Abgleich der Bilder mit dem Patienten, der vor ihnen steht, sehen, ob es wirklich die selbe Person ist. Denn es war in der Vergangenheit immer mal wieder vorgekommen, dass eine Versichertenkarte für viele Personen aus dem näheren oder weiteren Verwandtenkreis herhalten musste. Mit anderen Worten: viele Leute erhalten Leistungen aus dem Versicherungssystem, die dazu keine Beiträge zahlen. Das finde ich als Beitragszahler nicht in Ordnung. Und verhindern kann diesen Missbrauch nur der Arzt, der die Identität des oder der Versicherten überprüfen muss. Das aber geschieht kaum.

Letzten Endes sind die meisten der "Verweigerer", von denen in den Medien berichtet wird, vermutlich einfach nur Leute, die keine Lust haben sich um so etwas zu kümmern. Oder die vielleicht doch einer Generation angehören, welche mit modernen Digitalfotos und der dazugehörigen Technik nichts anfangen kann. Hier finde ich es richtig und wichtig, dass die Krankenkassen auf diese Menschen zugehen.

Für echte und bewusste Verweigerer habe ich allerdings nur wenig Verständnis. Wenn man sie im Versicherungssystem duldet, dann sollten die zumindest Beiträge bezahlen in einer Höhe, die sämtliche durch ihre Verweigerungshaltung verursachten Mehrkosten auch mit abdeckt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen