Donnerstag, 5. September 2013

Datenschutz sei Dank: Schütze durfte jahrelang auf den Autobahnen rumballern!

100.000 € Belohnung waren ausgesetzt für Hinweise auf einen Heckenschützen, so berichtete die Tagesschau am 21.11.2012. Später meldete man den Fahndungserfolg. Aber der Mann konnte 5 Jahre lang auf den Autobahnen rumballern, ohne erwischt zu werden. Wie ging das?


Hintergrund: seit 2008 ist jemand auf Autobahnen unterwegs und hat über 700 mal auf andere Fahrzeuge geschossen. Bild berichtete davon, wie skrupellos Tote und Verletzte vom Täter in Kauf genommen werden.

Blickt man auf dieses Bild (veröffentlicht bei Bild.de), sieht man einen etwas erhöht aufgeladenen weißen Wagen. Das Einschußloch befindet sich über dem Hinterrad, der Schuß scheint - soweit ich das erkennen kann - halbwegs waagerecht gekommen zu sein. Für mich war gleich klar, dass damit ein Schuß aus einem Pkw ausscheidet. Der ist zu niedrig. Der Schütze muss höher gesessen haben. Von der Höhe her tippte ich auf einen Lkw. So war es dann ja auch.

Hier ist die Polizei so vorgegangen, dass sie Überwachungseinrichtungen installiert hat und den Täter über die gewonnenen Daten so ermitteln konnte. Datenschützer melden Bedenken an, die Medien berichten.

Mich nervt das. Ihr Datenschutzärsche, wegen Euch muss die Polizei erst solche Maßnahmen ergreifen, Überwachungsgeräte anschaffen und installieren. Warum wurden nicht die Mautgeräte ausgewertet? Richtig, wegen des Datenschutzes.

Datenschützer: hier ist niemand getötet worden. Aber dieser Vollidiot konnte sich gute 5 Jahre mit seiner Flinte austoben, ehe unsere Polizei ihn dingfest gemacht hat. Muss erst der nächste Depp kommen und Menschen erschießen, ehe Ihr ins Nachdenken kommt?


Jetzt zum Grund dafür, weshalb ich so schlecht auf die Datenschützer zu sprechen bin.

Naheliegend wäre, einfach die Daten der Mautstationen auszuwerten. Jeder Lkw muss doch ein Mautgerät an Bord haben. Damit könnte man prüfen, welche Lkws auf den Autobahnen gefahren sind, auf denen die Schüsse gefallen sind. Taucht einer regelmäßig auf, sollte man sich den mal näher ansehen. So einfach ist das.

Aber warum wird das nicht gemacht?

Die Antwort ist sehr einfach: Datenschutz.

Rechtlich ist es verboten, die Daten der Maut Stationen zur Verbrecherjagd zu nutzen. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz erklärt das recht ausführlich.

Danke, lieber Datenschutzbeauftragter.

Ich erkläre hiermit, dass mich das ankotzt.

Klar, einen Überwachungsstaat will ich nicht, und Vorratsdatenspeicherung sehe ich äußerst kritisch. Aber wenn aus Datenschutzgründen ein Verbrecher geschützt wird, der auf Autobahnen aus einem Lkw auf andere Verkehrsteilnehmer schießt und dabei Tote und Verletzte in Kauf nimmt, geht das zu weit.

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