Mittwoch, 16. Oktober 2013

Der BAV und das private Carsharing

ein Auto, drei Nutzer - der Idealfall
Ein Auto, mehrere Nutzer. Die es nicht intensiv, aber gelegentlich benötigen. Was liegt näher, als sich die Kosten des Gemeinschaftsfahrzeugs zu teilen. Auf Denglisch (= eingedeutsches Englisch) bezeichnet man das dann als Carsharing.

Mit dieser neuen Form der Fahrzeugnutzung hatte ich mich im August schon einmal in diesem Blog beschäftigt.

Der Knackpunkt für manche ist die Tatsache, dass es für Privatfahrzeuge nicht so hohe Zulassungshürden gibt wie für gewerblich vermietete Fahrzeuge. Der Bundesverband der Autovermieter hat am 14.10.2013 in einer auf seiner Homepage veröffentlichten Erklärung dieses Thema auch noch einmal aufgegriffen. Dabei weist er auf einen wohl nicht ganz unrichtigen Aspekt hin:
Wer ein Kraftfahrzeug gegen Geld wechselnden Benutzern vermieten möchte, hat es - jedenfalls derzeit - als Selbstfahrervermietfahrzeug zuzulassen, mit der Folge einer 1-jährigen Frist zur nächsten fälligen Hauptuntersuchung und einer speziellen Versicherungspflicht.
Der Gesetzgeber hatte den Blick auf die Verkehrssicherheit gerichtet, als er diese Zulassungspflicht einführte. Werden Fahrzeuge vermietet, sind sie nach seiner Auffassung stärker in Gebrauch und deshalb auch häufiger mit technischem Sachverstand zu überprüfen. Die Durchsetzung geltender Regeln verfolgen wir nicht auf Wunsch einzelner Unternehmen, sondern im Interesse der Branche der gewerblichen Autovermietungsunternehmen. Viele unserer Mitglieder sind als Familienbetrieb in der Region tätig.
Für die Fahrzeuge gewerblicher Autovermieter gehen wir davon aus, dass diese Zulassungsvorschrift überholt ist, da Mietwagen, bevor technische Mängel auftreten, bereits als sehr junge Gebrauchte wieder verkauft werden, häufig bereits nach 6-9 Monaten. Doch bei den Fahrzeugen privater Vermieter sieht das anders aus. Diese Fahrzeuge sind zumeist sehr viel älter und teilweise schon sehr viele Kilometer gelaufen. 
Daher fordert der BAV folgendes:
Hier liegt es sogar näher, auf eine 1-jährige technische Untersuchung zu bestehen, um Verkehrssicherheitsprobleme bei der Vermietung zu minimieren. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass diese gesetzliche Vorgabe gerade beim Privatcarsharing berechtigt ist. 
Zwar betont der BAV, es gehe ihm nicht darum Konkurrenz zu verhindern, sondern sie zu ermöglichen. Aber man muss schon sehen, dass es ein fleißiger Interessenverband ist, und dass Carsharing für viele Autovermietungen eine interessante Geschäftsperspektive darstellt. 

Immerhin sieht der BAV jetzt auch, dass bei privatem Carsharing derzeit keine gesondert als Selbstfahrer-Mietfahrzeug zugelassenen Autos notwendig sind. Ich denke, der Gesetzgeber wird die Entwicklung in dem Bereich sehr aufmerksam verfolgen. Derzeit gibt es zum Carsharing noch keinen wirklich großen Markt, aber es scheint einen Bedarf zu geben. Das Auftauchen vieler Vermittlungsplattformen im Internet ist für mich in Indiz dafür. 

Man  muss sich die Angelegenheit sehr in Ruhe ansehen. Wichtig scheint mir, dass für die teilnehmenden Fahrzeuge ein vernünftiger Versicherungsschutz besteht. Bei den mir bekannten Vermittlungsplattformen wird das von diesen gewährleistet, so dass ich da für teilnehmende Verbraucher eher Vor- als Nachteile sehe. Dass Fahrzeuge verkehrstauglich sein müssen, erscheint mir selbstverständlich. Und das möchte ich nicht nur bei Carsharing oder  Mietwagen, sondern bei allen auf der Straße befindlichen Autos gewährleistet sehen.

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