Dienstag, 1. Oktober 2013

Sauerei - Hauptuntersuchung gegen Bargeld

Im August 2012 berichtete der Reutlinger General-Anzeiger, dass ein Sachverständiger aus dem Raum Reutlingen bei der Hauptuntersuchung massiv betrogen haben soll. Der Mann war Prüfingenieur der amtlich anerkannten Prüforganisation GTS und eigentlich über jeden Zweifel erhaben.

Im November 2012 gab es Berichte über 500 Autohalter, die trotz Nachuntersuchung bei der GTÜ, einer anderen anerkannten Prüforganisation, die Nachuntersuchung noch mal machen mussten. Dort handelte es sich aber wohl um Nachlässigkeit eines Prüfers, die GTÜ hatte auch angekündigt die damit verbundenen Kosten ihrer Kunden zu bezahlen.

Die GTS dagegen scheint schon eine etwas andere Hausnummer zu sein. Im Dezember 2012 titelte Autohaus-Online noch „GTS – Prüfer ohne Skrupel“. Eine harte Aussage, der Artikel ist sehr lesenswert. Im September 2013 folgt dann ein Bericht, wonach sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Sachen GTS ausgeweitet hätten – rückwirkend bis zum Jahr 2009. Das dürfte die Grenze der strafrechtlichen Verjährung sein.

Die regelmäßige Untersuchung von Fahrzeugen ist nach § 29 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) vorgeschrieben und sehr wichtig im Hinblick auf die Sicherheit. Wer eine nicht mehr sichere Rostschüssel hat, sollte schon im wohl verstandenen Eigeninteresse darauf achten, dass sie wieder verkehrssicher gemacht wird. Das Argument „kein Geld“ kann aufgrund der mit dem Führen von Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen verbundenen Gefahren nicht gelten. Wer kein Geld hat sein Auto in Ordnung zu bringen, muss halt zu Fuß gehen!

Vor diesem Hintergrund finde ich es sehr gut, wenn die Sache von den zuständigen Behörden sehr kritisch aufgeklärt wird.

Den Mitarbeitern der GTS, welche sich möglicherweise haben schmieren lassen, kann man nach meiner Meinung aber nicht die alleinige Verantwortung zuschieben. Sie haben letzten Endes sehr viele Kunden gehabt, die sich die Plakette erkaufen wollten obwohl ihr Auto nicht in Ordnung ist. Der Versuchung hätten sie im Interesse der Sicherheit nicht nachgeben dürfen, das ist klar. Aber zu Korruption gehören immer zwei. Ich finde, man sollte auch diejenigen belangen, die da geschmiert haben um die Plakette zu bekommen.

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