Donnerstag, 12. September 2013

Marder im Auto - wer zahlt den Schaden?

Die Autozeitung wies auf das Thema "Marderschaden und Teilkaskoversicherung" hin. Das möchte ich aufgreifen.

Marder fühlen sich in unseren heimischen Städten recht wohl und mögen Autos. Sie klettern gerne unter die Motorhaube und knabbern dort an Kabeln herum. Die Frage lautet dann: ist das versichert?

Bei den meisten Kfz-Versicherungen besteht hierfür Deckung aus der Teilkasko. Das ist nicht selbstverständlich, denn in den Musterbedingungen für die AKB des GDV ist dieses Risiko nicht berücksichtigt.

Daher stimmt der Hinweis der Autozeitung, dass man aufpassen muss. In Billig-Tarifen (meist als "Basis" oder "Classic" bei den Versicherungen bezeichnet) ist dieses Risiko oft nicht versichert. Wer es also bei der Prämie besonders billig wollte, muss beim Marderbiß selbst in die Tasche greifen.

Versichert ist oft (nur) der unmittelbare Bißschaden an der Verkabelung. In den Premium-Tarifen der Versicherungen (gerne als "Plus" oder "Comfort" bezeichnet) gibt es jedoch oft eine Erweiterung auf angeschlossene Aggregate.

Das wird deutlich am Beispiel der Lambdasonde, deren Kabel ein beliebtes Knapper-Objekt beim Marder von Welt ist. Sind Aggregatschäden nicht mit versichert, bekommt der Kunde zwar den (anteiligen) Preis für das Kabel erstattet, aber die damit fest verbundene Sonde muss er selbst zahlen. Auch kann es sein, dass im Fahrzeug aufgrund des Marderbisses zu einem Kurzschluss kommt. Gerade in solchen Fällen zeigt sich der Vorteil einer guten Kaskoversicherung: hat die Bordelektronik einen Schlag bekommen, kann das schnell ein- oder zweitausend Euro kosten. Gute Kasko-Versicherungen bezahlen Aggregatschäden bis zu 3.000 € oder gar 5.000 €.

Der eigentliche Marderschaden ist nicht so teuer. Der kostet oft nur so um die 100 € - das Risiko kann man zur Not auch noch ohne Versicherung selbst tragen. Aber müssen wegen des Marderbisses mit dem Kabel verbundene Bauteile ausgetauscht werden, zeigt sich die Qualität einer guten Versicherung.

Der Trend bei Qualitätsversicherern geht dahin, nicht nur Marderbiß im Besonderen, sondern Tierbiß (ausgenommen: Haus- und Nutztiere) im Allgemeinen zu versichern. Die Frage, ob es wirklich ein Marder war, der sich an der Kabelwelt des Auto gütlich getan hat, kann da offen bleiben.

Ein letztes noch: Kosten für eine Marderabwehr werden von Versicherungen nicht bezahlt. Das meiner Meinung nach auch zu Recht, ist deren Funktionalität nicht garantiert.

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