Dienstag, 12. November 2013

Die Allianz und die Beiträge zu ihrer privaten Krankenversicherung

Die Armutsfalle private Krankenversicherung (PKV) war erst vorgestern Thema in meinem Blog.

Gestern veröffentlicht die Welt einen Bericht über die PKV der Allianz mit der Überschrift, dass diese ihre Beiträge senke. Mir ist dabei folgender Satz aufgefallen:

Eine der größten Anbieter für private Krankenversicherungen, die Allianz, kündigt zum Jahreswechsel eine Beitragsenkung an, vor allem im Neugeschäft. Die Versicherung will den Kundenschwund stoppen.
Kundenschwund ist das Verschwinden bereits vorhandener Kunden. Wenn es um die Beitragssenkung im Neugeschäft geht, haben aber nur neue Kunden, die erst noch zu werben sind, etwas davon.

Die Beitragssenkung im Neugeschäft bedeutet dann wohl auch vor allem, dass optisch attraktive Einsteigertarife auf den Markt gebracht werden sollen, die sich gut verkaufen lassen.

Diese kritische Sicht wird allerdings durch eine spätere Passage in dem Beitrag der Welt relativiert:
Die Allianz zumindest kündigte an, ihre Beiträge 2014 nicht nur stabil zu halten, sondern sogar minimal zu senken. Andere große Anbieter hatten Ähnliches vor.
 Das scheint sich dann auf bereits bestehende Verträge zu beziehen.

Aber nach meiner Einschätzung kann es zu deutlich spürbaren Prämiensenkungen bei älteren, bereits geschlossenen Tarifen gar nicht kommen. Und zwar aufgrund der Alters- und Gesundheitsstruktur der Mitglieder. Die haben nunmal höhere Krankheitskosten als junge Kunden, die aufgrund der eben erst erfolgten Gesundheitsprüfung normalerweise kaum Kosten haben sollten.

Ob es ratsam ist, sich in ein Versicherungssystem mit regelmäßig schließenden Tarifen zu begeben, muss jeder für sich selbst wissen. Das betrifft allerdings nicht nur die PKV der Allianz, sondern - soweit ich es beurteilen kann - alle Versicherungsgesellschaften, die eine private Krankenvollversicherung anbieten.

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