Donnerstag, 15. August 2013

Glasbruch im coolen Rechtsstaat

Auf Spiegel Online vom 1.3.2013 habe ich gelesen, dass Terroristen planen sollen Verkehrsunfälle zu verursachen um die Versicherungen in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu bringen.

Ehrlich gesagt eine coole Idee. Die sozialen Sicherungssysteme sind die Achillesverse des sozialen Friedens in Europa. Und die Kfz Versicherungen sind ein nicht ganz unerheblicher Baustein.

Will man die westlichen Gesellschaften zerstören, sind deren soziale Sicherungs- und Versicherungssysteme ein guter Ansatzpunkt. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass der Plan aufgehen wird.

In der Kfz Versicherung besteht jahrzehntelange Erfahrung mit Betrug. Der kommt vor, und zwar öfters als man glaubt. Experten gehen davon aus, dass ca. 10% der Ausgaben der Kfz Versicherung für Betrug draufgeht. Ein auf den ersten Blick sehr harmloses Beispiel: Glasbruch. Also der berühmte Steinschlag auf der Windschutzscheibe als häufigster Fall, der durch die Werbung geistert. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat mitgeteilt, dass in 2011 für Kfz-Glasbruchschäden über 1,1 Milliarden Euro ausgegeben wurden. Wir sprechen also von mehr als 110 Millionen € Schaden.

Cool ist nur, wie die Justiz mit sowas umgeht, wenn es zur Anzeige gebracht wird. Am 14.12.2012 habe ich beruflich gegen so jemanden Strafanzeige stellen müssen. Die Amtsanwaltschaft Berlin, wohin meine Anzeige ging, hat mir inzwischen den Eingang bestätigt. Die Eingangsbestätigung datiert vom 26.02.2013.

Liebe Amtsanwaltschaft Berlin: ich verstehe ja, daß Ihr viel zu tun habt und daß der Vorwurf von Betrug zu Lasten einer Versicherung aus Eurer Sicht vielleicht nicht der Brüller ist. Aber gebt uns doch bitte das Gefühl, dass Ihr Euch zeitnah auch um unsere Kleinigkeiten kümmert.

Eine zeitnahe Eingangsbestätigung wäre toll.

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