Dienstag, 27. August 2013

Glasbruch: Vorsicht bei Werbung "für Sie kostenlos"

In der Werbung gibt es äußerst nervige Anzeigen / Spots, welche für Glasbruchschäden die Botschaft "für Sie kostenlos dank Ihrer Teilkasko" rüberbringen. Auf einen Link verzichte ich jetzt mal.

Das gilt aber nicht für jede Art von Glasbruchschäden. In der Werbung kommt das nach meinem Empfinden nicht so deutlich rüber. Andere sehen das wohl ähnlich.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Austausch der Windschutzscheibe und der Reparatur einer kleinen Bruchstelle mit einem speziellem Glasharz.

Der Austausch ist wesentlich teurer. Hier ist die Selbstbeteiligung immer zu zahlen.

Die Reparatur der Windschutzscheibe ist wesentlich kostengünstiger. Wenn er fachgerecht gemacht wird, ist die Scheibe danach auch "wieder gut". Die Versicherungen verzichten zumeist in solchen Fällen auf Abzug der Selbstbeteiligung. Aufgrund massiven Missbrauchs durch Autoglaser machen die meisten Versicherungen allerdings die Einschränkung, dass der Kunde zunächst Rücksprache mit ihnen halten und dann in einer vom Versicherer vermittelten oder zumindest empfohlenen Werkstatt die Reparatur durchführen lassen muss.

Wenn Autoglaser also versprechen, dass die Reparatur auf jeden Fall für den Kunden kostenlos sei, ist Vorsicht geboten. Darauf wies die Wettbewerbszentrale mit Meldung vom 17.12.2009 auch schon hin.

Fällt der Kunde auf ein leichtfertig gegebenes Versprechen eines Autoglaserers herein, geht das aber auf das Risiko des Glasers. Das AG Meiningen (Urteil vom 18.02.2010, 11 C 651/09) hat entschieden, der Glaser müsse sich an sein Versprechen einer kostenlossen Reparatur halten. Zahle die Versicherung nicht und habe der Glaser es unterlassen, sich vor Auftragsdurchführung von der Versicherung die Kostenübernahme erklären zu lassen, könne er seinen Werklohn vom Kunden nicht fordern.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen