Mittwoch, 11. September 2013

Die Dämlichkeit der Menschen als natürliche Grenze des Rechts

Immer dann, wenn in Deutschland ein Idiot mit Schußwaffee Amok läuft, fordern Politiker eine Verschärfung des Waffenrechts, stärkere Kontrollen der Waffenbesitzer und anderes. Letzten Endes sollen die Mittel des Rechtsstaates stärker zu Gunsten der Sicherheit wirken. Das scheint das Ziel zu sein.

Um nicht mißverstanden zu werden: es ist legitim und nicht zu beanstanden, wenn man sich Gedanken um die Sicherheit vor Schußwaffen macht.

Gerne gibt es in diesem Zusammenhang den (moralischen) Fingerzeig auf die USA mit ihrem liberalen Waffenrecht. Jeder darf dort eine Schußwaffe haben, im Prinzip sogar Kinder (für die es auch eigene Waffen gibt). Aber ein Überraschungsei, so die Erfahrung vieler die aus Deutschland in Mitbringsel auf die andere Seite des großen Teichs bringen wollen, gilt dort als zu gefährlich für Kinder - Einfuhr verboten.

Das Recht kann aber nur da schützen, wo es von der Dämlichkeit der Menschen nicht schlicht ausgehebelt wird. Das zeigt ein Fall aus den USA recht deutlich, über den kürzlich in den Medien berichtet wurde.

Dort war ein 35 jähriger Vater mit seinem vierjährigen Sprössling zu Besuch bei einem Bekannten. Dort lag offenbar eine Waffe herum. Der Vierjährige hob sie auf, wohl um seinen Vater zu fragen was das sei. Bei dieser Gelegenheit betätigte er den Abzug, der Vater überlebte das nicht.

Hier zeigt sich die natürliche Grenze des Rechts: selbst wenn der Waffenbesitz recht restriktiv geregelt ist, bleibt Schlamperei doch eine große Gefahrenquelle. Und die lässt sich mit Mitteln des Rechtsstaats nicht bekämpfen. Ich hoffe, unsere Politiker bedenken das in ihrer juristischen Kreativphase, die auch außerhalb des Waffenrechts gerne beginnt, wenn "etwas passiert" ist.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen